Länderprofil Usbekistan

Usbekistan

18
Weltverfolgungsindex
2020
Flagge Usbekistan
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
17
ISO
UZ
Karte Usbekistan
Christen
0,35
Bevölkerung
32.81
Diktatorische paranoia
Islamische Unterdrückung
Privatleben: 15.100
Familienleben: 12.900
Gesellschaftliches Leben: 14.100
Leben im Staat: 12.200
Kirchliches Leben: 15.700
Auftreten von Gewalt: 3.000

Länderprofil Usbekistan

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 18 / 73 Punkte (WVI 2019: Platz 17 / 74 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. November 2018 – 31. Oktober 2019

Zusammenfassung

Alle christlichen Kirchen und Gemeinschaften erfahren auf die eine oder andere Art Verfolgung. Russisch-Orthodoxe Kirchengemeinden bekommen vonseiten der Regierung am wenigsten Probleme, da es nicht zu ihrer üblichen Vorgehensweise gehört, evangelistisch in die usbekische Bevölkerung hineinzuwirken. Es sind die einheimischen Christen mit muslimischem Hintergrund, die am stärksten von Verfolgung betroffen sind, die vom Staat, der Familie, von Freunden und dem erweiterten sozialen Umfeld ausgeht. In nicht-registrierten Kirchengemeinden sind Christen regelmäßig Polizeirazzien, Bedrohungen, Verhaftungen und Geldstrafen ausgesetzt.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Am 9. Februar 2019 wurde eine Frau von ihrem Ehemann ermordet, weil sie sich kurze Zeit zuvor dem christlichen Glauben zugewandt hatte. Umida (Name geändert), eine Christin muslimischer Herkunft, hatte versucht aus dem Land zu fliehen und bei befreundeten Christen in Istanbul Unterschlupf zu suchen, als sich ihr Ehemann auf dem Flughafen von Taschkent ihr in den Weg stellte und ihr die Kehle durchschnitt.
  • Am 25. November 2018 führten Beamte in Zivil eine Razzia im Sonntagmorgengottesdienst einer Baptistengemeinde im Stadtteil Yashnobod in der Hauptstadt Taschkent durch. Zum ersten Mal bei dieser Art Razzien wurde bekannt, dass unter den Zivilbeamten auch Mitglieder der Armee waren, nämlich Angehörige der Nationalgarde. Andere an der Razzia beteiligten Behörden waren die Geheimpolizei des Staatssicherheitsdienstes (SSS), das Justizministerium und die örtliche Polizei des Stadtteils Yashnobod. Vierzehn der Gottesdienstbesucher wurden mit Gewalt in einen Bus und damit zur Polizeistation von Yashnobod gebracht. Dort wurden sie unter Druck gesetzt, ein Dokument zu unterzeichnen und zu erklären, sie hätten an „einem nicht genehmigten Treffen“ teilgenommen. Als sie sich weigerten, wurden ihre Personalien aufgenommen, und man verhörte sie neuneinhalb Stunden lang bis um 21:00 Uhr abends. Die Behörden dokumentierten außerdem alle Gottesdienstbesucher, indem man von jeder Person Name, Adresse und Arbeitsstelle abfragte und sie fotografierte. Am 27. November führte die Polizei in der Wohnung eines dieser Christen eine Folgekontrolle durch und verlangte dabei die Vorlage des Reisepasses und der Besitzurkunde für die Wohnung.
  • Am 19. November 2018 stürmte die Polizei in Pop, einer Stadt in der nordöstlichen Provinz Namangan, ein Treffen von protestantischen Christen, die sich in einer Wohnung zum Essen und Bibellesen getroffen hatten. Sie durchsuchten die Wohnung, ohne einen Durchsuchungsbeschluss zu haben und konfiszierten legal gekaufte Bücher, einschließlich Bibeln. Die Polizeibeamten verhafteten alle acht Teilnehmer des Treffens und führten sie zur Polizeistation Pop ab, wo sie bis um 3:00 Uhr nachts befragt wurden. Die Polizei zwang die meisten der Teilnehmer dazu, Stellungnahmen zu unterzeichnen und erklärten ihnen, sie würden möglicherweise wegen des Besitzes religiöser Schriften strafrechtlich verfolgt.

Meldungen und Beiträge zu Usbekistan

Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Symbolbild: Christen in Zentralasien
Usbekistan
Seit dem Zerfall der Sowjetunion wenden sich viele Usbeken Jesus zu. Das hat aber einen hohen Preis: Christen muslimischer Herkunft wie Umid* werden von der Regierung und der Familie unter großen Druck gesetzt und oft verhört.
Persönliche Berichte Persönliche Berichte
Die Alexej-Kathedrale in Samarkand: Orthodoxe Kirchen haben in Usbekistan kaum Probleme mit den Behörden
Usbekistan
Christen aus Usbekistan schildern, welche Schwierigkeiten sie bewältigen müssen, um die vorgeschriebene behördliche Registrierung zu bekommen. Nicht wenige scheitern daran.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 73 Punkten belegt Usbekistan Platz 18 auf dem Weltverfolgungsindex (WVI) 2020. Dies ist ein Rückgang von einem Punkt gegenüber dem Weltverfolgungsindex 2019.

