Länderprofil Brunei

Brunei

39
Weltverfolgungsindex
2021
Flagge Brunai
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
37
ISO
BN
Karte Brunei
Christen
0,05
Bevölkerung
0.45
Islamische Unterdrückung
Privatleben: 13.900
Familienleben: 14.600
Gesellschaftliches Leben: 10.700
Leben im Staat: 10.900
Kirchliches Leben: 13.500
Auftreten von Gewalt: 0.700

Länderprofil Brunei

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 39 / 64 Punkte (WVI 2020: Platz 37 / 63 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

Christen muslimischer Herkunft geraten unter Druck, da der Glaubenswechsel weg vom Islam durch das Strafgesetzbuch verboten ist und alles unternommen wird, um diese Personen zurück zu ihrem ursprünglichen Glauben zu bringen. Protestantische Freikirchen können nicht als Kirchen registriert werden, sondern müssen als Firmen, Gesellschaften oder Familienzentren angemeldet werden. Daher werden sie auch wie säkulare Organisationen behandelt und müssen jedes Jahr Finanz- und Geschäftsberichte an die Regierung übermitteln. Die gesamte Gesellschaft (Christen eingeschlossen) ist von der schrittweisen Einführung der Scharia betroffen. Auch wird die Gesellschaft von der sich verschlechternden wirtschaftlichen Lage beeinträchtigt, auch bedingt durch die Covid-19-Pandemie, da sie die Behörden darin einschränkt, großzügig mit Zuwendungen zu sein, die die Unzufriedenheit in der Bevölkerung klein halten sollen.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

64

39

2020

63

37

2019

63

36

2018

64

26

2017

64

25

Die Gesamtwertung des Landes stieg im Weltverfolgungsindex 2021 um einen Punkt, was eine stabile, aber schwierige Situation für Christen im Land widerspiegelt. Die Einführung des Scharia-Strafgesetzes hat sich noch nicht in der Punktzahl niedergeschlagen. Es bleibt abzuwarten, was diese Entwicklung für die Christen in Brunei bedeuten wird, abgesehen von Verunsicherung und Sorge. Der durchschnittliche Druck ist sehr hoch und die Punktzahlen sind in allen Lebensbereichen leicht angestiegen – so auch der Wert für Gewalt, allerdings hat diese weiterhin sehr niedriges Ausmaß. Die Kontrolle, Überwachung und das Ausspionieren von Christen werden als wichtiger angesehen als das Verüben von Gewalt.

2. Trends und Entwicklungen

1) Kirchen sehen sich anhaltenden Einschränkungen gegenüber

Aus Angst, dass Muslime in die Irre geführt werden könnten, wurden Weihnachtsfeiern ab 2015 in ganz Brunei verboten, mit Ausnahme von Weihnachtsfeiern innerhalb von Kirchengebäuden. Das Verbot umfasst die Verwendung von religiösen Symbolen wie Kreuzen, das Anzünden von Kerzen, das Aufstellen von Weihnachtsbäumen, das Singen religiöser Lieder in der Öffentlichkeit und das Versenden von Weihnachtsgrüßen. Als Strafe für einen Verstoß ist eine fünfjährige Gefängnisstrafe möglich. Die Einschränkungen machen den Kirchen deutlich, dass gerade die junge Generation mit einem starken christlichen Glauben aufwachsen muss. Eine besondere Herausforderung für die Kirchen ist, dass junge Menschen zunehmend das Land verlassen, um im Ausland bessere Chancen zu suchen. Dass Papst Franziskus kurz nach Ende des Berichtszeitraums für den Weltverfolgungsindex 2021 erstmals einen bruneiischen Bischof zum Kardinal ernannte, kam für viele überraschend. Es wird sicherlich weltweit Aufmerksamkeit auf die Situation der (katholischen) Christen in Brunei lenken, aber es bleibt abzuwarten, ob dies auch Konsequenzen für das tägliche Leben der Christen haben wird.

2) Bruneis starke Abhängigkeit von chinesischen Investitionen hat ihren Preis

Die Tatsache, dass der Sultan im November 2016 entschied, die beliebte englischsprachige Zeitung „Brunei Times“ schließen zu lassen, zeigt, dass er (erfolgreich) versucht, seine Kontrolle über die Medien und die öffentliche Berichterstattung auszuweiten. Es könnte sein, dass er diese Anstrengungen noch verstärkt, denn der Sultan verlässt sich immer stärker auf chinesische Investitionen bei der Verbesserung der Infrastruktur und Diversifizierung der Wirtschaft. Dies hat jedoch seinen Preis. Brunei ist im Jahr 2018 das erste Mitgliedsland des Verbands Südostasiatischer Nationen (ASEAN) gewesen, das seine Ansprüche im Südchinesischen Meer aufgab, damit die Investitionen aus China weiter fließen. Ein weiteres starkes Zeichen für die wachsenden Beziehungen zwischen Brunei und China war die Eröffnung der längsten Brücke Südostasiens am 17. März 2020, der 30 Kilometer langen Tamburong-Brücke.

