Länderprofil Masambik

Mosambik

45
Weltverfolgungsindex
2021
Mosambik
Hauptreligion
Christentum
Platz Vorjahr
66
ISO
MZ
Karte Mosambik
Christen
17,45
Bevölkerung
32.31
Islamische Unterdrückung
Ethnisch-religiöse Feindseligkeit
Diktatorische paranoia
Privatleben: 9.300
Familienleben: 7.600
Gesellschaftliches Leben: 11.300
Leben im Staat: 7.900
Kirchliches Leben: 11.100
Auftreten von Gewalt: 16.100

Länderprofil Mosambik

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 45 / 63 Punkte (WVI 2020: Platz 66 / 43 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

Die Verfolgung von Christen in Mosambik hat verschiedene Gründe: Islamisch-extremistische Angriffe haben das Leben vieler Christen gefordert. Hinzu kommt, dass die Präsenz von Drogenkartellen in einigen Gebieten das Leben von Christen – insbesondere von kirchlichen Jugendarbeitern – schwer macht. Außerdem schränkt die Regierung die Religionsfreiheit ein.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

63

45

2020

43

66

2019

43

65

2018

-

-

2017

-

-

Die Punktzahl für Mosambik verzeichnet auf dem Weltverfolgungsindex 2021 eine Zunahme um 20 Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Damit stieg das Land in die Liste der 50 Länder auf, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. In den letzten Jahren haben islamisch-extremistische Angriffe das Leben vieler Christen gefordert. Die dem „Islamischen Staat“ (IS) nahestehende Islamistengruppe „Ahlu Sunna wa Jama“ (ASWJ) will in Mosambik ein islamisches Kalifat errichten und hat zahlreiche Gräueltaten begangen. Sie hat Kirchen und Schulen niedergebrannt, Zehntausende sind in andere Teile des Landes geflohen. Die Armee des Landes zog sich aus wichtigen strategischen Orten zurück, unter anderem aus einem Hafen. Damit hat sich die Verfolgung, die bisher auf einen kleineren Teil des Landes beschränkt gewesen war, im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 nun ausgeweitet. Darüber hinaus wird das Leben von Christen, insbesondere von Mitarbeitern kirchlicher Jugendarbeit, durch die Präsenz von Drogenkartellen erschwert.

2. Trends und Entwicklungen

1) Die regierende Partei FRELIMO bleibt weiter an der Macht

Die letzten Jahre haben gezeigt, wie sehr Mosambik mit Korruption und Drogenkartellen zu kämpfen hat. Zudem hat das Land Schwierigkeiten damit, einen friedlichen politischen Betrieb zwischen Regierung und der Opposition RENAMO sicherzustellen und seinen Verpflichtungen gegenüber den internationalen Menschenrechten nachzukommen. Bei den landesweiten Parlamentswahlen im Oktober 2019 errang die Partei „Befreiungsfront von Mosambik“ (FRELIMO) einen Erdrutschsieg, einschließlich der Präsidentschaft, der Mehrheit der Parlamentssitze und zehn Gouverneursposten. Die Parlamentswahl war eine von nun sechs aufeinanderfolgenden Wahlen mit Beteiligung von Oppositionsparteien. Das zeigt, dass sich das Land – trotz gewisser Einschränkungen – von seiner vom Bürgerkrieg geprägten Geschichte wegbewegt und seine politischen Anführer die Wählerschaft ernst nehmen. Dies ist ein positives Zeichen, auch wenn die Einschränkungen zu verstehen geben, dass es noch weiterer Verbesserungen bedarf.

