Länderprofil Brunei

Brunei

37
Weltverfolgungsindex
2020
Flagge Brunai
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
36
ISO
BN
Karte Brunei
Christen
0,06
Bevölkerung
0.44
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Privatleben: 13.800
Familienleben: 14.300
Gesellschaftliches Leben: 10.700
Leben im Staat: 10.300
Kirchliches Leben: 13.500
Auftreten von Gewalt: 0.600

Länderprofil Brunei

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 37 / 63 Punkte (WVI 2019: Platz 36 / 63 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. November 2018 – 31. Oktober 2019

Zusammenfassung

Christen muslimischer Herkunft leiden unter Verfolgung, da der Glaubenswechsel weg vom Islam durch das Strafgesetz verboten ist und alles unternommen wird, um diese Personen zurück zu ihrem ursprünglichen Glauben zu bringen. Protestantische Freikirchen können nicht als Kirchen registriert werden, sondern müssen als Firmen, Gesellschaften oder Familienzentren angemeldet werden. Daher werden sie auch wie säkulare Organisationen behandelt und müssen jedes Jahr Finanz- und Geschäftsberichte an die Regierung übermitteln. Die gesamte Gesellschaft (Christen eingeschlossen) ist von der schrittweisen Einführung der Scharia betroffen. Auch wird die Gesellschaft von der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage beeinträchtigt, da sie die Behörden darin einschränkt, großzügig mit Zuwendungen zu sein, die die Unzufriedenheit in der Bevölkerung kleinhalten sollen.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Da die Abwendung vom Islam durch die Gesetze Bruneis streng verboten ist, werden Christen muslimischer Herkunft, deren Glaubenswechsel bekannt geworden ist, von ihren Partnern und Kindern getrennt und der/die Partner/in wird dazu gezwungen, sich scheiden zu lassen. Wenn die Abteilung für innere Sicherheit, der inländische Geheimdienst Bruneis, Konvertiten zum christlichen Glauben ausfindig macht, werden diese bedroht, damit sie ihren Glauben widerrufen.
  • Einigen Christen und Angehörigen anderer Minderheiten wird die Staatsbürgerschaft vorenthalten. Dies führt dazu, dass in Brunei eine große Anzahl staatenloser Einwohner lebt, die in vielerlei Hinsicht benachteiligt werden.
  • Besonders junge Leute verlassen das Land, da sie keine Perspektive für die Zukunft sehen. Dies betrifft auch die Kirchen: Die Generation potenziell nachkommender Leiter wird zahlenmäßig immer kleiner.

Meldungen und Beiträge zu Brunei

Länderberichte
Podcast Brunei: Christen unter der Scharia

Brunei: Christen unter der Scharia

05:02 Minuten
Brunei
Das einzige politisch unabhängige Sultanat der Welt hat gerade die Scharia als offizielle Rechtsgrundlage eingeführt. Was das für die Christen im Land bedeutet, erzählen uns einheimische Pastoren.
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Muslime, die Christen wurden, erleben oft heftige Verfolgung. Ihre dringendste Bitte ist die nach unserem Gebet. Mit der Gebetskampagne „Gefährlicher Glaube“ wollen wir auf ihre Bitte antworten.
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Brunei
Nach langer Verzögerung hat Brunei einen weiteren Schritt zur vollständigen Implementierung der Scharia (dem islamischen Recht) unternommen. Sultan Hassanal Bolkiah und der Religionsrat legten einen Entwurf zum Strafgesetzbuch vor, der Verfahrensrichtlinien in den Bereichen Ermittlungswesen, Strafverfolgung und Gerichtsbarkeit enthält.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 63 Punkten belegt Brunei Platz 37 auf dem Weltverfolgungsindex 2020.

Die Punktzahl ist gegenüber dem Weltverfolgungsindex 2019 gleich geblieben, worin sich die stabile, aber immer noch schwierige Situation für Christen im Land widerspiegelt. Die Einführung des Scharia-Strafgesetzes hat sich noch nicht in der Punktzahl niedergeschlagen. Es bleibt abzuwarten, was diese Entwicklung für die Christen in Brunei bedeuten wird, abgesehen von Verunsicherung und Sorge. Der durchschnittliche Druck ist sehr hoch, die Punktzahl für köperliche Gewalt aber niedriger als im Weltverfolgungsindex 2019. Die Kontrolle, Überwachung und das Ausspionieren von Christen werden von den Behörden als wichtiger angesehen als das Ausüben von Gewalt.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Brunei ist eine islamische Nation, die auf der Ideologie der „Malaiisch-Islamischen Monarchie“ oder „Melayu Islam Beraja“ (MIB) basiert. Diese Regierungsform wird im Land als die für alle Menschen gerechteste Form bezeichnet, für Muslime genauso wie für Nichtmuslime. Der Sultan hat eine gewisse Demokratisierung der Regierung gefördert, wobei Brunei von einer wirklichen Demokratie noch weit entfernt ist, und hat sich selbst zum Premierminister und Präsidenten ernannt.

