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Jordanien: Heilung für traumatisierte Kinder

Malen hilft Kindern christlicher Flüchtlinge, schwere Erlebnisse zu verarbeiten

(Open Doors, Kelkheim) – „Als wir diese Kinder trafen, waren sie nicht imstande zu sprechen. Aber dann begannen sie nach und nach zu zeichnen“, erzählt die jordanische Christin Maran über Kinder aus einer christlichen Familie, die vor dem IS aus ihrer Heimat im Irak fliehen musste. Mit der Unterstützung von Open Doors hat Maran im Jahr 2015 die Organisation Al Hadaf gegründet, die sich vor allem um die Frauen und Kinder unter den christlichen Flüchtlingen kümmert. Ein Teil der Arbeit sind spezielle Malkurse für Kinder, in denen diese die Möglichkeit erhalten, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, und so lernen, mit ihrer schwierigen Situation und den traumatischen Erinnerungen umzugehen.

Die Dunkelheit überwinden

Glücklich schaut sich Maran in dem Raum um, wo sich die Kinder regelmäßig treffen und wo sie Liebe und Verständnis finden. An den Wänden hängen die Bilder, die sie gemalt haben. „Die dunklen Figuren stellen den IS dar und andere schlimme Dinge, die die Kinder miterleben mussten“, erklärt Maran. „Nach einer Weile sehen wir, dass die Bilder der Kinder klarer, heller und detaillierter werden und die dunklen Figuren kleiner werden oder ganz verschwinden. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Kinder ihr Trauma verarbeiten.“
 

Jordanien
Bild: Maran bei einem Malkurs

„Was vermisst ihr am meisten?“

„Viele dieser Kinder haben gesehen, wie der IS die Kreuze von ihren Kirchen heruntergerissen hat. Das hat sie stark geprägt. Als diese Kinder zum ersten Mal den Malkurs besuchten, fragten wir sie: Was vermisst ihr am meisten aus dem Irak – jetzt, wo ihr hier lebt? Fast alle von ihnen zeichneten ihre Kirche.“ Maran erläutert, welche große Bedeutung ihre Gemeinden für die Kinder haben: „Im Irak gingen sie regelmäßig in die Kirche, und sie mochten es. Die Kirche ist der Ort, wo sie mit anderen Leuten in Kontakt kamen.“

Neue Motivation statt Traurigkeit

Maran möchte den Kindern nicht nur helfen, die schweren Erlebnisse aufzuarbeiten, sondern sie auch dabei unterstützen, eine positive Perspektive für die Zukunft zu bekommen. Deshalb ermutigt sie die Kinder dazu, sich kleine Ziele zu setzen und daran zu arbeiten, diese zu verwirklichen. „Wir können Ziele für den nächsten Tag setzen und die Traurigkeit und Wut durch gute Dinge ersetzen“, sagt Maran. Zur Erinnerung schreiben die Kinder ihre Ziele auf buntes Papier und hängen sie über ihrem Bett auf. „Das kostet nicht viel, hilft aber wirklich sehr.“

Bitte beten Sie für die Christen in Jordanien:

  • Danken Sie Jesus für Maran und die anderen jordanischen Christen, die sich für irakische Flüchtlinge einsetzen, und beten Sie für sie um Kraft, Weisheit und Ausdauer in ihrem Dienst.
  • Bitten Sie Jesus um Heilung für die vielen traumatisierten Christen, ganz besonders die Kinder unter ihnen, und danken Sie für entsprechende Hilfsangebote, die von den Kirchen vor Ort organisiert werden.
  • Beten Sie, dass die geflohenen Familien neue Perspektiven für ihr Leben erhalten.

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