Länderprofil Algerien

Algerien

17
Weltverfolgungsindex
2020
Flagge Algerien
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
22
ISO
DZ
Karte Algerien
Christen
0,13
Bevölkerung
42.68
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen
Privatleben: 13.500
Familienleben: 14.300
Gesellschaftliches Leben: 10.400
Leben im Staat: 12.800
Kirchliches Leben: 13.200
Auftreten von Gewalt: 9.300

Länderprofil Algerien

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 17 / 73 Punkte (WVI 2019: Platz 22 / 70 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. November 2018 – 31. Oktober 2019

Zusammenfassung

Wie in den meisten Ländern dieser Region sind die Hauptverfolger auch in Algerien die Gesellschaft, extremistische Islamlehrer und Regierungsbeamte, die den Sichtweisen dieser Lehrer anhängen. Algerische Christen, von denen die meisten Konvertiten mit muslimischem Hintergrund sind, erfahren vor allem von Familienmitgliedern und der erweiterten Verwandtschaft Verfolgung. So sind vor allem die Familie und das soziale Umfeld – einschließlich traditioneller (ethnischer) Anführer und Ältester – maßgeblich für die Verfolgung verantwortlich. Regierungsbeamte auf verschiedenen Ebenen der Verwaltungshierarchie üben ebenfalls Druck auf Christen aus, ihren Glauben aufzugeben. Sie schränken die Freiheit der Christen ein, ihre Meinung zu äußern und ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu praktizieren.

Es gibt Gesetze, die Gottesdienste von Nicht-Muslimen regeln. Dazu gehören auch Vorschriften, die es gesetzlich verbieten, „den Glauben eines Muslims zu erschüttern“ oder zu versuchen, ihn zu „verführen, eine andere Religion anzunehmen“. Christen leiden im Alltag des Weiteren unter Schikane und Diskriminierung. Die entferntere Verwandtschaft und Nachbarn versuchen Christen muslimischer Herkunft dazu zu zwingen, islamische Verhaltensnormen und Riten zu befolgen. Der Druck und die Gefahr, denen Christen ausgesetzt sind, sind in ländlichen und religiös eher konservativen Regionen des Landes besonders hoch. Diese Regionen waren in den 1990er-Jahren eine Hochburg für islamistische Aufständische im Kampf gegen die Regierung.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Während des Berichtszeitraums ging die algerische Regierung weiter gegen protestantische Gemeinden vor. Elf Kirchen wurden von der Regierung geschlossen – zusätzlich zu denen, die bereits im vergangenen Berichtszeitraum geschlossen wurden. Einige durften nach ein paar Monaten wieder öffnen.
  • In einer neuen Welle verstärkten Drucks wurden mindestens 90 Christen bei einem öffentlichen Protest gegen die Schließung der Full Gospel Church in Tizi Ouzou roh behandelt und festgenommen.
  • Berichten zufolge wurden mehrere christliche Familien von Mitgliedern ihrer Ortsgemeinschaft belästigt.

Meldungen und Beiträge zu Algerien

Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Blick ins Innere der „Église du Plein Évangile“ in Tizi Ouzou
Algerien
Am heutigen Mittwoch trifft die Welle der Kirchenschließungen in Algerien eine der größten protestantischen Gemeinden des Landes. Open Doors hat mit ihrem Pastor gesprochen.
Kurzmeldung Kurzmeldung
Algerien Symbolbild
Algerien
Vier Christen, die in Algerien wegen „Missionierung“ angeklagt sind, erwarten ihr Urteil am 25. Dezember. Ihnen wird vorgeworfen, eine Muslima bedrängt zu haben, Christin zu werden – nach algerischem Recht ist das eine Straftat. Es drohen ihnen Haftstrafen und eine Geldstrafe.
Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Idir Hamdad (Quelle: World Watch Monitor)
Algerien
„Anstiftung eines Muslims zum Wechsel seiner Religion“: So lautet einer der Anklagepunkte, wegen derer fünf Christen in Algerien am 6. November der Prozess gemacht wird. Die Klägerin ist mit einem von ihnen verheiratet.
Interview interview
Interview Nordafrika
Nordafrika
Die Kirche in Nordafrika ist sehr jung. Zwar gab es an der Südküste des Mittelmeers in den ersten Jahrhunderten nach Christus Nachfolger Jesu, doch nach dem Aufstieg des Islam im siebten und achten Jahrhundert verschwand diese Kirche fast vollständig.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 73 Punkten steht Algerien auf Platz 17 auf dem Weltverfolgungsindex 2020.

