Länderprofil Vietnam

Vietnam

20
Weltverfolgungsindex
2019
Flagge Vietnam
Hauptreligion
Buddhismus
Offizielle Staatsform
Sozialistische Republik
Platz Vorjahr
18
ISO
VN
Karte Vietnam
Christen
8,56
Bevölkerung
96.49
Kommunistische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Privatleben: 12.700
Familienleben: 8.200
Gesellschaftliches Leben: 12.700
Leben im Staat: 13.500
Kirchliches Leben: 14.200
Auftreten von Gewalt: 9.100

Länderprofil Vietnam

Berichtszeitraum: 1. November 2017 – 31. Oktober 2018

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 20 / 70 Punkte (WVI 2018: Platz 18 / 69 Punkte)

Welche Triebkräfte sind für die Verfolgung verantwortlich?

Kommunistische Unterdrückung: Die kommunistische Regierung überwacht christliche Aktivitäten und übt einen hohen Druck auf alle Christen aus. Besonders misstrauisch ist die Regierung gegenüber den Minderheiten, die im zentralen und nördlichen Hochland leben, von denen viele evangelische Christen sind.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Einige Schätzungen besagen, dass 80 Prozent der protestantischen Christen aus einer ethnischen Minderheit stammen. Stammesführer sehen Christen und neue Gläubige oft als Verräter ihrer Kultur und Identität und stoßen sie aus den Gemeinschaften aus.

Von wem geht die Verfolgung aus?

Die Regierung verfolgt die christliche Minderheit von der nationalen Ebene bis hinunter zur lokalen Ebene durch Gesetze. Das aktuellste wurde am 1. Januar 2018 in Kraft gesetzt. Stammesführer sehen Christen als Verräter ihrer Kultur und Identität. Dorfbewohner arbeiten zudem mit den lokalen Behörden zusammen, indem sie christliche Treffen stören, Christen zusammenschlagen und sie aus ihren Dörfern vertreiben. Nichtchristliche Verwandte werden ebenfalls zu starken Verfolgern, indem sie die Familienbande kappen oder Erbschaften verweigern, in einigen Fällen den christlichen Partner zur Scheidung zwingen und einem christlichen Elternteil das Sorgerecht für die Kinder verweigern.

Wie äußert sich die Verfolgung?

Historische christliche Gemeinschaften wie Katholiken genießen ein gewisses Maß an Freiheit, es sei denn, sie werden politisch aktiv, was zu Verhaftungen führen kann. Immer wieder werden große Grundstücke von katholischen Gemeinden durch staatliche Stellen konfisziert, um dort zu bauen. Sowohl Christen aus Freikirchen als auch Christen mit einem Hintergrund in den Stammesreligionen werden stärker verfolgt, besonders, wenn sie in den dörflichen Regionen in Zentral- und Nordvietnam leben. Die meisten von ihnen gehören zu den ethnischen Minderheiten des Landes, wie den Hmong und stehen sozialer Ausgrenzung, Diskriminierung und gewalttätigen Angriffen gegenüber. Immer wieder werden ihre Häuser zerstört und sie werden anschließend gezwungen, ihr Dorf zu verlassen. In mehreren Fällen flohen Christen ins Ausland und beantragten Asyl, beispielsweise im benachbarten Kambodscha, wurden aber auf Druck Vietnams wieder zurückgeschickt.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • 2018 verurteilten Vietnams Gerichte eine Anzahl von katholischen Aktivisten, Bloggern und protestantischen Pastoren, zum Beispiel im August 2018 Le Dinh Luong, zu einer 20-jährigen Strafe für den angeblichen Versuch des „Sturzes der Regierung“. Dem beispiellosen Schritt, 2017 einen katholischen Professor nach Frankreich und einen evangelischen Pastor in die USA abzuschieben, folgte nun die Abschiebung des prominenten Menschenrechtsanwalts Nguyen Van Dai und seines Mitgefangenen Le Thu Ha der „Brotherhood of Democracy“ (beide Christen) nach Deutschland im Juni 2018. Zuletzt wurde im Oktober 2018 die bekannte katholische Bloggerin Nguyen Ngoc Nhu Quynh, besser bekannt als „Mother Mushroom“, aus der Haft entlassen, nachdem sie zwei Jahre ihrer 10-jährigen Haftstrafe abgesessen hatte. Die Entlassung folgte jedoch nur unter der Bedingung, dass sie ins Exil in die USA gehe.
  • In mehreren Fällen wurden katholische Pfarreien und Klöster in Hanoi, Hue und Ho-Chi-Minh-Stadt angegriffen und unter Druck gesetzt, einem Abriss und einer Enteignung zuzustimmen, teilweise durch von der Regierung bezahlte Schläger.
  • Christliche Kinder ethnischer Minderheiten werden in Schulen diskriminiert und bekommen nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie andere; außerdem werden ihre medizinischen Bedürfnisse oft ignoriert. Einige können wegen ihres christlichen Glaubens noch nicht einmal eine Schule besuchen. Als Schüler aus einem Stamm im zentralen Hochland zum christlichen Glauben kamen, drohte ihnen ihr Schuldirektor damit, sie der Schule zu verweisen. Lehrer versuchen auch, christliche Schüler zu entmutigen, indem sie ihnen sagen, dass sie als Christen nach ihrem Abschluss ohnehin keine Anstellung fänden; daher sei es besser, dass sie ihren Glauben aufgäben.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Punktzahl von 70 Punkten steht Vietnam auf dem 20. Platz auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2019, nur einen Punkt höher als 2018. Die Punktzahl für das Auftreten von Gewalt ist 1,6 Punkte höher als im Vorjahr, was widerspiegelt, dass die Behörden auf verschiedene Formen der Gewalt zurückgreifen und willens scheinen, das negative internationale Echo hinzunehmen: Kirchen wurden geschlossen und Christen wurden dazu gezwungen, das Land zu verlassen. Die neuen Regulierungen zur Religion, seit dem 1. Januar 2018 umgesetzt, haben nichts Substantielles geändert, obwohl sie auf dem Papier wie eine Verbesserung aussehen. Strengere Regulierungen der Online-Kommunikation werden dazu beitragen, die Freiheiten von Christen weiter einzuschränken. Druck und Gewalt gegen Christen aus ethnischen Minderheiten gehen unvermindert weiter.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Kommunistische Unterdrückung