Auch wenn die Wertung etwas niedriger ist als im Vorjahr, bleibt die Situation für die Christen in Usbekistan ernsthaft angespannt. Extrem hohes Niveau erreicht der Druck in den Bereichen „Privatleben“, „Gesellschaftliches Leben“ und „Kirchliches Leben“. Es bleibt weiterhin nicht absehbar, ob es unter Präsident Mirziyoyev eine Kursänderung in der Politik geben wird, die Auswirkung auch auf die Christen haben könnte.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Diktatorische Paranoia

Religiöse Aktivitäten außerhalb staatlicher und staatlich kontrollierter Institutionen sind nicht erlaubt. Protestantische Christen werden oft als „Extremisten“ bezeichnet, da sie ihren Glauben nicht innerhalb staatlich sanktionierter Strukturen ausüben. Sie werden üblicherweise als Teil einer ausländischen Sekte betrachtet, die nur ein Ziel hat, nämlich das derzeitige politische System auszuspionieren und zu zerstören. Auf Grundlage dieser Sichtweise müssen sie nicht nur kontrolliert, sondern, wenn nötig, auch ausgelöscht werden. Die Sicherheitsbehörden haben ihre Überwachungsmaßnahmen verschärft, um „Extremisten“ zu entdecken. Davon sind auch Christen und Kirchen betroffen.

Islamische Unterdrückung

Wenn einheimische muslimische Bürger sich dem Glauben an Jesus Christus zuwenden, erfahren sie vonseiten ihrer Familie, Freunde und Nachbarschaft in der Regel starken Druck und vereinzelt auch physische Gewalt. Damit sollen sie gezwungen werden, zu ihrem früheren Glauben zurückzukehren. Manche Christen werden für längere Zeit eingesperrt und geschlagen. Es kommt auch vor, dass sie aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Lokale Mullahs wenden sich in ihren Predigten gegen diese Christen und erhöhen so den Druck auf sie. Daher setzen die meisten Christen muslimischer Herkunft alles daran, ihren Glauben zu verbergen. Sie werden zu sogenannten „secret believers“ (Christen, die ihren Glauben heimlich leben).

3. Verfolger

Ausgehend von Diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Das Gesetz verbietet jegliche nichtregistrierte religiöse Aktivität sowie die Weitergabe religiöser Inhalte in jeder Form. Religiöse Literatur kann nur von staatlich registrierten religiösen Vereinigungen auf deren dafür registriertem Gelände verwendet werden. Protestantische Gruppen gelten als verdächtig. Sie werden schikaniert und ihnen wird untersagt, christliche Literatur zu verbreiten. Viele Christen wurden unter dem Vorwurf verhaftet, sie hätten versucht, einheimische Muslime zu bekehren. Christen außerhalb der orthodoxen Kirchen werden inhaftiert, mit Geldstrafen belegt und geschlagen – einfach deshalb, weil sie christliches Material besitzen oder an illegalen Versammlungen (alle Versammlungen, die nicht von der Orthodoxen Kirche initiiert sind) teilgenommen haben. Behörden konfiszieren (oder stehlen) regelmäßig das Eigentum von Christen. Eine Maßnahme zur Verhinderung der Ausbreitung des Evangeliums ist das Verbot, in usbekischer Sprache zu predigen; nur Predigten in Russisch sind erlaubt. Russisch, wird jedoch nur von der älteren Generation gesprochen. So wird es der christlichen Kirche erschwert zu wachsen.
  • Politische Parteien: Eine kleine Anzahl politischer Parteien sind erlaubt. Die Regierungspartei, welche die Regierung von Präsident Mirziyoyev kontrolliert, ist naturgemäß Teil der Verfolgung von Christen, da der Großteil der Verfolgung durch die Regierung gebilligt wird.
  • Gewöhnliche Bürger (insbesondere auf lokaler Ebene): Mobs haben mit Unterstützung von lokalen Beamten immer wieder christliche Feiern und Feiertage gestört.