Brunei will ein Vorbild und Zentrum des Islam sein: Das Scharia-Recht wurde für zivile und religiöse Angelegenheiten schon vor der Unabhängigkeit 1984 für alle Muslime eingeführt; die Regierung verfolgt außerdem eine Strategie der Islamisierung unter der teils christlichen, teils animistischen Stammesbevölkerung, indem sie die sogenannte „Dawa“-Bewegung (eine islamische Missionsbewegung) unterstützt. Eine Aussage aus dem Länderbericht zur Religionsfreiheit des US-Außenministeriums für das Jahr 2018 lautet wie folgt (S. 11): „Die Regierung bot denjenigen, die sich für eine Konversion zum Islam (zur schafiitischen Rechtsschule) interessierten, gewisse Anreize – besonders, wenn diese Personen aus den indigenen Stammesgemeinschaften in ländlichen Gegenden stammten. Dazu gehörten Hilfen in Bezug auf Wohnraum, Sozialleistungen oder Hilfe bei der Durchführung des Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. Im Laufe des Jahres erhielten diejenigen, die zum Hadsch aufbrachen, Designer-Reisegepäck von der Regierung. In den staatlich beeinflussten Medien gab es eine umfangreiche Berichterstattung über die Vorteile einer Konversion zum Islam, die von der Regierung präsentiert wurden. Laut den Statistiken der Regierung traten innerhalb eines Jahres 500 Personen zum islamischen Glauben über, was in etwa den Zahlen der Vorjahre entspricht. Unter den Konvertiten befanden sich Bürger Bruneis, Personen mit Bleiberecht, aber auch Ausländer. Die offizielle Regierungspolitik unterstützt den Islam sowohl mithilfe der nationalen MIB-Ideologie als auch dem Versprechen, das Land zu einer ‚Dhikr‘-Nation (einer Nation, die sich an Allah erinnert und ihm gehorcht) zu machen.“ Durch einen Erlass sind der Import von Bibeln und das öffentliche Feiern von Weihnachten verboten. Bedingt durch die Islamisierung und die vorherrschende MIB-Ideologie stehen christliche Pastoren und Mitarbeiter einer Vielzahl von Beschränkungen gegenüber. Sowohl einheimische als auch ausländische Christen wurden zum Ziel aggressiver Islamisierungsbemühungen.

Diktatorische Paranoia

Seit über 600 Jahren liegt die absolute Macht im Land bei den Sultanen. Alle wichtigen politischen Posten werden vom regierenden Sultan selbst bekleidet. Da die Bürger Bruneis ihn sehr schätzen, wird er für die momentan schwierige wirtschaftliche Lage nicht verantwortlich gemacht. Seine Regentschaft hat bisher keine Gefahr für die Christen dargestellt. Doch seine konservative islamische Einstellung zeigte sich 2016, als er die Behörden kritisierte, die zweite Phase der Einführung der Scharia, etwa im Bereich der Strafprozessordnung, immer noch nicht umgesetzt zu haben. Die Umsetzung der Strafprozessordnung erfolgte erst im Jahr 2019. Daher dient der konservative Islam als eine Art Staatsideologie, die vom Herrscher gestützt wird, und als Mittel, um die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Das lässt Christen bestenfalls als Bürger zweiter Klasse und mit Unsicherheit in Bezug auf ihre Zukunft zurück. Diese Triebkraft der „Diktatorischen Paranoia“ ist eng verbunden mit der Triebkraft „Islamische Unterdrückung“.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

  • Die eigene (Groß-)Familie: Ein Glaubenswechsel entehrt die Familie. Da es für gewöhnlich die Familie ist, die den Glaubenswechsel zuerst bemerkt, ist es auch die Familie, die großen Druck auf die betreffende Person ausübt, wieder zum Glauben der Familie zurückzukehren, unter anderem um Strafen durch die Regierung zu entgehen. Familienmitglieder und Nachbarn können Christen muslimischer Herkunft und Kirchen leicht in Schwierigkeiten bringen, indem sie dem staatlichen Geheimdienst KDN beziehungsweise der Abteilung für innere Sicherheit über sie Meldung erstatten. Meldungen dieser Art kommen häufig vor.
  • Regierungsbeamte: Regierungsbeamte sind die Hauptverfolger, denn es sind die Behörden, welche die MIB-Grundsätze in allen Bereichen des Landes umsetzen und welche so Muslime gegenüber Angehörigen anderer Religionen bevorzugen. MIB ist ein Pflichtfach für alle Schüler sowohl an öffentlichen und privaten Schulen als auch für Studenten an den Universitäten.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Islamische Leiter setzen auf indirektem Wege die Christen in Brunei unter Druck, nämlich im Zuge der fortschreitenden Islamisierung. Durch diese Leiter geschieht ein Großteil der „Dawa“, der islamischen Mission, und ihre Bemühungen erweisen sich als zum Teil erfolgreich. Dies hat zu Spaltungen in Familien von Christen geführt. Dawa erfolgt, indem islamische Behörden eine Reihe von Missionierungsaktivitäten organisieren und sie finanzielle Anreize bieten, um den Islam zu verbreiten. Sowohl Muslime als auch Nichtmuslime stehen unter großem sozialem Druck, sich entsprechend islamischer Regeln zu verhalten.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Das „M“ in MIB steht für „Malaiisch“. Darauf aufbauend betonen die Anführer ethnischer Gruppen die privilegierte Stellung der Malaien in Brunei. Die islamische Mission nimmt speziell die ethnischen Minderheiten in Brunei ins Visier.