2) Die islamische Aufstandsbewegung wächst

Die Angst unter Christen steigt aufgrund des wachsenden Einflusses der islamistischen Gruppe ASWJ, besonders im Norden des Landes. Es besteht die Gefahr, dass der Einfluss dieser Miliz zunimmt und sich auf andere Teile Mosambiks ausbreitet. Im Kampf gegen die Aufständischen muss die Regierung von Mosambik möglicherweise andere Länder um Hilfe bitten – bevor der Aufstand ein Ausmaß wie in Somalia (bedingt durch Al Shabaab) oder Nigeria (durch Boko Haram) erreicht. Das Nachbarland Südafrika wurde vom IS bereits gewarnt, sich nicht in die Politik Mosambiks einzumischen, insbesondere im Hinblick auf den anhaltenden islamischen Aufstand im Land. In den Jahren 2019 und 2020 ist die dschihadistische Gruppe immer stärker geworden und hat es sogar geschafft, einen Hafen unter ihre Kontrolle zu bringen. Wenn sich dieser Trend fortsetzt, kann dies auch für das nördliche Nachbarland Tansania zu Problemen führen. Es gab bereits Berichte über bewaffnete Gruppen, die die Grenze nach Tansania überschritten und dort Menschen getötet haben.

3. Religiöse Situation im Land

Die südasiatische Einwandererbevölkerung ist überwiegend muslimisch. Ebenso muslimisch geprägt sind die nördlichen Provinzen, vor allem entlang der Küste, wohingegen dort einige Gebiete im Landesinneren eine höhere Konzentration von christlichen Gemeinschaften aufweisen. In den südlichen und zentralen Regionen sind Christen zahlreicher vertreten, aber auch Muslime leben in diesen Gebieten.

Was das US-Außenministerium 2010 in seinem Bericht zur internationalen Religionsfreiheit schrieb, gilt auch heute noch: „Muslimische Journalisten berichteten, dass die Unterscheidung zwischen Sunniten und Schiiten für viele einheimische Muslime nicht sonderlich wichtig sei. Muslime identifizierten sich eher mit dem lokalen religiösen Anführer, dem sie folgen, als mit Sunniten oder Schiiten. Signifikante Unterschiede gab es zwischen den Praktiken von Muslimen afrikanischer Herkunft und jenen mit südasiatischem Hintergrund. Außerdem haben sich muslimische Geistliche afrikanischer Herkunft eher in Ägypten, Kuwait, Südafrika und Saudi-Arabien ausbilden lassen – sie kehren mit einem fundamentaleren Ansatz zurück, der sich von dem des Suaheli-Islam unterscheidet. Dieser ist vom Sufismus inspiriert und vor allem im Norden verbreitet.“

Mosambik rangiert derzeit auf Platz 26 der Liste von „Operation World“ mit den Ländern mit der am schnellsten wachsenden evangelikalen Bevölkerung. Gleichzeitig haben viele kleine Kirchen, die sich von den etablierten Kirchen abgespalten haben, afrikanische indigene Glaubensvorstellungen und Praktiken mit dem christlichen Glauben vermischt. Auch einige muslimische Gemeinschaften führen weiterhin indigene Rituale durch.

4. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Der Islam ist in Mosambik eine Minderheitenreligion mit seinen wichtigsten Zentren im Norden. Seit Oktober 2017 kam es immer wieder zu Angriffen auf Christen durch militante Islamisten, wodurch Tausende Bewohner aus ihren Häusern fliehen mussten. Auch in den Jahren 2019 und 2020 haben solche dschihadistische Gruppen Christen und Kirchen angegriffen, aber auch Regierungseinrichtungen und andere Zivilisten. Die Fähigkeiten und Einflussbereiche dieser Kämpfer werden täglich größer. Wenn sich dies fortsetzt, wird sich die islamische Unterdrückung wahrscheinlich nach Süden und auch nach Norden ins benachbarte Tansania ausbreiten.

Ethnisch-religiöse Feindseligkeit

In einigen abgelegenen Gebieten sehen es Anhänger eines indigenen Glaubenssystems als Bedrohung an, dass christliche evangelistische Aktivitäten zunehmen. Infolgedessen beschweren sich Leiter lokaler Gemeinschaften oft über solche Aktivitäten.

