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Nigeria: UN-Experten alarmiert über gezielte Verfolgung von Christen

(KELKHEIM) – Die UN hat am 8. Juni in einer öffentlichen Erklärung auf die dramatische Lage von „Christen und anderen religiösen Minderheiten“ in Nigeria hingewiesen. Als Beispiele benennen die Autoren unter anderem „Morde, Entführungen, sexuelle Gewalt, Zwangskonvertierungen, Zwangsehen, Verschleppungen und Handlungen, die einem Verschwindenlassen gleichkommen“. Die Beobachtungen der Experten bestätigen zahlreiche Berichte von Christen im Land, auf die Open Doors regelmäßig hinweist.

Menschen aus Afrika sitzen gemeinsam in einem Stuhlkreis
Traumaseminar: Im geschützten Rahmen erhalten Betroffene wichtige Hilfen, um das Erlebte zu verarbeiten

Christen „unverhältnismäßig stark betroffen“

Laut den UN-Experten zeigen „zutiefst beunruhigende Berichte“ ein „Muster von Gewalt und Verfolgung“ auf. In ihrem Fokus steht besonders die Situation von Mädchen und Frauen. „Christliche Gemeinschaften in einigen nördlichen Bundesstaaten“ sind der Analyse nach „unverhältnismäßig stark betroffen“. Obwohl Nigeria laut Verfassung ein säkularer Staat ist, gilt seit 1999 in zwölf nördlichen Bundesstaaten die Scharia. Bei der jüngsten Massenentführung wurden Mitte Mai fast 100 Personen verschleppt; darunter mehrere Lehrer, Schüler sowie einige Kinder im Alter zwischen zwei und fünf Jahren. Die meisten der Betroffenen sind Christen. Im Januar 2026 wurden 177 Gottesdienstbesucher entführt.

Der UN-Brief ist unterzeichnet von mehreren Sonderberichterstattern, die sich auf verschiedene Fachgebiete der Menschenrechte spezialisiert haben. Der vollständige Bericht soll nach 60 Tagen veröffentlicht werden; in dieser Zeit kann die nigerianische Regierung Stellung beziehen.
 

Zur Situation in Nigeria und wie Hilfe möglich ist

Aufgrund der Gewalt wurden Ende 2024 in Nigeria 3,4 Millionen Binnenvertriebene gezählt – überwiegend Christen. Der Open Doors Weltverfolgungsindex, eine jährliche Rangliste der 50 Länder, in denen Christen der härtesten Verfolgung ausgesetzt sind, führt Nigeria aktuell auf Platz 7. Ein Grund dafür ist das Ausmaß der Gewalt: 72 % aller weltweit wegen ihres Glaubens getöteten Christen kamen im vergangenen Jahr in Nigeria ums Leben.

Markus Rode, Leiter von Open Doors Deutschland, sagt: „Wir sind dankbar, dass die UN sich des Themas angenommen hat. Denn obwohl Open Doors seit vielen Jahren darauf hinweist, ist die dramatische Lage der Christen in Nigeria von weiten Teilen der Öffentlichkeit bislang unbemerkt geblieben. Die klaren Aussagen des Berichts führen nun hoffentlich dazu, dass die nigerianische Regierung und auch politisch Verantwortliche hierzulande ihre Möglichkeiten nutzen, um sich wirksam für die Christen einzusetzen. Viele haben alles verloren, sind traumatisiert und haben keine Perspektiven. Das darf uns nicht kalt lassen!“

Über die Hilfskampagne Arise Africa bietet Open Doors viele Möglichkeiten, der Not der Betroffenen zu begegnen – sei es durch Gebet, durch Unterzeichnung einer Petition oder durch andere Formen der Unterstützung. Alle Informationen zur Kampagne finden Sie unter www.opendoors.de/arise-africa

 

Für Fotos und Interviews wenden Sie sich bitte an unser Pressebüro.

 

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