Ausgehend von Diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte und nichtchristliche religiöse Leiter: Die Regierung gibt als offizielle nationale Philosophie die „Melayu Islam Beraja“ (MIB) oder „Malaiisch-Islamische Monarchie“ an. Diese ist, so definiert die Regierung, „ein System, das starke malaiische Kultureinflüsse in sich birgt, den Stellenwert des Islam für das tägliche Leben und die Herrschaft betont und gegenüber der Monarchie und ihrem Repräsentanten, Seiner Majestät dem Sultan, Respekt erweist.“ Der Oberste Rat der „Malaiisch-Islamischen Monarchie“ sucht als Regierungsorgan die MIB-Philosophie zu verbreiten, zu festigen und sicherzustellen, dass sie in Politik und Gesetzgebung verankert ist. Religiöse muslimische und malaiische Leiter üben einen großen Einfluss auf den Sultan aus, der als der Beschützer des Islam und des malaiischen Volkes gesehen wird, und setzen die christliche Minderheit so unter Druck.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Anführer ethnischer Gruppen haben ein großes Interesse daran, die Regierung an der Macht zu halten und die Vorherrschaft der Malaien sicherzustellen. Daher setzen sie alles daran, den Herrscher zu unterstützen und wenn nötig Druck auf Minderheiten auszuüben, einschließlich Christen.

4. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Das Land ist geografisch gesehen klein, weshalb keine besonderen lokalen Brennpunkte der Verfolgung zu nennen sind.

5. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Diese Gemeinschaften wie etwa die Römisch-Katholische Kirche und die Anglikanische Kirche stehen zunehmenden Anfeindungen gegenüber und müssen mehr und mehr Vorsicht walten lassen, da sie streng überwacht werden. Dennoch sind sie immer noch weniger von Verfolgung betroffen als die neueren protestantischen Gemeinden und Gemeinschaften von Christen muslimischer Herkunft.

Christen muslimischer Herkunft

Christen muslimischer Herkunft leiden unter starkem Druck durch Familie und Freunde, da die Abwendung vom Islam als illegal angesehen wird.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Mitglieder evangelikaler und Pfingstgemeinden wissen, dass sie sowohl in ihrem Privatleben als auch bei ihren Treffen und im kirchlichen Leben von den Behörden und ihrem Umfeld genau beobachtet werden. Dementsprechend sehen sie sich gezwungen, ihren christlichen Glauben nur vorsichtig zu leben.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

 

Privatleben 13.8
Familienleben 14.3
Gesellschaftliches Leben 10.7
Leben im Staat 10.3
Kirchliches Leben 13.5
Auftreten von Gewalt 0.6

 

Grafik: Verfolgungsmuster Brunei

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Brunei hat weiterhin ein sehr hohes Ausmaß. Im Weltverfolgungsindex 2020 erreicht er 12,5 Punkte, im Vorjahr waren es 12,4.
  • Im Bereich „Familienleben“ ist der Druck extrem, aber auch in den Bereichen „Privatleben“ und „Kirchliches Lebens“ ist er sehr hoch. Christen muslimischer Herkunft bekommen den Druck besonders im Privat- und Familienleben zu spüren, zusätzlich zu dem Druck im Bereich „Leben im Staat“ und „Kirchliches Leben“, dem alle Christen in Brunei ausgesetzt sind. Dieser Druck wird verschärft durch die Einführung der Scharia. Da nun die rechtlichen Voraussetzungen für eine umfassende Umsetzung der Scharia auch im Strafrecht geschaffen wurden, spitzt sich die Problematik zu.
  • Die Punktzahl für das „Auftreten von Gewalt“ gegen Christen verringerte sich von 0,7 Punkten im Vorjahr weiter auf 0,6 Punkte. Die Verfolgung von Christen in Brunei war noch nie sehr gewalttätig.

Zu jedem der Lebensbereiche sind im Folgenden jeweils ausgewählte Teilaspekte genannt, die im betreffenden Lebensbereich für die Christen zu den gravierendsten Schwierigkeiten gehören.