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

  • Die eigene (Groß-)Familie: Der Druck, unter den Konvertiten von der Großfamilie, Freunden und Nachbarn gesetzt werden, ist vor allem in ländlichen Gebieten extrem hoch. Dazu gehören Drohungen, Schläge, Hausarrest und Ausgrenzung.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Mit Unterstützung der Behörden können die durch die Regierung autorisierten Leiter der „Mahalla" (ortsteilbasierte Selbstverwaltungsorgane) missionarische Aktivitäten unterbinden und dazu Christen in verschiedener Weise verfolgen.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Die meisten muslimischen Geistlichen äußern offen ihre Feindseligkeit gegenüber Christen, die nicht der Russisch-Orthodoxen Kirche angehören und besonders gegen Christen, die einen muslimischen Hintergrund und sich vom Islam abgewandt haben.
  • Gewöhnliche Bürger: Christliche Konvertiten muslimischer Herkunft werden von ihrem sozialen Umfeld äußerst schlecht behandelt.
  • Regierungsbeamte: Auf kommunaler Ebene gibt es eine Verbindung zwischen dem Druck durch lokale Beamte und durch Muslime. Oft kennen sich entsprechend aktive Muslime und örtliche Behördenvertreter. Damit stehen Christen muslimischer Herkunft stärker auf örtlicher Ebene unter Druck als auf staatlicher Ebene, wo Beamte für sich in Anspruch nehmen, säkular zu sein.

4. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Die Verfolgung, die von Regierungsbeamten ausgeht, erreicht überall im Land das gleiche Niveau. Dagegen ist der Druck, den Familie, Freunde und Nachbarn auf Christen muslimischer Herkunft ausüben, außerhalb der städtischen Gebiete stärker, insbesondere im Ferganatal.

5. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Die Russisch-Orthodoxe Kirche hat sich an die von der Regierung geschaffenen Einschränkungen angepasst und bleibt deshalb mehr oder weniger ungestört. Ihre Gottesdienste werden gelegentlich überwacht, können aber ungehindert abgehalten werden. Ihre Mitglieder können sich treffen, ohne Angst vor einer Verhaftung haben zu müssen. Das Drucken oder Importieren von christlichem Material ist jedoch eingeschränkt.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Christen muslimischer Herkunft tragen in Usbekistan die Hauptlast der Verfolgung. Neben dem Leid, das sie vonseiten des Staates erfahren, werden sie auch durch ihre Familien, Freunde und die Kommune stark unter Druck gesetzt.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Nach den christlichen Konvertiten ist diese Gruppe von Christen die am zweitstärksten verfolgte – ganz besonders dann, wenn die Gemeinde nicht registriert ist. Baptisten, Evangelikale und pfingstkirchliche Gruppen leiden unter Razzien, Bedrohungen, Verhaftungen und Geldstrafen.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 15.1
Familienleben 12.9
Gesellschaftliches Leben 14.1
Leben im Staat 12.2
Kirchliches Leben 15.7
Auftreten von Gewalt 3

Grafik: Verfolgungsmuster Usbekistan

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen ist extrem hoch, sank dieses Jahr jedoch etwas von 14,1 Punkten im Vorjahr auf aktuell 14,0 Punkte. In den Bereichen „Leben im Staat“ und „Kirchliches Leben“ gab es einen leichten Punktrückgang – darin zeigt sich, dass eine geringere Wirkkraft von der „Diktatorischen Paranoia“ ausgeht, eine der Triebkräfte von Verfolgung in Usbekistan.
  • Zwei Lebensbereiche weisen sehr hohe Werte auf („Familienleben“ und „Leben im Staat“), drei erhalten eine extrem hohe Punktzahl („Gesellschaftliches Leben“, „Privates Leben“ und „Kirchliches Leben“ – in aufsteigender Reihenfolge). Die Tatsache, dass sich die höchste Wertung im Bereich „Kirchliches Leben“ findet, macht deutlich, wie der Staat auch weiterhin durch eine Vielzahl von Restriktionen extrem hohen Druck ausübt.
  • Der Wert für das „Auftreten von Gewalt“ sank von 3,2 Punkten im Vorjahr auf aktuell 3,0 Punkte, da weniger Berichte von gewalttätigen Übergriffen registriert wurden.

Zu jedem der Lebensbereiche sind im Folgenden jeweils ausgewählte Teilaspekte genannt, die im betreffenden Lebensbereich für die Christen zu den gravierendsten Schwierigkeiten gehören.