Diktatorische Paranoia

Die Verfassung legt einerseits einen säkularen Staat fest, andererseits schützt sie auch das Recht, Religion zu praktizieren oder nicht zu praktizieren. Politischen Parteien ist es untersagt, Namen zu verwenden, die Ausdrücke enthalten, welche in direktem Zusammenhang mit jedweden religiösen Konfessionen oder Kirchen stehen. Auch die Verwendung von Emblemen, die mit nationalen oder religiösen Symbolen verwechselt werden könnten, ist untersagt. Außerdem verbietet die Verfassung jegliche religiöse Beeinflussung in öffentlichen Bildungseinrichtungen. Einige Behörden verhängen außerdem umständliche Registrierungsanforderungen für religiöse Gruppen.

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Mosambik hat ein schwerwiegendes Problem mit dem organisierten Verbrechen. Drogen, illegale Wildtierprodukte wie Elfenbein und illegale Waffen werden in großem Umfang in den Häfen gehandelt. Die islamistische Gruppe ASWJ hat sich an diesem illegalen Handel beteiligt, um ihre eigenen Aktivitäten zu finanzieren. Das florierende Drogengeschäft wirkt sich auf christliche Gemeinden aus: Ihnen gegenüber werden Drohungen ausgesprochen und Gewalttaten verübt – besonders dort, wo christliche Missionare unter Jugendlichen und unter Gruppen, die in die Lieferung oder den Konsum von Drogen verwickelt sind, das Evangelium verbreiten.

5. Verfolger

Ausgehend von islamischer Unterdrückung

  • Gewalttätige religiöse Gruppen: Von gewalttätigen islamischen Kämpfern geht die stärkste Verfolgung aus. Es wird angenommen, dass sie enge Verbindungen zu Al Shabaab in Somalia unterhalten und Anhänger einer strengen wahhabitischen Ausrichtung des Islam sind.
  • Kartelle oder Netzwerke des organisierten Verbrechens: Die militanten Islamisten erhalten ihre finanzielle Unterstützung durch die Zusammenarbeit mit Drogenkartellen und durch Korruption, in die einige Beamte des Landes verwickelt sind.
  • Die eigene Familie: In muslimisch dominierten Gebieten und in muslimischen Familien sehen sich diejenigen, die sich dem christlichen Glauben zuwenden, mit Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert.
  • Gewöhnliche Bürger: In Gebieten mit muslimischer Mehrheit können alle christlichen Gruppen Verfolgung durch gewöhnliche Bürger und Mobs erfahren. Dies gilt insbesondere für den nördlichen Teil des Landes.

Ausgehend von ethnisch-religiöser Feindseligkeit

  • Anführer ethnischer Gruppen: In Mosambik gibt es immer noch bestimmte Gruppen, die dem traditionellen Glaubenssystem folgen oder es mit dem christlichen Glauben oder dem Islam vermischen. Verfolger in diesem Kontext sind Clanführer, deren Interessen sich manchmal mit denen nichtchristlicher religiöser Leiter überschneiden.

Ausgehend von diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Die Regierung von Mosambik stellt keine echte Demokratie dar. Sie ist immer noch in vielerlei Hinsicht repressiv. So übt sie Druck auf einige Gemeindeleiter und Gemeinden aus, die Regierungspolitik zu unterstützen; und sie schränkt die Versammlungsfreiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung ein.

Ausgehend von organisiertem Verbrechen und Korruption

  • Kartelle oder Netzwerke des organisierten Verbrechens: Diese Gruppen bedrohen Gemeinden, sofern sie sich in der Arbeit unter Jugendlichen und kriminellen Banden engagieren. Insgesamt müht sich das Land ab, mit den Drogennetzwerken im Land fertig zu werden.
  • Gewalttätige religiöse Gruppen: Je stärker die islamistischen Gruppen werden, desto mehr werden Christen in Mosambik verfolgt – so wie es in den Fällen von Boko Haram und Al Shabaab in anderen Ländern zu beobachten ist.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Die schwerste Verfolgung erleiden Christen in der nördlichen Provinz Cabo Delgado, da dort dem IS nahestehende Kämpfer gewalttätige Angriffe verüben.

7. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Dazu gehören Christen aus römisch-katholischen, anglikanischen und orthodoxen Kirchen. Sie sind häufig das Ziel von Kämpfern der ASWJ.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

In diese Kategorie fallen sowohl Christen muslimischer Herkunft als auch Christen mit Hintergrund in einer traditionellen afrikanischen Religion. Auch Christen, die ihre Konfession gewechselt haben, werden hier erfasst. Dabei ist die Verfolgung besonders schwerwiegend, wenn ein Konvertit einen muslimischen Hintergrund hat und im muslimisch dominierten nördlichen Teil des Landes lebt. Solche Christen müssen damit rechnen, zum Ziel von Angriffen durch extremistische Muslime zu werden.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Dazu gehören Christen aus Baptistengemeinden, Pfingstgemeinden und verschiedenen Freikirchen. Weil sie einen Schwerpunkt darauf legen, als Christen in ihrem Umfeld tätig zu sein und das Evangelium weiterzusagen, werden sie immer wieder bedroht und angegriffen.

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 9.3
Familienleben 7.6
Gesellschaftliches Leben 11.3
Leben im Staat 7.9
Kirchliches Leben 11.1
Auftreten von Gewalt 16.1

Grafik: Verfolgungsmuster Mosambik

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Mosambik stieg von 6,4 Punkten im Vorjahr auf 9,4 Punkte im Weltverfolgungsindex 2021.
  • Von allen fünf Lebensbereichen ist der Druck im Bereich des gesellschaftlichen Lebens mit 11,3 Punkten am höchsten, gefolgt vom Bereich des kirchlichen Lebens mit 11,1 Punkten. Dies zeigt, dass das kirchliche und gesellschaftliche Leben im Norden des Landes stark von der dschihadistischen Bewegung beeinträchtigt wird.
  • Die Punktzahl für Gewalt ist von 11,7 Punkte im Vorjahr auf 16,1 Punkte im Weltverfolgungsindex 2021 gestiegen, und erreicht damit extremes Ausmaß. In diesem Anstieg spiegelt sich die hohe Zahl von Morden und Zerstörungen von Kirchen und Häusern von Christen wider.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden vier der jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

War es für Christen riskant, ihren Glauben im persönlichen Rahmen zu praktizieren (z. B. Gebet, Lesen der Bibel etc.)?

Christen in Gebieten, die unter dem Einfluss von Islamisten stehen, müssen darauf achten, dass ihr Glaube nicht bekannt wird. Das gilt insbesondere für Christen muslimischer Herkunft.

War es für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen?

Im nördlichen Teil des Landes müssen sich Christen davor hüten, ihren Glauben durch das Aufstellen von Kreuzen oder ähnlichen christlichen Symbolen öffentlich kundzutun. Angriffe könnten die Folge sein. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 sind Dschihadisten durch die Dörfer gezogen und haben gezielt Häuser von Christen sowie Schulen und Kirchen niedergebrannt.

War es für Christen riskant, ihren Glauben in schriftlicher Form persönlich zu bekunden (auch auf Blogs oder Facebook etc.)?

Im nördlichen Teil des Landes müssen Christen diesbezüglich sehr vorsichtig sein. Christen können in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, wenn sie christliche Bildinhalte online teilen, über den Glauben auf Internetblogs schreiben oder sich darüber etwa mit Familienmitgliedern unterhalten.

War es für Christen riskant, sich mit anderen Christen zu treffen?