Privatleben

  • Es ist gefährlich, christliches Material zu besitzen oder aufzubewahren: Für einen Christen muslimischer Herkunft ist es sehr riskant, christliche Literatur und Materialien zu besitzen, da dies seine christliche Identität offenlegen könnte. Das Scharia-Strafgesetzbuch enthält eine Liste von Wörtern und Ausdrücken, deren Gebrauch nur Muslimen oder in Bezug auf den Islam vorbehalten ist. Dazu gehört auch das Wort „Allah“, was den Gebrauch der Bahasa-Indonesia-Bibelübersetzung, die unter Christen dieser Region sehr verbreitet ist, verbietet.
  • Es ist für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen: Jedwede private Aussage über den christlichen Glauben kann als Missionsversuch ausgelegt werden. Aufgrund dessen wird inzwischen selbst das Tragen eines Kreuzes um den Hals viel vorsichtiger gehandhabt als früher. Berichten zufolge ist es sogar üblich, die Logos von Autos der Marke Chevrolet (die einem Kreuz ähneln) mit schwarzer Farbe zu übermalen. Gemeinhin vermeiden es Christen, an ihren Autos christliche Aufkleber oder Kreuze anzubringen und so ihren Glauben zu offenbaren. Man versucht, möglichst keine Aufmerksamkeit zu erregen. Jeder Bezug zu Weihnachten, ob christlich verstanden oder nicht, ist in der Öffentlichkeit verboten.
  • Es ist ein Risiko für Christen, über ihren Glauben mit anderen als mit ihren engsten Familienangehörigen zu sprechen: Für Christen muslimischer Herkunft ist es sogar gefährlich, mit den engsten Familienangehörigen über ihren Glauben zu sprechen, geschweige denn mit entfernten Verwandten oder anderen Personen. Da die Gesetze Bruneis es malaiischen Muslimen nicht gestatten, sich vom Islam abzukehren, und da diejenigen streng bestraft werden, die sich dennoch abwenden, kann jedes Gespräch über den christlichen Glauben als Bruch mit der Scharia verstanden werden. Abschnitt 112(1) der Scharia-Strafgesetzordnung Bruneis besagt, dass ein Muslim, der dem Islam den Rücken kehrt, je nach Beweislage mit dem Tode bestraft werden, eine Gefängnisstrafe von bis zu 30 Jahren oder eine Prügelstrafe erhält. Wenn das Scharia-Gericht überzeugt ist, dass der Beschuldigte sein „Vergehen“ bereut, muss das Gericht eine Freilassung anordnen. Es bleibt abzuwarten, wie das Scharia-Strafgesetzbuch und die neue Strafprozessordnung umgesetzt werden und inwieweit dies die Rechtspraxis verändern wird. Nichtsdestoweniger müssen Christen äußerst vorsichtig sein, mit wem sie sich unterhalten und über welche Themen sie sprechen. Unter Andersgläubigen oder Stammesangehörigen, die meist einer Stammesreligion folgen, sogenannte „christliche Propaganda“ zu verbreiten, ist verboten und kann mit einer Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bis zu 20.000 Brunei-Dollar oder beidem geahndet werden. Christen und besonders Gemeindeleiter sind unter permanenter Überwachung der Behörden.
  • Für Christen ist es gefährlich, sich mit anderen Christen zu treffen: Ganz besonders schwierig ist es für Christen muslimischer Herkunft (aber auch für andere Christen, da auch sie überwacht werden), sich mit anderen Christen zu treffen – zum einen ist es gefährlich für die christlichen Konvertiten selbst, zum anderen könnte so das christliche Treffen verraten und gefährdet werden. Zudem bleibt zu erwähnen, dass es ein Gesetz in Brunei gibt, das jede nichtautorisierte Versammlung von mehr als fünf Personen verbietet, auch wenn dieses Gesetz selten gegen religiöse Versammlungen angewandt wird.

Familienleben

  • Christliche Paare werden aufgrund ihres Glaubens daran gehindert, Kinder zu adoptieren oder Pflegekinder aufzunehmen: Das Gesetz verbietet einem Muslim, sein Sorgerecht für ein minderjähriges Kind oder seine Vormundschaft für eine von ihm abhängige Person an einen Nichtmuslim abzugeben. Daher können Nichtmuslime keine muslimischen wohl aber nichtmuslimische Kinder adoptieren. Auch Kinder, deren Eltern unbekannt sind, können Nichtmuslime nicht adoptieren. Zudem bleibt es ihnen verwehrt, Pflegeeltern zu werden, so eine Webseite der Regierung.
  • Kinder christlicher Eltern werden dazu gedrängt, an nichtchristlichem Unterricht oder dem allgemeinen Religionsunterricht teilzunehmen: Keine Schule, weder privat noch öffentlich, darf christliche Themen unterrichten, und alle Schüler in Primär- und Sekundarschulen müssen per Gesetz den Islam (oder genauer die MIB-Philosophie) lernen. Ein Pastor merkte an, dass einige Schüler besser die MIB-Prinzipien wiedergeben könnten als die Zehn Gebote. Abgesehen von MIB- und anderem islamischem Religionsunterricht, erklärte der Sultan in einer Ansprache im Juli 2018, islamische Geschichte solle zu einem Pflichtfach in allen Schulen und Bildungszentren werden. Weiter sagte er: „Das Bildungssystem darf die Religion nicht außer Acht lassen und Religion muss die Achse des Bildungssystems sein. Verstehe unsere Religion gut, so dass du sie lieben lernst. Der Weg zum Verständnis der Religion ist natürlich das Studium der Religion, insbesondere ihrer Geschichte.“ In Schulen und Berufsbildungsstätten sind Mädchen dazu angehalten, ein Kopftuch zu tragen.
  • Wegen des christlichen Glaubens ihrer Eltern werden Kinder diskriminiert oder schikaniert: Der Druck ist besonders hoch auf Kinder von Christen muslimischer Herkunft, sobald aufgedeckt wird, dass ihre Eltern „Abtrünnige“ sind. Mädchen aus christlichen Familien werden gezwungen, den Hidschab zur Arbeit oder Schule zu tragen. Lehrer setzen Kinder unter Druck, zum Islam zu konvertieren und Muslime zu werden.
  • Christliche Taufen werden be- oder verhindert: Christen muslimischer Herkunft können nicht in der Öffentlichkeit getauft werden. Daher finden Taufen generell selten oder nur im Ausland statt.