Damit stieg die Wertung im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2019 um 3 Punkte an. Der Druck auf Christen wurde für alle Lebensbereiche außer einem als „sehr hoch“ (oder darüber) eingestuft. Der Anstieg der Gesamtpunktzahl lässt sich vor allem auf einen Anstieg im Bereich Gewalt zurückführen, insbesondere auf gewalttätige Verhaftungen und die Angst, die mit ihnen einhergeht.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Je mehr Einfluss der Islam in den vergangenen Jahren auf die Regierung Algeriens gewonnen hat, desto stärker wurde die Freiheit von Christen eingeschränkt. Druck von islamistischen Bewegungen auf die Regierung und die Gesellschaft hat in Verbindung mit Druck von Familienmitgliedern auf Christen muslimischer Herkunft zu andauernden Schwierigkeiten für Christen geführt. Angespornt durch den „Arabischen Frühling“ in anderen nordafrikanischen Ländern üben islamistische Gruppierungen Druck auf eine Regierung aus, die dazu gezwungen ist, mit islamischen Parteien zusammenzuarbeiten. Trotz dieser Zusammenarbeit ist die Partei „Islamische Heilsfront“ (FIS) jedoch noch immer verboten. Islamisten treten immer offensichtlicher in Erscheinung und überwachen die Aktivitäten von Christen und anderen nichtmuslimischen Minderheiten (wie die kleinen jüdischen oder Bahai-Gemeinden).

Diktatorische Paranoia

Diese Triebkraft der Verfolgung zeigt sich in der autokratischen Regierung Algeriens, die Christen Restriktionen auferlegt. Mit einer weiter steigenden Anzahl geschlossener Kirchen und der Anwendung körperlicher Gewalt gegen christliche Demonstranten scheint es, dass die Regierung ihren Druck auf die Kirche weiter verstärkt. Die Gründe für diese neue Welle der Gewalt sind nicht bekannt, aber einige Maßnahmen der Regierung können als Versuch betrachtet werden, die islamistischen Teile der Bevölkerung zu beschwichtigen.

Des Weiteren bieten die anti-kolonialistischen und revolutionären Wurzeln der regierenden Partei, die seit der Unabhängigkeit an der Macht ist, einen ideologischen Blickwinkel, von dem aus sie christliche Missionstätigkeiten misstrauisch beäugt, insbesondere dann, wenn diese in Verbindung mit Kirchen und christlichen Gruppen aus dem Westen durchgeführt werden.

Ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

Die meisten algerischen Christen leben in der Kabylei, einer Region im Norden des Landes. Zwischen dieser Region und der Zentralregierung gibt es seit der Unabhängigkeit Algeriens politische Spannungen. In der schwierigen Beziehung zwischen der algerischen Regierung und den Bewohnern der Kabylei spielen unter anderem ethnische Identität, Kultur und Sprache eine bedeutende Rolle. Die meisten Bewohner der Kabylei gehören zum Volk der Berber, wohingegen die vorherrschende ethnische Identität des Landes arabisch ist. Die ethnisch begründeten Spannungen und Anfeindungen weiten sich auch auf das religiöse Leben aus und tragen so zur Christenverfolgung in der Kabylei bei.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

  • Die eigene (Groß-)Familie: Familienmitglieder sind die treibende Kraft hinter der Verfolgung von Christen muslimischer Herkunft. Dazu gehören unter anderem körperlicher Missbrauch, Vertreibungen, Hausarrest (vor allem für Frauen), erzwungene Scheidungen und der Verlust von Erbansprüchen und Sorgerecht.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Dorfälteste stellen sich oft aktiv gegen die sichtbare Präsenz der Kirche. Auch setzen sie Familien unter Druck, gegen Konvertiten in ihrem Haushalt vorzugehen.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Extremistische Auslegungen des Islam sind in Algerien allgegenwärtig. Salafistische Leiter predigen Intoleranz gegenüber Nichtmuslimen.
  • Gewöhnliche Bürger und Mobs: Im arabischen Teil der Gesellschaft ist die Feindseligkeit gegen Christen tief verwurzelt. In der Kabylei und anderen berberischen Regionen ist sie nur geringfügig schwächer.
  • Politische Parteien: Auch wenn die Macht der nicht regierenden politischen Parteien begrenzt ist, können islamistische Parteien dennoch Druck auf die Regierung ausüben, gegen nichtsunnitische religiöse Gruppen vorzugehen.
  • Gewalttätige religiöse Gruppen: Obwohl es in den vergangenen Jahren keine größeren Vorfälle gab, ist die Bedrohung mit Gewalt durch islamisch-extremistische Gruppen jederzeit präsent.

