Persönliche Berichte

Vietnam: „Dieses Gesetz gilt bei uns nicht!“

13-köpfige Familie wegen ihres Glaubens aus dem Dorf verstoßen

(Open Doors, Kelkheim) – 13 Mitglieder einer Familie sind im Norden Vietnams wegen ihres christlichen Glaubens aus ihrem Heimatdorf verstoßen worden. Es ist der Tiefpunkt einer Reihe schmerzhafter Schikanen, denen die Christen durch Behördenvertreter und Dorfbewohner bereits ausgesetzt waren. Selbst der Hinweis auf das herrschende Religionsgesetz und ihre darin festgelegten Rechte wurde von den Beamten zurückgewiesen.

Dorf in Vietnam
Symbolbild: Dorfleben in Vietnam

Behörden entziehen Christen ihre Lebensgrundlage

Mitte Juni sandte Xong Ba Thong aus der Ortschaft Na Ngoi in der nordvietnamesischen Provinz Nghe einen Bericht an die Evangelische Kirche Vietnams (Nord). Darin erklärte er laut Radio Free Asia (RFA), dass seine Familie aufgrund ihres Glaubens von den örtlichen Behörden misshandelt wurde, obwohl sie die Erlaubnis hatte, einer staatlich anerkannten religiösen Organisation beizutreten.

Die Familie gehört zum Volk der Hmong und besteht aus 13 Personen, darunter auch Thongs Eltern. Im Jahr 2017 wandten sie sich geschlossen dem christlichen Glauben zu, nachdem sie in Radiosendungen vom Evangelium erfahren hatten. Trotz des Drucks von lokalen Regierungsbeamten weigerten sie sich, ihrem neu gefundenen Glauben abzuschwören, und traten stattdessen der staatlich anerkannten Evangelischen Kirche von Vietnam (Nord) bei.

Die Schikanen gingen jedoch weiter, einschließlich Hausbesuchen und Vorladungen zum Hauptsitz der kommunalen Verwaltung. Örtliche Beamte beschlagnahmten sogar ihren Pflug und stellten den Strom ab, was die Familie vor existentielle Probleme stellte. Nach einer Abstimmung in der Ortschaft am 4. Juni wurde die Familie offiziell aus dem Dorf verstoßen und hat seitdem keinen Zugang mehr zu öffentlichen Diensten; dazu zählen auch die Ausstellung amtlicher Dokumente wie Geburtsurkunden.

Christlicher Glaube als „Gefährdung der nationalen Einheit“

Vietnam hat im Januar 2018 ein Gesetz über Glauben und Religion verabschiedet. Es gesteht Christen trotz zahlreicher Restriktionen gewisse Rechte zu, wird allerdings nicht einheitlich angewendet. Thong berichtete gegenüber RFA: „An dem Tag, an dem ich die Bezirksdelegation traf, las ich ihnen aus dem Gesetz vor und zeigte es ihnen; aber sie sagten, das Gesetz habe hier keine Gültigkeit.“ Die Beamten hätten stattdessen darauf hingewiesen, dass in ihrem Ort niemand einer Religion folge, und dass Thongs Familie durch ihren neuen Glauben die nationale Einheit stark gefährde.

„Das passiert oft und schon seit vielen Jahren“, kommentierte ein Hmong-Pastor, der nach Thailand geflohen ist, gegenüber RFA. „Die Gemeinde- oder Dorfbehörden verstehen weder das Gesetz noch die Verfassung in Bezug auf die Religion.“

Die kommunistische Regierung Vietnams misstraut den protestantischen Christen, von denen viele zu den ethnischen Minderheiten wie den Hmong gehören, da sie als Vertreter westlicher Länder und potenzielle Unruhestifter angesehen werden.

Bitte beten Sie für die Familie von Xong Ba Thong:

  • Danken Sie für die Entschlossenheit der 13, trotz aller Schikanen an ihrem Glauben festzuhalten.
  • Beten Sie darum, dass Jesus die Christen weiterhin im Glauben stärkt und ihnen neue Lebensperspektiven eröffnet.
  • Beten Sie, dass die gesetzlich festgeschriebenen Freiräume für Christen auch auf lokaler Ebene gewährt werden.
  • Beten Sie, dass der unerschütterliche Glaube der Christen viele Menschen in ihrem Umfeld ins Fragen bringt und das Evangelium sich ausbreitet.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

Meldung als PDF