Christliche Eltern mit muslimischem Hintergrund befinden sich in einem Dilemma, da sie nicht wagen, ihre Kinder in ihrem Glauben zu erziehen, weil die Kinder aus Versehen den christlichen Glauben der Familie offenbaren könnten. Wenn Christen muslimischer Herkunft entdeckt werden, isoliert man sie und setzt sie unter Druck, ihren Glauben zu widerrufen. Wenn ein Christ muslimischer Herkunft verheiratet ist, wird er von seiner Partnerin getrennt, die wiederum dazu gezwungen wird, die Scheidung einzureichen.

Gesellschaftliches Leben

  • Christen werden von ihrem sozialen Umfeld unter Druck gesetzt, ihrem Glauben abzusagen: Christen mit muslimischem Hintergrund stehen immer unter dem starken Druck von Familie, Freunden und Nachbarn, ihren christlichen Glauben aufzugeben. Doch ein ebenso starker Druck geht auch von den Islamisierungsbemühungen der Regierung aus. Die Kirchen erleben einen allmählichen Schwund ihrer Mitgliederzahlen. Ein Mitglied nach dem anderen ergibt sich den islamischen Missionsbemühungen, vor allem um dem sozialen Druck zu entkommen, aber auch um die finanziellen Begünstigungen von jährlich 1.000 Brunei-Dollar für die nächsten zehn Jahre zu erhalten. Da in Brunei viele Gemeinden sehr klein sind, kann es ernsthafte Auswirkungen auf die verbleibende Versammlung haben, wenn „nur“ zwei oder drei Mitglieder die Kirche verlassen.
  • Christen werden unter Druck gesetzt, an nicht-christlichen religiösen Zeremonien oder Gemeinschaftsereignissen teilzunehmen: Mithilfe der nationalen MIB-Philosophie hat der Islam jeden Aspekt des gesellschaftlichen Lebens durchdrungen. MIB ist ein System, das starke malaiische Kultureinflüsse in sich trägt, den Stellenwert des Islam für das tägliche Leben und die Regentschaft betont und Respekt gegenüber der Monarchie des Sultans erweist. Daher stehen Christen unter Druck, an islamischen Riten und Zeremonien teilzunehmen. Zudem gibt es strikte Vorgaben und Strafen für und über das Einhalten der muslimischen Gebetszeiten während des Ramadan, sowohl für Muslime als auch für Nichtmuslime.
  • Christen stehen durch ihr soziales oder privates Umfeld unter Beobachtung: Besonders die Malaiisch sprechenden Gemeinden sind ernsthaft bedroht und werden unablässig überwacht, was zu einem hohen Maß an Furcht unter den Gemeindeleitern und Gemeindemitgliedern führt. Jeder weiß von dieser Überwachung. Immer wieder befinden sich selbst in den Kirchen Informanten (manchmal sogar andere Christen), die von den Behörden geschickt werden. Die Behörden besorgen sich zudem von Ortskundigen und Anwohnern Informationen über die Aktivitäten der Kirchen.
  • Christen erfahren wegen ihres Glaubens Benachteiligungen im Bereich der Bildung: Der Islam- und MIB-Unterricht ist verpflichtend an allen Schulen. Obwohl Nichtmuslime von einigen religiösen Pflichten befreit sind, hätten sich viele nichtmuslimische Kinder dazu entschlossen, Islamkurse zu belegen, so die Aussage der Regierung. Gemäß dem bereits erwähnten Länderberichtes des US-Außenministeriums glaubten diejenigen, die sich für staatlich geförderte Stipendien bewarben, dass die Belegung der Islamkurse ihnen Vorteile bei der Vergabe der Stipendien verschaffen könnte. Aufgrund wirtschaftlicher Einschränkungen hat sich die Anzahl der Stipendien für Universitäten verringert. Dieser Rückgang der Stipendienplätze bewirkt, dass viele Christen den Eindruck gewinnen, nun noch weniger Chancen auf einen Studienplatz an einer Universität in Brunei zu haben.

