Länderprofil Malediven

Malediven

14
Weltverfolgungsindex
2020
Flagge Malediven
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
14
ISO
MV
Karte Malediven
Christen
einige Tausend
Bevölkerung
0.45
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Organisiertes Verbrechen und Korruption
Privatleben: 15.400
Familienleben: 15.600
Gesellschaftliches Leben: 14.000
Leben im Staat: 15.900
Kirchliches Leben: 16.600
Auftreten von Gewalt: 0.700

Länderprofil Malediven

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 14 / 78 Punkte (WVI 2019: Platz 14 / 78 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. November 2018 – 31. Oktober 2019

Zusammenfassung

Die Malediven haben eine der höchsten Bevölkerungsdichten der Welt, besonders auf der Hauptinsel Malé. Die eng miteinander verwobenen, homogenen Gemeinschaften dienen als natürliche Wächter über jede auffällige Veränderung ihrer Mitglieder. Das gilt natürlich auch für religiöse Entscheidungen. Eine Hinwendung zu Jesus Christus kann daher leicht dazu führen, dass man den muslimischen Führern oder Behörden gemeldet wird. Auch ausländische Christen, die meist im Tourismussektor arbeiten und aus Indien und Sri Lanka kommen, stehen unter genauer Beobachtung, was eine Zusammenkunft unter Christen deutlich erschwert.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Um die Sicherheit der sehr wenigen Christen auf den Malediven zu wahren, können keine Beispiele veröffentlicht werden.
  • Auf den Malediven ist es laut Artikel 9(d) der Verfassung Nichtmuslimen unmöglich, offizielle Staatsbürger zu werden. Wird einem Bürger die Konversion zum christlichen Glauben nachgewiesen, verliert er sein Bürgerrecht und wird gemäß der Scharia bestraft. Angesichts eines solch extremen Drucks ist es naheliegend, dass sich Konvertiten gut versteckt halten. Einige maledivische Christen haben ihr Land verlassen, um dem massiven Druck zu entfliehen.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 78 Punkten belegen die Malediven den 14. Platz auf dem Weltverfolgungsindex 2020. Damit bleiben Punktzahl und Platzierung gegenüber dem Vorjahr unverändert.

Der Druck auf die Christen hat sich im aktuellen Berichtszeitraum nicht wirklich verändert, was sich in der nach wie vor sehr hohen Punktzahl widerspiegelt. Christen muslimischer Herkunft haben praktisch keine Möglichkeit, ihren Glauben zu leben. Ausländischen Christen (häufig Arbeitsmigranten) ist es praktisch kaum vergönnt, einen gemeinsamen Gottesdienst zu feiern, ohne befürchten zu müssen, abgeschoben oder verhaftet zu werden. Deshalb sind die Malediven eines der wenigen Länder, das im Bereich „Kirchliches Leben“ fast die maximal erreichbare Punktzahl aufweist. Die neue Regierung, die Mitte November 2018 das Amt übernommen hat, hat bisher keine spürbaren Verbesserungen in Bezug auf die Religionsfreiheit vorgenommen und mit der Schließung der Nichtregierungsorganisation „Maldives Democratic Network“ im Oktober 2019 sogar ein deutliches Zeichen für ihre islamische Legitimität gesetzt.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Die islamische Regierung versteht sich unvermindert als Beschützerin des Islam und Hüterin einer Reihe von Gesetzen, die es Maledivern grundsätzlich verbieten, sich vom Islam abzuwenden und einer anderen Religion nachzufolgen. Malediver zu sein, bedeutet, Muslim zu sein – Abweichungen sind undenkbar. Eine Hinwendung zum christlichen Glauben hat weitreichende Folgen, u.a. den Verlust des Bürgerrechts. Offiziell gibt es keine maledivischen Christen, nur im Land wohnende ausländische Christen. Allerdings war im vergangenen Jahr eine Veränderung im Umgang mit den von Kritikern als „Abtrünnige“ Bezeichneten zu beobachten. Das Ministerium für islamische Angelegenheiten veranschaulichte den traditionellen Ansatz der Islamisierung im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2019 durch ein Grundsatz- und Strategiepapier, das sich u.a. mit der Frage der (vom Islam) Abtrünnigen beschäftigte. Erwartungsgemäß erklärte die Regierung in diesem Papier, dass sie Apostasie zu keiner Zeit tolerieren könne. Im gleichen Zeitraum bekräftigte der Verteidigungsminister unmissverständlich, dass er niemals Religionsfreiheit zulassen würde, da die Malediven ein „Land mit angemessenen islamischen Werten“ seien.

Die neue Regierung setzte ein deutliches Zeichen, indem sie die Polizei dazu veranlasste, sich mit den Verantwortlichen zu treffen, die Nutzer in sozialen Netzwerken als „abtrünnig“ brandmarkten, und riet ihnen, solche Aussagen nicht zu wiederholen. Ob dies eine Änderung der Einstellung oder nur des Tonfalls widerspiegelt, bleibt abzuwarten. Die schwierige Situation der christlichen Minderheit auf den Malediven hält vorerst an.

