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China: Immer mehr christliche Inhalte verschwinden aus dem Web

Regierung forciert Zugang zur Bibel über staatlich kontrollierte Drei-Selbst-Kirchen

(Open Doors, Kelkheim) – Viele Christen in China sind zum Lesen der Bibel auf ihr Handy angewiesen. Auch christliche Treffen und Predigten haben sich seit Beginn der Pandemie verstärkt ins Internet verlagert. Doch immer striktere staatliche Regeln haben dazu geführt, dass zahlreiche christliche Inhalte und nahezu alle Bibeln aus dem Netz verschwunden sind. Die Nutzung einer gedruckten Bibel ist unter Chinas Christen inzwischen eher die Ausnahme als die Regel.

Anders als gedruckte Bibeln lassen sich online Bibeln lassen sowohl sperren als auch verändern. Beides hat die chinesische Regierung bereits getan.
Anders als gedruckte Bibeln lassen sich Online-Bibeln sowohl sperren als auch nachträglich verändern

Gedruckte Bibeln sind die Ausnahme

Im Jahr 2018 verbot die chinesische Regierung den Kauf von gedruckten Bibeln über das Internet. Einzig Buchläden, die den Kirchen der staatlich anerkannten Drei-Selbst-Bewegung angeschlossen sind, bieten seither noch die Möglichkeit, eine Bibel in Buchform legal zu erwerben. Deshalb wurden Bibel-Apps für chinesische Christen schnell zur Norm. Diese boten neben praktischen Vorteilen auch eine Vielfalt verschiedener Bibelversionen und anderer Ressourcen. Außerdem mussten häufig diejenigen, die mehrere Bibeln für größere Gruppen von Christen kaufen wollten, ihre persönlichen Daten beim Kauf hinterlegen. Apps für Mobiltelefone machten Gottes Wort für jeden zugänglich – jederzeit und überall.

In jüngster Zeit hat China die Kontrolle über die Religionsfreiheit noch weiter verschärft, indem es Bibel-Apps und die damit verbundenen christlichen Online-Ressourcen blockiert hat. Eine Ausnahme, die einen begrenzten Zugang und das Herunterladen digitaler Bibeln erlaubt, ist die Website der Drei-Selbst-Bewegung.

Wenn Apple nach der staatlichen Genehmigung fragt

Zur besseren Kontrolle der sozialen Medien hat China Gesetze für diesen Bereich eingeführt. Sie erschweren es App-Anbietern zunehmend, ihre Produkte auf den Markt zu bringen, da für jede App eine entsprechende Genehmigung beantragt werden muss. Die Open Doors bekannten Fälle deuten darauf hin, dass es inzwischen fast unmöglich ist, alle Anforderungen des Antragsverfahrens für derartige Genehmigungen zu erfüllen. Die bekannte Bibel-App „Olive Tree“ zum Beispiel musste im Oktober ihre App aus dem App Store entfernen.

Eine mit Open Doors in Verbindung stehende Organisation hatte eine App zur Verbreitung christlicher Online-Materialien auf den Markt gebracht. Eines Tages erhielt sie von Apple die Mitteilung, dass die App demnächst aus dem App Store des chinesischen Festlandes entfernt werden würde, sollte keine Genehmigung von Chinas Nationaler Presse- und Veröffentlichungsbehörde vorgelegt werden. Die Organisation sucht nun nach alternativen Möglichkeiten, ihren Nutzern in China Inhalte zur Verfügung zu stellen. Sucht man derzeit auf den App-Plattformen nach dem Stichwort „Bibel“, so erhält man die Meldung: „Anwendung wird derzeit intern optimiert, Download vorübergehend nicht verfügbar.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2021 steht China an 17. Stelle der Länder, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quelle: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in China!

  • Beten Sie für alle Christen, die ihren gewohnten Zugang zur Bibel nicht mehr nutzen können, dass sie neue Wege finden und sich nicht vom Lesen der Bibel abhalten lassen.
  • Bitte beten Sie um Weisheit und Kreativität für alle christlichen App-Entwickler und Anbieter christlicher Online-Inhalte, dass sie Möglichkeiten finden, Bibeln und andere Ressourcen anzubieten.
  • Beten Sie vor allem für chinesische Christen mit muslimischem und buddhistischem Hintergrund, denen keine gedruckten Bibeln zur Verfügung stehen, dass Gott sie mit seinem Wort versorgt.
  • Beten Sie, dass Jesus seine Gemeinde in China stärkt und sie in der Wahrheit seines Wortes bewahrt.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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