Christen werden im geschäftlichen Leben diskriminiert. Mit der eingeführten Scharia-Gesetzgebung fängt die Regierung an, mehr und mehr Regeln und Restriktionen einzuführen. Seit 2014 ist das öffentliche Feiern von Weihnachten verboten. Muslime und Nichtmuslime stehen unter großem sozialem Druck, sich entsprechend islamischer Regeln zu verhalten, sich zum Beispiel dementsprechend zu kleiden. Mädchen betrifft dies in besonderer Weise – von ihnen wird erwartet, den Hidschab zur Arbeit oder Schule zu tragen. Das Scharia-Gesetzbuch betrifft nicht nur Muslime, es enthält auch Regeln für Nichtmuslime und Ausländer. Während des Ramadan werden Razzien in Restaurants durchgeführt, die Speisen und Getränke anbieten, welche von der Scharia als nicht „halal“, also als nicht erlaubt gelten. Das wirkt sich für die Läden geschäftsschädigend aus, stört das Alltagsleben von Nichtmuslimen und schafft eine Atmosphäre der Angst. Ein Imbissstand in der Mensa einer chinesischen Schule musste während des Ramadan schließen, nachdem es das Bildungsministerium so angeordnet hatte.

Etwa 50 % der Glaubenswechsel zum Islam ereignen sich unter Arbeitsmigranten. Solche Fälle werden von nationalen Zeitungen gerne gefeiert. Dabei ist der Grund für einen Glaubenswechsel oft der Wunsch, materielle Begünstigungen zu erhalten; in vielen Fällen wird zudem Druck ausgeübt. So wenden sich beispielsweise katholische Filipinos dem Islam zu, um eine Arbeitserlaubnis zu erhalten; indische Fabrikarbeiter werden dazu gedrängt, Muslime zu werden, um ebenfalls Arbeitserlaubnisse und Lohnzulagen zu bekommen. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation gibt es nun mehr Einschränkungen für Firmeninhaber, die nicht aus Brunei stammen.

Leben im Staat

  • Die Verfassung oder eine vergleichbare nationale Gesetzgebung schränkt die Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein: Wie bereits erwähnt verabschiedete Brunei das Scharia-Strafgesetzbuch im Mai 2014. Dieser Rechtskodex reglementiert nicht nur Straftaten wie Mord und Diebstahl, sondern unter anderem auch das öffentliche Zeigen christlicher Symbole, die Frage der Missionierung oder der Apostasie. Die Einführung einer neuen Strafprozessordnung wurde im April 2019 etwas verstohlen angekündigt, was zu einem internationalen Aufschrei und zur einer, sonst äußerst seltenen, öffentlichen Stellungnahme des Sultans führte. Unabhängig davon, wie genau die Scharia schließlich in Brunei ihre Anwendung findet, die Religionsfreiheit wird stark eingeschränkt sein.
  • Christen erleben Einschränkungen in der öffentlichen Meinungsäußerung: Ein Gesetz gegen Volksverhetzung beschränkt die freie und öffentliche Äußerung von Meinungen und Glaubensansichten von Christen. Christen in Brunei halten sich sorgfältig an die Gesetze; sie betreiben Selbstzensur, um Ärger zu vermeiden und vor allem auch deshalb, weil es nicht völlig ersichtlich ist, welche glaubensbezogenen Aussagen als Volksverhetzung gelten können.
  • Christliche zivilgesellschaftliche Organisationen oder politische Parteien werden behindert oder verboten. Obgleich es in Brunei politische Parteien gibt, folgen sie doch ganz dem Willen des Sultans, der alle Macht innehat. Weder gibt es christliche politische Parteien noch christliche zivilgesellschaftliche Organisationen, da diese im Land verboten sind. Christliche zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten nicht als solche, sondern als gewerbliche Unternehmen. Sie müssen so alle gesetzlichen Vorgaben für klassische Unternehmen erfüllen, etwa in Bezug auf das Berichts- oder Steuerwesen.
  • Christen werden aufgrund ihres Glaubens von öffentlichen Ämtern weitgehend ausgeschlossen: Wenngleich ihnen ein öffentliches Amt nicht grundsätzlich verwehrt bleibt, gibt es doch eine „gläserne Decke“, die begrenzt, wie weit Christen aufsteigen können. So wird die Beförderung von Christen behindert; diese und damit einhergehende Begünstigungen bleiben Malaien und Konvertiten zum Islam vorbehalten. Der Druck auf Christen, zum Islam zu konvertieren, wird in dieser Weise erhöht, indem man ihnen Aufstiegschancen und berufliche Vorteile in Aussicht stellt.