Ausgehend von Ethnisch oder traditionell begründeten Anfeindungen

  • Die eigene (Groß-)Familie: Stammesdenken über Konzepte wie „Familienehre“ wird aktiv beschützt. Christliche Konvertiten, besonders Frauen, haben mit harten Konsequenzen zu rechnen, da ihr Glaubenswechsel im Denken ihrer Angehörigen Schande über die Familie bringt und andere Stammesregeln verletzt.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Stammesbeziehungen spielen eine wichtige Rolle im täglichen Leben. Mit ihrem Glaubenswechsel widersetzen sich Christen muslimischer Herkunft der Stammestradition und werden deshalb verfolgt. Anführer ethnischer Gruppen wie Dorfälteste setzen Familienangehörige und das soziale Umfeld unter Druck, gegen solche Konvertiten vorzugehen.
  • Gewöhnliche Bürger und Mobs: Stammesdenken, -werte und -normen stammen aus uralten Traditionen und werden in der islamischen Gesellschaft des Landes am Leben gehalten. Wer den christlichen Glauben annimmt, bricht mit diesen Traditionen und kann von der Gesellschaft deswegen unter Druck gesetzt werden, etwa indem er seine Arbeitsstelle verliert.
  • Regierungsbeamte und politische Parteien: Regierungsbeamte und die regierende Partei spielen als Verfolger eine bedeutende Rolle. Ihre Feindseligkeit gegenüber den kulturellen, sprachlichen und politischen Forderungen nicht-arabischer Gruppen und ihre daraus resultierenden Bemühungen, diese Forderungen zu unterdrücken, bedeuten auch für christliche Gemeinden in der Kabylei, dass sie Einschränkungen und Verfolgung ausgesetzt sind. Das Wachstum der Kirche, speziell in dieser Region, wird als Bedrohung gegenüber der überwiegend arabischen und islamischen Identität des Landes wahrgenommen.

Ausgehend von Diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Algerien ist eines der wenigen Länder Nordafrikas, in denen sich das Regime dauerhaft an der Macht halten und weitreichende demokratische Reformen umgehen konnte, auch wenn das Land nun nach einer neuen Balance sucht. Seit der Unabhängigkeit ist die Partei „Nationale Befreiungsfront“ trotz mehrerer Präsidentenwechsel an der Macht geblieben. Die Nationale Befreiungsfront wurde oft durch politische Islamistenbewegungen herausgefordert. Um deren Anhänger für sich zu gewinnen und ihre eigene Legitimität zu unterstreichen, schränkt die Regierung die Freiheit von Christen ein.

4. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Die meisten Christen in Algerien haben einen muslimischen Hintergrund. Der Großteil von ihnen lebt in der Kabylei im Norden des Landes. Die Bewohner der Kabylei sind Berber, die auch ihre eigene Sprache sprechen, und stehen damit im Gegensatz zu dem Rest des Landes, der von Algeriern mit arabischem Hintergrund bewohnt wird. Viele Jahre lang wurden die Bewohner der Kabylei von der algerischen Regierung diskriminiert und vernachlässigt. Dies schuf eine Umgebung, in der sich eine christliche Gemeinschaft entwickeln konnte, auch wenn der Druck von Regierung und Gesellschaft stark blieb.

Im arabischen Teil des Landes, besonders im Süden, sind die Umstände für Christen sehr schwierig und es gibt nur wenige Kirchen. Gewalttätige islamische Gruppen genießen keine große Unterstützung in der Bevölkerung, aber der Islam hat sehr große Macht im Land, auch weil die salafistische Bewegung wächst.

5. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Neben einigen westlichen ausländischen Christen gehören zu dieser Kategorie hauptsächlich christliche Migranten aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Diese kleine Anzahl an Studenten erfährt Diskriminierung an Universitäten und im städtischen Alltagsleben.

Christen aus traditionellen Kirchen

Die einzige Kirche, die zu dieser Kategorie gezählt wird, ist die Römisch-Katholische Kirche. Protestantische Kirchen bestehen heutzutage fast vollständig aus Christen mit muslimischem Hintergrund (siehe nächster Abschnitt). Katholische Gemeinden sehen sich außerhalb ihrer Gottesdiensträume mit Einschränkungen konfrontiert, sind aber zugelassen, sofern sie registriert sind. In katholischen Kirchen (einschließlich der Kathedrale in Algier, dem Sitz des Erzbischofs) können Gottesdienste ohne staatliche Einmischung durchgeführt werden.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Die große Mehrheit der Christen in Algerien sind Christen mit muslimischem Hintergrund. Sie stehen unter anhaltendem Druck. Das Gesetz verbietet alle öffentlichen Versammlungen, bei denen ein anderer Glaube als der Islam praktiziert wird; davon ausgenommen sind die registrierten Kirchen. Eine solche Registrierung wird unabhängigen christlichen Gemeinden jedoch häufig verwehrt. In der Berber-Region gibt es eine große Zahl inoffizieller Gruppen, die sich regelmäßig treffen. Nichtmuslime versammeln sich zum Gottesdienst meist in Privathäusern. Die sehr junge algerische Kirche, die zumeist aus Christen der ersten Generation besteht, ist in vielfältiger Form Diskriminierungen durch den Staat und Familienmitglieder ausgesetzt. Obwohl einige protestantische Kirchen unter dem Dachverband der Protestantischen Kirche Algeriens (EPA) bereits zur Kolonialzeit entstanden, bestehen sie heute vorwiegend aus Christen muslimischer Herkunft.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 13.5
Familienleben 14.3
Gesellschaftliches Leben 10.4
Leben im Staat 12.8
Kirchliches Leben 13.2
Auftreten von Gewalt 9.3