3) Junge Christen verlassen das Land in großer Zahl

In Zukunft werden die Christen mit einer veränderten Kirchensituation konfrontiert sein, da die jungen Christen in großer Zahl das Land verlassen. Es gibt ein zunehmendes Gefühl der Unsicherheit über die Umsetzung des Scharia-Strafgesetzbuches. Die Ungewissheit über das Scharia-Strafgesetzbuch betrifft das ganze Land, aber insbesondere die religiösen Minderheiten, obwohl bisher keine Fälle im Zusammenhang mit dem Scharia-Strafgesetz gemeldet wurden. Ein ermutigendes Zeichen ist, dass junge Menschen Online-Foren nutzen, um auch heikle Fragen freier zu diskutieren; solange dies jedoch nicht zu mehr Freiheit führt, dies auch „offline“ zu tun, werden junge Menschen noch weniger Anreiz haben zu bleiben.

3. Religiöse Situation im Land

Nach Schätzungen der World Christian Database 2020 machen Muslime (größtenteils Sunniten) 58,7 % der Bevölkerung aus. Der regierende Sultan ist Oberhaupt der Religion: Was er will, wird Gesetz, und wenn er beschließt, dass der Islam einen konservativeren Weg einschlagen wird, müssen alle (auch die Kirchen) das akzeptieren. Christen haben die Freiheit, Gottesdienste zu feiern, aber sie wurden gewarnt, dies nicht „exzessiv und offen“ zu tun. Das Scharia-Strafgesetzbuch enthält mehrere Bestimmungen, die die Religionsfreiheit einschränken, nicht nur für Konvertiten, sondern auch für die christliche Minderheit. Die Zeit wird zeigen, wie die Bestimmungen umgesetzt werden.

Der Bericht zur internationalen Religionsfreiheit 2019 des US-Außenministeriums hält fest: „Es gibt signifikante Unterschiede in der religiösen Selbstzuordnung zwischen ethnischen Gruppen. Laut offizieller Statistik von 2016 machen ethnisch malaiische Bruneier 66 % der Bevölkerung aus und gelten als muslimisch im Sinne eines ererbten Status. Die chinesische Bevölkerung, die etwa 10 % der Gesamtbevölkerung ausmacht und sowohl bruneiische Staatsbürger als auch Einwohner mit permanenter Aufenthaltsgenehmigung umfasst, ist zu 65 % buddhistisch und zu 20 % christlich. Indigene Völker wie Dusun, Bisaya und Murut machen etwa 4 % der Bevölkerung aus und sind schätzungsweise zu 50 % muslimisch, zu 15 % christlich und der Rest sind Anhänger anderer Religionen, einschließlich der Anhänger traditioneller Praktiken. Das verbleibende Fünftel der Bevölkerung umfasst im Ausland geborene Arbeiter, vor allem aus Indonesien, Malaysia, den Philippinen und Südasien, oder sie sind staatenlos. Nach offiziellen Statistiken sind etwa die Hälfte dieser temporären und permanenten Bewohner Muslime, mehr als ein Viertel Christen und 15 % Buddhisten.“

4. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung, vermischt mit diktatorischer Paranoia

Brunei ist eine islamische Nation, die auf der Ideologie der „Malaiisch-Islamischen Monarchie“ („Melayu Islam Beraja“ bzw. MIB) basiert. Diese Regierungsform wird im Land als die gerechteste für alle Menschen bezeichnet, ob diese Muslime sind oder nicht. Der Sultan hat eine gewisse Demokratisierung gefördert (wobei Brunei von einer wirklichen Demokratie noch weit entfernt ist) und ernannte sich selbst zum Premierminister und Präsidenten.

