Länderprofil Kolumbien

Kolumbien

47
Weltverfolgungsindex
2019
Flagge Kolumbien
Hauptreligion
Christentum
Offizielle Staatsform
Republik
Platz Vorjahr
49
ISO
CO
Karte Kolumbien
Christen
46,96
Bevölkerung
49.47
Organisiertes Verbrechen und Korruption
Ethnisch begründete Anfeindungen
Säkulare Intoleranz
Privatleben: 7.900
Familienleben: 7.600
Gesellschaftliches Leben: 11.800
Leben im Staat: 9.400
Kirchliches Leben: 8.500
Auftreten von Gewalt: 12.600

Länderprofil Kolumbien

Berichtszeitraum: 1. November 2017 – 31. Oktober 2018

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 47 / 58 Punkte (WVI 2018: Platz 49 / 56 Punkte)

Welche Triebkräfte sind für die Verfolgung verantwortlich?

Organisiertes Verbrechen und Korruption: Das Fehlen von staatlichem Schutz in den am stärksten vernachlässigten Regionen des Landes eröffnet Spielräume für kriminelle Gruppen, die im Drogenhandel aktiv sind; sie verüben Erpressungen und Morde. Davon sind häufig Christen betroffen.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Gemäß der Nationalen Statistikbehörde (2005) sehen sich 3,4 % der kolumbianischen Bevölkerung selbst als Indigene. Mitglieder der indigenen Gemeinschaften, die ihre traditionellen religiösen Riten abgelegt haben, um Christen zu werden, sind oftmals heftiger Verfolgung ausgesetzt.

Säkulare Intoleranz: Trotz des derzeitigen Einflusses von Christen in der Politik (besonders evangelischen Christen), versuchen Regierungsstellen, Religion aus dem öffentlichen Leben zu verbannen und Werte zu etablieren, die dem christlichen Glauben zuwiderlaufen (z. B. die LGBTI-Agenda).

Von wem geht die Verfolgung aus?

Anführer krimineller Gruppen und regierungskritische Guerillas sind die Hauptverfolger. Sie genießen oft Straffreiheit, bedingt durch die Korruption der lokalen Behörden. Genauso arbeiten Drogenschmuggler und kriminelle Netzwerke mit Regierungsvertretern gegen Christen zusammen, die offen ihre illegalen Handlungen anprangern. In einigen indigenen Gemeinschaften verdächtigen die Anführer Christen, der Gemeinschaft ihre Weltsicht aufzwingen und ihnen das Territorium streitig machen zu wollen. Diese Wahrnehmung führt zur Verfolgung von Christen (mit Unterstützung durch die örtlichen Behörden). Auch politische Parteien, gewöhnliche Bürger und Interessengruppen lehnen auf Glaubensüberzeugungen basierende Standpunkte ab und treiben im Gegenzug ihre Agenda voran, die christlichen Werten widerspricht.

Wie äußert sich die Verfolgung?