Diktatorische Paranoia

Während der Kampagne für die Wiederwahl 2018 behauptete Präsident Yameen, dass internationaler Druck und oppositionelle Kräfte versuchten, die zu 100 Prozent islamische Prägung der Malediven zu gefährden. Seine Niederlage und Verhaftung aufgrund von Korruptionsvorwürfen lassen seine Rückkehr in die Politik eher unwahrscheinlich erscheinen. Es scheint, dass Präsident Solih einen anderen Ansatz verfolgt und vielleicht sogar den aufrichtigen Wunsch hat, mehr Demokratie und Freiheiten durchzusetzen, was darauf hindeutet, dass sich die Diktatorische Paranoia auf dem Rückzug befindet, was jedoch nicht für sämtliche Freiheiten gilt. Die Religionsfreiheit wird weiterhin eingeschränkt, da unter „Schutz der Religion“ lediglich der Schutz des Islam verstanden wird. Auch der Schutz vor dem Angriff auf die „religiöse Einheit“ ist besorgniserregend, da dieser Wortlaut erkennen lässt, dass die Behörden sich gegen jede wahrgenommene Abweichung von ihrem Verständnis des Islam stellen werden. Diese Gesetze und die Rhetorik zeigen nicht nur, dass der Islam um jeden Preis beschützt wird, sondern dass „Islamische Unterdrückung“ mit „Diktatorischer Paranoia“ verknüpft ist. Der Islam wird benutzt, um politische Freiheiten einzuschränken.

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Korruption ist auf den Malediven auf allen Regierungsebenen stark verbreitet. Es gibt fast nichts, das nicht mit einem angemessenen Bestechungsgeld, Gefälligkeiten und/oder Androhungen ermöglicht werden könnte. Verträge und andere Abmachungen können willkürlich gebrochen werden. Regierungsbeamte heuern junge Männer aus Straßengangs an, um ihre Ziele mit allen Mitteln zu erreichen (u.a. mit dem Zusammenschlagen von Menschen, gezielten Eigentumsdelikten, Handel mit Schmuggelware). Regierungsbeamte aller Ebenen kontrollieren zahlreiche kriminelle Banden und sehen es besonders auf Kritiker der Regierung oder der strengen Auslegung des Islam ab. Eine präsidiale Kommission, die die Kette von Entführungen, Morden und Einschüchterungen von liberalen Bloggern und Intellektuellen untersuchte, erklärte im März 2019 in einer seltenen Enthüllung, dass die „Angriffe von einer einzigen Gruppe angezettelt wurden und von religiösen, militanten Elementen mit Bandenbeteiligung motiviert waren“. Während die Veröffentlichung des vollständigen Berichts noch aussteht, erklärte der Kommissionsvorsitzende, Husnu Suood, in einem Interview, dass es eine „Bandenbeteiligung“ gebe. Es ist allgemein bekannt, dass bestimmte Banden mit Politikern, Parteien und Sicherheitskräften verbündet sind und zur gewaltsamen Einschüchterung von Abweichlern eingesetzt werden. Auch extremistische Muslime, die Christen und Atheisten aufspüren wollen, haben Kontakte und Einfluss bei Gangs und korrupten Netzwerken der Polizei. Hinzu kommen die Aktivitäten krimineller Einzelpersonen oder ganzer Banden, die lediglich den eigenen Vorteil suchen, ohne dabei religiöse oder sonstige übergeordnete Ziele zu verfolgen.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

  • Regierungsbeamte: Die Regierung der Malediven besteht darauf, das Land nach konservativen islamischen Prinzipien zu führen. Alle Staatsbürger müssen zu 100 Prozent Muslime sein. Das ist ein grundlegendes Thema, das auch die neue Regierung nach ihrem überraschenden Wahlsieg nicht ändern wird. Daher gibt es keine Religionsfreiheit, außer in sehr begrenzter Weise für Gastarbeiter. Sie werden jedoch streng überwacht und so stark eingeschüchtert, dass sie es kaum wagen, sich selbst hinter verschlossenen Türen zu treffen.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Radikale Islamprediger und Geistliche, sowohl einheimische als auch aus dem Nahen Osten, üben eine starke gesellschaftlich-religiöse Kontrolle über ihre Anhänger aus und beeinflussen auch andere mit ihren extremen Ansichten über den Islam, so dass es für Christen, insbesondere ehemalige Muslime, unmöglich ist, ihren christlichen Glauben zu zeigen. Zu groß ist die Angst, überwacht oder gar den staatlichen Behörden überstellt zu werden.
  • (Groß-)Familie und gewöhnliche Bürger: Werden christliche Konvertiten entdeckt, geht Verfolgung auch von der (Groß-)Familie und dem sozialen Umfeld aus. Die eng verflochtene Gesellschaft und die Tatsache, dass Malé eine der Städte mit der höchsten Bevölkerungsdichte der Welt ist, verstärkt den Einfluss dieser Verfolger spürbar, genauso wie die Tatsache, dass man die weniger besiedelten Atolle nicht leicht verlassen kann und somit die soziale Kontrolle ebenfalls hoch ist.
  • Politische Parteien: Politische Parteien wie die Jumhoree-Partei versuchen, politische Unterstützung zu gewinnen, indem sie Behauptungen über die drohende Christianisierung und die Gefahren, die andere Religionen auf die Malediven bringen, aufstellen.
  • Gewalttätige religiöse Gruppen: Es ist nicht klar, ob Dschihadisten, die aus den Kämpfen aufseiten des „Islamischen Staats“ (IS) im Ausland zurückkehren, sich bereits organisiert und Gruppen gebildet haben, doch die Präsenz der Dschihadisten stellt eine wachsende Bedrohung dar.
  • Kartelle des organisierten Verbrechens: Während die meisten Banden nicht besonders an religiösen Fragen interessiert sind und viel mehr davon getrieben sind, Geld zu verdienen und Macht durch Brutalität auszuüben, sind manche Banden durchaus religiös motiviert.