Brunei will ein Vorbild und Zentrum des Islam sein: Das Scharia-Recht wurde für zivile und religiöse Angelegenheiten schon vor der Unabhängigkeit 1984 für alle Muslime eingeführt; die Regierung verfolgt außerdem eine Strategie der Islamisierung unter der teils christlichen, teils animistischen Stammesbevölkerung, indem sie die sogenannte „Dawa“-Bewegung (eine islamische Missionsbewegung) unterstützt. Der Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums von 2018 hält auf Seite 11 fest: „Die Regierung bot Menschen, die sich für eine Konversion zum Islam (zur schafiitischen Rechtsschule) interessierten, Anreize – besonders, wenn diese Personen aus den indigenen Stammesgemeinschaften in ländlichen Gegenden stammten. Zu den Anreizen gehörten Hilfen in Bezug auf Wohnraum, Sozialleistungen oder Hilfe bei der Durchführung des Hadsch, der Pilgerfahrt nach Mekka. In den staatlich beeinflussten Medien gab es eine umfangreiche Berichterstattung über die Vorteile einer Konversion zum Islam, die von der Regierung präsentiert wurden. Laut Regierungsstatistik konvertierten im Laufe des Jahres 292 Personen zum Islam; weniger als in den Vorjahren. Unter den Konvertiten befanden sich Bürger Bruneis, Personen mit Bleiberecht, aber auch Ausländer.“

Seit über 600 Jahren liegt die absolute Macht im Land bei den Sultanen. Alle wichtigen politischen Posten werden vom regierenden Sultan selbst bekleidet. Da die Bürger Bruneis ihn sehr schätzen, wird er für die momentan schwierige wirtschaftliche Lage nicht verantwortlich gemacht, auch nicht in der anhaltenden Coronakrise. Seine Regentschaft hat bisher keine Gefahr für die Christen dargestellt. Doch seine konservative islamische Einstellung zeigte sich 2016, als er die Behörden kritisierte, die zweite Phase der Einführung der Scharia, etwa der Strafprozessordnung, immer noch nicht umgesetzt zu haben. Die Umsetzung erfolgte erst im Jahr 2019. Daher dient der konservative Islam als eine Art Staatsideologie, die vom Herrscher gestützt wird, und als Mittel, um die Bevölkerung unter Kontrolle zu halten. Das lässt Christen bestenfalls als Bürger zweiter Klasse und mit Unsicherheit in Bezug auf ihre Zukunft zurück.

5. Verfolger

Ausgehend von islamischer Unterdrückung

  • Die eigene (Groß-)Familie: Ein Glaubenswechsel entehrt die Familie. Da es für gewöhnlich die Familie ist, die den Glaubenswechsel zuerst bemerkt, ist es auch die Familie, die großen Druck auf die betreffende Person ausübt, wieder zum Glauben der Familie zurückzukehren, unter anderem um Strafen durch die Regierung zu entgehen. Familienmitglieder und Nachbarn können Christen muslimischer Herkunft und Kirchen leicht in Schwierigkeiten bringen, indem sie dem staatlichen Geheimdienst KDN beziehungsweise der Abteilung für innere Sicherheit über sie Meldung erstatten. Meldungen dieser Art kommen häufig vor.
  • Regierungsbeamte: Regierungsbeamte sind die Hauptverfolger. Denn es sind die Behörden, welche die MIB-Grundsätze in allen Bereichen des Landes umsetzen und so Muslime gegenüber Angehörigen anderer Religionen bevorzugen. MIB ist ein Pflichtfach für alle Schüler sowohl an öffentlichen als auch an privaten Schulen sowie für Studenten an den Universitäten.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Islamische religiöse Leiter sind durch den Prozess der fortschreitenden Islamisierung eine indirekte Quelle für den Druck auf die Christen in Brunei. Durch diese Leiter geschieht ein Großteil der „Dawa“, der islamischen Mission, und ihre Bemühungen erweisen sich als zum Teil erfolgreich. Dies hat zu Spaltungen in Familien von Christen geführt. Dawa erfolgt, indem islamische Behörden eine Reihe von Missionierungsaktivitäten organisieren und sie finanzielle Anreize bieten, um den Islam zu verbreiten. Sowohl Muslime als auch Nichtmuslime stehen unter großem sozialem Druck, sich entsprechend islamischer Regeln zu verhalten.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Das „M“ in der Nationalideologie MIB steht für „Malaiisch“. Darauf aufbauend betonen die Anführer ethnischer Gruppen die privilegierte Stellung der Malaien in Brunei. Die islamische Mission nimmt speziell die ethnischen Minderheiten in Brunei ins Visier.

Ausgehend von diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte und nichtchristliche religiöse Leiter: Die Regierung gibt als offizielle nationale Philosophie MIB an. Diese ist, so definiert die Regierung, „ein System, das solide malaiische Kultureinflüsse in sich begreift, den Stellenwert des Islam für das tägliche Leben und die Herrschaft betont und gegenüber der Monarchie und ihrem Repräsentanten, Seiner Majestät dem Sultan, Respekt erweist“. Ein Regierungsorgan, der „MIB Supreme Council“ (Oberster Rat der Malaiisch-Islamischen Monarchie), sucht die MIB-Philosophie zu verbreiten und zu festigen und stellt sicher, dass sie in Politik und Gesetzgebung verankert ist. Religiöse muslimische und malaiische Leiter üben einen großen Einfluss auf den Sultan aus, der als der Beschützer des Islam und des malaiischen Volkes gesehen wird, und setzen die christliche Minderheit so unter Druck.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Anführer ethnischer Gruppen haben ein großes Interesse daran, die Regierung an der Macht zu halten und den dominierenden Status der Malaien sicherzustellen. Daher setzen sie alles daran, den Herrscher zu unterstützen bzw. wenn nötig Druck auf Minderheiten auszuüben, einschließlich Christen.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Das Land ist geografisch gesehen klein, weshalb keine besonderen lokalen Brennpunkte der Verfolgung zu nennen sind.

7. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Diese Gemeinschaften wie etwa die Römisch-Katholische Kirche und die Anglikanische Kirche stehen zunehmenden Anfeindungen gegenüber und müssen mehr und mehr Vorsicht walten lassen, da sie streng überwacht werden. Dennoch sind sie immer noch weniger von Verfolgung betroffen als die neueren protestantischen Gemeinden und Gemeinschaften von Christen muslimischer Herkunft.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Christen muslimischer Herkunft leiden unter starkem Druck durch Familie und Freunde, da die Abwendung vom Islam als illegal angesehen wird. Sollte ihr Glaubenswechsel bekannt werden, würden auch die Behörden einschreiten, um sie zu ihrem ursprünglichen Glauben zurückzubringen.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Mitglieder evangelikaler und Pfingstgemeinden wissen, dass sie sowohl in ihrem Privatleben als auch bei ihren Treffen und im kirchlichen Leben von den Behörden und ihrem Umfeld genau beobachtet werden. Dementsprechend sehen sie sich gezwungen, ihren christlichen Glauben sehr vorsichtig zu leben.

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 13.9
Familienleben 14.6
Gesellschaftliches Leben 10.7
Leben im Staat 10.9
Kirchliches Leben 13.5
Auftreten von Gewalt 0.7

Grafik: Verfolgungsmuster Brunei

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Brunei hat weiterhin ein sehr hohes Ausmaß. Im Weltverfolgungsindex 2021 erreicht er 12,7 Punkte.
  • Im Familienleben ist der Druck extrem und am stärksten, aber auch im Privatleben und im kirchlichen Leben ist er sehr hoch. Christliche Konvertiten bekommen den Druck besonders im Privat- und Familienleben zu spüren, während der Druck sich auf alle Christen im Bereich Leben im Staat und kirchliches Leben auswirkt. Dieser Druck wird verschärft durch die Einführung der Scharia. Da nun die rechtlichen Voraussetzungen für eine umfassende Umsetzung geschaffen wurden, spitzt sich die Problematik zu.
  • Das Ausmaß der Gewalt gegen Christen bleibt weiterhin sehr niedrig. Die Verfolgung von Christen war in Brunei nie besonders gewalttätig.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden vier der jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

War es gefährlich, privat christliche Materialien zu besitzen oder aufzubewahren?

Für einen Christen muslimischer Herkunft ist es sehr riskant, christliche Literatur und Materialien zu besitzen, da dies seine christliche Identität offenlegen könnte. Das Scharia-Strafgesetzbuch enthält eine Liste von Worten und Ausdrücken, darunter das Wort „Allah“, deren Gebrauch nur Muslimen und dem Bezug auf den Islam vorbehalten ist. Außerdem verbietet es den Gebrauch der indonesischen Bibelübersetzung, die unter Christen dieser Region sehr verbreitet ist. Malaysische Bibelübersetzungen, die von malaysisch sprechenden Christen bevorzugt werden, sind ebenfalls nicht leicht zu bekommen, und es ist riskant, eine zu besitzen.

War es für Christen riskant, ihren Glauben in schriftlicher Form persönlich zu bekunden (auch auf Blogs oder Facebook etc.)?

Alle Medien in Brunei werden überwacht und zensiert, wenn die Behörden es für nötig halten. Daher ist es für Christen sehr riskant, in sozialen Medien unter ihrem echten Namen aktiv über ihren Glauben zu sprechen. Und selbst unter einem Pseudonym wären die meisten immer noch sehr vorsichtig, da sie leicht der „Propagierung einer anderen Religion als des Islam“ (Scharia-Strafgesetzbuch, Abschnitt 209) beschuldigt werden könnten. Für Christen muslimischer Herkunft kommt das erst recht nicht in Frage und würde ernsthafte Gefahren mit sich bringen.

War es für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen?