Vietnam – oder wie es der offizielle Name besagt: die „Sozialistische Republik Vietnam“ – ist eines der fünf Länder, die immer noch von einer kommunistischen Partei regiert werden. Der vietnamesische Kommunismus ist mehr als nur Schein, wie ein Beobachter anmerkte, als er sagte, dass die marxistisch-leninistische Ho-Chi-Minh-Ideologie „quasi-religiös“ befolgt werde. Die Regierung überwacht christliche Aktivitäten und übt einen hohen Druck auf alle Christen aus. Die Katholische Kirche ist mit Abstand die größte christliche Gemeinschaft im Land. Die Regierung hat eine angespannte Beziehung zu ihr, da Katholiken mit einer fremden Macht, dem Vatikan, verbunden sind, und zudem oft als Erbe der französischen Kolonialzeit gesehen werden. Vorurteile wie „Katholiken sind französisch und Protestanten amerikanisch“ halten sich weiterhin, besonders in den dörflichen Regionen. 2017 zeigte sich diese Einstellung ganz besonders, als zwei Christen mit vietnamesischer Staatsbürgerschaft des Landes verwiesen wurden und ins Exil nach Frankreich und in die USA gehen mussten. Besonders misstrauisch ist die Regierung gegenüber den Minderheiten, die im zentralen und nördlichen Hochland leben und als „Montagnards“ bekannt sind. Viele von ihnen sind evangelische Christen und Berichten zufolge hat sich dort der christliche Glaube weiter ausgebreitet. Anzumerken ist, dass sich alle nichtkatholischen Christen in Vietnam als „evangelikal“ bezeichnen, viele von ihnen gehen in charismatische oder Pfingstgemeinden.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Niemand kennt genaue Zahlen, aber die Mehrheit der Christen hat einen Stammeshintergrund und einige Schätzungen besagen, dass 80 Prozent der protestantischen Christen aus einer ethnischen Minderheit stammen, viele von ihnen von den Hmong oder den Bru. Wenn Dorfbewohner oder Dorfälteste herausfinden, dass jemand Christ geworden ist, zwingen sie ihn dazu, den jahrhundertealten Werten und Normen der Gemeinschaft wieder zu folgen. Um die Kultur des Stammes zu bewahren, verstoßen Stammesführer oft die Christen aus den Gemeinschaften, da sie diese als Verräter ihrer Kultur und Identität sehen. Die Gemeinschaft selbst reagiert ebenfalls oft gewalttätig auf diese Christen und schließt sie aus den Dörfern aus. Die Behörden arbeiten mit den lokalen Stammesführern zum Nachteil dieser Konvertiten zusammen.

3. Verfolger

Ausgehend von Kommunistischer Unterdrückung

Die Regierung verfolgt Christen auf der nationalen, regionalen und lokalen Ebene. Die Kommunistische Partei tut dies oft, indem sie die Ideologie stärkt und diejenigen belohnt, die den Kommunismus hochhalten. Gesetze werden erlassen, dann lokal angewendet und nicht selten missinterpretiert. Wenn die Regierung Gewalt einsetzt, heuert sie oft lokale Schläger an, die nicht direkt zu ihr zurückzuverfolgen sind. Sie sind vor Ort meist als „Red Flag groups“ bekannt. Hin und wieder können Stammesführer, gewöhnliche Bürger und selbst die eigene Familie zu weiteren Verfolgern werden.