Grafik: Verfolgungsmuster Algerien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen blieb sehr hoch und stieg von 12,4 Punkten im vergangenen Jahr auf 12,8 Punkte an. Dieser Anstieg ist vor allem auf den erhöhten Druck vonseiten der Regierung zurückzuführen.
  • Am stärksten ist der Druck in den Bereichen des Familienlebens (14,3 Punkte), des Privatlebens (13,5) und des kirchlichen Lebens (13,2). Dies zeigt, unter welch hohem Druck christliche Konvertiten stehen: Sie leben in ständiger Gefahr, von ihren Familien als Christen entdeckt und ausgegrenzt zu werden, und sehen sich Widerstand vonseiten der Gesellschaft und der Regierung gegenüber.
  • Der Wert für das Auftreten von Gewalt ist im Vergleich zum Vorjahr von 7,6 auf nun 9,3 Punkte gestiegen, nachdem er aufgrund von Kirchenschließungen bereits im Weltverfolgungsindex 2019 um 2,0 Punkte gestiegen war. Der jetzige Anstieg ist vor allem auf die (gewalttätigen) Verhaftungen von mehreren Christen zurückzuführen.

Zu jedem der Lebensbereiche sind im Folgenden jeweils ausgewählte Teilaspekte genannt, die im betreffenden Lebensbereich für die Christen zu den gravierendsten Schwierigkeiten gehören.

Privatleben

  • Es ist gefährlich für Christen, ihrem Glauben in schriftlicher Form persönlich Ausdruck zu geben, etwa in Internetblogs oder auf Facebook: Einige algerische Christen haben öffentlich in sozialen Medien über ihren Glauben gesprochen, in mehreren Fällen kam es daraufhin zu Anklagen wegen Blasphemie und zu (körperlicher) Gewalt durch extremistische Muslime. Für Christen muslimischer Herkunft ist es besonders riskant, über ihren Glauben zu reden, da ihre Familie sie aus ihrem Zuhause verbannen oder sie zur Scheidung zwingen könnte, was auch den Verlust des Sorgerechts für ihre Kinder bedeuten würde.
  • Es ist für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen: Alle Christen im Land achten darauf, keine christlichen Symbole wie Kreuze öffentlich zu zeigen, da Feindseligkeit gegen Christen weit verbreitet ist. Für Christen muslimischer Herkunft kann das Tragen solcher Symbole zur Entdeckung ihres Glaubenswechsels durch ihre Familie führen und Fragen und Belästigungen zur Folge haben.
  • Es ist ein Risiko für Christen, über ihren Glauben zu sprechen: Die Gesetze des Landes gegen Evangelisation und Blasphemie wirken sich auf die Freiheit von Christen aus, auch nur privat über ihren Glauben mit engsten Familienangehörigen zu sprechen. Die Verordnung 06-03 reguliert den Gottesdienst von Nichtmuslimen und wird von der Regierung besonders streng durchgesetzt. Evangelisation wird dadurch zu einem kriminellen Vergehen, das eine Strafe von einem bis drei Jahren im Gefängnis nach sich ziehen kann. Außerdem wird der christliche Glaube in der algerischen Gesellschaft sehr negativ betrachtet, sodass selbst ein Gespräch über den Glauben zu Belästigungen oder Schlimmerem führen kann.
  • Es ist gefährlich, christliche Materialien zu besitzen oder aufzubewahren: Sowohl Christen muslimischer Herkunft als auch christliche Migranten aus Afrika südlich der Sahara und andere Christen müssen in dieser Hinsicht sehr vorsichtig sein. Eine Bibel zu besitzen und zu lesen kann zu Druck von der Familie oder Belästigungen vonseiten des sozialen Umfelds führen. Aus diesem Grund nutzen viele Christen (Bibel-)Apps auf ihren Smartphones.

In Algerien ist jeder Versuch, einen Muslim von einem anderen Glauben zu überzeugen und ihn zum Verlassen des Islam zu ermutigen, gesetzlich verboten. Allerdings ist der Glaubenswechsel weg vom Islam an sich nicht kriminalisiert – Apostasie gibt es nicht als Verbrechen. Juristisch sind es also diejenigen, die die Konversion verursachen oder versuchen, jemanden zur Konversion zu bewegen, die strafrechtlich verfolgt werden – und nicht der Konvertit selbst. Das Hauptproblem für Christen muslimischer Herkunft ist daher die Verfolgung innerhalb der Familie, die sehr schlimm sein kann. Kirchenleiter berichten, dass vor allem Christinnen muslimischer Herkunft manchmal von ihren muslimischen Familien zu Hause eingesperrt werden. Sie dürfen keinerlei Kontakt zu anderen Christen haben, geschweige denn sich mit ihnen treffen. Da es christliche Sender gibt, die nach Algerien ausstrahlen, werden ihnen Fernsehen und Radio verboten. Im arabischen Teil des Landes ist die Verfolgung noch schwerwiegender und Christinnen mit muslimischem Hintergrund stehen in der Gefahr, getötet zu werden. Vielen Christen ist es nicht möglich, anderen Familienmitgliedern oder Gästen von ihrem Glauben zu erzählen oder schriftlich darüber zu berichten. Oft sind sie häuslicher Gewalt schutzlos ausgesetzt.