Jedwede private Aussage über den christlichen Glauben kann als christliche Missionierung ausgelegt werden. Aufgrund dieser Gesetzeslage wird inzwischen selbst das Tragen eines Kreuzes um den Hals viel vorsichtiger gehandhabt als früher. Berichten zufolge vermeiden es Christen, an ihren Autos christliche Aufkleber oder Kreuze anzubringen und so ihren Glauben zu offenbaren. Man versucht, möglichst keine Aufmerksamkeit zu erregen. Jeder Bezug zu Weihnachten, ob christlich verstanden oder nicht, ist in der Öffentlichkeit verboten.

War es für Christen riskant, mit Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden, die nicht zum engsten Kreis gehören (erweiterte Familie, andere)?

Für Christen muslimischer Herkunft ist es sogar gefährlich, mit den engsten Familienangehörigen über ihren Glauben zu sprechen, geschweige denn mit entfernten Verwandten oder anderen Personen. Da die Gesetze Bruneis es malaiischen Muslimen nicht gestatten, sich vom Islam abzuwenden, und da diejenigen streng bestraft werden, die es dennoch tun, kann jedes Gespräch über den christlichen Glauben als Missionierung und damit als Verstoß gegen die Scharia verstanden werden. Abschnitt 112(1) des Scharia-Strafgesetzbuchs Bruneis besagt, dass ein Muslim, der dem Islam den Rücken kehrt, mit dem Tode bestraft werden kann oder mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 30 Jahren oder einer Prügelstrafe, abhängig von der Art der Beweise. Wenn das Scharia-Gericht überzeugt ist, dass der Beschuldigte sein „Vergehen“ bereut, muss das Gericht eine Freilassung anordnen. Es bleibt abzuwarten, wie das Scharia-Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung umgesetzt werden und inwieweit dies die Rechtspraxis verändern wird. Nichtsdestoweniger müssen Christen äußerst vorsichtig sein, mit wem sie sich über bestimmte Themen unterhalten. Unter Nichtchristen oder Stammesangehörigen, die meist einer traditionellen Stammesreligion folgen, sogenannte „christliche Propaganda“ zu verbreiten, ist verboten und kann mit einer Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren oder einer Geldstrafe bis zu 20.000 Brunei-Dollar oder beidem geahndet werden. Christen und besonders Gemeindeleiter stehen unter der permanenten Überwachung der Behörden.

Familienleben

Sind christliche Paare aufgrund ihres Glaubens daran gehindert worden, Kinder zu adoptieren oder sie als Pflegeeltern aufzunehmen?

Das Gesetz verbietet es einem Muslim, sein Sorgerecht für ein minderjähriges Kind oder seine Vormundschaft für eine von ihm abhängige Person an einen Nichtmuslim abzugeben. Daher können Nichtmuslime keine muslimischen, wohl aber nichtmuslimische Kinder adoptieren. Sie können auch keine Kinder adoptieren, deren Eltern unbekannt sind.

Wurden christliche Kinder unter Druck gesetzt, auf irgendeiner Bildungsebene an antichristlichem oder an die Mehrheitsreligion propagierendem Unterricht teilzunehmen?

Keine Schule, weder privat noch öffentlich, darf christliche Themen unterrichten, und alle Schüler in Primär- und Sekundarschulen müssen per Gesetz den Islam (oder genauer die MIB-Philosophie) lernen. Ein Pastor merkte an, dass einige Schüler besser die MIB-Prinzipien wiedergeben können als die Zehn Gebote. Das Bildungsministerium und das Ministerium für religiöse Angelegenheiten verwalten die meisten der staatlichen und privaten Schulen des Landes. Der Sultan erklärte in einer Ansprache im Juli 2018, islamische Geschichte solle zu einem Pflichtfach in allen Schulen und Bildungszentren werden, zusätzlich zum bereits bestehenden MIB- und Religionsunterricht. Weiter sagte er: „Das Bildungssystem darf die Religion nicht außer Acht lassen und Religion muss die Achse des Bildungssystems sein. Verstehe unsere Religion gut, so dass du sie lieben lernst. Der Weg zum Verständnis der Religion ist natürlich das Studium der Religion, insbesondere ihrer Geschichte.“ In Schulen und Berufsbildungsstätten sind Mädchen dazu angehalten, ein Kopftuch zu tragen.

Sind Kinder von Christen wegen des Glaubens ihrer Eltern schikaniert oder diskriminiert worden?

Der Druck ist besonders hoch auf Kinder von christlichen Konvertiten, sobald aufgedeckt wird, dass ihre Eltern „Abtrünnige“ sind. Mädchen aus christlichen Familien müssen das Kopftuch zur Arbeit oder Schule tragen, wie auch alle anderen nichtmuslimischen Frauen und Mädchen. Lehrer setzen Kinder unter Druck, zum Islam zu konvertieren und Muslime zu werden. Der Druck auf Christen ist sogar in Privatschulen zu spüren.