Privatleben

  • Es ist für Christen riskant, mit Personen außerhalb der engen Familie über ihren Glauben zu sprechen: Es ist bereits äußerst riskant für einen Christen muslimischer Herkunft, seinen Familienmitgliedern von seinem neu gewonnenen Glauben zu erzählen, und es ist praktisch unmöglich, dies im Beisein von Nichtfamilienmitgliedern zu tun. Das Konzept von Familienehre bzw. Schamkultur sorgen dafür, dass die Familie dies um jeden Preis zu verhindern sucht. Seitens des Staates würde dies auch als versuchte Missionierung gesehen und es würde zur Verhaftung des Christen führen.
  • Es ist gefährlich, christliches Material zu besitzen oder aufzubewahren: Bei Christen muslimischer Herkunft kommt der Druck am häufigsten vonseiten der (Groß-)Familie, wenn diese christliche Materialien findet. Solche christlichen Materialien werden als klarer Beweis eines Glaubenswechsels verstanden. Werden sie entdeckt, kann dies heftige Reaktionen nach sich ziehen. Auch ist der Druck vonseiten der Regierung hoch, da es illegal ist, religiöse Materialien zu besitzen. Sogar eine Bibel muss einen Stempel tragen, der sie als in Usbekistan veröffentlicht kennzeichnet. Mehr als eine Bibel pro Person zu besitzen, ist gesetzeswidrig. Ebenso gesetzeswidrig ist es, eine Bibel außerhalb der eigenen Wohnung bei sich zu tragen oder die Bibel oder andere religiöse Schriften in der Öffentlichkeit zu lesen. Eine Familie wurde mit einem Bußgeld belegt, weil im Bett ihres Sohnes ein christliches Gedicht gefunden wurde, das er für den Kindergottesdienst auswendig gelernt hatte.
  • Für Christen ist es riskant, ihren Glauben offen zu zeigen: Christen muslimischer Herkunft, die ihren neuen Glauben offenlegen, werden sofort den Zorn von Familie, Freunden und Ortsgemeinschaft auf sich ziehen. Andere Christen, die über ihren Glauben sprechen, werden umgehend des Evangelisationsversuchs bezichtigt. Da der Staat gegen jede Form der Evangelisation eintritt, müssen Christen in dieser Hinsicht sehr vorsichtig sein. Jeder, der seinen christlichen Glauben offen zeigt, erregt unmittelbar die Aufmerksamkeit des Staates und seiner Akteure.
  • Für Christen ist es gefährlich, sich mit anderen Christen zu treffen: Christen muslimischer Herkunft laufen Gefahr, die unerwünschte Aufmerksamkeit des sozialen Umfelds auf sich zu ziehen, wenn sie sich mit anderen Christen treffen. Viele einheimische Christen treffen sich, um die Gefahr zu verringern, nur unter vier Augen und wechseln häufig ihren Treffpunkt. Gebet und Lobpreis müssen sehr leise oder komplett still vonstattengehen. Aufgrund der Überwachung in Usbekistan, sind alle Christen, die nicht zur Russisch-Orthodoxen Kirche gehören, in dieser Hinsicht sehr vorsichtig. Offiziell dürfen christliche Aktivitäten nur in Gebäuden registrierter Kirchen und nicht etwa in Hauskirchen stattfinden.

Familienleben

  • Kinder christlicher Eltern werden dazu gedrängt, an nichtchristlichem Unterricht teilzunehmen: Das muslimische Umfeld (Familie, Freunde, Kommune) setzt die Kinder von Christen muslimischer Herkunft unter Druck, islamische Unterweisung zu erhalten – sogar gegen den ausdrücklichen Wunsch der christlichen Eltern. Antireligiöse Propaganda ist gang und gäbe an Schulen und Universitäten, zum Beispiel in Form von Vorträgen, an denen die Teilnahme verpflichtend ist.
  • Christliche Taufen werden be- oder verhindert: Der Druck auf christliche Konvertiten, sich nicht taufen zu lassen, ist immens, da dies oft als endgültiges Zeichen für die Abkehr vom Islam gesehen wird. Das muslimische Umfeld geht bis zum Äußersten, um Taufen von Konvertiten zu verhindern. Auch der Staat verhindert diese, weil man befürchtet, dass Spannungen und Probleme in den Kommunen die Folge sein könnten. Zudem schränkt der Staat nichtregistrierte Gruppen in allen ihren Aktivitäten ein, einschließlich Taufen. Jedoch sind Taufen nicht gesetzlich verboten.
  • Christliche Paare werden daran gehindert, Kinder zu adoptieren: Muslimische Familien und Kommunen verhindern die Adoption eines ethnisch zentralasiatischen Kindes, wenn bekannt ist, dass der Antragsteller ein Christ ist. Die Regierung verhängt zwar keine Einschränkungen bezüglich Adoption, doch wurde ein Fall bekannt, bei dem ein Junge zurück ins Waisenhaus kam, nachdem er einem Sozialarbeiter berichtet hatte, seine Adoptiveltern hätten ihm vom christlichen Glauben erzählt.
  • Eltern werden daran gehindert, ihre Kinder gemäß ihrem christlichen Glauben aufzuziehen: Die Großfamilie von Christen muslimischer Herkunft wird versuchen, deren Kinder zum Islam zurückzubringen und sie dahingehend zu erziehen. Da Usbekistan offiziell ein säkularer Staat ist, sieht das Schulsystem keinen Religionsunterricht vor. Und weil Kirchengemeinden jede Arbeit unter Kindern und Jugendlichen gesetzlich verboten bleibt, ist der einzige Ort, an dem Eltern ihren Kindern christliche Lehre vermitteln können, ihr Zuhause. Dabei müssen Eltern äußerste Vorsicht walten lassen, um nicht allzu große Aufmerksamkeit der Großfamilie oder örtlichen Behörden zu erregen.

