Persönliche Berichte Persönliche Berichte

Kenia: Fredericks neuer Auftrag

Überlebender des Garissa-Anschlags bittet um anhaltendes Gebet

(Open Doors, Kelkheim) – Vor einigen Tagen hatten wir ganz besonderen Besuch bei unserer Team-Andacht: Unser Freund Frederick aus Kenia hat auf dem Weg zum Open Doors Tag in Polen einen Zwischenstopp in Kelkheim eingelegt. Wir möchten gerne weitergeben, was in den vergangenen Monaten in Fredericks Leben passiert ist und welche Gebetsanliegen ihm wichtig sind.
 

Im Gespräch mit Frederick
Im Gespräch mit Frederick

Ein Appell an die Christen in Deutschland

Mehr als vier Jahre ist es mittlerweile her, dass fast 150 junge Christen beim Anschlag auf die Universität von Garissa ihr Leben verloren. Nur durch ein Wunder überlebte Frederick den Angriff der Kämpfer von Al Shabaab. Ende 2018 hat er sein Studium beendet. Nun studiert Fred an einer Bibelschule weiter – mit einem klaren Ziel: „Ich will zu den Wurzeln der Bibel gelangen und voll ausgestattet sein mit dem Wissen und der Weisheit der Bibel, um in die ganze Welt zu gehen.“

Denn Gott hat ihm einen Auftrag gegeben: Frederick will Menschen helfen, zum Glauben an Jesus zu finden – und besonders in westlichen Ländern will er von der verfolgten Kirche berichten: „Das Mindeste, was die Kirche im Westen tun kann, ist, für verfolgte Christen zu sprechen. Das Beste, was sie tun kann, ist, für sie zu beten.“ Fredericks Herz für die Christen in Deutschland und in Europa ist spürbar. Er will die Kirche in Deutschland an das Gebet Jesu erinnern: „Sie alle sollen eins sein, genauso wie du, Vater, mit mir eins bist. (...) Dann wird die Welt glauben, dass du mich gesandt hast“ (Johannes 17,21). Frederick spricht davon, dass die Kirche die Unterschiede vergessen und zusammenkommen muss, um gemeinsam für verfolgte Christen zu beten.
 

Frederick bei seiner Abschlussfeier von der Universität
Frederick bei seiner Abschlussfeier von der Universität

Die Nachwirkungen des Anschlags

Denn auch wenn viele der Überlebenden des Anschlags von Garissa mittlerweile ihre Abschlüsse haben und einen Job gefunden oder eine Familie gegründet haben – das Erlebte beschäftigt sie noch immer, genauso wie die Familien der Getöteten. In den kommenden Monaten ist ein Treffen aller Überlebenden geplant: Sie wollen Gott danken und ihn für seine Güte und Treue preisen. Und auch mit vielen Eltern und Verwandten der Opfer des 2. April 2015 steht Frederick bis heute in Kontakt. Er wird emotional, wenn er über sie spricht: „Ich bekomme noch immer Anrufe von Eltern meiner Freunde. Sie nennen mich ihren Sohn, obwohl ihr echter Sohn gestorben ist.“

Einige von ihnen hatten ihr Land verkauft, um ihren Kindern das Studium zu ermöglichen. Nun haben sie nicht nur ihre Kinder verloren, sondern haben auch finanzielle Probleme. Frederick will ihnen helfen, wo möglich; will ihnen zeigen, dass sie und ihre Trauer nicht vergessen sind. Auch für seine ehemaligen Lehrer bittet er um Gebet. Einige sind nach der Wiedereröffnung der Universität nach Garissa zurückgekehrt und lehren erneut auf dem Campus, auf dem sie fast gestorben wären. Am Ende bedankt sich Fred für alle Gebete, die bereits für Kenia gesprochen wurden und bittet darum, nicht damit aufzuhören. Und dann macht er sich auf den Weg nach Polen – um weiter von der verfolgten Kirche zu berichten und um Gebet für sie zu bitten.

Bitte beten Sie für die Christen in Kenia:

  • Danken Sie, dass Frederick seinen Abschluss gemacht hat und während seines Bibelstudiums auf der ganzen Welt unterwegs ist, um von Jesus und seiner verfolgten Gemeinde zu berichten.
  • Bitte beten Sie für die Überlebenden, die noch immer unter den Folgen des Anschlags leiden.
  • Beten Sie für die Eltern der Getöteten, die ihre Kinder vermissen.
  • Beten Sie für die Lehrer, die wieder in Garissa unterrichten.

 

Meldung als PDF

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.