Familienleben

  • Christliche Paare werden aufgrund ihres Glaubens daran gehindert, Kinder zu adoptieren oder Pflegekinder aufzunehmen: Adoption ist in Algerien nur für Muslime möglich.
  • Kinder christlicher Eltern werden dazu gedrängt, an nichtchristlichem Unterricht oder dem allgemeinen Religionsunterricht teilzunehmen: Religiöse Bildung, die auf islamischen Prinzipien basiert, ist in allen Grund- und Sekundarschulen Pflicht. Privatschulen (wenn Eltern sie bezahlen können) können etwas flexibler sein und ein christliches Kind von diesem Unterricht befreien, doch der gesamte Lehrplan ist dennoch vom Islam durchdrungen.
  • Christlichen Ehepartnern wird im Falle einer Scheidung das Recht abgesprochen, das Sorgerecht für die Kinder in Anspruch nehmen zu können: In vielen Fällen will ein muslimischer Ehemann oder eine muslimische Ehefrau sich scheiden lassen, wenn ihr Partner den christlichen Glauben annimmt, oder wird von Familienangehörigen gezwungen, sich scheiden zu lassen. Die Kinder werden vom Konvertiten ferngehalten. Diese Praxis wird häufig durch Gerichte oder Beamte unterstützt.
  • Kinder von Christen muslimischer Herkunft werden automatisch unter der Mehrheitsreligion registriert. Ist der Vater eines Kindes Muslim, gilt das Kind in Algerien automatisch ebenfalls als Muslim. Da Christen muslimischer Herkunft von der Regierung weiterhin als Muslime angesehen werden, gelten auch ihre Kinder als Muslime. In seltenen Fällen kann das Kind einen christlichen Namen bekommen. Das hängt jedoch vom Beamten ab, der den Fall bearbeitet.

Für die algerische Regierung ist jeder Bürger ein Muslim. Es gibt Fälle, in denen muslimische Dorfbewohner Christen verwehrt haben, ihre verstorbenen Angehörigen zu beerdigen. Christliche Eheschließungen sind nur innerhalb der Kirche gültig, werden aber nicht vom Staat anerkannt – die Behörden registrieren diese Ehen als muslimisch.

Gesellschaftliches Leben

  • Christen stehen unter Beobachtung durch ihr soziales oder privates Umfeld. Sie werden beispielsweise bei der Polizei angezeigt, beschattet, ihre Telefongespräche werden mitgehört, E-Mails gelesen oder zensiert: Einzelne Personen werden häufig überwacht. Die Polizei und andere Teile des Sicherheitsapparats setzen die Verordnung 06-03 streng durch, mit der nichtmuslimische Gottesdienste und andere Aktivitäten reguliert werden. Wer sich aktiv in christliche Aktivitäten einbringt, wird beobachtet. Christen in Leitungspositionen müssen sehr vorsichtig kommunizieren, da ihre Telefone wahrscheinlich abgehört und ihre E-Mails gelesen werden. Wenn sich Christen außerhalb von Kirchengebäuden treffen, müssen sie sehr diskret vorgehen, da offensichtlich christliche Aktivitäten der Polizei gemeldet werden. In der Kabylei ist dieser Druck weniger stark, aber der christliche Glaube sieht sich in allen Teilen des Landes Gegenwind ausgesetzt.
  • Christen erfahren wegen ihres Glaubens Benachteiligungen im Bereich der Bildung: Dies betrifft insbesondere Konvertiten, deren Glaubenswechsel bekannt ist, doch auch christliche Migranten aus Afrika südlich der Sahara erleben diese Probleme, verbunden mit Rassismus. Auch andere Christen können Diskriminierungen und Benachteiligungen im Bildungsbereich ausgesetzt sein. Kinder von Christen, die in von einem konservativeren Islam geprägten Gebieten leben, müssen ihren Glauben geheim halten, weil sie sonst von Lehrern diskriminiert werden könnten und möglicherweise keinen Zugang zu Universitäten erhalten.
  •  Christen werden in der Erwerbstätigkeit, sei es im privaten oder öffentlichen Sektor, aufgrund ihres Glaubens diskriminiert: Eine der Konsequenzen eines Glaubenswechsels für christliche Konvertiten ist der Verlust der Arbeitsstelle. Viele Konvertiten müssen ihren Glauben verstecken, wenn sie sich für einen Job bewerben, oder laufen Gefahr, diskriminiert zu werden. Christen haben keinen Zugang zu höheren Positionen in der Regierung, egal ob sie einen muslimischen Hintergrund haben oder nicht.
  • Christen werden wegen ihres Glaubens verhört oder dazu gezwungen, sich bei der Polizei zu melden: Einzelne Christen werden aktiv überwacht und befragt.