In den nördlichen Gebieten hat es brutale Morde gegeben, und es besteht ein hohes Risiko, wenn sich Christen treffen.

Familienleben

Sind Kinder von Christen wegen des Glaubens ihrer Eltern schikaniert oder diskriminiert worden?

Im Zusammenhang mit der anhaltenden dschihadistischen Expansion im Land werden Eltern und ihre Kinder Opfer von Schikanen und Diskriminierung in den Gemeinschaften und den Schulen im Norden des Landes. In einigen Gebieten, die von katholischen Christen dominiert sind, stehen Kinder evangelikaler Christen vor ähnlichen Herausforderungen.

Wurden christliche Taufen behindert?

Dies ist sowohl in muslimisch dominierten Gebieten der Fall, wo alle christlichen Gruppen betroffen sind, als auch in katholisch dominierten Gebieten, wo Nichtkatholiken diesbezüglich beeinträchtigt werden. Jede Taufe muss unauffällig durchgeführt werden.

Sind Christen aus religiösen Gründen daran gehindert worden, eine christliche Hochzeit zu feiern?

Für Christen im nördlichen Teil des Landes könnte die Feier einer christlichen Hochzeit einen Angriff von islamistischen Gruppen zur Folge haben.

Wurden Eltern daran gehindert, ihre Kinder nach ihrem christlichen Glauben zu erziehen?

Wo dschihadistische Gruppen in der Gesellschaft einflussreich geworden sind, ist es für christliche Eltern gefährlich, ihre Kinder gemäß ihrem christlichen Glauben zu erziehen. Dies gilt besonders für Gebiete, aus denen sich Regierungstruppen zurückziehen mussten.

Gesellschaftliches Leben

Wurden Christen aus religiösen Gründen daran gehindert, am öffentlichen Leben, Foren usw. teilzunehmen?

Wo Dschihadisten und ihre Zellen Einfluss haben, hat dies eine Atmosphäre der Angst unter Christen geschaffen, die sich daher zurückhalten, am öffentlichen Leben teilzunehmen. In anderen Gebieten Mosambiks, in denen die Römisch-Katholische Kirche dominiert, werden Christen anderer Kirchen häufig diskriminiert.

Waren Christen von Entführung und/oder Zwangsheirat bedroht?

Christliche Frauen und Mädchen stehen im Norden Mosambiks in der Gefahr, von islamistischen Aufständischen entführt zu werden. Es gab eine Reihe von Fällen, in denen Mädchen entführt wurden, nachdem die Aufständischen Dörfer überfallen hatten. Beispiele dafür sind:

Im Mai 2020 wurde eine unbekannte Anzahl von Mädchen entführt. Zwei von ihnen, die aus Ulo, einem Dorf im Distrikt Mocímboa da Praia in der Provinz Cabo Delgado, verschleppt worden waren, schafften es, aus dem Lager der Aufständischen zu entkommen. Sie berichteten, dass Frauen und Mädchen gezwungen wurden, nackt zu schlafen, um sie an der Flucht zu hindern.

Am 11. Juni 2020 wurden zehn Mädchen auf der Flucht vor dschihadistischen Angriffen im Distrikt Mocímboa da Praia entführt. Und zwischen dem 23. und 25. Juli 2020 wurden elf Frauen und Mädchen aus dem Dorf Manica, im Bereich des Verwaltungsamts (einem der sogenannten „Postos administrativos“) Mucojo im Distrikt Macomia, entführt. Eine Frau wurde sogar gezwungen, ihren neugeborenen Sohn zurückzulassen.

Wurden Christen im Alltag aus religiösen Gründen belästigt, bedroht oder behindert (z. B. weil sie sich nicht an durch die Mehrheitsreligion oder die Tradition vorgeschriebene Kleiderordnungen usw. halten)?