Gesellschaftliches Leben

  • Christen stehen durch ihr soziales oder privates Umfeld unter Beobachtung: Christen muslimischer Herkunft stehen unter ständiger Beobachtung durch ihre Kommune. Auf dieser Ebene überwachen Muslime genauestens die Aktivitäten protestantischer Gruppen und erstatten den lokalen Polizeibehörden darüber Bericht. Von lokaler bis nationaler Ebene überwachen Regierungsbeamte ständig die christlichen Aktivitäten, mit Ausnahme die der Russisch-Orthodoxen Kirche.
  • Christen werden aufgrund ihres Glaubens zu Geldstrafen verurteilt: Staatliche Behörden verhängen Geldbußen für sehr viele mögliche Verstöße: z.B. für illegale Versammlungen, für den Besitz christlicher Literatur oder dafür, dass sie christliche Lieder auf ihrem Handy haben. Selbst eigentlich legale Gruppen (wie etwa Baptisten) sehen sich solcher Verfolgung ausgesetzt.
  • Christen werden von der örtlichen Polizei oder Bürgerwehren verhört: Christen muslimischer Herkunft, deren Glaubenswechsel entdeckt wird, werden von ihrer Familie und der Kommune schikaniert und (manchmal in harter Weise) verhört. Wenn eine Razzia bei Versammlungen oder in Privathäusern durchgeführt wird, was häufig der Fall ist, werden alle Anwesenden verhört. Christen muslimischer Herkunft, deren Glaubenswechsel entdeckt wird, müssen sich immer wieder auf der Polizeistation vor Ort melden. Damit will man sie einschüchtern. Es ist außerdem möglich, dass sie auf der Straße angehalten, durchsucht und verhört werden.
  • Christen werden wegen ihres Glaubens belästigt, bedroht oder im Alltagsleben gestört: Christen muslimischer Herkunft werden von ihren Freunden, ihrer Familie und der Kommune (einschließlich dem örtlichen Imam) bedroht. Örtliche muslimische Gemeinschaften schikanieren außerdem protestantische Christen, die man der Evangelisierung bezichtigt. Evangelikale Christen werden von den Behörden u. a. schikaniert, bedroht oder diskriminiert.

Leben im Staat

  • Die Verfassung oder eine vergleichbare nationale Gesetzgebung schränkt die Religionsfreiheit gemäß Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ein: Das Gesetz verpflichtet religiöse Gruppen, sich bei der Regierung zu registrieren und erklärt alle religiösen Aktivitäten von nichtregistrierten Gruppen für illegal. Das Gesetz schränkt die öffentliche Redefreiheit sowie Evangelisation ein, zensiert religiöse Literatur und begrenzt den Besitz religiösen Materials aller Art und Formate. Razzien in privaten Wohnungen von Christen haben entweder zu Bußgeldern, Zwangsarbeit und Gefängnisstrafen oder einer Kombination davon geführt.
  • Christliche zivilgesellschaftliche Organisationen werden behindert: Weder gibt es christliche politische Parteien noch christliche zivilgesellschaftliche Organisationen in Usbekistan. Allein ein Registrierungsantrag dafür wird bereits als Straftatbestand interpretiert, als Versuch, eine extremistische Organisation zu gründen. Er kann zur Verhaftung führen. Jeder christlichen Organisation wird das Bestreben unterstellt, Menschen zum christlichen Glauben zu bekehren.
  • Christen erleben Einschränkungen in der öffentlichen Meinungsäußerung: Für alle Christen, die nicht der Russisch-Orthodoxen Kirche angehören, kann die öffentliche Meinungsäußerung zu Androhungen von Repressalien sowohl durch die Regierung als durch die örtliche Bevölkerung führen. Die Verfolgung ist derart stark, dass Konvertiten und Christen, die nicht der Russisch-Orthodoxen Kirche angehören, im Grunde ihren Glauben geheim halten müssen, da jeder öffentliche Ausdruck ihres Glaubens von der Regierung als Evangelisierung verstanden wird. Russisch-Orthodoxe Christen äußern sich für gewöhnlich nicht öffentlich über ihren Glauben. Muslime erachten christliche Predigten oder die Weitergabe des Evangeliums als nicht wünschenswert und werden alles daran setzen, dieses zu unterbinden.
  • Wer Christen schadet, bleibt unbestraft: Behörden, die Christen verfolgen, tun dies mit dem Rückhalt des Gesetzes. Im Allgemeinen interpretieren sie die Anwendung des Gesetzes, wie sie es für richtig halten. Die Behörden können damit rechnen, mit völliger Straffreiheit zu handeln. Auch wer Christen muslimischer Herkunft und evangelistisch tätigen Christen schadet, geht straffrei aus. Dies geschieht zumeist seitens der muslimischen Kommune auf örtlicher oder regionaler Ebene.

Christen in Usbekistan werden in ihrer Reise- und Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Medienberichte über Christen sind oft falsch oder voreingenommen. Eine internationale Beobachtung von Gerichtsverhandlungen, in denen sich Christen verantworten mussten, wurde behindert.