Ausgehend von Ethnisch begründeten Anfeindungen

Anführer ethnischer Gruppen sehen Christen als Verräter ihrer Identität an. Um die Stammeskultur zu schützen, schneiden sie die Christen von der Versorgung ab oder werfen diese aus dem Dorf, zerstören ihre Felder und Ähnliches. Dorfbewohner verfolgen Christen auch in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden, indem sie Christen verprügeln, sie aus ihren Dörfern vertreiben oder christliche Versammlungen stören, indem sie beispielsweise Steine auf die Versammlungsorte werfen. Nichtchristliche Verwandte agieren ebenfalls als Verfolger, indem sie die Familienbande kappen und Erbschaften verweigern; in manchen Fällen werden christliche Ehepartner zur Scheidung gezwungen und ihnen wird das Sorgerecht für die Kinder vorenthalten.

4. Hintergrund

Vietnam folgt weiterhin der „Doi Moi“-Politik (wörtlich übersetzt: „Erneuerung“), die im Jahr 1986 mit der Absicht eingeführt wurde, den Wirtschaftssektor zu reformieren und zu verbessern. Dadurch wurden gute Ergebnisse erzielt: Das Bruttoinlandsprodukt hat sich innerhalb der letzten zehn Jahre verdoppelt, außerdem wurden Armut und Arbeitslosigkeit verringert. Vietnam geht es wirtschaftlich gut, doch diese Politik hat auch ihren Preis. Viele der kommunistischen Führer aus Politik und Militär leben in großem Wohlstand, was die Ideologie des Landes in eine Krise stürzte. Gerade in den Städten ist der Kommunismus mehr zu einer bloßen Phrase geworden und hat wenig mit der Lebenswirklichkeit zu tun. Viele junge Leute haben begonnen, Fragen zu stellen. Um diesem Verfall entgegenzuwirken, wird die kommunistische Ideologie noch stärker betont, und die Behörden gehen noch stärker gegen alle vor, die von der Norm abweichen – ganz besonders gegen Menschenrechtsaktivisten. Eine wachsende Zahl von ihnen, viele davon Christen, wurden schikaniert, zusammengeschlagen, inhaftiert und verurteilt oder abgeschoben, im Juni 2018 zwei von ihnen nach Deutschland.

Eine zusätzliche Herausforderung stellen die weiter angespannten Beziehungen zu dem großen Nachbarn China dar. Obwohl auch dieses Land dem Namen nach kommunistisch ist und die Mehrheit der Vietnamesen (Kinh) grundsätzlich ethnische Chinesen sind (Viet Nam bedeutet wörtlich „Land im Süden“, von China im Norden aus gesehen), werden die Beziehungen immer angespannter. Der Hauptstreitpunkt sind Chinas Aktionen im Südchinesischen Meer, welches China allein für sich beansprucht, und dabei Ansprüche aller anderen Staaten außer Acht lässt, obwohl manche davon durch internationales Recht gedeckt sind. China hat in der Vergangenheit nicht nur vietnamesische Schiffe in Gewässern angegriffen, die es für sich selbst beansprucht, es hat auch damit begonnen, auf Riffen und Felsen Gebäude zu errichten, um seinen Anspruch zu unterstreichen. Nach gewalttätigen Reaktionen und der Stationierung von modernen Kurzstreckenraketen auf seinen Inseln im Meer, kamen China und Vietnam im Mai 2017 zu der Übereinkunft, die Spannungen nicht weiter anzuheizen. Ob dies bedeutet, dass sich die Beziehungen wieder verbessern, bleibt abzuwarten. Interessanterweise hat sich die wachsende Verbundenheit zu dem früheren Erzfeind USA nicht vertieft. Ein weiterer Punkt der Auseinandersetzung ist die Einrichtung spezieller Wirtschaftszonen, die langfristig an China vermietet werden. Die Regierung hat alle Proteste gegen dieses Vorhaben hart unterdrückt.

Während des 12. Parteikongresses im Januar 2016 wurde eine neue Führung ernannt. Der wichtigste und einflussreichste Posten des Generalsekretärs blieb jedoch unverändert. Es ist deutlich geworden, dass die Kommunistische Partei ihre Politik nicht in dem Maße reformieren wird, wie sie die Wirtschaft vor mehr als 30 Jahren umgestaltet hat, obwohl diese Reformpolitik ein beachtlicher Erfolg war. Menschenrechte und Religionsfreiheit bleiben ein schwieriges Thema und wenig überraschend haben Christen kein Wachstum an Freiheiten oder tatsächlichen Vorteilen durch das neue Religionsgesetz gesehen. Im Oktober 2018 wurde der Vorsitzende der Kommunistischen Partei auch zum Präsidenten gewählt, damit er das Amt von seinem Vorgänger Tran Dai Quang übernimmt, der im September 2018 im Alter von 61 Jahren starb. Dies zeigt die Bedeutung der Ideologie für die Regierung und dass die Führung versucht, die Reihen zu schließen.

