Persönliche Berichte

Iran: Mit Jesus in Einzelhaft

Ein Ehepaar berichtet, welche Kraft die Gebete anderer Christen in ihrer Not entfaltet haben

(Open Doors, Kelkheim) – An dem Tag, als Ali sich entschied Jesus zu folgen, wurde er von seiner Drogensucht befreit. Als auch seine Frau Zahra zum Glauben kam, wussten sie, dass diese Entscheidung ihr Leben für immer verändern würde. Schließlich lebte das Paar in Iran, wo Konvertiten zum christlichen Glauben zu den am stärksten verfolgten Gläubigen der Welt gehören. Nach Jahren der Verhöre, Misshandlungen und Gefängnisaufenthalte bezeugen beide heute, wie die Gebete anderer sie durchgetragen haben.

Eltern mit ihren erwachsenen Kindern vor Ruinen
Ali und Zahra leben mit ihren Söhnen Daniel und Samuel heute in der Türkei

„Nur Gott kann an diese dunklen Orte gehen“

Ali erinnert sich noch genau daran, wie Zahra und er zum ersten Mal verhaftet wurden: „Auf dem Weg ins Gefängnis löschte ich Nummern von meinem Telefon, um andere Christen zu schützen“, sagt er. „Ich wurde in eine Zelle ohne Licht, Toilette oder Decke gebracht. Sie verhörten und schlugen mich. Sie wollten die Kirche infiltrieren.“

Das Ehepaar wurde zwar schon bald wieder freigelassen, doch es folgten zwei Jahre der Verfolgung, Belästigung, Bedrohung und Gewalt. „Jeder Tag war Leid und Folter“, sagt Ali. Niemand wollte ihn einstellen, ihre beiden Söhne Daniel und Samuel wurden von der Schule verwiesen. Auch Freunde und Familie wandten sich von ihnen ab. Sie mussten jederzeit damit rechnen, erneut verhaftet und verhört zu werden.

Doch je länger sie mit den Schikanen und der Ungewissheit lebten, desto kostbarer wurde Ali und Zahra eins: die Gebete ihrer Glaubensgeschwister im In- und Ausland. Da war zum einen das Wissen, dass die weltweite Kirche im Gebet hinter ihnen stand, und zum anderen die vielen Momente, in denen sie Gottes mächtiges Eingreifen unmittelbar erlebten.

„In der Einzelhaft im Gefängnis war das Einzige, was mir Kraft gab, das Gebet“, sagt Ali. „Nichts anderes. Nur Gott kann an diese dunklen Orte gehen. Wir sind Teil des Leibes Christi, egal wo wir sind.“ Zahra fügt hinzu: „Als ich im Gefängnis war, dachte ich mir: Es gibt Menschen, die mich lieben, die über meinen Schmerz weinen und vor allem für mich beten. Ohne die Kraft Gottes hätte ich das Gefängnis nicht ertragen können.“

Wiederherstellung im Ausland

Irgendwann trafen Ali und Zahra die schwierige Entscheidung, Iran zu verlassen. Heute leben sie zusammen mit ihren Söhnen in der Türkei. Sie besuchten ein Seminar, um die tiefen Wunden der Verfolgung zu heilen und sich von dem Trauma der Inhaftierung und der Verhöre zu erholen. Die Unterstützung und die Gebete ihrer weltweiten Familie bestärkten sie immer wieder neu in der Gewissheit, dass sie nicht allein sind.

Dank dieser Hilfe ist ihr Glaube heute so stark wie eh und je. „Wenn ich noch einmal die Wahl hätte, würde ich mich wieder für Jesus entscheiden“, sagt Ali. „Ja! Während all dieser Leiden hat mich Christus nie allein gelassen. Ich kann nicht ohne ihn leben, es gibt keinen anderen Weg.“

Bitte beten Sie für Ali und Zahras Familie und die Christen in Iran:

  • Danken Sie für das Zeugnis der beiden, dass Jesus sie durch viele Jahr von Not und Verfolgung durchgetragen hat.
  • Beten Sie dafür, dass Gott sie vollständig von den erlittenen Traumata heilt.
  • Beten Sie um Stärkung und Trost für die zahlreichen Christen in Iran, die gegenwärtig ähnlichem Druck ausgesetzt sind, wie Ali und Zarah ihn über viele Jahre erlebt haben.
  • Beten Sie für die Gemeinde Jesu in Iran, dass Christen Gelegenheiten finden sich zu versammeln und noch viele durch sie zu Jesus finden.

 

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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