Einen Glaubenswechsel offiziell bestätigen zu lassen, ist undenkbar. Christen werden oft diskriminiert, wenn sie mit den Behörden zu tun haben. Wenn Einwohner mit Bleiberecht, die einen chinesischen, christlichen oder buddhistischen Hintergrund haben, einen Antrag auf Staatsbürgerschaft stellen, erleben sie in vielen Fällen eine Ablehnung oder Verzögerung, ohne eine offizielle Begründung der Behörden zu bekommen. Die Aktivitäten des Landes zur Islamisierung, besonders unter Christen, werden breit publiziert, und Übertritte vom christlichen Glauben zum Islam werden in den Medien in den höchsten Tönen gelobt. Jeden Donnerstagmorgen von 8:00 – 9:30 Uhr ist in allen Regierungsstellen Zeit für das islamische Gebet und Lesungen des Koran vorgesehen. Die Teilnahme ist verpflichtend.

Kirchliches Leben

  • Es ist schwierig, als Kirche eine Registrierung zu bekommen oder rechtlich anerkannt zu werden: Die Kirchen, die einen offiziellen Status haben, wurden bereits während der Kolonialzeit registriert. Dies betrifft landesweit sechs Kirchen. Die Regierung erlaubt es jedoch nicht, dass weitere Kirchen registriert werden. Und selbst registrierte Kirchen stehen Problemen gegenüber: In der Hauptstadt Bandar Seri Begawan setzt die Regierung an Sonntagen Zugangsbeschränkungen um; alle Straßen, die zu der katholischen und der anglikanischen Kirche führen, werden zu „Erholungszwecken“ zwischen 6 Uhr morgens und 13 Uhr gesperrt. Nur Besitzer einer gültigen Bescheinigung dürfen das Gebiet um die beiden großen Kirchen betreten.
  • Christliche Predigten, Unterricht und/oder Publikationen werden überwacht: Alle Aktivitäten von Kirchen und besonders die Predigten werden überwacht. Vor allem registrierte Gemeinden sind davon betroffen, dass sie von Informanten der Regierung bespitzelt werden. Diese Informanten sind teilweise selbst Christen, denen Bestechungsgeld angeboten wurde. Weil die sonntäglichen Gottesdienste so streng überwacht werden, sind Pastoren (besonders Malaiisch sprechende Pastoren) sehr darauf bedacht, die Regierung oder die königliche Familie in ihren wöchentlichen Predigten nicht zu beleidigen. Veröffentlichte Materialien unterliegen ebenfalls der Überprüfung der Behörden.
  • Kirchen werden daran gehindert, christliche Materialien zu importieren: Es gibt ein dauerhaftes Verbot der Einführung gedruckten religiösen Materials. Elektronische Ausgaben der Bibel oder anderes religiöses Material sind leicht zugänglich, doch müssen Christen muslimischer Herkunft vorsichtig sein, wenn sie auf diese zugreifen.
  • Kirchen, christliche Organisationen oder Einrichtungen werden daran gehindert, ihre Überzeugungen in den Medien zu teilen: Die Nutzung von Massenmedien zur Darstellung des eigenen Glaubens gilt in Brunei als „Verbreitung einer anderen Religion außer dem Islam“ und ist verboten. Darauf stehen Haftstrafen von bis zu fünf Jahren oder Geldstrafen bis zu 20.000 Brunei-Dollar.

Es gibt eine Fatwa, stillschweigend vom Sultan befürwortet, die es verbietet, dass nichtmuslimische religiöse Gebäude renoviert oder gebaut werden dürfen. Daher verfallen die Kirchen mehr und mehr. Einige Gemeinden haben ihre Gebäude jedoch ohne Genehmigung renoviert. Trotz all dieser Herausforderungen stehen die Gemeinden fest in ihrem christlichen Glauben. Dabei bleibt das Problem, dass viele junge Christen das Land verlassen, und die Gemeinden sich darum sorgen, wer zukünftig ihre Leitung übernehmen wird.

Gemeinschaften von Christen muslimischer Herkunft und freikirchliche Gemeinschaften können sich nicht registrieren lassen und manchmal werden ihre Treffen von der Polizei unterbrochen. Die Verteilung von Bibeln und anderen christlichen Materialien ist nach den Gesetzen der Scharia strafbar. Personen, die an Muslime (oder Personen ohne Religion) Publikationen senden oder liefern, die andere Religionen als den Islam betreffen und nicht von derjenigen Person angefordert wurden, können zu einer Haftstrafe von bis zu sechs Monaten verurteilt und/oder mit einer Geldstrafe von bis zu 2.000 Brunei-Dollar belegt werden. Kirchen ist es erlaubt, christliche Materialien an Mitglieder ihrer Gemeinden privat zu verkaufen. Alle christlichen Aktivitäten in der Öffentlichkeit sind verboten. Im Dezember 2014 warnte die Regierung alle christlichen Gemeinschaften davor, öffentliche Weihnachtsfeierlichkeiten abzuhalten. Dieses Verbot von Weihnachtsfeiern ist immer noch in Kraft.

Auftreten von Gewalt

Die Verfolgung in Brunei war niemals sehr gewalttätig; und so wurden auch im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2020 keine Kirchengebäude beschädigt und keine Christen attackiert. Dennoch besteht Anlass genug, dass einige Christen das Land verlassen und christliche Konvertiten sich verstecken.