Ausgehend von Diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Die Politik auf den Malediven wird seit langer Zeit von Regierungen dominiert, die sich mit aller Kraft an die Macht klammern. Ob der neugewählte Präsident mit dieser Tradition brechen wird, bleibt abzuwarten. Beamte und Behörden werden sich weiterhin in gewohnten Bahnen bewegen, und die Opposition wird jede Gelegenheit nutzen, die neue Regierung als „unislamisch“ darzustellen und als eine Gefahr für die Identität des Landes anzuprangern. Einige Anzeichen deuten sogar auf eine Zunahme Diktatorischer Paranoia hin; dies würde zu Lasten der Minderheiten sowie aller derer gehen, die als Abweichler wahrgenommen werden.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Die islamischen Führer sind vielleicht nicht unbedingt daran interessiert, dass eine politische Partei oder ein bestimmter Politiker an der Macht bleibt, aber sie sind definitiv daran interessiert, den Status quo zu erhalten. Wenn dies bedeutet, die autoritären Maßnahmen eines Führers oder einer Partei zu unterstützen, werden sie es tun.
  • Politische Parteien: Die Führer der politischen Parteien auf den Malediven schreiben eine lange Geschichte des geradezu verzweifelten Festhaltens an der Macht. Es bleibt abzuwarten, ob Präsident Solih und die MDP (Maledivische Demokratische Partei) diese Form aufbrechen können.
  • Kartelle des organisierten Verbrechens: Wie bereits oben erwähnt, werden Banden zum Schutz ihrer illegalen Aktivitäten die benötigten politischen Akteure unterstützen. Die Malediven weisen eine lange Geschichte von Verbindungen zwischen Gangs, Politik und Religion auf.

Ausgehend von Organisiertem Verbrechen und Korruption

  • Regierungsbeamte und politische Parteien: Angeblich haben Beamte der ehemaligen Regierung (d.h. vor November 2018) und verschiedene politische Parteien Banden eingesetzt, da sie es für notwendig hielten und darüber hinaus alle Seiten von dieser Verbindung profitierten.
  • Kartelle des organisierten Verbrechens: Es ist bekannt, dass radikale Muslime sich mit Banden verbünden und sie dazu benutzen, Christen und Atheisten oder jeden, der nicht-muslimischer Aktivitäten verdächtigt wird, aufzuspüren. Es bleibt abzuwarten, wie die Situation mit einer neuen Regierung Banden dazu veranlassen wird, ihre Operationen anzupassen.

4. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Die Verfolgung findet außerhalb der den internationalen Touristen vorbehaltenen Inseln statt.

5. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Sie stammen häufig aus Indien, Sri Lanka oder Bangladesch. Sie werden streng überwacht. Doch solange sie strikt unter sich bleiben, dürfen sich die meisten von ihnen zu Gottesdiensten versammeln. Ausländische Christen haben keinen Kontakt zu maledivischen Christen muslimischer Herkunft.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Christen muslimischer Herkunft erleben mit Abstand die stärkste Verfolgung, da sie „offiziell“ gar nicht existieren. Nach allgemeinem Verständnis ist jeder Malediver ein Muslim. Wer den Islam verlässt, verliert seine Staatsbürgerschaft.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 15.4
Familienleben 15.6
Gesellschaftliches Leben 14
Leben im Staat 15.9
Kirchliches Leben 16.6
Auftreten von Gewalt 0.7

Grafik: Verfolgungsmuster Malediven

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der Druck auf die Christen auf den Malediven blieb in fast allen Lebensbereichen sehr hoch und liegt damit auf einem extrem hohen Durchschnittsniveau. Die durchschnittliche Punktzahl stieg von 15,4 auf 15,5.
  • Am stärksten ist der Druck im Bereich „Kirchliches Leben“, wo er fast die Höchstpunktzahl erreicht hat. Das zeigt, dass in der Praxis keine Zusammenkünfte möglich sind und selbst die meisten ausländischen christlichen Gastarbeiter es vorziehen, aus Angst vor den Folgen keine Treffen zu organisieren. Auch in den Bereichen „Leben im Staat“, „Familienleben“ und „Privatleben“ ist die Wertung extrem hoch. Der Druck auf ehemalige Muslime ist besonders im „Privatleben“ und „Familienleben“ sehr intensiv. Jeder Politiker betont gebetsmühlenartig, dass die Malediven zu 100 Prozent muslimisch bleiben sollen. So bleibt kein Raum für Abweichungen. Wie die in diesem Länderdossier berichteten Vorfälle zeigen, ist die neue, im November 2018 eingesetzte Regierung nicht von diesem Ziel abgewichen.
  • Die Wertung für „Auftreten von Gewalt“ gegen Christen ist auf 0,7 Punkte gefallen. Hierin bestätigt sich erneut, dass die Verfolgung auf den Malediven nie sehr gewalttätig war, zeigt aber auch, dass es schwierig ist, Berichte über Vorfälle zu erhalten.

Zu jedem der Lebensbereiche sind im Folgenden jeweils ausgewählte Teilaspekte genannt, die im betreffenden Lebensbereich für die Christen zu den gravierendsten Schwierigkeiten gehören.