5. Betroffene Christen

Gemeinschaften ausländischer Christen

Da sie keine lokale Gemeinde besuchen können, sind ausländische und eingewanderte Christen unfreiwillig isoliert. Diese Gruppe beinhaltet Gastarbeiter aus Taiwan, Korea und den Philippinen. Sie erleben Druck in Form von Überwachung.

Christen aus traditionellen Kirchen

Dies sind besonders Christen der Römisch-Katholischen Kirche und der Evangelischen Kirche Vietnams (ECVN). Während es ersterer 2016 gelang, eine katholische Universität zu eröffnen, haben Probleme mit der zunehmenden Beschlagnahmung von Land durch Behörden und die Verhaftung von katholischen Aktivisten gezeigt, dass Christen aus traditionellen Kirchen weiterhin massiven Widerständen gegenüberstehen.

Christen mit anderem religiösen Hintergrund

Christliche Konvertiten haben entweder einen buddhistischen oder einen animistischen Hintergrund und stehen der stärksten Verfolgung gegenüber, nicht nur durch die Behörden, sondern auch durch ihre Familien, Freunde und Nachbarn. Da die meisten von ihnen aus den ethnischen Minderheiten stammen, sind die Behörden ganz besonders argwöhnisch.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Diese Kategorie besteht größtenteils aus evangelikalen und Pfingstgemeinden. Baptisten, Mennoniten und viele andere versammeln sich in Hauskirchen. Sie werden streng überwacht und auf den verschiedenen Ebenen der Gesellschaft diskriminiert.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 12.7
Familienleben 8.2
Gesellschaftliches Leben 12.7
Leben im Staat 13.5
Kirchliches Leben 14.2
Auftreten von Gewalt 9.1

Grafik: Verfolgungsmuster Vietnam

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der Druck auf Christen in Vietnam verbleibt in allen Lebensbereichen auf einem sehr hohen Niveau, so bleibt der durchschnittliche Wert für Druck bei 12,3 Punkten.
  • Der höchste Druck ist im Bereich „Leben im Staat“ zu finden (extrem hoch), gefolgt von „Kirchliches Leben“ und „Gesellschaftliches Leben“. Der Druck auf christliche Konvertiten ist besonders in den Bereichen „Privatleben“ und „Familienleben“ präsent; aber alle Christen stehen einem wachsenden Druck in den Bereichen „Leben im Staat“ und „Kirchliches Leben“ gegenüber. Dieser Druck wird durch eine vermehrte Verwendung der kommunistischen Rhetorik bestärkt, durch das neue Religionsgesetz mit seinen umständlichen Auflagen und das fortgesetzte Misstrauen gegenüber Konvertiten sowie allen ethnischen und religiösen Minderheiten.
  • Die Punktzahl für das „Auftreten von Gewalt“ gegen Christen erhöhte sich von 7,4 Punkten im Vorjahr auf 9,1 Punkte im aktuellen Berichtszeitraum. Es wurden zwar keine Ermordungen von Christen gemeldet, aber viele Kirchen wurden angegriffen. Im Berichtszeitraum setzte Vietnam seine Methode des Verhaftens und Deportierens christlicher Andersdenkender in die USA und nach Deutschland fort.

Privatleben

Da Familien in Vietnam, besonders in ländlichen Gebieten, üblicherweise mit drei Generationen unter einem Dach leben, müssen christliche Konvertiten ganz besonders vorsichtig sein, wie sie ihren Glauben leben und mit wem sie ihn teilen. Der christliche Glaube wird von Familienmitgliedern, die ihre Ahnen verehren, als Gefahr gesehen, da sie fürchten, dass sich in ihrem jenseitigen Leben niemand um sie kümmern wird. In einigen Fällen warfen Verwandte christliche Familienmitglieder aus der Gemeinschaft und verbannten sie. Außerdem müssen Konvertiten aufpassen, wie sie christliche Literatur aufbewahren. Unter diesen Umständen kann es sehr schwierig sein, andere Christen zu treffen, und in vielen Fällen hindern Familienmitglieder Konvertiten daran, Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben. Dies gilt nicht nur für Christen buddhistischer oder animistischer Herkunft, sondern auch für Christen aus Familien mit starken Bindungen an die Kommunistische Partei.