7. Verfolgungssituation für Männer und Frauen

Wie Frauen Verfolgung erfahren:

  • Verweigerung des Sorgerechts für Kinder
  • Erzwungene Einhaltung von Kleidungsvorschriften
  • Zwangsverheiratung
  • Vertreibung aus Wohnung/Wohnhaus
  • Verbale Gewalt

Obwohl Brunei die „UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau“ (CEDAW) unterzeichnet hat, berichtete Human Rights Watch im Mai 2019, das neue Scharia-Strafgesetzbuch stelle eine Gefahr für Frauen und religiöse Minderheiten dar.

Christen und Christinnen muslimischer Herkunft leiden unter der stärksten Verfolgung. Frauen werden aufgrund der immer strengeren Umsetzung der islamischen Gesetze gezwungen, einen Hidschab (Kopftuch) zu tragen und sie werden von den religiösen Obrigkeiten bestraft, wenn sie sich weigern, einen solchen zu tragen. Das gilt nicht für bekannte christliche Familien, jedoch für Christinnen muslimischer Herkunft. Es ist üblich, dass Frauen oder Mädchen von ihrer Familie verstoßen werden, wenn ihr Glaubenswechsel entdeckt wird. Ihre Familie isoliert sie daraufhin und Imame werden herbeigerufen, die sie dazu bringen sollen, ihren neuen Glauben zu widerrufen. Manchmal drohen die Familien auch, die Christinnen mit Muslimen, die sie kennen, zwangsweise zu verheiraten. Christlichen Frauen muslimischer Herkunft wird man wahrscheinlich die Kinder wegnehmen.

Wie Männer Verfolgung erfahren:

  • Zwangsscheidung
  • Vertreibung aus Wohnung/Wohnhaus
  • Körperliche Gewalt

Wie bereits gesagt, leiden Christen und Christinnen muslimischer Herkunft unter der stärksten Verfolgung. Auch Männer und Jungen werden üblicherweise von ihren Familie verstoßen, wenn sie den christlichen Glauben annehmen; ihre Ehen werden anulliert und sie werden gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Muslimische Gruppen, die als Abweichler gesehen werden, wie Schiiten und Ahmadiyya, sind verboten und werden verfolgt. Atheismus ist ebenfalls verboten. Die Tätigkeiten von Hindus sind eingeschränkt worden. Der einzige hinduistische Tempel im Land steht auf dem Gelände der britischen Kaserne des Gurkha-Regiments. Auch Sikhs und buddhistische Gemeinschaften besuchen diesen Tempel, um dort zu beten. Chinesischen Staatsangehörigen wurde untersagt, ihr Neujahrsfest mit dem Drachentanz zu feiern.

Im vermutlich ersten Fall seiner Art wurde am 15. Oktober 2019 ein Nichtmuslim nach dem Scharia-Gesetz für Diebstahl angeklagt. Viele reagierten auf Social Media überrascht und schockiert, dass die Scharia offensichtlich auch für Nichtmuslime gilt.

9. Der Ausblick für Christen

Islamische Unterdrückung / Diktatorische Paranoia

Der zunehmende wirtschaftliche Druck kann zu wachsender Unsicherheit und sogar Unruhen führen, besonders weil die Regierung kein weiteres Personal einstellt. Es sieht danach aus, dass der Sultan, indem er auf die Einführung der Scharia-Gesetzgebung pocht und christliche Feste verbietet, sich auf eine konservative Form des Islam verlässt – sicherlich einerseits aus Überzeugung, aber auch als ein Mittel, sein Volk unter Kontrolle zu halten. Dies wird zu einer Verstärkung der beiden Haupttriebkräfte der Verfolgung des Landes führen, der Islamischen Unterdrückung und der Diktatorischen Paranoia.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Brunei:

  • Jeden Tag finden sich Berichte in den Lokalzeitungen von zum Islam Konvertierten, denen Geschenke und finanzielle Unterstützung gegeben werden. Im Gegensatz dazu ist es Christen überhaupt nicht gestattet, das Evangelium weiterzusagen. Beten Sie, dass Gott seiner Gemeinde inmitten dieser ungerechten Verhältnisse die Weisheit und den Mut schenkt, die Botschaft von Jesus weiterzutragen.
  • Beten Sie für Christen, die im Verborgenen bleiben müssen. Die Verfolgung ist für sie auch deshalb stark spürbar, weil das Land derart klein ist und es keinen Zufluchtsort für sie gibt, falls ihr Glaube entdeckt wird. Deshalb entscheiden sie sich, ihren Glauben versteckt zu halten.
  • Beten Sie um Durchhaltevermögen für diese Christen. Im Jahr 2019 verschärfte Brunei die Scharia-Strafgesetzgebung. Dies ermöglicht, harte Strafen wegen Evangelisation und Abwendung vom Islam zu verhängen. Christen fragen sich manchmal, ob sie eine Zukunft in Brunei haben.