Privatleben

  • Es ist gefährlich, christliches Material zu besitzen oder aufzubewahren: Jeder Malediver, dessen Lebensstil nicht den von der Regierung festgelegten islamischen Vorgaben entspricht, wird bestraft. Ehemalige Muslime müssen stets äußerste Vorsicht walten lassen, um ihren Glauben möglichst gut zu verbergen. Bibeln und andere christliche Schriften müssen sorgfältig versteckt und können nur heimlich gelesen werden. Die Familien würden den Glauben an Jesus Christus niemals akzeptieren, und der Besitz christlicher Literatur kann mit Gefängnisstrafen geahndet werden. Selbst für christliche Ausländer ist es gefährlich, christliche Schriften zu besitzen, vor allem in der Landessprache Dhivehi oder in größeren Mengen, da dies den Verdacht der Behörden weckt, die Schriften würden zur Evangelisation von Einheimischen verwendet. Tatsächlich werden beim Betreten des Landes alle Einreisenden dazu verpflichtet, alle mitgeführten nichtmuslimischen Schriften zu deklarieren.
  • Es ist gefährlich für Christen, ihrem Glauben in schriftlicher Form persönlich Ausdruck zu verleihen: Angesichts der Tatsache, dass alle Malediver Muslime sein müssen und angesichts der Leichtigkeit, mit der Blogger und andere Social-Media-Nutzer beschuldigt werden, „Abtrünnige“ zu sein, ist es für Konvertiten sehr riskant, ihren Glauben in irgendeiner Form zu offenbaren. Selbst die Christen unter den Gastarbeitern können ihren Glauben in keiner Weise sicher offenlegen, geschweige denn anderen davon erzählen.
  • Es ist für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen: Die Behörden und das soziale Umfeld sind ständig auf der Suche nach Bildern und Symbolen, die als anti-islamisch empfunden werden. Zum Beispiel mussten im September 2018 die Skulpturen einer neu gebauten Unterwasserkunstgalerie, die von einem Resort in Auftrag gegeben wurde, zerstört werden, da sie als „Götzen“ und damit als anti-islamisch angesehen wurden. Christen muslimischer Herkunft oder Christen allgemein, die anti-islamische Symbole zeigen, geraten schnell in Schwierigkeiten.
  • Es ist ein Risiko für Christen, über ihren Glauben mit anderen als mit ihren engsten Familienangehörigen zu sprechen: Da das Christentum verboten ist, wird kein Christ das Risiko eingehen, mit einem anderen Malediver über seinen Glauben zu sprechen. Wie im Bericht zur internationalen Religionsfreiheit 2018 des US-Außenministeriums auf Seite 4 steht: „Das Gesetz besagt: ‚Nichtmuslimen, die im Land leben oder es besuchen, ist es verboten, ihren religiösen Überzeugungen offen Ausdruck zu verleihen, öffentliche Versammlungen abzuhalten, um religiöse Aktivitäten durchzuführen oder Malediver in solche Aktivitäten einzubeziehen.‘ Laut Gesetz drohen denjenigen, die andere religiöse Überzeugungen als den Islam zum Ausdruck bringen, Gefängnisstrafen von bis zu fünf Jahren oder Hausarrest, Geldstrafen zwischen 5.000 und 20.000 Rufiyaa (320 bis 1.300 Dollar) sowie die Abschiebung.“

Das Gesetz verbietet ausländischen Christen, anderen von ihrem Glauben zu erzählen. Dies ist sogar in den Arbeitsverträgen festgelegt. Unter diesen Umständen ist es eine besondere Herausforderung, sich mit anderen Christen zu treffen, da dies einerseits für den Einzelnen gefährlich ist und andererseits den Aufenthaltsort einer christlichen Versammlung offenbaren und gefährden kann. In einigen Fällen entdeckten selbst Ehepartner erst nach Jahren, dass beide aktive Christen waren, da sie beide ihren Glauben aus Furcht vor dem anderen geheim hielten. Theoretisch sind private Treffen für ausländische Christen erlaubt, doch die Teilnehmer müssen sehr vorsichtig sein, um keinen Verdacht zu wecken. Aufgrund der häufigen Drohungen verzichten viele Christen lieber auf gemeinsame Treffen.

Im November 2016 kam von religiösen Gelehrten die Aussage: „Wer auf den Malediven Religionsfreiheit haben will, sollte in ein anderes Land ziehen, das diese Freiheit gewährt. Es steht Menschen, die einer anderen Religion angehören wollen, frei, das Land zu verlassen. Es ist nur Nichtmuslimen erlaubt, eine Religion ihrer Wahl auszuüben. Verlässt ein Muslim den Islam, ist das Gotteslästerung. Wenn er nicht umkehrt, soll er getötet werden.“