Kirchliches Leben

  • Christen werden daran gehindert, kirchliche Aktivitäten außerhalb von Kirchen zu organisieren: Alle christlichen Aktivitäten sind außerhalb der Gebäude registrierter Kirchen verboten. Unabhängig davon würde das muslimische Umfeld sich solcher Aktivitäten umgehend widersetzen und diese den Behörden melden.
  • Die Arbeit mit Jugendlichen wurde eingeschränkt: Christliche Arbeit unter Kindern und Jugendlichen ist verboten, einschließlich Sonntagsschulen und Jugendcamps. Das muslimische Umfeld würde jedes Anzeichen von Jugendveranstaltungen oder Sommercamps bei den Behörden zur Anzeige bringen.
  • Kirchen werden davon abgehalten, Christen muslimischer Herkunft öffentlich aufzunehmen: Das Gesetz stellt Missionierung unter Strafe. D. h. jeder Versuch eine Person für einen anderen Glauben zu gewinnen, wird geahndet – mit bis zu drei Jahren Haft. Es ist daher gefährlich für Kirchengemeinden, Christen muslimischer Herkunft offen zu integrieren. Ein Glaubenswechsel erfährt heftigen Widerspruch, vor allem seitens Muslimen in ländlichen Gebieten.
  • Kirchen werden daran gehindert, christliche Materialien zu importieren: Alle religiösen Materialien müssen von der Regierung genehmigt werden. Nur wenige überwinden diese Hürde. Selbst die „Vereinigten Bibelgesellschaften“ (UBS) haben damit Schwierigkeiten. Muslime erstatten Bericht, falls sie entdecken, dass Christen christliches Material auf illegalem Wege ins Land schmuggeln.

Christen in Usbekistan haben zudem auch Probleme beim Druck, Vertrieb und Verkauf religiöser Materialien und deren Genehmigung. Es gab Vorfälle, bei denen religiöse Materialien konfisziert wurden.

Auftreten von Gewalt

  • Am 9. Februar 2019 wurde eine Frau von ihrem Ehemann ermordet, weil sie sich kurze Zeit zuvor dem christlichen Glauben zugewandt hatte. Sie hatte versucht, das Land zu verlassen.
  • Es wurden elf Fälle von Angriffen auf Christen in Usbekistan berichtet. Diese ereigneten sich meist dann, wenn die Polizei bei christlichen Versammlungen von nicht offiziell registrierten Gemeinden und Gruppen Razzien durchführte. Eine 70-jährige Christin muslimischer Herkunft wurde von ihren beiden Söhnen und ihrer Tochter entführt.
  • Mindestens 15 Christen kamen in Haft.
  • Es gab keine Berichte über Angriffe auf Kirchengebäude in Usbekistan, aber es gab Razzien gegen nichtregistrierte Versammlungen in privaten Wohnräumen.
  • Im September 2019 wurde ein Konvertit, der sich vom Islam ab- und dem christlichen Glauben zugewandt hatte, von seinen muslimischen Verwandten geschlagen. Sie waren zu seinem Haus gekommen und hatten all sein Vieh – Schafe, Hühner, Enten, Hasen und einen Hund – getötet und seine Scheune niedergebrannt.

7. Verfolgungssituation für Männer und Frauen

Wie Frauen Verfolgung erfahren:

  • Entführung
  • Ausschluss aus der Gemeinschaft
  • Beschlagnahme von Erbschaft und Besitz
  • Wirtschaftliche Schikane durch Geldstrafen
  • Wirtschaftliche Schikane im Berufs-/Geschäftsleben
  • Zwangsscheidung
  • Zwangsverheiratung
  • Erzwungene Flucht aus Stadt oder Land
  • (Haus-)Arrest durch die Familie
  • Verhaftung durch die Behörden
  • Ermordung
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Sexuelle Gewalt
  • Verbale Gewalt

Obwohl das Gesetz in Usbekistan Männern und Frauen gleiche Rechte gewährt, werden gemäß der traditionellen islamischen Kultur Frauen niedriger als Männer geachtet, was ihnen im familiären Kontext eine untergeordnete Stellung zuweist. Von Frauen wird die völlige Unterordnung unter ihre Eltern und, wenn sie verheiratet sind, unter ihre Männern erwartet. Wie in einem im November 2015 veröffentlichten UN-Bericht hervorgehoben wird, „geschieht die Diskriminierung von Frauen durch das Fortbestehen tief verwurzelter patriarchaler Haltungen und Stereotypen bezüglich der Rolle und Verantwortlichkeiten von Frauen in der Familie und Gesellschaft. So wird die Nachrangigkeit von Frauen in Familie und Gesellschaft aufrechterhalten.“ In diesem gesellschaftlichen Kontext haben Frauen nicht die Freiheit, ihre Religion selbst zu wählen und müssen mit Verfolgung rechnen, wenn sie sich dem christlichen Glauben zuwenden. Die engmaschige Gesellschaftsstruktur führt im Umkehrschluss dazu, dass Frauen auch deshalb Verfolgung ausgesetzt werden, weil man so ihren Ehemännern oder anderen Familienmitgliedern psychischen Schaden zuzufügen sucht.