Wurden christliche Taufen behindert?

Christen muslimischer Herkunft können nicht in der Öffentlichkeit getauft werden. Daher finden Taufen generell selten bzw. nur im Ausland statt. Da Taufen das stärkste Zeichen dafür sind, dass eine Gemeinde lebendig ist und wächst, werden Taufgottesdienste auch bei den anderen Christen sehr unauffällig gehandhabt, um nicht zu viel Aufmerksamkeit zu erregen.

Gesellschaftliches Leben

Wurden Christen unter Druck gesetzt, an nichtchristlichen religiösen Zeremonien oder Gemeinschaftsveranstaltungen teilzunehmen?

Mithilfe der nationalen MIB-Philosophie hat der Islam jeden Aspekt des gesellschaftlichen Lebens durchdrungen. MIB ist ein System, das solide malaiische Kultureinflüsse in sich begreift, den Stellenwert des Islam für das tägliche Leben und die Regentschaft betont und Respekt gegenüber der Monarchie des Sultans umfasst. Somit stehen Christen unter Druck, an islamischen Riten und Zeremonien teilzunehmen. Eine Weigerung wird als Ablehnung der Kultur und der Werte der Gesellschaft gesehen. Zudem gibt es strikte Vorgaben für das Einhalten der muslimischen Gebetszeiten während des Ramadan, sowohl für Muslime als auch für Nichtmuslime.

Wurden Christen von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen?

Christen mit muslimischem Hintergrund stehen immer unter dem starken Druck von Familie, Freunden und Nachbarn, ihren christlichen Glauben aufzugeben. Doch der Druck ist aufgrund der Islamisierungsbemühungen der Regierung auch für andere Christen ähnlich stark spürbar. Die Kirchen erleben einen allmählichen Schwund ihrer Mitgliederzahlen. Ein Mitglied nach dem anderen ergibt sich dem Islam, vor allem um dem sozialen Druck zu entkommen, aber auch um die finanziellen Begünstigungen von jährlich 1.000 Brunei-Dollar für die nächsten zehn Jahre zu erhalten. Da in Brunei viele Gemeinden sehr klein sind, kann es ernsthafte Auswirkungen auf die verbleibende Versammlung haben, wenn „nur“ zwei oder drei die Kirche verlassen. Die Erfolge der Mission (oder „Dawa“) werden weithin bekannt gemacht und in den nationalen Zeitungen gefeiert, wo die Konvertiten mit ihren neuen Namen bekannt gegeben werden.

Wurden Christen von ihren lokalen Gemeinschaften oder von privaten Gruppen überwacht (dazu gehören auch Meldungen an die Polizei, Beschattung, das Abhören von Telefonleitungen, das Lesen/Zensieren von E-Mails usw.)?

Besonders die Malaysisch sprechenden Gemeinden sind ernsthaft bedroht und werden unablässig überwacht, was zu einem hohen Maß an Furcht und Vorsicht unter den Gemeindeleitern führt. Jeder weiß von der stattfindenden Überwachung. Berichten zufolge gibt es in vielen Gemeinden Informanten (manchmal andere Christen), die von den Behörden geschickt werden. Die Behörden besorgen sich zudem von Einwohnern Informationen über die Aktivitäten der Kirchen.

Haben Christen auf irgendeiner Ebene im Bereich ihrer Bildung aus religiösen Gründen Nachteile erlitten (z. B. Einschränkungen des Zugangs zur Bildung)?

Der Islam- und MIB-Unterricht ist verpflichtend an allen Schulen. Obwohl Nichtmuslime von einigen religiösen Pflichten befreit sind, hätten sich viele nichtmuslimische Kinder dazu entschlossen, Islamkurse zu belegen, so die Aussage der Regierung. Laut dem Bericht zur internationalen Religionsfreiheit 2019 des US-Außenministeriums glaubten diejenigen, die sich für staatlich geförderte Stipendien bewarben, dass das Belegen der Islamkurse ihnen Vorteile verschaffen könnte. Aufgrund wirtschaftlicher Einschränkungen hat sich die Anzahl der Stipendien für Universitäten verringert. Dieser Rückgang der Stipendienplätze bewirkt, dass viele Christen den Eindruck gewinnen, nun noch weniger Chancen auf einen Studienplatz an einer Universität in Brunei zu haben. Diese Entwicklung könnte sich aufgrund der Herausforderungen durch die Covid-19-Pandemie beschleunigen.

Leben im Staat

Schränkt die Verfassung (oder vergleichbare nationale oder staatliche Gesetze) die Religionsfreiheit, basierend auf der Formulierung in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, ein?