Familienleben

  • Christliche Taufen werden verhindert: Da das Christentum im Land verboten ist, können Taufen nicht stattfinden und müssten außerhalb der Malediven durchgeführt werden, und auch dann noch im Geheimen, damit der Glaubenswechsel nicht bekannt wird.
  • Beerdigungen von Christen wurden verhindert oder zwangsweise nach nichtchristlichen Riten durchgeführt: Ausländische Christen lassen sich normalerweise in ihrem Herkunftsland beerdigen. Doch wenn sie sich dafür entscheiden, auf den Malediven begraben zu werden, kann das nicht nach christlichen Bräuchen geschehen. Für Christen muslimischer Herkunft ist eine christliche Bestattung ausgeschlossen.
  • Kinder christlicher Eltern werden dazu gedrängt, an nichtchristlichem Unterricht oder dem allgemeinen Religionsunterricht teilzunehmen: In Artikel 36(c) der Verfassung wird beschrieben: „Das Bildungssystem ist darauf angelegt, Gehorsam und Liebe zum Islam zu vermitteln [...].“ Kinder von ehemaligen Muslimen sind gezwungen, am Islamunterricht teilzunehmen. Obwohl Kinder von ausländischen Christen vom Besuch des islamischen Unterrichts ausgenommen sind, durchdringt der Islam das gesamte Schulleben und den Unterricht, so dass Kinder ausländischer Christen lieber internationale Schulen besuchen, wenn die Eltern sich das leisten können.
  • Wegen des christlichen Glaubens ihrer Eltern werden Kinder diskriminiert oder schikaniert: Die einheimische Menschenrechtsorganisation „Maldivian Democracy Network“ beschrieb 2015 in einem Bericht, dass islamische Schulbücher Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit schürten und den „Dschihad“ bzw. den Krieg gegen alle, die angeblich den Islam „behindern“, verherrlichten. Das vorherrschende soziale Klima zeigte sich im Januar 2018, als Eltern ihre Bedenken über „blasphemische“ Inhalte in Schulbüchern weiterführender Schulen äußerten. Kurz darauf wurden in den sozialen Medien Bilder mit Erklärungen über römische Götter im Zusammenhang mit den Planetennamen aus Schulbüchern der achten Klasse geteilt, was zu einer prompten Reaktion der Regierung führte. Beide Beispiele zeigen, wie viel Druck Kinder von Christen jeden Tag empfinden, erst recht Kinder von Christen muslimischer Herkunft.

Artikel 9(d) der Verfassung legt fest, dass ein Nichtmuslim kein Staatsbürger der Malediven werden darf. Dementsprechend können Malediver, denen der Glaube an Jesus Christus zur Last gelegt wird, ihre Staatsbürgerschaft verlieren und nach den Gesetzen der Scharia bestraft werden. Da jeder Malediver Muslim sein muss, ist eine Registrierung für Konvertiten gänzlich ausgeschlossen. Ausländischen Christen ist es verboten, religiöse Handlungen (einschließlich christlicher Hochzeiten) in der Öffentlichkeit abzuhalten. Ehemalige Muslime entscheiden sich häufig dafür, ihren neuen Glauben nicht mit ihren Kindern zu teilen, aus Angst, diese könnten anderen versehentlich vom Glaubenswechsel der Eltern erzählen. Wenn christliche Konvertiten entdeckt werden, werden sie häufig unter Druck gesetzt, sich scheiden zu lassen und verlieren sowohl das Sorgerecht für ihre Kinder als auch ihre Erbrechte. Darüber hinaus werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit von ihren Familien isoliert. Unter diesen Umständen ist es schwer, sich überhaupt ein christliches Familienleben vorzustellen.

Gesellschaftliches Leben

  • Christen werden wegen ihres Glaubens belästigt, bedroht oder im Alltagsleben gestört. Die gesellschaftliche Kontrolle ist auf den Malediven extrem stark, da die Bevölkerungsdichte zu den höchsten der Welt zählt, besonders in der Hauptstadt Malé. Die maledivische Gesellschaft ist im Laufe der Jahre strenger muslimisch geworden. Es gab eine Veränderung in der Art, wie sich maledivische Frauen kleiden: In früheren Jahren war es unüblich, Frauen mit einer schwarzen Burka zu sehen, aber jetzt ist das Tragen der Burka durch den arabischen Einfluss durchaus üblich geworden. Dies betrifft auch die Christen. In einem berühmten Beispiel aus dem Jahr 2018 beschwerte sich eine muslimische Frau in einem Video in sozialen Netzwerken, da sie keinen Schleier tragen wollte. Nachdem man sie identifiziert hatte, musste sie ihre Insel verlassen und untertauchen, weil sie zahllose Drohungen, darunter auch Morddrohungen, erhielt. Während des Ramadans ist es selbst Gastarbeitern nicht erlaubt, tagsüber zu essen oder zu trinken; die Zeitungen zeugen davon, wie viele Menschen während des Ramadans für Verstöße in Gewahrsam genommen oder mit einer Geldstrafe belegt werden.
  • Christen stehen durch ihr soziales oder privates Umfeld unter Beobachtung: Wie schon erwähnt, ist die soziale Kontrolle auf den Malediven extrem stark ausgeprägt. Malediver, die verdächtigt werden, Christen zu sein, wurden bei der Polizei angezeigt. Christlichen Arbeitsmigranten ist es nicht erlaubt, ihren Glauben öffentlich zu praktizieren, und ausländische Christen muslimischer Herkunft haben praktisch keine Privatsphäre.
  • Christen werden unter Druck gesetzt, an nichtchristlichen religiösen Zeremonien oder Gemeinschaftsereignissen teilzunehmen: Alle Staatsbürger gelten als Muslime, und es wird von ihnen erwartet, dass sie an islamischen Ritualen und gemeinschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen. Dies betrifft auch die Besuche in der örtlichen Moschee. Jeder Einheimische, der die Moschee nicht besucht, wird zur Rede gestellt. Ausländische Christen haben mehr Freiheit, aber es gibt Zeiten, in denen sie sich ebenfalls anpassen müssen. So dürfen sie zum Beispiel während des Ramadans in der Öffentlichkeit weder essen noch trinken.
  • Christen erfahren wegen ihres Glaubens Benachteiligungen im Bereich der Bildung: Die Kinder von Christen muslimischer Herkunft werden häufig in der Schule schikaniert oder diskriminiert, sobald der Glaubenswechsel entdeckt wird. Demnach können sie gezwungen werden, die Schule zu verlassen, sodass ihnen nur noch die Möglichkeit bleibt, eine Schule im Ausland zu besuchen, wenn sie ihre Schulbildung fortsetzen möchten und ihre Eltern es sich leisten können. Viele ausländische Christen wählen diese Option für ihre Kinder, um dem alltäglichen Druck zu entgehen.