Die Bedrohung von Christen nimmt in der Provinz Cabo Delgado zu. Ein Länderexperte merkt an: „Christen in der Provinz Cabo Delgado im Norden Mosambiks sind Schikanen ausgesetzt, wenn sie nach Ansicht der islamistischen Aufständischen nicht den Anforderungen der muslimischen Religion entsprechen. Die Gewalt der islamistischen Aufständischen hat zudem eine neue Form angenommen, nämlich die der direkten Angriffe auf Christen und Kirchen. Christen werden als Gruppe ausgesondert und sogar gezwungen, ihrem Glauben abzuschwören. Diese Taten stellen eine Bedrohung für Christen dar; sie haben viele Menschen gezwungen, ihre Häuser in verschiedenen Dörfern in der Provinz Cabo Delgado zu verlassen und zu fliehen.“

Wurden Christen von ihren lokalen Gemeinschaften oder von privaten Gruppen überwacht (dazu gehören auch Meldungen an die Polizei, Beschattung, das Abhören von Telefonleitungen, das Lesen/Zensieren von E-Mails usw.)?

Dies betrifft Christen in Gebieten, in denen Dschihadisten aktiv oder durch ihre Zellen präsent sind.

Leben im Staat

Sind christliche Organisationen der Zivilgesellschaft oder politische Parteien aufgrund ihrer christlichen Überzeugung in ihrer Arbeit behindert oder verboten worden?

Dieses Thema ist eine heikle Angelegenheit. Es gibt zwar keine allgemeine Tendenz, politische Parteien aufgrund christlicher Überzeugungen in ihrer Arbeit zu behindern, doch wo sich Kirchenführer oder prominente Christen gegen die Regierung aussprechen, stellt man sich ihnen in den Weg. Ein Beispiel dafür findet sich im Bericht zur internationalen Religionsfreiheit von 2017: „Bei einem Besuch im Ministerium für Justiz, Verfassung und religiöse Angelegenheiten im Juli erörterte Präsident Filipe Nyusi die Grenze zwischen Religion und Politik, indem er sagte: ‚Ich möchte nicht, dass die Religion meines Landes mit der Politik verwechselt wird ... Wenn das die neue Art von Religion wäre, würden wir Schwierigkeiten haben, als Land zu einem Ergebnis zu kommen.‘ Journalisten sagten, diese Bemerkungen sollten eine Botschaft an die Kirchen senden, die zu politischen Fragen Stellung bezogen hatten, als katholische Bischöfe ihren Standpunkt zu den ‚versteckten‘ Schulden des Landes klarmachten – wobei sie sich auf einen Schuldenskandal bezogen, bei dem es um große, nicht deklarierte Kredite an staatliche Unternehmen ging.“

Wurden Christen aus religiösen Gründen am Reisen gehindert?

Im Norden des Landes, wo Dschihadisten viele Entführungen durchgeführt haben, gibt es eine Bedrohung der Sicherheit. Diese Bedrohung weitet sich in andere Landesteile aus.

Wurden Christen daran gehindert, ihre Ansichten oder Meinungen in der Öffentlichkeit zu äußern?

Die Regierung verhindert die Äußerung unliebsamer Ansichten der Kirche zu gesellschaftlichen Themen. Ein Länderexperte merkt an: „In der postkolonialen Ära Mosambiks spielte die Kirche eine bedeutende Rolle im Demokratisierungsprozess, und auch weiterhin kommt ihr eine dringend benötigte Schlüsselrolle bei der Vermittlung von Friedensabkommen in dem Land zu. Es ist jedoch nun offensichtlich, dass die Regierung eine Einmischung der Kirchen nicht begrüßt, wenn es darum geht, Bedenken über Menschenrechtsverletzungen zu äußern. Das zeigt sich in dem Versuch der Regierung, eine strengere Kontrolle von Religion und Gottesdienst durchzusetzen und darin, ein neues Gesetz verabschieden zu wollen, über das seit Mitte des Jahres 2020 verhandelt wird.“

Sind Christen, Kirchen oder christliche Organisationen daran gehindert worden, religiöse Symbole öffentlich zu zeigen?