Als Resultat der Gewalt durch die Guerillas oder andere kriminelle Gruppen werden Gemeindeleiter bedroht, belästigt, erpresst und sogar ermordet. In einigen Fällen ist diese Gewalt eine direkte Folge der Gemeindearbeit unter Jugendlichen und früheren Bandenmitgliedern. Auf Grundlage der Säkularen Intoleranz werden christliche Werte kritisiert und Christen lächerlich gemacht, wenn sie versuchen, an öffentlichen Debatten teilzunehmen – besonders zu Themen bezüglich Gender, Ehe und ungeborenem Leben. Schließlich führen Strafmaßnahmen gegen Christen indigener Herkunft sowie ihre Familien und gegen Missionare mitunter zu Inhaftierungen, körperlichen Misshandlungen und der Beschlagnahmung von Eigentum.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Im Mai 2018 griff „eine Gruppe von Atheisten“ eine römisch-katholische Kirche in Bogota an. Sie warfen Steine, beschädigten Fenster und Gegenstände innerhalb der Kirche. Diese Gruppe ist bekannt dafür, die katholische Diözese über Wochen belästigt zu haben. Während des Angriffs suchte der verantwortliche Priester Zuflucht im Hause eines Verwandten, da er bedroht worden war.
  • Im Juli 2018 wurde in Medellin ein 50 Jahre alter, römisch-katholischer Priester ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Er war in seinem ganzen Umfeld für seine Sozialarbeit bekannt.
  • In der Ortschaft Embera Katio, Stadt Guaranini, Cordoba, verbannten die Behörden der indigenen Gemeinschaft im Juli 2018 dort lebende Pastoren, um zu verhindern, dass diese ihre Bemühungen zur Ausbreitung des Evangeliums fortführten.
  • Im September 2018 wurde in Antioquia der Pastor der New-Philadelphia-Kirche von einer bewaffneten kriminellen Gruppe erschossen, nachdem er sich geweigert hatte, sie am Sonntag mit seinem Kanu zu befördern.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Kolumbien steht auf Platz 47 des Weltverfolgungsindex 2019. Die Wertung des Landes ist um zwei Punkte auf jetzt 58 Punkte gestiegen. Die Gewalt gegen Christen hat besonders in den ländlichen Gegenden zugenommen, hauptsächlich durch Angriffe von kriminellen Gruppen und abtrünnigen Fraktionen der FARC-Guerilla. Zu Angriffe kam es vermehrt dort, wo Christen sozio-politische Ansichten äußerten, die den Interessen der kriminellen Gangs zuwiderliefen. Diese Art der Anfeindungen betraf auch die städtischen Regionen, was zu einem Anstieg des Drucks im Bereich „Leben im Staat“ führte.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Der Corruption Perception Index 2017 platziert Kolumbien auf dem 96. Rang von 180, mit einer Punktzahl von 37/100 (0 = maximal korrupt und 100 = absolut integer). Trotz der Unterzeichnung des Friedensabkommens mit der FARC kontrollieren kriminelle Gruppen und Guerillas weiterhin ganze Regionen. Abtrünnige der FARC, Mitglieder der ELN und andere Guerilla-Gruppen (oft bezeichnet als „BACRIM“) kontrollieren die kriminellen Aktivitäten in verschiedenen Landesteilen. Dass sie derzeit weder über eine Struktur noch über eine Strategie verfügen, sorgt für noch größere Unsicherheit und Angst unter der Bevölkerung als zur Zeit der FARC. Gemeindeleiter und Gruppen, die den Handlungen der Guerillas widersprechen, sie ablehnen und versuchen, junge Leute von einem Beitritt zu diesen Gruppen abzuhalten, oder Mitglieder der Guerilla zum christlichen Glauben führen, müssen mit Belästigungen, Verschleppungen, Entführungen und Erpressungen rechnen oder stehen gar in der Gefahr, ermordet zu werden. All das wird durch die herrschende Korruption und die Straffreiheit begünstigt, die sich aufgrund von Allianzen zwischen den Führern dieser Gruppen und Behörden entwickelt haben. Das wurde im Zuge der letzten Wahlen deutlich: Kriminelle Gruppen versuchten, die Bevölkerung, inklusive Christen und der Kirche, zu zwingen, für Kandidaten zu stimmen, die eine Fortführung des korrupten Regimes befürworteten.