Die Arbeitskollegen ausländischer Christen setzen sie beständig unter Druck, zum Islam zu konvertieren. Sie versuchen ihnen zu beweisen, dass Jesus nicht der Erlöser ist. Teilweise setzen sie dazu sogar Geld ein oder stellen eine Beförderung in Aussicht. In ihrem Bemühen, ihren Glauben zu verstecken, versuchen Christen muslimischer Herkunft, sich möglichst an die Menschen um sie herum anzupassen.

Leben im Staat

  • Die Verfassung oder eine vergleichbare nationale Gesetzgebung schränkt die Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein: Die Verfassung und andere Gesetze schränken die Religionsfreiheit ein. Die Verfassung erklärt den sunnitischen Islam zur offiziellen Staatsreligion, mit Verweis darauf, dass das Land zu „100 Prozent“ muslimisch sei. Die Regierungsvorschriften basieren auf dem islamischen Recht. Darauf sind die Malediver sehr stolz. Eine der Vorschriften lautet: „Es ist illegal, eine andere Religion außer den Islam zu verbreiten.“ Strafen für Verstöße bewegen sich von Hausarrest bis hin zu fünf Jahren Gefängnis, abhängig von der Schwere des Vergehens. Ist der Schuldige ein Ausländer, wird er in der Regel abgeschoben.
  • Christen erleben Einschränkungen in der öffentlichen Meinungsäußerung: Jegliche Meinungen, die der gängigen Auffassung vom Islam widersprechen (sogar moderate islamische Stimmen) erfahren harsche Kritik und sogar Gewalt. Besonders durch das „Diffamierungsgesetz“, das eine eigene Klausel gegen anti-islamische Äußerungen beinhaltet, ist die Redefreiheit von Christen noch stärker eingeschränkt. Verstöße dagegen können bis zu sechs Monate Gefängnis nach sich ziehen.
  • Christliche zivilgesellschaftliche Organisationen oder politische Parteien werden behindert oder verboten: Es sind keine christlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen im Land erlaubt, geschweige denn politische Parteien. Ausländischen Christen ist es verboten, sich politisch zu betätigen, und sie dürfen keine christlichen Nichtregierungsorganisationen leiten.
  • Christen sind Opfer von Hetzkampagnen: Alles, was über Christen vermittelt wird, ist fast ausnahmslos negativ und kritisch. Negative Beschreibungen zielen im Allgemeinen auf im Ausland lebende Christen und nicht auf vereinzelte in der maledivischen Gesellschaft ab, da man bei allen Staatsbürgern davon ausgeht, dass sie Muslime sind. Ausländische Christen werden zur Zielscheibe von Hetzkampagnen oder Hassreden, wenn sie als Verbreiter ihres Glaubens wahrgenommen werden. Jemanden wegen seines christlichen Glaubens zu denunzieren, selbst wenn nur ein Verdacht besteht, oder beispielsweise das Haus oder Geschäft eines Christen zu sabotieren, zieht nicht nur keine Strafe nach sich, es gilt sogar als patriotische Pflicht.

Es versteht sich von selbst, dass es nicht möglich ist, christliche Symbole an Kirchen oder Treffpunkten zu zeigen, da es auf den Malediven überhaupt keine Kirchen gibt. Wenn ein Christ muslimischer Herkunft sich vor Gericht verantworten muss, was eine seltene Angelegenheit ist, kann er oder sie überhaupt keine Fairness erwarten, unter anderem deshalb, weil das maledivische Rechtssystem für seine Korruptheit und Ineffizienz berühmt ist.

Kirchliches Leben

  • Kirchliche Aktivitäten werden beobachtet, gestört oder verhindert: Das Gesetz verbietet die Einrichtung von Kultstätten für nichtislamische religiöse Gruppen. Das Gesetz besagt: „Nichtmuslimen, die im Land leben oder es besuchen, ist es verboten, ihre religiösen Überzeugungen offen auszudrücken, öffentliche Versammlungen abzuhalten, um religiöse Aktivitäten durchzuführen, oder Malediver in solche Aktivitäten einzubeziehen. Laut Gesetz drohen denjenigen, die andere religiöse Überzeugungen als den Islam zum Ausdruck bringen, eine Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren oder Hausarrest, Geldstrafen bis 1.300 Dollar und die Abschiebung.“ Für Christen muslimischer Herkunft kommt ein offizieller Versammlungsort nicht in Frage.
  • Die Arbeit mit Jugendlichen wurde eingeschränkt: Es ist überhaupt keine christliche Arbeit unter Jugendlichen erlaubt. Ausländische Christen halten sich selbst in der christlichen Erziehung ihrer Kinder zurück.
  • Christliche Predigten, Unterricht und/oder Publikationen werden überwacht: Ausländische Christen werden überwacht, ebenso wie ihre Treffen, ihre Predigten und ihr Unterricht. Vor allem in Malé, der Hauptstadt, gibt es überall Überwachungskameras, auch dort, wo sich Christen bekanntermaßen versammeln. Die Malediven bestehen aus kleinen Atollen, so dass alles bekannt und überwacht ist.
  • Kirchen werden daran gehindert, christliche Materialien zu importieren: Das Einführen christlicher Literatur ist gesetzeswidrig. Jeder Einheimische, der bei der Einfuhr von christlichem Material auf die Malediven ertappt wird, wird verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Ausländische Christen dürfen im Allgemeinen nur sehr begrenzte Mengen an christlicher Literatur für ihren persönlichen Gebrauch nutzen. Bringen sie mehr als erlaubt ins Land, wird die Literatur beschlagnahmt und sie können festgenommen oder abgeschoben werden. Sollten die Behörden sich dafür entscheiden, das Gesetz genau zu befolgen, kann sogar die einzige Bibel, die von einem Ausländer mitgebracht wird, beschlagnahmt werden.