Familienleben

Es gab Berichte, wonach Christen aus Minderheiten ihre Geburtsurkunden vorenthalten wurden und dass in anderen Fällen Beamte sie gezwungen hätten, ihre Nachnamen in „Ho“ (nach dem kommunistischen Revolutionsführer Ho Chi Minh) zu ändern. Taufen müssen in ländlichen Gebieten im Geheimen durchgeführt werden, wenn Konvertiten unter den Täuflingen sind, und Begräbnisse dürfen nur nach traditionellem Ritus durchgeführt werden, besonders bei Christen mit Stammeshintergrund. Verheirateten Konvertiten kann die Scheidung drohen und es ist üblich für Familien, diejenigen zu enteignen, auszuschließen und ihnen die Unterstützung zu versagen, die zum christlichen Glauben übertreten.

Es gab viele Berichte, bei denen Christen um die Beglaubigung von Dokumenten für Ausbildung, Schule und Beruf baten. Als die lokalen Behörden aber herausfanden, dass die Antragssteller Christen waren, weigerten sie sich, die Dokumente zu beglaubigen – besonders, wenn diese Christen in der Vergangenheit Warnungen ignoriert hatten, keine christlichen Versammlungen mehr zu besuchen.

Christliche Kinder sind in der Schule Unterricht im Kommunismus ausgesetzt und zu Hause werden christliche Familien unter Druck gesetzt, an der Verehrung der Ahnen teilzunehmen. Aber damit nicht genug: Im zentralen Hochland wurden erwachsene Pastorenkinder unter Druck gesetzt, ihre Eltern dazu zu bringen, nicht mehr zu lehren und zu predigen. Sollten sie dies nicht schaffen, würden sie ihren Job verlieren. Kindern aus christlichen Familien wird wegen ihres Glaubens oder dem ihrer Eltern manchmal der Besuch einer Schule verweigert. Kindern von Christen aus Minderheiten werden oftmals wegen ihres Glaubens Stipendien verweigert, die eigentlich für Kinder aus armen Familien aus Minderheiten vorgesehen sind. Sie werden von den Lehrern oft schroff behandelt und sind einfache Ziele für Belästigungen.

Gesellschaftliches Leben

Menschen im Umfeld helfen regelmäßig den Behörden in der Überwachung christlicher Aktivitäten. Örtliche Behörden ermutigen die Gemeinschaften, christliche Gruppen in ihrer Tätigkeit zu beschränken, da sie als fremd und gefährlich angesehen werden. Auch das Internet wird massiv überwacht, wie auch die Telefonleitungen einiger Kirchenleiter. Es gibt viele Berichte, wonach Christen, besonders aus den ethnischen Minderheiten, staatliche Förderung verweigert wird, sei es in Form von Nothilfe, landwirtschaftlichen Mikrokrediten oder Stipendien. In den Schulen müssen Schüler einem Foto von Ho Chi Minh Respekt zollen. In den dörflichen Regionen müssen sie an Stammesriten teilnehmen. Es wurde von Fällen berichtet, in denen Schulleiter christlichen Konvertiten mit einem Schulverweis drohten. Christlichen Schülern wird regelmäßig gesagt, sie sollten ihre Ausbildung aufgeben, da nach ihrem Abschluss sowieso niemand Christen einstellen werde. Es ist üblich, dass Pastoren und Gemeindeleiter von der Polizei vorgeladen und verhört werden. In Nordvietnam drohte die Polizei Gemeindemitgliedern damit, ihnen ihre Krankenversorgung zu streichen, wenn sie sich weiter als Gemeinde treffen würden. In einem anderen Fall wurden drei Familien aus ihrem Haus vertrieben, das im Anschluss zerstört wurde. Ihre Äcker wurden konfisziert.

Leben im Staat

Vietnam folgt seiner kommunistischen Ideologie und verehrt den Staatsgründer Ho Chi Minh, oder „Onkel Ho“, wie er liebevoll genannt wird. Dies ist jedoch nicht vergleichbar mit der Verehrung der Führer in Nordkorea. Gegen jedweden Glauben außerhalb der kommunistischen Ideologie wird vorgegangen und Religion wird durch ein Gesetz namens „Dekret 92“ unter Kontrolle gehalten.