Oft sind indigene Gemeinschaften am meisten vom organisierten Verbrechen betroffen, weil Drogenschmuggler und Guerillas häufig deren Gebiete für ihre Aktivitäten nutzen. Gleichzeitig kooperieren manche indigenen Führer jedoch mit Gangmitgliedern, um Christen aus ihrer Gemeinschaft einzuschüchtern und dazu zu bringen, dass sie ihren Glauben widerrufen. Das Ausmaß der Gewalt an solchen Orten ist sehr hoch, auch bedingt durch Zusammenstöße zwischen Regierungstruppen und kriminellen Gruppen oder die Kämpfe krimineller Gruppen untereinander. Aufgrund dieser Gewalt zählt Kolumbien zu den Ländern mit den meisten Binnenflüchtlingen in der Region (38.490 zwischen Januar und August 2018), wie die „Consultancy for Human Rights and Displacement“ (COHDES) 2018 bekannt gab. Teilweise werden ganze indigene Familien von paramilitärischen Gruppen kontrolliert.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Dies ist eine der Haupttriebkräfte der Verfolgung in den indigenen Gemeinschaften im Norden des Landes (Arauca, Norte de Santander, Magdalena, Cordoba). Gemäß der Nationalen Statistikbehörde (2005) betrachten sich 3,4 % der kolumbianischen Bevölkerung selbst als Indigene; in ihren Gemeinschaften ist Religion eine wichtige Komponente ihrer Kultur und ihrer Identität und bestimmt ihre Beziehungen zu anderen Menschen und selbst den Umgang mit natürlichen Ressourcen. Wie in den meisten indigenen Gemeinschaften in Lateinamerika sind okkulte religiöse Praktiken zumeist mit dem Katholizismus vermischt. Obwohl sie nicht als römisch-katholisch (im engeren Wortsinn) bezeichnet werden können, weisen die Führer dieser Gemeinschaften eine größere Toleranz gegenüber der römisch-katholischen Kirche als gegenüber Christen anderer Kirchen auf. Dennoch sind auch indigene Katholiken, die solche okkulten Praktiken aufgeben (im Sinne eines Religionswechsels), Verfolgung und Ethnisch begründeten Anfeindungen ausgesetzt.

Die Religion ist in diesen Gemeinschaften sehr präsent, bedingt durch den Einfluss der indigenen Weltanschauung auf das tägliche Leben sowohl im privaten als auch im gesellschaftlichen Bereich. Deshalb wird die Einführung einer Idee oder eines Brauchs, der diesen althergebrachten Ansichten widerspricht, als Bedrohung ihrer (kulturellen oder religiösen) Traditionen aufgefasst und folglich von den örtlichen Behörden und den meisten indigenen Führern verboten. Maßnahmen gegen Christen indigener Herkunft (wie auch gegen ihre Familien und gegen Missionare) reichen von der Inhaftierung, körperlichem Missbrauch oder dem Ausschluss von der Grundversorgung bis zur Beschlagnahmung von Besitz.

Säkulare Intoleranz

Christen haben gezeigt, dass sie trotz umfassender Anstrengungen, die Religion aus dem öffentlichen Leben zu entfernen, erheblichen Einfluss auf das politische Leben in ihrem Land nehmen können. Sie sind ihrer christlichen Ansichten wegen verbalen Angriffen und Diskriminierung ausgesetzt, besonders bei Themen wie Lebensschutz, Familie, Ehe und Religionsfreiheit. Die Einschüchterung entspringt nicht etwa dem Bemühen um Neutralität, sondern der Intention, dem christlichen Glauben widersprechende Werte zu etablieren (z. B. die LGBTI-Agenda und die Agenda radikaler Feministinnen).

In ihrem Bemühen, allen religiösen Denominationen, einschließlich von Minderheiten, größere Anerkennung zu verschaffen, hat die Regierung wichtige Fortschritte erzielt. Dazu zählt die Verabschiedung verschiedener politischer Initiativen im Bereich der Religionsfreiheit, nicht zu vergessen die Einrichtung die „Koordinierungsstelle für religiöse Angelegenheiten“. Derzeit lässt sich noch nicht beurteilen, wie effektiv die neuen Regelungen in Hinsicht auf den Schutz der verschiedenen Religionen im Land sein werden. Dennoch ist religiöse Intoleranz in privaten Einrichtungen und unter gewöhnlichen Bürgern, die jeden verspotten und kritisieren, der offen seinen christlichen Glauben bekennt, ein schwerwiegendes Problem im Land.