Die Malediven erzielen beinahe die Höchstpunktzahl im Bereich „Kirchliches Leben“. Für Malediver ist der Übertritt zum christlichen Glauben illegal, umso mehr das Versammeln als Kirchengemeinde. Es ist vorgekommen, dass öffentliche Versammlungen von ausländischen Christen rigoros aufgelöst wurden. Im Dezember 2015 erließ die Regierung ein Verbot, Weihnachtsfeiern in Gästehäusern der bewohnten Inseln abzuhalten mit der Begründung, dass dies gegen den Islam und die maledivische Kultur verstoße. Die Lokale Regierungsbehörde unter der Leitung vom damaligen Innenminister Umar Naseer wandte sich mit einem Schreiben an die Präsidenten der Insel- und Atollräte sowie die Bürgermeister von Malé und Addu mit der Bitte, die Besitzer von Gästehäusern aufzufordern, keine Weihnachtsfeiern für Touristen abzuhalten. In dem Brief hieß es, dass die Weihnachtszeit eine Hauptsaison für den Tourismus sei und der Behörde bekannt geworden sei, dass „Touristen Aktivitäten abhielten, um Weihnachten auf den Malediven zu feiern“. Es bleibt abzuwarten, wie die neue Regierung (seit November 2018 im Amt) dieses Vorgehen beeinflusst oder gar verändert. Die Ausbildung christlicher Leiter ist undenkbar und christliche Gemeinschaften dürfen keine ausländischen Gemeindearbeiter anstellen.

Auftreten von Gewalt

Aus Sicherheitsgründen können keine Details über gewalttätige Vorfälle mit Christen veröffentlicht werden.

7. Verfolgungssituation für Männer und Frauen

Wie Frauen Verfolgung erfahren:

  • Entführung
  • Erzwungene Einhaltung von Kleidungsvorschriften
  • Zwangsverheiratung
  • (Haus-)Arrest durch die Familie
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Sexuelle Gewalt
  • Verbale Gewalt

Aufgrund der sehr strengen Auslegung des Islam auf den Malediven müssen christliche Männer und Frauen heimliche Gläubige sein. Wenn eine christliche Frau oder ein christliches Mädchen als Christin entdeckt wird, wird jede Anstrengung unternommen, sie durch Zwangsheirat, Drohungen oder andere Formen von Gewalt zum Islam zurückzubringen. Darüber hinaus ist bekannt, dass einheimische Bürger, die im Verdacht stehen, nicht religiös oder nicht muslimisch zu sein, von bewaffneten Banden entführt und mit verbundenen Augen an entlegene Orte gebracht werden, wo eine inoffizielle Gerichtsverhandlung abgehalten wird.

Trotz der engen sozialen Kontrolle auf den Inseln häufen sich Missbrauch, Vergewaltigung und sexuelle Belästigung überraschend in einer Kultur, die geschlechtsspezifische Gewalt in der Familie generell entschuldigt; eine 2014 veröffentlichte Studie des Asian Development Bank Department of Gender, Family Development and Social Security fand (S. 13) dass „jede dritte Frau im Alter von 15-49 Jahren häusliche Gewalt erlebt hat, und dass 70 Prozent der Frauen glauben, dass es Umstände gibt, unter denen es gerechtfertigt ist, dass Männer ihre Frauen schlagen“. Davon sind auch christliche Frauen betroffen. Darüber hinaus betrifft die Verfolgung indirekt die Familien, da sie es ihnen nicht erlaubt, im Glauben gemeinsam zu wachsen.

Zusätzlich haben angesichts des repressiven Umfelds christliche Frauen und Mädchen keine andere Wahl, als sich an traditionelle Kleidungsvorschriften zu halten.

Wie Männer Verfolgung erfahren:

  • Verhaftung durch die Behörden
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Verbale Gewalt

Christ zu sein, ist auf den Malediven für Männer und Frauen so gefährlich, dass Ehemänner, Frauen und Kinder vielleicht nicht einmal den Glauben des anderen kennen. Dies bedeutet, dass den Christen auch ein gutes Vorbild dafür fehlt, wie eine christliche Ehe aussieht, da sie nicht Teil einer christlichen Gemeinschaft sein können. Wenn ein Mann als Christ erkannt wird, wird er wahrscheinlich mit Körperverletzung, Schikanen, Drohungen und Inhaftierung durch die Regierungsbehörden konfrontiert.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Es gibt keine anerkannten religiösen Minderheiten irgendeiner Art auf den Malediven. Alle Staatsbürger gelten gesetzlich als Muslime. Wer nachweislich eine andere Religion oder Philosophie als den Islam unterstützt (z. B. den Hinduismus, Buddhismus oder Atheismus), wird genauso verfolgt wie Christen. So ziehen es die meisten vor, im Ausland zu leben, um keine Gefängnisstrafe oder gar den Tod zu riskieren.