Algerische Christen reden meist nur von „Dorfbewohnern, die nicht mit uns sprechen“, wohingegen christliche Menschenrechtsorganisationen regelmäßig von verbalen und körperlichen Übergriffen berichten. Der „International Religious Freedom Report 2018“ (erstellt im Auftrag des US-Außenministeriums) besagt, dass „einige Christen, die früher Muslime waren, berichteten, sie und andere in ihrem sozialen Umfeld würden versuchen, unauffällig zu bleiben, weil sie sich um ihre persönliche Sicherheit sorgten und die möglichen rechtlichen, familiären, beruflichen und sozialen Konsequenzen fürchteten. Andere Konvertiten praktizierten ihre neue Religion laut Berichten der christlichen Gemeinschaft dagegen offen.“ Inwiefern Letzteres möglich ist, hängt von der Region ab, in der ein Konvertit lebt. Die Gebiete der Berber sind tendenziell offener als arabische Regionen.

Leben im Staat

  • Die Verfassung oder eine vergleichbare nationale Gesetzgebung schränkt die Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein: Die Verfassung Algeriens bestimmt den Islam als Staatsreligion und Regierungsbehörden müssen in Übereinstimmung mit islamischen Werten handeln. Der Glaubenswechsel vom Islam zum christlichen Glauben ist gesetzlich nicht verboten, aber Evangelisation ist ein kriminelles Vergehen. Die Verordnung 06-03 schränkt die Religions- und Glaubensfreiheit für Kirchen und einzelne Christen massiv ein.
  • Christen wurden wegen ihres Glaubens beim Kontakt mit Behörden (lokale Verwaltungen, Regierung, Armee, etc.) diskriminiert: Christen muslimischer Herkunft oder christliche Migranten aus Afrika südlich der Sahara sind stark in Gefahr, diskriminiert zu werden, wenn sie in Kontakt mit Behörden treten. Laut Berichten hat sich diese Haltung jedoch in einigen Orten in der Kabylei verbessert, wo beispielsweise einige Kinder mit christlichem Namen registriert werden konnten.
  • Christen, Kirchen oder christliche Organisationen werden daran gehindert, öffentlich religiöse Symbole zu zeigen: Alles, was „den Glauben eines Muslims erschüttern“ könnte, ist unter Verordnung 06-03 verboten. Kirchen und christliche Organisationen erlegen sich deshalb eine Selbstzensur auf.
  • Wer Christen schadet, wird absichtlich ungestraft gelassen: Christen muslimischer Herkunft können von ihren Familienangehörigen missbraucht und misshandelt werden, ohne dass diese dafür eine Strafe fürchten müssten. Der Großteil dieses Missbrauchs wird nicht öffentlich, da Regierungsbeamte es als Privatangelegenheit betrachten.

Kirchliches Leben

  • Kirchliche Aktivitäten werden überwacht, gestört oder verhindert. Die Regierung überwacht kontinuierlich alle kirchlichen Aktivitäten und mehrere Kirchen wurden im Berichtszeitraum geschlossen. Das hat sich trotz der Veränderungen in der Regierung fortgesetzt.
  • Die Arbeit mit Jugendlichen wurde eingeschränkt: Kirchen dürfen keine Aktivitäten mit muslimischen Jugendlichen durchführen. Die Strafen dafür wären für jeden Beteiligten beträchtlich. Minderjährige dürfen nicht eigenständig eine Kirche besuchen, es muss immer ein Erwachsener anwesend sein.
  • Kirchen oder christliche Organisationen werden daran gehindert, christliche Materialien zu drucken oder Druckmaschinen zu besitzen: Der Druck von christlichen Materialien ist unter Verordnung 06-03 verboten. Die Regierung überwacht Kirchen und christliche Organisationen und setzt die Verordnung in dieser Hinsicht streng durch.
  • Kirchen werden daran gehindert, mit der weltweiten Kirche in Verbindung zu stehen. Beispielsweise wird es Ausländern verwehrt, Kirchen zu besuchen, oder Christen, ins Ausland zu reisen, etwa um christliche Konferenzen zu besuchen: Es ist aufgrund der ständigen Überwachung von Kirchen schwierig für ausländische Christen, ein Visum zu erhalten und algerische Kirchen zu besuchen. Algerische Christen wissen, dass sie befragt werden können, wenn sie in ein anderes Land reisen.