3. Verfolger

Ausgehend von Organisiertem Verbrechen und Korruption

Trotz des Friedensabkommens mit der FARC gibt es immer noch isolierte Gebiete, in denen paramilitärische Einheiten und Guerillas, die nicht zur FARC gehören (z. B. die ELN und kleinere kriminelle Gruppen, bekannt als „BACRIM“), ganze Dorfgemeinschaften übernommen haben, die von der Regierung vernachlässigt wurden. Diese Gruppen zögern nicht, gegen Christen aktiv zu werden, deren Werte offen ihren eigenen widersprechen. Aufgrund der herrschende Korruption und Straffreiheit erfuhren kriminelle Netzwerke (besonders im Bereich des Drogenschmuggels) Unterstützung und Schutz von Regierungsbeamten (auf verschiedenen Ebenen) und politischen Parteien, wie bei der letzten Wahl zu beobachten war. In den von kriminellen Gruppen beherrschten Gebieten werden immer wieder Bürger zur Mithilfe (oder zum Wegschauen) gezwungen, wenn Gemeindeleiter oder christliche Gruppen angegriffen werden. Das betrifft teilweise Mitglieder der eigenen Familie.

Ausgehend von Ethnisch begründeten Anfeindungen

Die Hauptverfolger in dieser Kategorie sind Anführer ethnischer Gruppen und nichtchristliche religiöse Leiter in den indigenen Gemeinschaften. Sie bleiben meist dem Glauben ihrer Ahnen treu und verbieten jedwede Verbreitung des christlichen Glaubens in ihren Stämmen. Dabei kommt es zu Belästigungen, Drohungen (teilweise durch Hexerei), Gewalt oder zur Denunzierung von Christen bei den örtlichen Behörden. Diese spielen oftmals auch eine aktive Rolle als Verfolger, indem sie Diskriminierungen von und Gewalt gegen Christen erlauben oder diese ignorieren. In Fällen von Glaubenswechseln ist es sehr wahrscheinlich, dass Mitbürger (und manchmal selbst die eigene Familie des Konvertiten) die Entscheidung als Verrat an der Familie, der Gemeinschaft und an den Stammestraditionen betrachten. Wenn ein Konvertit körperlich misshandelt oder verbannt wird, geschieht dies folglich mit der Zustimmung sowohl der Familie als auch des sozialen Umfeldes. Darüber hinaus bedrohen auch Mitglieder krimineller Gruppe die Christen in den lokalen Gemeinschaften – auf Bitten der Stammesführer.

Ausgehend von Säkularer Intoleranz

Vertreter der Regierung, ideologische Interessengruppen, Bürgerbewegungen und multilaterale Organisationen (wie die UN und die OAS) haben die Regierung gedrängt, ihrer Agenda und ihren Forderungen (z. B. bezüglich der LGBTI-Philosophie sowie sexuellen und reproduktiven Rechten) nachzugeben. Hinzu kommt die konstante Belästigung und Häme gegenüber politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträgern, wenn sie es wagen, ihren christlichen Glauben öffentlich zu bekennen. Einige politische Parteien – besonders die progressiven – haben stetig versucht, Vorhaben christlicher Politiker oder politischer Unterstützer christlicher Gruppen zu behindern. Oft werden die nationalen Medien für diesen Zweck benutzt, um durch Schmutzkampagnen oder die Verbreitung einseitiger Informationen die Christen und ihren Glauben generell zu diskreditieren.