Brunei führte im Mai 2014 das Scharia-Strafgesetzbuch ein. Dieser Rechtskodex reglementiert nicht nur Straftaten wie Mord und Diebstahl, sondern auch u. a. das öffentliche Zeigen christlicher Symbole, Angelegenheiten der Missionierung oder der Apostasie. Die Einführung einer neuen Strafprozessordnung wurde im April 2019 etwas verstohlen angekündigt, was zu einem internationalen Aufschrei und zu einer, sonst äußerst seltenen, öffentlichen Stellungnahme des Sultans führte. Unabhängig davon, wie die Scharia am Ende umgesetzt wird – und bisher scheint dies eher moderat zu erfolgen –, die Religionsfreiheit ist in Brunei stark eingeschränkt.

Wurden Christen daran gehindert, ihre Ansichten oder Meinungen in der Öffentlichkeit zu äußern?

Das Gesetz gegen Volksverhetzung sowie die MIB und das Scharia-Strafgesetzbuch als Prüfstein für öffentliche Äußerungen, schränken die Art und Weise, wie Christen ihre Ansichten und ihren Glauben in der Öffentlichkeit ausdrücken können, ein. Christen in Brunei halten sich sorgfältig an die Gesetze. Sie betreiben Selbstzensur, um Ärger zu vermeiden, aber vor allem, weil es nicht völlig ersichtlich ist, welche Glaubensaussagen als Volksverhetzung gelten können.

Sind christliche Organisationen der Zivilgesellschaft oder politische Parteien aufgrund ihrer christlichen Überzeugung in ihrer Arbeit behindert oder verboten worden?

Obwohl es in Brunei einige politische Parteien gibt, folgen sie doch ganz dem Willen des Sultans, der alle Macht innehat. Es gibt weder christliche politische Parteien noch christliche zivilgesellschaftliche Organisationen, da diese im Land verboten sind. Christliche zivilgesellschaftliche Organisationen arbeiten nicht als solche, sondern als gewerbliche Unternehmen. Sie müssen so alle gesetzlichen Vorgaben für klassische Unternehmen erfüllen, etwa in Bezug auf das Berichts- oder Steuerwesen.

Wurden Christen von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, oder wurde ihre Beförderung aus religiösen Gründen behindert?

Christen sind nicht völlig von öffentlichen Ämtern ausgeschlossen, aber es gibt eine Obergrenze dafür, wie weit sie aufsteigen können. Dies und damit einhergehende Begünstigungen bleiben Malaien und Konvertiten zum Islam vorbehalten, wenn sie Bürger des Landes sind. Der Druck auf Christen, zum Islam zu konvertieren, wird in dieser Weise erhöht, indem man ihnen Aufstiegschancen und berufliche Vorteile in Aussicht stellt.

Kirchliches Leben

War es für Kirchen schwierig, von behördlichen Stellen eine Registrierung oder einen offiziellen Status zu erhalten?

Die Kirchen, die bereits während der Kolonialzeit registriert wurden, besitzen auch heute noch einen offiziellen Status. Dies betrifft landesweit sechs Kirchen. Die Regierung erlaubt es jedoch nicht, dass weitere Kirchen registriert werden. Und selbst registrierte Kirchen stehen Problemen gegenüber: In der Hauptstadt Bandar Seri Begawan setzt die Regierung an Sonntagen Zugangsbeschränkungen um; alle Straßen, die zu der katholischen und der anglikanischen Kirche führen, werden zu „Erholungszwecken“ zwischen 6 Uhr morgens und 13 Uhr gesperrt. Nur Besitzer einer gültigen Bescheinigung dürfen das Gebiet um die beiden großen Kirchen betreten.

Wurde veröffentlichtes Predigt- und/oder Lehrmaterial überwacht?

Alle Aktivitäten von Kirchen und besonders die Predigten werden überwacht. Vor allem registrierte Gemeinden sind davon betroffen, dass sie von Informanten der Regierung bespitzelt werden. Diese Informanten sind teilweise selbst Christen, denen Bestechungsgeld angeboten wurde. Da die Sonntagsgottesdienste genau überwacht werden, sind die Pastoren (besonders diejenigen, die auf Malaysisch predigen) sehr vorsichtig. Sie sagen in ihrer Predigt nichts, was als Kritik oder Beleidigung der Regierung oder der königlichen Familie ausgelegt werden könnte. Veröffentlichte Materialien unterliegen ebenso der Überprüfung der Behörden.

Wurden die Kirchen daran gehindert, christliches Material aus dem Ausland zu importieren?

Es gibt ein dauerhaftes Verbot für die Einfuhr gedruckten religiösen Materials. Allerdings sind digitale Ausgaben der Bibel und anderer religiöser Materialien verfügbar, aber Konvertiten müssen sehr vorsichtig sein, wenn sie online auf diese zugreifen.