9. Der Ausblick für Christen

Islamische Unterdrückung

Die Malediven haben eine der höchsten Pro-Kopf-Quoten von Terroristen, die im Ausland kämpf(t)en. Die Regierung ist sich dieser Bedrohung zwar äußerst bewusst, doch setzt sie weiterhin auf eine schwere Bestrafung derer, die es wagen, interne Staatsangelegenheiten dieser Art zu veröffentlichen, wie es im Juni 2017 geschehen ist. Zudem betont die Regierung, den Status des Landes als „100 Prozent muslimisch“, weiterhin wahren zu wollen. Die Tatsache, dass der ehemalige Präsident Yameen während des Wahlkampfes den Kanzler der islamischen Universität als Kandidaten für die Vizepräsidentschaft auswählte, bestätigt, dass er den Schutz der religiösen Reinheit des Landes als oberste Priorität ansah. Aber auch jetzt, nach der von ihm verlorenen Wahl im September 2018, bleibt der Schutz und die Verteidigung des Islam die oberste Priorität der Regierung, wie man am plötzlichen Verbot der Nichtregierungsorganisation Maldivian Democracy Network (siehe oben) sehen konnte. Auch wenn die Malediven stark vom internationalen Tourismus abhängig sind, steht das Bemühen, die einzigartige Attraktivität der Touristenorte zu fördern, zunehmend im Widerspruch zu der entschiedenen Betonung einer strengen Interpretation des Islam. In einer solchen Atmosphäre müssen ausländische Christen weiterhin sehr vorsichtig sein, und einheimische Christen müssen ihren Glauben weiterhin verstecken.

Diktatorische Paranoia

Ex-Präsident Abdulla Yameen hielt die Malediven in einer stetigen Spannung und rief in einem letzten Versuch, die Macht zu behalten, sogar den Ausnahmezustand aus. Mit der Wahl der Opposition in die Regierung könnte sich diese Triebkraft etwas abschwächen. Das Land hat jedoch eine lange Tradition von Diktatoren und Politikern, die sich an die Macht klammern. Minderheiten und Andersdenkende können keine Verbesserung im Bereich der Religionsfreiheit in naher Zukunft erwarten.

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Die junge Generation der Inselbewohner fühlt sich weiterhin immer mehr „entrechtet und ausgeschlossen“ und „abgeschnitten vom Gesellschaftsgefüge“, wie es ein Bericht der Weltbank bereits 2014 formulierte. Die wachsende Globalisierung, das Internet und wirtschaftliche Expansion haben „junge Frauen und Männer mit einer Welt außerhalb des Inselstaats konfrontiert, die neue Vorstellungen und Werte mit sich bringt und die ihnen sehr stark bewusstmacht, was sie alles erreichen können“, so der Bericht. „Doch sowohl männliche als auch weibliche Jugendliche sind mit den Fesseln der begrenzten Inselwirtschaft konfrontiert. Sie werden kaum gefördert, und es fehlt an gesellschaftlichem Engagement. Sie haben mit strengen Verhaltensnormen und zunehmend konservativeren Werten zu kämpfen und wachsen in einem mangelhaften Bildungs- und Berufsbildungssystem heran, das sie nur unzureichend auf den Arbeitsmarkt vorbereitet.“ Der Bericht argumentiert, diese Probleme verwehrten vielen jungen Maledivern den „Eintritt ins Erwachsensein“. Diese sozialen Probleme führen zu einer wachsenden Radikalisierung. Das belegt die Anzahl der Malediver, die sich den Kämpfen im Irak und in Syrien angeschlossen haben. Damit wächst auch die Islamische Unterdrückung. Andere schließen sich Banden an, die eng mit den Machthabern und Politikern des Landes verknüpft sind, und werden als Schläger gegen jeden eingesetzt, der als Feind oder Bedrohung wahrgenommen wird. Solange diese junge Generation keine Perspektive für die Zukunft hat, wird sich daran nichts ändern.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für die Malediven:

  • Beten Sie, dass Gott den Christen, die ihren Glauben im Verborgenen leben müssen, Wege zeigt, Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben. Beten Sie, dass sie Zugang zu einer Bibel haben können, die nach maledivischem Recht als Schmuggelware gilt.
  • Maledivisch zu sein, heißt Muslim zu sein. Beten Sie für jeden Malediver, dass er einen Traum hat oder eine Vision von Jesus sieht, dass er zu Gläubigen geführt wird, die mutig genug sind, das Evangelium mit ihnen zu teilen.
  • Viele Malediver wollen das Land aufgrund der Einschränkungen ihrer Freiheit verlassen. Oft suchen sie Trost im Rauchen oder in Drogen. Einheimische Medien berichten, dass Missbrauch allgemein das größte soziale Problem des Landes geworden ist. Bitte beten Sie, dass sich die Malediver zu Jesus wenden, um wahre Freiheit zu erleben.
  • Beten Sie für jeden Malediver, dass er oder sie einen Traum oder eine Vision von Jesus hat, und sie zu Christen geführt werden, die mutig genug sind, das Evangelium mit ihnen zu teilen.
  • Beten Sie, dass die heimlichen Christen in der Nachfolge Jesu angeleitet werden können. Dies ist riskant und auch aufgrund unterschiedlicher theologischer Ansichten eine große Herausforderung. Beten Sie, dass Gott Antworten und Lösungen schenkt, wie Hindernisse überwunden werden können, und Christen geistlich gestärkt und Christus immer ähnlicher werden.

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