4. Hintergrund

Kolumbien geht derzeit durch eine Zeit der Veränderung. Der neue Präsident steht einer ganzen Liste von großen Herausforderungen gegenüber, zu denen zuerst die Umsetzung des Friedensabkommens zählt. Hinzu kommen die Einführung effektiver Maßnahmen zur Beseitigung der Korruption, die Bewältigung der derzeitigen Wirtschaftskrise, die Gewährleistung der Menschenrechte für alle Einwohner (insbesondere der indigenen Gemeinschaften) und die Regelungen für die Religionsfreiheit. Eines der drängendsten Probleme ist das Ausmaß an Gewalt und Unsicherheit, das durch die Aktivitäten von Guerillas und kriminellen Gruppen – besonders der ELN – besteht. Diese Gruppen versuchen, Geschäfte und ehemalige Territorien der FARC zu übernehmen. Es besteht die reelle Möglichkeit, dass die FARC (oder wenigstens viele ihrer früheren Mitglieder) anderen Guerillagruppen beitreten, da der Staat nur unzureichende Mittel für ihre Wiedereingliederung in die kolumbianische Gesellschaft bereitstellt. Die Eskalation der Gewalt bewirkt eine zusätzliche Verschlechterung der Situation von Christen, die in den von diesen Gruppen kontrollierten Gegenden leben. Hinzu kommt, dass viele politische Leiter durch Korruption in Allianzen mit kriminellen Gruppen verstrickt sind. Dadurch droht Christen, die sich gegen die Entwicklungen in ihrem Umfeld aussprechen, weitere Gefahr. Trotz all dieser Schwierigkeiten haben sich die Christen nicht davon abbringen lassen, sich in der Öffentlichkeit bis hinein in die Politik deutlich zu Wort zu melden.

5. Betroffene Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Diese Kategorie besteht hauptsächlich aus römisch-katholischen Kirchen, kleinen orthodoxen sowie evangelischen Gemeinschaften. Diese Gruppen sind in Regionen, die von Drogenkartellen und anderen organisierten Kriminellen kontrolliert werden, von Angriffen bedroht. Sie haben außerdem mit dem wachsenden Säkularismus und der religiösen Intoleranz zu kämpfen. Hinzu kommen die Risiken und Hindernisse, die mit der Gemeindearbeit in indigenen Gemeinschaften einhergehen.

Christliche Konvertiten

Diese Kategorie schließt Christen aus ursprünglich traditionellen Kirchen, aber auch Christen indigener Herkunft, ehemalige Guerillas und frühere Mitglieder krimineller Organisationen ein, die Christen geworden sind. Sie erleiden Belästigungen, Vertreibung, Todesdrohungen sowie andere körperliche und seelische Formen von Gewalt, weil sie das Glaubenssystem der Mehrheit ihrer ursprünglichen Gemeinschaft verlassen haben. Die Aktivitäten krimineller Netzwerke betreffen sie ebenso wie die Christen aus den traditionellen Kirchen.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Diese Kategorie besteht größtenteils aus evangelikalen, baptistischen und Pfingstgemeinden. Sie erhalten nicht die gleichen Vergünstigungen durch die Regierung wie die traditionellen Kirchen des Landes. Die Aktivitäten krimineller Netzwerke betreffen sie ebenso wie die Christen aus den traditionellen Kirchen.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 7.9
Familienleben 7.6
Gesellschaftliches Leben 11.8
Leben im Staat 9.4
Kirchliches Leben 8.5
Auftreten von Gewalt 12.6

Grafik: Verfolgungsmuster Kolumbien

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Kolumbien bleibt hoch und stieg von 8,9 Punkten beim Weltverfolgungsindex 2018 auf 9,0 beim WVI 2019.
  • Der Druck ist im gesellschaftlichen Leben mit einer Wertung von 11,8 Punkten am stärksten, begründet durch den Einfluss der Triebkräfte Organisiertes Verbrechen und Korruption sowie Ethnisch begründete Anfeindungen; hinzu kommt die unzureichende Umsetzung des Friedensabkommens mit der FARC. Die beiden genannten Triebkräfte wirken oft zusammen, z. B. wenn sich kriminelle Gruppen mit Stammesführern gegen Christen verbünden. Das geschieht meist auf der kommunalen Ebene, was den Druck im gesellschaftlichen Leben erhöht.
  • Der Anstieg des Drucks im Bereich „Leben im Staat“ (von 8,6 Punkten beim WVI 2018 auf 9,4 beim WVI 2019) resultiert nicht nur aus dem Versagen der Regierungsbehörden beim Schutz der christlichen Minderheiten, sondern spiegelt auch die wachsende Intoleranz gegenüber dem christlichen Glauben und seinen Werten im öffentlichen Raum wider.
  • Die Punktzahl für Gewalt ist extrem hoch (12,6), ein Anstieg gegenüber den 11,9 Punkten beim Weltverfolgungsindex 2018. Dieser Anstieg ist hauptsächlich durch die hohe Anzahl von gewalttätigen Vorfällen gegen Christen in indigenen Gemeinschaften begründet und spiegelt zudem die Aktivitäten der im Land aktiven kriminellen Gruppen wider.