Das neue, umfassende „Gesetz zu Religion und Weltanschauung“ wurde im Januar 2018 in Kraft gesetzt. Eine Analyse des Gesetzes im Jahre 2017 im „International Religious Freedom Report“ des US-Außenministeriums (Länderbericht Vietnam) besagt: „Das neue Gesetz reduziert die Wartezeit von religiösen Gruppen und deren angeschlossenen Gruppen auf eine Anerkennung von 23 Jahren auf fünf Jahre, verringert die Anzahl der auf religiöse Angelegenheiten bezogenen Vorgänge, die eine vorherige Genehmigung der Behörden benötigen, bemüht sich um eine Klärung des Prozesses, durch den religiöse Organisationen ihre Aktivitäten registrieren und anerkennen lassen können, und spezifiziert zum allerersten Mal das Recht auf einen rechtlichen Status von religiösen Gruppen und ihren zugehörigen Gruppen. Das Gesetz legt zudem fest, dass es religiösen Gruppen erlaubt ist, Aktivitäten im Bereich der Bildung, der Gesundheit, des Sozialen und des Humanitären in Einklang mit den entsprechenden Gesetzen durchzuführen, spezifiziert aber nicht, welches Gesetz in Fällen überwiegt, bei denen dieses Gesetz anderen Gesetzen widerspricht oder an Stellen, an denen dieses Gesetz keine klaren Regelungen hat, wie z. B. das Gesetz zur Bildung.“

Während es also einige Abschnitte im neuen Gesetz gibt, die als eine Verbesserung für Christen gesehen werden können, zeigte die praktische Umsetzung vorerst keine Erleichterung für Kirchen. Besonders die Regularien zur Registrierung bereiten den Kirchen weiterhin große Schwierigkeiten; der bürokratische Albtraum geht für sie weiter. Die nationalen Personalausweise (wie auch die Familienbücher) enthalten einen Abschnitt zur religiösen Zugehörigkeit. Christliche Konvertiten haben es schwer, ihre religiöse Zugehörigkeit ändern zu lassen, und die, die es versucht haben, bekamen oft den Eintrag „nicht religiös“ oder gar keine Dokumente.

Bewegungen von christlichen Leitern werden überwacht, und der Zugang zu Dörfern im Norden und in Zentralvietnam ist eingeschränkt. Die Medien berichten vorurteilsbehaftet und es gibt häufig Hetze gegen Christen; beispielsweise werden Christen als Werkzeug dargestellt, die kolonialistische Ideologie wiedereinzuführen. Täter von Angriffen auf Christen werden nahezu nie vor Gericht gebracht und lokale Behörden heuern oft sogar Verbrecher an, um Gewalt gegen Christen auszuüben. Christen, die vor Gericht gingen, bekamen kein faires Verfahren. Ein Beispiel dafür ist die Vielzahl an katholischen Bloggern, die zu Gefängnisstrafen verurteilt wurden oder die Proteste, die durch den Formosa-Zwischenfall hervorgerufen wurden, bei dem ein taiwanesisches Stahlwerk eine Naturkatastrophe auslöste und (hauptsächlich katholische) Fischer und Aktivisten auf die Straße gingen, um gegen die Vertuschung durch die Regierung zu protestieren. Als sie versuchten, Gerechtigkeit zu bekommen, schlugen die Behörden zu. Sie wurden Opfer von Schmierkampagnen in lokalen Medien und beschuldigt, zerstörerische und regierungsfeindliche Aktionen ausgeführt zu haben.

Kirchliches Leben

Kirchen werden streng überwacht und hin und wieder werden Versammlungen behindert oder gestört. Die Registrierung einer Gemeinde verlangt einen enormen administrativen Aufwand und es gibt keine Garantie dafür, tatsächlich eine Genehmigung zu erhalten. Dies ist einer der Wege, mit dem die Regierung das Wachstum der Gemeinden kontrolliert und sie so unter der Herrschaft des Kommunismus hält. Selbst Partnergemeinden registrierter Kirchen haben Schwierigkeiten, durch die Regierung und lokale Behörden anerkannt zu werden. Die Vergabe von Baugenehmigungen für Kirchen wird durch die Behörden äußerst restriktiv gehandhabt. Die Beschlagnahmung von Land durch die Behörden geht weiter und besonders die Katholische Kirche hat Probleme, ihren Besitz zu behalten, wie mehrere Vorfälle im Mai und Juli 2018 zeigten. Sie besitzt verschiedene große Grundstücke (Kirchengebäude, Schulen und Krankenhäuser), besonders in den größeren Städten, und es gab mehr als nur einen Konflikt, als Behörden wiederholt versuchten, diesen Besitz zu beschlagnahmen, vorgeblich zur Stadtentwicklung. Das neue Religionsgesetz verlangt von jeder Kirchengemeinde, dass sie Unterlagen anlegt, die beweisen, dass sie als anerkannte christliche Gruppe registriert ist, die Mitglieder das Recht haben, sich zu versammeln, und dass das Grundstück im Besitz der Kirche ist. Dies wird zur Bestätigung an die Behörden geschickt. Dies ist ein extrem langwieriger Prozess und die Behörden können die Zustimmung verweigern, indem sie angeben, dass das Grundstück nicht für religiöse Zwecke gedacht oder ein Wohngebiet sei, oder dass die Gemeinde keine registrierte religiöse Gruppe sei.