Dies wird für viele Christen im nördlichen Teil des Landes zu einer Herausforderung. Viele Kirchen und kirchliche Symbole wurden zerstört.

Kirchliches Leben

Wurden kirchliche Aktivitäten überwacht, behindert, gestört oder blockiert?

Erstens werden meistens christliche Predigten von den Behörden auf irgendein Anzeichen von Kritik an der Regierung hin überprüft; zweitens überwachen Dschihadisten alle kirchlichen Aktivitäten im nördlichen Teil des Landes.

War es für Kirchen schwierig, von behördlichen Stellen eine Registrierung oder einen offiziellen Status zu erhalten?

Die Regierung hat den Prozess zur Erteilung von Lizenzen bewusst verlangsamt. Außerdem hat sie im Jahr 2020 ein neues Gesetz zur Regulierung religiöser Angelegenheiten entworfen – es scheint der Praxis in Ruanda zu ähneln, wo die Regierung offiziell ausgebildete Gemeindeleiter möchte und die Ausbreitung kleinerer Gemeinden vermeiden will.

Wurden die Kirchen daran gehindert, christliche Aktivitäten in ihrem Gotteshaus zu organisieren?

Die Organisation von Aktivitäten in der Kirche war im Norden des Landes heikel, weil Angriffe durch militante Islamisten dort wahrscheinlich sind. Zum Beispiel koordinierte eine islamistische Gruppe am 7. April 2020 einen Angriff in Meangalewa, im Bereich des Verwaltungsamts Chitunda, im Distrikt Muidumbe, wo sie eine Kirche zerstörte.

Wurden Kirchen daran gehindert, christliche Aktivitäten außerhalb der Kirchengebäude zu organisieren?

Ein Länderexperte erklärt: „Die Organisation von kirchlichen Aktivitäten außerhalb von Kirchengebäuden wurde in der Provinz Cabo Delgado gehemmt und behindert, da in der Gegend die Angst herrscht, dass Christen angegriffen werden könnten.“

Auftreten von Gewalt

Für den Berichtszeitraum zum Weltverfolgungsindex 2021 gilt Folgendes:

  • Getötete Christen: Mindestens einhundert Christen wurden im nördlichen Teil Mosambiks infolge der dortigen gewalttätigen Aktivitäten der Dschihadisten getötet. So kam beispielsweise am 8. Juni 2020 eine Gruppe von Aufständischen in das Dorf Tapara im Westen des Distrikts Quissanga. Sie riefen alle Dorfbewohner heraus und forderten alle Christen auf, sich zu erkennen zu geben. Eine Person wurde an Ort und Stelle und vor den Augen aller anderen Bewohner getötet. Dann brannten sie das Dorf nieder und forderten die Dorfbewohner auf, sich den Bewohnern von Bilibiza anzuschließen. Am 17. Juli 2020 wurde in der Nähe von Muagamula im Distrikt Macomia ein Mann tot aufgefunden. Einheimische vermuten, er sei in einen Hinterhalt von Aufständischen geraten. Er war Wachmann bei einem christlichen Radiosender.
  • Festgenommene Christen: Mindestens zehn Christen wurden festgenommen, einige von Dschihadisten, andere von lokalen Regierungsbeamten. Einige gerieten ins Visier, weil sie sich gegen Korruption und Missstände in der Verwaltung ausgesprochen hatten. Oft wurden diese Christen kurz inhaftiert und dann wieder freigelassen.
  • Angriffe auf Kirchen: Mindestens zehn Kirchen wurden angegriffen oder zerstört. Beispiele dafür sind:
    1. Am 12. Mai 2020 griffen islamistische Aufständische das neugegründete Kloster Sankt Pachomius der Benediktinerkongregation von Sankt Ottilien an. Dieses neue Klostergebäude in N'nango – in der Nähe der Stadt Mocímboa da Praia in der nördlichen Provinz Cabo Delgado – wurde erst 2019 als Ableger der Abtei Ndanda im benachbarten Tansania eröffnet. Es wurde geplündert und Nebengebäude wurde in Brand gesetzt. Beim Angriff wurde auch das Krankenhaus zerstört, das die Mönche im Dorf aufgebaut hatten.
    2. Am 9. April 2020 griff eine islamistische Miliz den Ort Muambula (Distrikt Muidumbe, Provinz Cabo Delgado) an. Die katholische Mission in Nangololo wurde dabei beschädigt und die Häuser von Missionaren wurden in Brand gesetzt.
    3. Am 16. Dezember 2019 griff ASWJ das Dorf Chitunda (Distrikt Muidumbe, Provinz Cabo Delgado) an. Geschäfte, Häuser und zwei Kirchen wurden niedergebrannt, zwei Menschen starben.
    4. Aufständische der ASWJ griffen am 8. November 2019 das Dorf Mungue (Distrikt Muidumbe, Provinz Cabo Delgado) an. Eine Kirche und einige Häuser wurden in Brand gesetzt.
  • Angriffe auf Häuser und Geschäfte von Christen: Über 1.100 Häuser oder Läden von Christen wurden zerstört. Das führte dazu, dass Tausende flohen und nun als Binnenflüchtlinge in Lagern beherbergt werden.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Der Bericht zur internationalen Religionsfreiheit für das Jahr 2019 des US-Außenministeriums stellt fest:

„Zivilgesellschaftliche und religiöse Organisationen haben im Laufe des Jahres Aufklärungsarbeit zur Förderung religiöser Toleranz geleistet. Im August veranstaltete COREM (‚Council of Religions in Mozambique‘) ihren zweiten jährlichen nationalen Gipfel für Frieden und Versöhnung. Die Nichtregierungsorganisation, die aus verschiedenen religiösen Gruppen besteht, hat das Ziel, den konstruktiven Dialog und die Interaktion zwischen den Religionen fördern. Im Mittelpunkt des Gipfels standen die jüngsten Friedensabkommen und die Rolle von Frauen und religiösen Gruppen im Friedensprozess.“

Andere religiöse Minderheiten (wie Hindus, Buddhisten und Juden) sind in nur sehr geringer Zahl im Land vertreten und ihre Anhänger sind zumeist Ausländer. Es gibt keine spezifische Form der Verfolgung, die diese Gruppen trifft. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung folgt noch traditionellen afrikanischen Religionen. Deren Anhänger leben zumeist in abgelegenen Teilen des Landes, und es gibt keine Berichte über ihre Verfolgung. Viele von ihnen wenden sich dem christlichen Glauben zu.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Mosambik:

  • Beten Sie für die Christen, die Angehörige verloren und die Anschläge der Dschihadisten im Norden Mosambiks überlebt haben. Bitten Sie Gott, ihnen Trost und Frieden zu geben und die Kraft, ihren Peinigern zu vergeben.
  • Beten Sie für größeren Schutz und dafür, dass die derzeitige Ausbreitung islamischer Extremisten eingedämmt wird, bevor sie noch weiter wächst und noch mehr Gewalt und Verfolgung im ganzen Land verursacht.
  • Bitten Sie Gott, die Gemeinde in Mosambik zu stärken und ihr angesichts der Bedrohung durch islamische Extremisten Einheit zu schenken. Beten Sie für die Christen um Mut, dass sie sich weiterhin treffen und in ihrem Glauben wachsen.
  • Beten Sie für Pastoren und Gemeindeleiter, dass sie Weisheit und Urteilsvermögen erhalten, um ihre Gemeindemitglieder zu leiten und zu schulen, damit sie auf mögliche Verfolgung vorbereitet sind und ihr standhalten können.