Privatleben

Die meisten Punkte in diesem Lebensbereich wurden im Kontext der indigenen Gemeinschaften und in von kriminellen Netzwerken besetzten Gebieten erzielt, wobei christliche Konvertiten oft besonders unter Druck stehen. Diese Christen müssen ihren Glauben im Geheimen leben, da christliche Literatur, Symbole und Werte für die Stammesangehörigen nicht akzeptabel sind. Die Familie eines Konvertiten zum christlichen Glauben ist zumeist der Hauptverfolger, bedingt durch ihre Loyalität zur lokalen Gemeinschaft. Wegen des Einflusses krimineller Netzwerke in diesen Gegenden kommt es zu Ausgangssperren und Drohungen gegen Christen. Ihre Freiheit, den eigenen Glauben mit anderen zu teilen (selbst im Privaten), wird dadurch stark eingeschränkt. Wer seine persönliche Glaubensüberzeugung und darauf basierende Standpunkte offen vertritt, bekommt die wachsende Ablehnung individueller religiöser Praktiken durch die Gesellschaft zu spüren, wird kritisiert, beleidigt und schikaniert.

Familienleben

Besonders in den indigenen Gemeinschaften ist die oberste Priorität der Familie, Teil der Gemeinschaft zu sein, zum „Clan“ zu gehören und vor allem anderen die Sitten der Gemeinschaft zu respektieren. Daher ist jede religiöse Praxis, die der Stammestradition fremd ist, verboten. Christliche Familien und christliche Konvertiten haben Schwierigkeiten, ihren Glauben frei zu praktizieren. Um Taufen, christliche Hochzeiten und Begräbnisse durchzuführen, müssen Christen die indigenen Territorien verlassen. Wenn sie es nicht tun, laufen sie Gefahr, inhaftiert, körperlich misshandelt, vom Zugang zu öffentlichen Einrichtungen (inklusive Friedhöfen) ausgeschlossen und – im Falle konfessionell gemischter Ehen – zur Scheidung gezwungen zu werden. Es kommt oft vor, dass Eltern bedroht werden, wenn man entdeckt, dass sie ihre Kinder im christlichen Glauben erziehen. Als Konsequenz drohen ihnen Geldstrafen, Inhaftierung und der mögliche Verlust des Sorgerechts für ihre Kinder.

In den von kriminellen Organisationen bestimmten Regionen leiden sowohl Jungen als auch Mädchen unter krimineller Indoktrinierung. Jedweder Widerstand von christlichen Eltern dagegen kann zu ihrer Ermordung führen. Die Regierung versuchte zudem Maßnahmen einzuführen, die im Widerspruch zu christlichen Werten stehen; ein Beispiel dafür ist die Absicht, Kinder-Euthanasie zu erlauben. Dank des Einsatzes christlicher Eltern hat sich die Situation in diesem Bereich wenigstens nicht verschlechtert.

Gesellschaftliches Leben

In indigenen Gemeinschaften lebende Christen, die sich weigern, an religiösen Riten der Gemeinschaft teilzunehmen, werden bedroht und bei ihren täglichen Aktivitäten schikaniert. Christlichen Konvertiten wird das Wahlrecht vorenthalten und der Zugang zu gemeinschaftlich genutzten Ressourcen verwehrt, manchmal einschließlich staatlicher Gesundheits-, Bildungs- und Wirtschaftsförderungsprogramme. Mitgliedern der Gemeinschaft wird zudem verboten, indigene Christen einzustellen. Das letztendliche Ziel vieler Stammesführer besteht darin, Christen zum Widerruf ihres Glaubens und zu einer Rückkehr zu den religiösen Praktiken ihrer ethnischen Gruppe zu bewegen.