Das Einsperren durch die Familie bzw. Hausarrest ist ein verbreitetes und gesellschaftlich akzeptiertes Mittel, um Christinnen muslimischer Herkunft unter Druck zu setzen. Ihnen wird der Anschluss an soziale Netzwerke, insbesondere christliche Netzwerke, verwehrt oder eingeschränkt, weil man meint, eine Konvertitin würde dann wieder zum Islam zurückkehren. Weil es Ziel ist, eine Frau zum Islam zurückzuzwingen, stehen Konvertitinnen in konservativen Regionen in der Gefahr, entführt und mit einem Muslim zwangsverheiratet zu werden. Wenn sie zum Zeitpunkt ihres Glaubenswechsels bereits verheiratet sind, lassen sich muslimische Ehemänner üblicherweise von ihnen scheiden und verweigern ihnen Recht auf ihr Eigentum. In extremen Fällen sind diese Christinnen gezwungen, zu fliehen, wie das Beispiel einer usbekischen Mutter vom Februar 2019 zeigt: Sie hatte versucht, vor ihrem gewalttätigen Ehemann bei befreundeten Christen in der Türkei Unterschlupf zu finden; doch ihr Ehemann stellte sich ihr auf dem Flughafen in den Weg und schnitt ihr die Kehle durch.

Christliche Frauen und Mädchen leiden täglich unter den verschiedensten Formen von Druck innerhalb des Familienverbundes, einschließlich verbaler, physischer, psychischer und sexueller Gewalt. Zusätzlich erfahren sie wirtschaftliche Schikane, durch Bußgelder und auch an ihrem Arbeitsplatz. Frauen in ländlichen Gegenden sind aufgrund der fehlenden sozialen und kommunalen Infrastruktur völlig auf ihre Familien angewiesen und haben nur wenig Aussichten auf einen Arbeitsplatz.

Wie Männer Verfolgung erfahren:

  • Beschlagnahme von Erbschaft und Besitz
  • Diskriminierung/Schikane im Bildungsbereich
  • Wirtschaftliche Schikane im Berufs-/Geschäftsleben
  • Wirtschaftliche Schikane durch Geldstrafen
  • (Haus-)Arrest durch die Familie
  • Verhaftung durch die Behörden
  • Reiseverbote/Einschränkung der Reisefreiheit
  • Körperliche Gewalt
  • Psychische Gewalt
  • Verbale Gewalt

Gemeindeleiter, darunter viele Männer, sind die üblichen Ziele für Verfolgung. Normalerweise erhalten sie Bußgelder, werden verhaftet, verwehrt man ihnen Ausreisevisa oder stellt sie sogar unter Hausarrest. Geldbußen können sie für sehr viele mögliche Verstöße erhalten, z.B. für illegale Versammlungen, für den Besitz christlicher Literatur oder dafür, dass sie christliche Lieder auf ihrem Handy haben. Die Verfolgung von Gemeindeleitern ist eine bewusst gewählte Taktik, da diese einen Welleneffekt erzeugt und sich allmählich Angst und Furcht in den Gemeinden verbreiten.

Christliche Männer sehen sich mit Ungleichbehandlung in jedem ihrer Lebensbereiche konfrontiert. Einigen Männer bleibt eine Beförderung verwehrt, während andere ihren Arbeitsplatz ganz verlieren. Christliche Geschäftsleute stehen unter ständiger staatlicher Überwachung, weil man herausfinden will, ob sie an illegalen Handlungen beteiligt sind. Außerdem erfahren sie Druck vonseiten der muslimischen Ortsgemeinschaft, die versucht, ihre Geschäfte zu behindern. Da Männer zumeist die Hauptversorger sind, kann diese Form von wirtschaftlicher Bedrängnis eine lähmende Wirkung auf die ganze Familie haben. Um dies zu vermeiden, entscheiden sich viele christliche Geschäftsleute, ihren Glauben geheim zu halten.

Christen muslimischer Herkunft leiden unter verbalen, physischen und psychischen Misshandlungen. An ihrem Arbeitsplatz oder Studienort erfahren sie regelmäßig Spott. Der verpflichtende Militärdienst setzt christliche Männer zusätzlich einer feindseligen Umgebung und Schikanen aus.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Jede Glaubenspraxis oder Ausübung der Religionsfreiheit ohne staatliche Erlaubnis ist illegal. Darunter fallen auch Gespräche über Glaubensinhalte, Versammlungen aus religiösen Gründen oder das Studium heiliger Schriften in Privathäusern. Vollstreckungsbeamte führen Razzien gegen Menschen aller Glaubensrichtungen durch, die sich in dieser Weise treffen. Sie können straffrei die Opfer der Razzien bedrohen, verhaften, mit Bußgeldern belegen und körperliche Verletzungen zufügen. Jede Art religiöser Texte, einschließlich islamischer Texte und der Bibel, werden konfisziert, sofern sie gefunden werden. Auch Muslime, die sich zum Koranstudium oder dem Erlernen von Gebeten im privaten Kontext treffen, müssen im Fall ihrer Entdeckung langjährige Haftstrafen fürchten. Strenge Einschränkungen gelten auch für die Einhaltung des Fastenmonats Ramadan oder für die Teilnahme an der Hadsch nach Mekka.

