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China: Pekinger Kirchen richten Deklaration an Regierung

Christen äußern Besorgnis über zunehmende Überwachung und Restriktionen

(Open Doors, Kelkheim) – Mit einer ungewöhnlichen und mutigen Aktion haben sich 28 Pekinger Hauskirchen am 23. Juli an die chinesische Regierung gewandt. In ihrer gemeinsamen Erklärung betonen sie die Rechte der Christen und Kirchen gemäß der chinesischen Verfassung und fordern die Regierung dazu auf, diese zu respektieren. Das intensive Bemühen der Regierung, die Bevölkerung umfassend zu kontrollieren, hat den Druck auf Christen in den letzten Jahren deutlich zunehmen lassen. Bis Ende Juli haben bereits 47 Kirchen die Erklärung unterzeichnet.
 

Kirche in Shenyang, im Nordosten Chinas (Symbolbild)
Bild: Kirche in Shenyang, im Nordosten Chinas (Symbolbild)

Berufung auf die Verfassung und das Apostolische Glaubensbekenntnis

Hier einige Auszüge aus der Deklaration:

Seit Februar 2018 erleben Kirchen in Peking, Shanghai, Sichuan, Guangdong, Henan und anderen Orten eine Veränderung des politischen Klimas im Bereich der Religionsfreiheit. Sie alle sind in unterschiedlichem Maße mit Druck von vielen Seiten konfrontiert, unter anderem durch das wiederholte Eingreifen von Behördenvertretern an kirchlichen Versammlungsstätten; dies führte zur Einschränkung und Behinderung der normalen Glaubenspraxis vieler Christen, so dass den Emotionen und dem patriotischen Eifer der Gläubigen schwerwiegende Schäden zugefügt wurden. […] In dieser Zeit fordern wir die Regierung auf, das historische Wachstum und den aktuellen Zustand der Hauskirchen zu respektieren. Wir bitten sie, die etablierten religiösen Gepflogenheiten und die Handhabung christlicher Arbeit sowie die grundlegenden religiösen Freiheiten und Rechte der chinesischen Bürger zu respektieren.

1. Wir erklären, dass unsere Überzeugungen durch die Verfassung geschützt sind.

Gemäß Artikel 33 Absatz 3 der chinesischen Verfassung respektiert und schützt der Staat die Rechte des Einzelnen. Artikel 36 der Verfassung besagt: „Die Bürger der Volksrepublik China haben Religionsfreiheit. Kein Regierungsorgan, keine soziale Gruppe oder Einzelperson darf einen anderen Bürger zwingen, an ein religiöses Bekenntnis zu glauben oder nicht zu glauben. […]“

2. Wir erklären, dass das, was wir glauben, völlig im Einklang mit der Bibel und den christlichen Traditionen steht.

Wir halten […] uns an das „Apostolische Glaubensbekenntnis“. Es gibt zwar einige Unterschiede in der Art und Weise, wie die Kirchen ihren Glauben ausdrücken, aber „die Kirche“ ist ein Leib von Gläubigen, die alle den gleichen Heiligen Geist besitzen. In der Not stehen wir zusammen und unterstützen uns gegenseitig, bis der Sturm nachlässt. […]

3. Wir erklären, dass wir niemals unseren Glauben aufgeben werden.

Die chinesischen Hauskirchen setzen sich konsequent für biblische Prinzipien ein, spielen aber auch eine positive Rolle bei der Entwicklung der Gesellschaft, wirken als Salz und Licht für die Menschen und beten ständig für unsere Nation, auch wenn wir verfolgt werden. […]

In den 1950er-Jahren gab sich eine Generation von Gläubigen der chinesischen Hauskirche als ein wohlriechendes Opfer für ihren Glauben hin. Während sich die Umstände etwas geändert haben, hat sich die Position der Kirche nie geändert. Auch wir sind bereit, jeden Preis für unseren Glauben an Jesus zu zahlen. […]

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert China aktuell an 43. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor, Christian Solidarity International

Bitte beten Sie für die Christen in China:

  • Danken Sie für dieses mutige Zeichen der Einheit und des Glaubens vieler chinesischer Christen.
  • Beten Sie um Weisheit für alle Pastoren und geistlichen Leiter beim Umgang mit den Behörden und ihren zahlreichen Forderungen.
  • Beten Sie für alle chinesischen Christen, dass sie sich in ihrem Glauben nicht beirren lassen, sondern durch den wachsenden Druck umso stärker in ihrem Glauben werden.

 

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