Kriminelle Gruppen nehmen Christen in den von ihnen kontrollierten Gebieten als eine Gefahr für die eigene Autorität wahr. Als Reaktion darauf sprechen sie Drohungen aus und wenden Gewalt in den Bereichen an, wo ihren illegalen Interessen offen entgegengetreten wird. Diese Gruppen haben Einfluss darauf, wer Arbeit findet oder wer seine Arbeit verliert. Sie erwarten von der Bevölkerung Mithilfe bei ihren Verbrechen, durch Mitarbeit und die Finanzierung ihrer Aktivitäten.

Zudem gibt es Bemühungen, Christen auszugrenzen, die öffentlich ihre Stimme gegen säkulare und ideologische Agenden erheben. Personen des öffentlichen Lebens, die sich auf Basis ihrer christlichen Ansichten und Werte zu Themen äußern, werden oftmals von Mobs, ideologischen Interessensgruppen und den Medien bedrängt. Es kommt sogar vor, dass gewöhnliche Bürger Intoleranz zeigen, indem sie Kirchen oder christliche Ansichten zum Schutz des Lebens, der Familie und von Ehen angreifen.

Leben im Staat

Die kolumbianische Verfassung garantiert und schützt die Rechte auf Religionsfreiheit und Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen. Der Staat hat seine Achtung des religiösen Pluralismus durch die Schaffung einer Behörde für religiöse Angelegenheiten unterstrichen. In der Praxis ist es jedoch noch ein langer Weg. Bis heute akzeptiert der Staat nicht in jedem Fall die Verweigerung des Wehrdienstes aus religiösen Gründen. Manche Personen im medizinischen Dienst müssen Eingriffe durchführen (oder zu diesem Zweck an andere Mediziner verweisen), die nicht im Einklang mit ihrem Glauben sind. Zudem sehen traditionelle evangelische und freikirchliche Gemeinden ihre pastorale Arbeit im Bereich der Armee, der Polizei und anderer öffentlicher Einrichtungen massiv eingeschränkt. Und schließlich sind Stammesregeln in den indigenen Gemeinschaften gültiges „Gesetz“. Dies bedeutet normalerweise, dass Christen zensiert werden oder dass ihnen der Zutritt zu den bzw. das Verlassen der indigenen Gebiete verweigert wird. Die Gemeinschaft erwartet von ihnen, dass sie an den traditionellen religiösen Riten teilnehmen. Es ist für Christen kaum möglich, die Regierung um Schutz zu bitten, da die indigenen Behörden – die nahezu immer gegen Christen eingestellt sind – die einzigen autorisierten Behörden in den Stammesgebieten sind.

In den Regionen, wo kriminelle Netzwerke aktiv sind, werden Christen teilweise mit einer Ausgangssperre belegt. Dadurch ist es ihnen unmöglich, öffentliche oder private Anstellungen zu bekommen (besonders wenn diese Positionen die illegalen Aktivitäten dieser Gruppen gefährden). Mitunter werden sie auch dazu gezwungen, bei Wahlen für Kandidaten zu stimmen, die für ihre Unterstützung krimineller Gruppen bekannt sind. Während der Wahlen von 2018 gab es Anschuldigungen, dass aufgrund der geheimen Zusammenarbeit von Behörden und kriminellen Gruppen eine erhebliche Anzahl von Stimmen nicht gezählt wurde.