Staatliche Überwachung und Unterdrückung treffen unterschiedlichste Gruppierungen, ob Muslime oder Christen, Zeugen Jehovas, Juden oder Bahais: Sie alle leiden in hohem Maß darunter.

Beispiele von Verfolgung anderer religiöser Gruppen:

  • Im Dezember 2018 musste Fazliddin Parpiyev, ein 33-jähriger Imam aus Taschkent, aus dem Land fliehen, zwei Monate nachdem er Verletzungen der Religions- und Glaubensfreiheit gegen Muslime des Landes beklagt und sich an Präsident Schawkat Mirziyoyev gewandt hatte. Das Komitee für religiöse Angelegenheiten, die Geheimpolizei des Staatssicherheitsdienstes (SSS), die Polizei, die Staatsanwaltschaft und die Beamten des Muftiats setzten ihn und seinen Vater sofort unter Druck und bedrohten ihn, nachdem er seinen Video-Appell veröffentlicht hatte.
  • Am 17. April 2019 trafen Beamte aus der südlichen Provinz Qashqadaryo, möglicherweise Beamte der SSS-Geheimpolizei, im Arbeitslager in der Provinz Bukhara ein, in dem der Muslim und politische Häftling Chayrullo Tursunow festgehalten wird. Sie folterten ihn über einen Zeitraum von sechs Stunden und drohten, seine Haftstrafe von 16 Jahren zu verlängern. Sie versuchten, ihn zu einer falschen Zeugenaussage gegen einen entfernten Verwandten zu zwingen, der seit 2006 außerhalb Usbekistans lebt. Tursunov weigerte sich, die vorformulierte Aussage zu unterzeichnen.
  • Am 23. August 2019 hielten usbekische Sicherheitsbeamte Dutzende muslimische Männer auf einem lokalen Markt in Taschkent fest. Bevor sie freigelassen wurden, rasierte man ihnen die Bärte ab. Ein Verkäufer auf dem Malika-Markt in der usbekischen Hauptstadt, der namentlich nicht genannt werden will, berichtete, er habe sich unter Dutzenden von Männern befunden, die von der Polizei festgenommen und auf eine Polizeistation gebracht wurden, wo sie gezwungen wurden, ihre Bärte abzurasieren.

9. Der Ausblick für Christen

Diktatorische Paranoia

Die derzeitige Regierung übt ein sehr hohes Maß an Kontrolle über das Land aus. Beamte auf allen Ebenen sind die stärksten Verfolger von Christen in Usbekistan. Sie haben alle Arten von rechtlichen Restriktionen aufgestellt, überwachen alle religiösen Aktivitäten, stürmen Treffen und verhindern die Verbreitung religiöser Literatur. Die Chancen sind sehr gering, dass sich diese Situation ändert.

Islamische Unterdrückung

Der Islam ist nicht die Staatsreligion, er ist aber die traditionelle Religion eines Großteils der Bevölkerung in Usbekistan. Islamisch motivierter Druck auf christliche Konvertiten kommt hier nicht von islamisch-extremistischen Gruppierungen, sondern von der eigenen Familie, Freunden und der Ortsgemeinschaft bzw. dem sozialen Umfeld; sie alle üben weitreichenden Einfluss aus. Dass sich dies ändert, ist so gut wie unmöglich.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Usbekistan:

  • Beten Sie für Christen muslimischer Herkunft, die aufgrund ihres neuen Glaubens häufig isoliert leben und Angst und Druck erleben, da sie wissen: Wenn ihre Familie von ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben erfährt, kann das Spott, Verfolgung oder sogar Tod bedeuten. Jedes Mal, wenn diese neuen Gläubigen sich nach christlicher Jüngerschaft oder einer Gemeinde erkundigen, gefährden sie ihr Leben und das der Leute, die sie treffen.
  • Usbekistan ist eine der härtesten Diktaturen in Zentralasien. Die usbekische Regierung wird alles dafür tun, um an der Macht zu bleiben. Alle Formen der Opposition und Abweichungen von der Norm werden angegriffen, dazu zählt auch der christliche Glaube. Beten Sie für Veränderung und für Akzeptanz der Christen in Usbekistan.
  • Beten Sie für Christen, die bedroht werden, Opfer von Razzien werden, Geldstrafen bekommen oder ins Gefängnis müssen. Religiöse Aktivitäten außerhalb staatlicher und staatlich kontrollierter Institutionen sind nicht erlaubt.

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