Es gab Berichte, wonach Jugendtreffen gestürmt wurden. Die Veröffentlichung und Verbreitung christlicher Literatur ist möglich, aber hochgradig eingeschränkt. Jedwedes „illegale“ Material wird durch die Polizei konfisziert. Außerdem ist es sehr schwierig, eine Genehmigung zu erhalten, um Ausbildungskurse anzubieten. Zudem müssen jeweils im Oktober alle registrierten Kirchen eine Liste der Themen für ihre Gottesdienste des gesamten kommenden Jahres vorlegen. Das überarbeitete Gesetz zu Glaube und Weltanschauung wird diese Dinge sehr wahrscheinlich nicht grundlegend ändern, da das allumfassende Ziel der Regierung bleibt, die Kontrolle zu behalten.

Auftreten von Gewalt

Der prominente Menschenrechtsanwalt Nguyen Van Dai und sein Mitgefangener Le Thu Ha, Mitglied der „Brotherhood for Democracy“ (beide Christen), wurden zu 15 Jahren Haft verurteilt für den „Versuch, die kommunistische Regierung zu stürzen“. Am 7. Juni 2018 wurden sie freigelassen und aus ihrem Heimatland ausgewiesen. Sie bestiegen ein Flugzeug nach Frankfurt in Deutschland. Le Dinh Luong wurde im August 2018 sogar zu einer 20-jährigen Gefängnisstrafe verurteilt, ebenfalls für den angeblichen Versuch, „die Regierung zu stürzen“.

Weitere Beispiele für das Auftreten von Gewalt gegen Christen finden sich im Abschnitt „Zusammenfassung“.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Generell unterscheidet sich die Verfolgung in Vietnam für die einzelnen Geschlechter nicht. Allerdings befinden sich Frauen und Mädchen sozial gesehen in einer schwächeren Position und sind daher auch einem höheren Risiko ausgesetzt, in Polizeigewahrsam vergewaltigt zu werden. Es ist allerdings sehr schwierig, zu bestimmen, wie viele Frauen Opfer von sexueller Belästigung und Angriffen geworden sind, bedingt durch die besonders sensible Natur dieses Verbrechens. In den ärmeren Regionen Vietnams stehen Frauen in der Gefahr, Opfer von Menschenhandel zu werden, damit sie an chinesische Männer verheiratet werden können. Dies steht aber nicht in Verbindung zu ihrem Glauben. In den meisten Fällen sind die Männer die Hauptverdiener der Familie, daher betrifft der Verlust der Arbeit oder die Vertreibung eines Christen aus dem Dorf die ganze Familie. Die meisten Pastoren sind Männer und gerade sie werden Ziel der Behörden, wenn eine Kirchengemeinde unter Druck gesetzt wird, zu schließen.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Die kommunistische Regierung geht außer gegen Christen auch gegen Anhänger aller anderen Religionen Vietnams vor: Buddhisten, Caodaisten, Hoa-Hao-Buddhisten und Muslime. Dies beginnt bei Belästigungen und kann mit Gefängnisstrafen und Vertreibungen aus Häusern, Dörfern oder, im Berichtszeitraum des WVI 2019, sogar mit der Vertreibung aus dem Land, enden. Besonders Mitglieder der ethnischen Minderheiten stehen im Fokus der Behörden. Wie von allen kommunistischen Regierungen bekannt, bemühen sich die Behörden darum, alle religiösen Gruppen unter Kontrolle zu halten. Solange sie sich in regierungskontrollierten Gremien und damit mit Wissen der Regierung treffen, werden sie in Ruhe gelassen, allerdings wird der Inhalt der Predigten kontrolliert. Unabhängige Gruppen jedoch, besonders ihre Leiter, geraten unter ernstzunehmenden Druck durch die Regierung. Dies kann zu schweren gesundheitlichen Problemen führen und sogar mit der Verhaftung von widerspenstigen Mönchen einer der vielen buddhistischen Sekten enden.