Auftreten von Gewalt

Gewaltsame Verfolgung von einzelnen Christen geht in Algerien weiterhin in erster Linie von nahen Familienangehörigen und Verwandten aus. Die Gesellschaft im Allgemeinen trägt unter dem Einfluss extremistischer islamischer Lehrer ebenfalls zur gewaltsamen Christenverfolgung in Algerien bei.

  • Zusätzlich zu den Belästigungen und dem Missbrauch von Christen muslimischer Herkunft durch ihre Familien wurden viele Christen während eines Protests gegen Kirchenschließungen von der Polizei aggressiv behandelt. Diese Art von Gewalt gab es in den vorherigen Jahren nicht.
  • Mindestens 90 Christen wurden beim Protest gegen die Kirchenschließungen in Tizi Ouzou im Oktober 2019 verhaftet.
  • Elf Kirchen und zwei Bibelschulen wurden von den Behörden geschlossen.
  • Mindestens zehn Grundstücke von Christen wurden beschädigt. Die genaue Anzahl ist unbekannt, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass dies insgesamt mehr als zehn Grundstücke betroffen hat.

7. Verfolgungssituation für Männer und Frauen

Wie Frauen Verfolgung erfahren:

  • Ausschluss aus der Gemeinschaft
  • Verweigerung des Sorgerechts für Kinder
  • Diskriminierung/Schikane im Bildungsbereich
  • Wirtschaftliche Schikane im Berufs-/Geschäftsleben
  • Erzwungene Einhaltung von Kleidungsvorschriften
  • Zwangsscheidung
  • Zwangsverheiratung
  • (Haus-)Arrest durch die Familie
  • Ermordung
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Sexuelle Gewalt

Auch wenn es seit 2016 ein Gesetz zum Schutz gegen Gewalt gegen Frauen gibt, werden algerische Frauen weiterhin durch Gesetze und Gesellschaft benachteiligt. Für Christinnen kommt dies zu der Verfolgung hinzu, die sie für ihren christlichen Glauben erfahren. Christinnen erleben Druck in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens, etwa Belästigungen bei der Arbeit oder ihrer Bildungseinrichtung, der Verlust der Arbeitsstelle, Belästigungen, weil sie keinen Schleier tragen, die Möglichkeit sexueller Übergriffe und Todesdrohungen. Ein Experte für das Land beobachtet, dass christliche Frauen durch „traumatische Situationen“ gehen, die „sowohl sie als auch ihre Familien beeinflussen“.

Für Christinnen muslimischer Herkunft ist das größte Problem die Verfolgung innerhalb der Familie. Den christlichen Glauben anzunehmen ist in dieser Hinsicht sehr gefährlich. Kirchenleiter berichten, dass besonders Christinnen muslimischer Herkunft von ihren muslimischen Familien für ihren christlichen Glauben geschlagen, belästigt, bedroht und/oder eingesperrt werden.

Die Familien schränken den Zugang der Frauen zu Gemeinschaft mit anderen Christen ein und halten sie außerdem davon ab, christliches Radio oder Fernsehen zu empfangen. Im arabischen Teil des Landes ist die Verfolgung noch schwerwiegender und Christinnen mit muslimischem Hintergrund stehen in der Gefahr, getötet zu werden.

Aufgrund dieses Drucks und der Gewalt entscheiden sich viele Christinnen muslimischer Herkunft dazu, ihren Glauben geheim zu halten. Sollte ihre Familie den Glauben einer Christin muslimischer Herkunft entdecken, ist es wahrscheinlich, dass sie gezwungen wird, einen muslimischen Mann zu heiraten. Damit soll sie wieder zum Islam zurückgeführt werden. Ist sie bereits verheiratet, wenn sie Christin wird, riskiert sie die Scheidung und den Verlust des Sorgerechts für ihre Kinder. Zusätzlich zu der emotionalen Belastung, die eigenen Kinder zu verlieren, haben es solche Frauen finanziell sehr schwer und können obdachlos werden.

Wie Männer Verfolgung erfahren:

  • Verweigerung des Zugangs zu christlichen Materialien
  • Verweigerung des Sorgerechts für Kinder
  • Wirtschaftliche Schikane im Berufs-/Geschäftsleben
  • Vertreibung aus Wohnung/Wohnhaus
  • Erzwungene Flucht aus Stadt oder Land
  • Verhaftung durch die Behörden
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Verbale Gewalt

Männliche Christen in Algerien erleben regelmäßig Druck im wirtschaftlichen Bereich, der durch Belästigungen bei der Arbeit oder den Verlust der Arbeitsstelle verursacht wird. Da Männer in algerischen Familien zumeist die Hauptverdiener sind, kann der Verlust der Arbeit die ganze Familie beeinflussen und Angst und Hoffnungslosigkeit schaffen. Familien sind häufig weitere Verfolger, etwa durch Schläge, Beleidigungen und Drohungen. Im aktuellen Berichtszeitraum waren es vor allem Männer, die bei den friedlichen Protesten gegen Kirchenschließungen verhaftet wurden.

