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Nigeria: Besuch in Chibok – fünf Jahre danach

Angehörige entführter Mädchen berichten von ihrem Schmerz und ihrer Hoffnung

(Open Doors, Kelkheim) – Am 14. April jährt sich die Entführung von mehr als 230 überwiegend christlichen Mädchen von einer Schule im nigerianischen Chibok (Open Doors berichtete) zum fünften Mal. 112 von ihnen sind laut Yakubu Maina, Sprecher der „Chibok-Eltern“, bis heute verschollen. Die zwischenzeitlich Freigelassenen sind auf dem langen Weg zurück in die Normalität. Vor kurzem waren Mitarbeiter von Open Doors erneut vor Ort, um die Angehörigen zu besuchen. Hier sind ihre Eindrücke.
 

Hanatu zeigt ein Bild ihrer Tochter Saratu
Bild: Hanatu zeigt ein Bild ihrer Tochter Saratu

Der Schmerz bleibt – doch die Hoffnung lebt

Rifkatu gehörte nicht zu den Glücklichen, die ihre Freiheit zurückgewonnen haben. „Als sie entführt wurde, hörte das Lachen in meinem Haus auf“, erinnert sich ihre Mutter Yana. „Alle waren von Schmerz erfüllt; ich, weil ich sie zur Welt gebracht habe... Rifkatus jüngere Schwester hat es sogar noch härter getroffen als mich. Sie standen sich sehr nahe.“ Selbst eine ältere Freundin, die früher regelmäßig zu Besuch kam, blieb der Familie lange Zeit fern – zu unerträglich war für sie die Erinnerung an das ungewisse Schicksal der jungen Frau.

„Wir, die Menschen aus Chibok, danken der Welt!“

Yana leidet heute noch genauso unter dem Verlust der geliebten Tochter. Doch all der Schmerz konnte die Hoffnung in ihrem Herzen nicht auslöschen. Großen Anteil daran haben nach ihrer Überzeugung die vielen Christen, die sich weltweit für die Mädchen eingesetzt haben. „Überall auf der Welt wurde um diese Mädchen geweint und für sie gebetet, und das können wir nicht vergessen“, sagt sie. „Wir, die Menschen aus Chibok, danken der Welt!“ Ähnlich äußert sich Yanas Leidensgenossin Hanatu, Mutter der vermissten Saratu: „Ich bin zutiefst dankbar für eure Gebete und Unterstützung. Die ganze Welt weiß von unserer Geschichte!“
 

In diesem Video kommen einige der betroffenen Mütter zu Wort.

 

Frei und umsorgt – und doch nicht frei

Die freigelassenen Chibok-Mädchen wurden unterdessen zu einer privaten amerikanischen Universität in der Stadt Yola gebracht. Hier leben sie in Ruhe und werden fürsorglich behandelt. Ein engagierter Rektor, eine engagierte Psychologin und ein nicht minder engagierter Seelsorger stehen ihnen dort zur Seite.

„Sie haben gemeinsam die Hölle durchlebt“, sagt ihre Psychologin. In ihren persönlichen Berichten ist von Zeiten des Hungers die Rede, von Sklaverei, Vergewaltigungen, Auspeitschungen und Verletzungen durch Granatsplitter. Die Mädchen mussten mit ansehen, wie Menschen starben, darunter viele Kinder. Körperlich geht es ihnen gut. Sie versuchen, ihre Schulbildung nachzuholen und sich als Gruppe von ihrem Trauma zu erholen. Während dieser Phase werden sie stark von der Außenwelt abgeschirmt. Sie dürfen das Gelände nur in Begleitung verlassen und haben ihre Familien seit ihrer Rückkehr nur selten gesehen.

Open Doors stand den Chibok-Eltern in den vergangenen Jahren durch Nothilfe in Form von Nahrung und Medizin sowie Gebet und Trauma-Seelsorge zur Seite.

Auf dem aktuellen Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Nigeria auf Platz 12 unter den Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden.

Quelle: Open Doors

Bitte beten Sie für die Entführten und ihre Familien:

  • Beten Sie für die weiterhin vermissten Mädchen, dass Jesus sie durchträgt, sie schützt und ihnen die Freiheit zurückgibt.
  • Beten Sie auch für die betroffenen Familien um immer neue Kraft und neuen Trost.
  • Beten Sie für alle anderen von Boko Haram Entführten wie die junge Lea Sharibu und auch für deren Familien.
  • Beten Sie um Gottes Wirken unter den Anhängern der Boko Haram, dass sie ihre brutalen Aktionen einstellen, die Gefangenen entlassen und selbst Frieden mit Gott finden.

 

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