9. Ausblick

Der politische Ausblick

Die wirtschaftliche „Doi Moi“-Politik hat sich nicht auf die sozialen und politischen Bereiche der Gesellschaft ausgeweitet und dies wird auch nicht für die absehbare Zukunft erwartet. Im Gegenteil: Die Behörden bedienen sich zunehmend kommunistischer Rhetorik und Ideologie und werden gegen Dissidenten und alle Bewegungen aktiv, die ihrer Herrschaft gefährlich werden könnten. Träume von einer offenen Zivilgesellschaft in Vietnam mit öffentlichen Debatten zu politischen, wirtschaftlichen, sozialen und religiösen Themen (wie es in einer demokratischen Gesellschaft üblich ist) sind immer noch weit davon entfernt, Realität zu werden. Ein weiteres Beispiel dafür ist ein Gesetz vom Juni 2017, dass den Behörden die Möglichkeit gibt, Anwälte dazu zu zwingen, Klienten zu melden, die „Verbrechen gegen den Staat“ begangen haben. Wenn man sich vor Augen führt, wie breit dieser Begriff in kommunistischen Ländern ausgelegt wird, können Christen und andere Religionen ganz leicht ins Fadenkreuz dieses Gesetzes geraten. Ein weiteres Anzeichen ist das „Gesetz zur Online-Privatsphäre“, das die Freiheit im Land weiter einschränkt. Dass vertrauliche Nutzerdaten an die Behörden übermittelt werden müssen, zeigt, wie wichtig es der Regierung ist, die Kontrolle zu behalten. Vietnams Gesetz zur Cybersicherheit aus dem Juni 2018 zwingt Internetfirmen wie Facebook und Google dazu, Büros im Land zu eröffnen und die Daten dort zu speichern, was der besonders aktiven christlichen Gemeinschaft (besonders den Katholiken) nicht mehr viel Raum lässt.

Der Ausblick für Christen

Mit Hinblick auf Kommunistische Unterdrückung: Es ist nicht überraschend, dass das neue „Gesetz zu Religion und Weltanschauung“ keine greifbaren positiven Veränderungen gebracht hat. Die Registrierung und der Betrieb von christlichen Kirchen wird mindestens so umständlich bleiben wie heute schon und über den eigenen Glauben zu sprechen, wird gefährlich bleiben. Bürgerrechte und Religionsfreiheit werden schwierige Themen bleiben und „Kommunistische Unterdrückung“ wird für Christen weiterhin deutlich zu spüren sein. Dieser Druck könnte sich sogar noch erhöhen, da sich die Beziehungen zum großen Nachbarn China verbessern. Im Berichtszeitraum 2019 gab es deutlich sichtbare Ähnlichkeiten zwischen beiden Ländern, was den wachsenden Druck auf Christen und die Betonung der Ideologie betrifft.

Mit Hinblick auf Ethnisch begründete Anfeindungen: Die meisten Vietnamesen folgen uralten Traditionen der Geister- und Ahnenverehrung. Wer sich entscheidet, bei diesen Traditionen nicht mitzuwirken, schließt sich selbst aus der Familie und dem sozialen Umfeld aus und wird unter starken Druck gesetzt, wieder Teil der Gemeinschaft zu werden. Da Familienbande besonders in ländlichen Gegenden immer noch stark sind, wird dieser Druck auf Christen mit diesem Hintergrund nicht abnehmen.

Schlussfolgerung

In einem überraschenden Schritt führte Vietnam entgegen der Empfehlungen von Experten den chinesischen Yuan im September 2018 in sieben Grenzregionen mit China als Parallelwährung ein, um die Wirtschaft anzukurbeln. Im Gegensatz zu China hat Vietnam Schwierigkeiten, abweichende Meinungen im Internet unter Kontrolle zu halten, denn das Land gehört zu den zehn Ländern mit den meisten Facebook Nutzern (59 Millionen). Die Regierung wird dennoch weiter danach streben, abweichende Blogger schwer zu bestrafen, wie die Verurteilung der katholischen Bloggerin „Mother Mushroom“ zu zehn Jahren Haft im Juni 2017 zeigt. Die Tatsache, dass die vietnamesische Regierung im August 2017 ein früheres hochrangiges Mitglied der Kommunistischen Partei, den jetzigen Geschäftsmann Trinh Xuan Thanh, ehemals Mitarbeiter der staatlichen Ölgesellschaft Petro Vietnam, in Deutschland kidnappte, zeigt den Wagemut der vietnamesischen Führung. Er wurde im Februar 2018 zu lebenslanger Haft verurteilt, trotz aller Proteste und Ermittlungen gegen jene, die bei der Entführung halfen. Das sind keine guten Nachrichten für irgendeine Form öffentlichen Widerspruchs.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Vietnam

  • Beten Sie für die richtige geistliche Begleitung der vielen Christen aus ethnischen Minderheiten in dörflichen Regionen, die zum christlichen Glauben finden.
  • Beten Sie für Familienmitglieder, die ihre Verwandten zwingen wollen, zum traditionellen Glauben und seinen Riten zurückzukehren. Beten Sie dafür, dass sie Christus durch ihre christlichen Verwandten erkennen.
  • Während die christliche Minderheit wächst, arbeitet die Regierung hart daran, die Kirchengemeinden zu überwachen und das Wachstum des christlichen Glaubens einzuschränken. Die Regierung hat harte Strafen gegen Christen erlassen, die sich gegenüber dem Regime kritisch zeigten. Beten Sie für eine Lockerung der Restriktionen und mehr Freiheit.

 

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