Wie Konvertitinnen stärker verfolgt werden als andere Christinnen, erleben auch männliche Konvertiten die stärkste Verfolgung im Vergleich zu anderen männlichen Christen. Sie werden zudem eher aus dem Haus gejagt als weibliche Konvertiten. Sie werden nicht nur von ihren Familien ausgegrenzt und abgelehnt, sondern auch von ihrem sozialen Umfeld. Ein Beispiel: Als eine Familie entdeckte, dass ihr 24-jähriger Sohn eine Bibel besaß, schlugen sie ihn und brachten ihn mit Gewalt in die örtliche Moschee. Er wurde so stark unter Druck gesetzt, dass er seinen Glauben an Christus verleugnete. Nun lebt er seinen christlichen Glauben im Geheimen. In einem ähnlichen Fall wurde ein 38-jähriger Konvertit ebenfalls zu einem lokalen Imam gebracht und aufgefordert, seinen christlichen Glauben aufzugeben. Er weigerte sich jedoch, musste daraufhin aus seinem Dorf fliehen und lebt nun versteckt. Würde seine Familie ihn finden, würde sie ihn töten.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Neben Christen sind algerische Juden und Ahmadiyya-Muslime in unterschiedlichem Ausmaß Verfolgung ausgesetzt. Algerische Juden müssen aufgrund von Gewaltandrohungen extremistischer Muslime um ihre Sicherheit fürchten und es gab Vorfälle von Grabschändung auf jüdischen Friedhöfen. Ahmadiyya-Muslime sehen sich mit stärkerer Verfolgung konfrontiert, einschließlich Strafanzeigen wegen „Verunglimpfung von Dogmen und Grundsätzen des Islam“. Regierungsbeamte begegnen ihnen mit Feindseligkeit und ihnen wird das Recht verwehrt, Vereinigungen zu bilden. Laut dem „International Religious Freedom Report“ des US-Außenministeriums von 2018 über Algerien „leitete die Regierung Ermittlungen gegen mindestens 85 Ahmadi-Muslime ein", von denen mindestens 26 angeklagt wurden.

Auch Atheisten und jeder, der die sunnitisch-islamischen Lehren öffentlich in Frage stellt, sind Feindseligkeiten ausgesetzt.

9. Der Ausblick für Christen

Islamische Unterdrückung

Der extremistische Islam gewinnt in Nordafrika eindeutig an Einfluss und die Zukunft Algeriens hängt zum Teil auch von den Entwicklungen in den Nachbarländern ab. Zu den Hauptsorgen gehört, dass extremistische Muslime die Ermordung von Sicherheitskräften und Zivilisten mit ihrer Interpretation des Islam unerbittlich zu rechtfertigen suchen. Dass der Einfluss dieser extremistischen Muslime zurückgeht, ist genauso unwahrscheinlich wie die Annahme, dass die algerische Gesellschaft ihre Sichtweise zu Konversion und Konvertiten ändern könnte.

Diktatorische Paranoia

Die Regierung wird wahrscheinlich Christen, insbesondere solche mit muslimischem Hintergrund, weiterhin diskriminieren. Die Motive der Regierung sind nicht bekannt, aber zum Teil können die Maßnahmen der Regierung als Versuch betrachtet werden, die muslimische Bevölkerung und extremistische islamische Bewegungen zu beschwichtigen. Die wachsende Präsenz von Christen, besonders aus protestantischen Freikirchen, schafft Unruhe in der Bevölkerung. Es scheint nicht wahrscheinlich, dass die Regierung sich öffnet und Christen mehr Freiheiten gewährt.

Ethnisch oder traditionell begründete Anfeindungen

Die meisten algerischen Christen sind Berber aus der Kabylei im Norden des Landes. Die politischen Spannungen zwischen dieser Region und der Zentralregierung Algeriens werden vermutlich nicht nachlassen; dieser ethnische Konflikt wird auch künftig alle Beziehungen zur Regierung erschweren.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Algerien:

  • Danken Sie für die lebendige Gemeinde Jesu in Algerien, die schon seit vielen Jahren dem Druck ihres Umfeldes trotzt und vielen Menschen eine geistliche Heimat bietet.
  • Beten Sie für die Leiter der Gemeinden, dass Gott ihnen Weisheit und Standhaftigkeit schenkt.
  • Beten Sie, dass der wachsende Druck der Regierung zu einer weiteren Ausbreitung des Evangeliums beiträgt, statt dies zu verhindern.
  • Beten Sie darum, dass Algerien innere Stabilität gewinnt und dass immer mehr Algerier zum Glauben an Jesus Christus finden.

Alle Felder müssen ausgefüllt werden. Die E-Mail wird über Ihr E-Mail-Programm verschickt.