Wurden Kirchen bei der Gründung, Verwaltung, Instandhaltung und Leitung von Schulen oder karitativen, humanitären, medizinischen, sozialen oder kulturellen Organisationen, Einrichtungen und Verbänden behindert?

Die christlichen Schulen in Brunei unterliegen den Vorschriften der bruneiischen Behörden und müssen daher muslimische Lehrer einstellen und auch Islamunterricht für muslimische Schüler anbieten. Andere christliche Organisationen können nicht von Kirchengemeinden geleitet werden und müssen als unabhängige Einheiten funktionieren, die als Berufs- oder Firmengruppen arbeiten. Alle Gruppen, einschließlich Schulen und Wohltätigkeitsorganisationen, sind verpflichtet, sich bei der Regierung zu registrieren. Die Registrierung kann aus beliebigen Gründen verweigert werden, und registrierte Gruppen können jederzeit ohne vorherige Warnung oder Begründung geschlossen werden.

Auftreten von Gewalt

Die Verfolgung in Brunei war niemals sehr gewalttätig; und so wurden auch im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 keine Kirchengebäude beschädigt und keine Christen angegriffen. Dennoch ist die Verfolgung so groß, dass einige Christen das Land verlassen und christliche Konvertiten sich verstecken. Das zeigt auch ein Vorfall von Februar 2020: Ein amerikanischer Christ, der in den Straßen von Bandar Seri Begawan das Evangelium weitergab, wurde festgenommen, verhört – und dann überraschend schnell abgeschoben. Ein bruneiischer Staatsbürger, insbesondere ein Christ muslimischer Herkunft, wäre damit nicht davongekommen und viel härter bestraft worden.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Im Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums für 2019 steht:

„Die Regierung verbot Nichtmuslimen weiterhin, unter Muslimen oder Personen ohne Religionszugehörigkeit zu missionieren. Im Oktober klagten Scharia-Gerichte nichtmuslimische Angeklagte in zwei Strafverfahren an. Die Regierung erlaubte schafiitischen Muslimen und Mitgliedern nichtmuslimischer religiöser Minderheiten, ihren Glauben zu praktizieren, verbot aber weiterhin mehrere religiöse Gruppen, die sie als ‚abweichend‘ betrachtet. Der Sultan warnte die Regierung öffentlich, ihren Kurs gegen Abweichungen von dem, was er als authentische islamische Lehren bezeichnete, zu verstärken.“ Und weiter: „Wie in den vergangenen Jahren beschränkte die Regierung die traditionellen Löwentanzvorführungen zum Neujahrsfest auf einen Zeitraum von drei Tagen und auf chinesische Tempel, chinesische Schulhallen und private Wohnsitze von Mitgliedern der chinesischen Vereinigung. Mitglieder der königlichen Familie nahmen während der erlaubten Zeit öffentlich an Neujahrsfeiern und Löwentanzaufführungen teil, worüber die staatlich beeinflussten Medien auf den Titelseiten berichteten.“

Nichtsunniten, die als Abweichler gesehen werden, wie Schiiten und Ahmadiyya-Muslime, werden verfolgt, da ihre Form des Islam verboten ist. Atheismus ist ebenfalls verboten. Die Tätigkeiten von Hindus werden eingeschränkt. Der einzige hinduistische Tempel im Land steht auf dem Gelände der britischen Kaserne des Gurkha-Regiments. Auch Sikhs und buddhistische Gemeinschaften besuchen diesen Tempel, um dort zu beten. Chinesischen Staatsangehörigen wurde untersagt, ihr Neujahrsfest mit dem Drachentanz zu feiern.

In einem anscheinend ersten Urteil seiner Art wurde am 15. Oktober 2019 ein Nichtmuslim nach der Scharia wegen Diebstahl bestraft. Beiträge in den sozialen Medien in Brunei brachten den Schock darüber zum Ausdruck, dass die Scharia nun offenbar auch für Nichtmuslime gilt.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Brunei:

  • Seit Jahrzehnten erdrücken die vielen islamischen Gesetze im Land die Gemeinde. Beten Sie, um Mut und Weisheit für die Christen, in dieser Situation ihren Glauben zu leben.
  • Beten Sie um Weisheit für Pastoren und Gemeindeleiter, um ihre Mitglieder dazu zu ermutigen, Gott die Treue zu halten und Salz und Licht für die Nation zu sein.
  • Dieses Land scheint gegenüber dem Evangelium verschlossen zu sein. Bitte beten Sie, dass Gott Türen öffnet und viele Menschen in Brunei zum Glauben an Christus kommen.