Weitere Beispiele für Herausforderungen von Christen im Bereich „Leben im Staat“ sind: 1.) Kirchen wurden wegen zu hoher Lautstärke in ihren Gottesdiensten mit Geldstrafen belegt. 2.) Es gab Versuche, anti-christliche Werte zu fördern: In mehreren Fällen betonten Stadtverwaltungen ihre vollständige Neutralität, hissten jedoch die LGBTI-Fahnen als Zeichen der Unterstützung dieser Bewegung. 3.) Das Verfassungsgericht zwingt Gemeindeleiter dazu, bürgerliche Pflichten (wie die Mitarbeit in einer Wahlkommission) zum Nachteil ihrer Gemeindeverpflichtungen wahrzunehmen. 4.) Der Kongress weigerte sich, ein Referendum zu Adoptionsgesetzen für gleichgeschlechtliche Paare abzuhalten. Christen werden oft davon abgehalten, ihre glaubensbasierten Ansichten in die öffentliche Diskussion einzubringen, und stehen Diskriminierung bei Fragen des Lebensrechts, der Familie und der Ehe gegenüber.

Kirchliches Leben

In indigenen Gemeinschaften sind Kirchen nahezu immer dazu gezwungen, ihre Gottesdienste im Geheimen abzuhalten. In der Regel ist es unmöglich, Kirchen oder christliche Versammlungsstätten zu bauen. Das macht es schwierig, christliche Aktivitäten zu organisieren. Darüber hinaus waren die ersten Schritte bei der Umsetzung des Friedensabkommens mit der FARC nicht ausreichend, um landesweit die freie und sichere Wahrnehmung der Religionsfreiheit zu gewährleisten. Im Gegenteil, der Beitritt einiger früherer FARC-Mitglieder zu anderen Guerillagruppen und ihre Neubewaffnung hat eine noch größere Unsicherheit in den Gebieten unter der Kontrolle der Guerillas geschaffen: Mehr Kirchenleiter als je zuvor müssen Strafzahlungen leisten und sind Erpressungen, Drohungen und Morden ausgesetzt. Besonders die Jugendarbeit der Kirchen wird konstant überwacht. Zudem werden Christen in politischen Debatten immer wieder beschuldigt, „politischen Proselytismus“ zu betreiben. Man unterstellt ihnen, mithilfe der Religion Menschen zu manipulieren, und betrachtet sie deshalb oft als nicht vertrauenswürdig, politische Angelegenheiten gut zu regeln.

Erwähnt werden muss auch die Rolle der Kirche im Zusammenhang mit der venezolanischen Krise: Besonders in den Grenzregionen sind Gemeinden oft die einzige Hilfe für verzweifelte Migranten, die vor der Regierungskrise in Venezuela oder vor kriminellen Gruppen im Grenzgebiet von Ecuador oder Venezuela fliehen.

Auftreten von Gewalt

Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2019 haben religiöse Intoleranz, kriminelle Gewalt, Korruption und Unsicherheit im Land zu der Ermordung von katholischen Priestern, der Plünderung von Kirchen und Morddrohungen gegen Christen beigetragen. In den indigenen Gemeinschaften hat die Gewalt zugenommen. Hier leiden Christen unter Diskriminierung, Beschlagnahmungen, Belästigungen, Freiheitsberaubung, dem Entzug von Nahrung und Gütern des täglichen Bedarfs sowie körperlichen Misshandlungen.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Es gibt kein landesweit einheitliches Gesetz oder Handlungsvorgaben, die Mädchen und Frauen besonders in Gefahr bringen. Dennoch gibt es in der Praxis herausfordernde Situationen für Christinnen, dies es ihnen erschweren, ihren Glauben ohne Angst zu leben. So ist es zum Beispiel in indigenen Gemeinschaften üblich, dass die Stammesführer den christlichen Glauben nicht akzeptieren. Christliche Frauen werden entweder zur Ehe mit einem nichtchristlichen indigenen Mann gezwungen oder von ihren Männern verlassen, was die Trennung von ihren Kindern und die Ausgrenzung aus der Gemeinschaft zur Folge hat. In einer solchen Situation sind sie sehr verletzlich, da sie möglicherweise zum Umzug gezwungen sind oder der Willkür krimineller Gruppen zum Opfer fallen, die in Menschenhandel und sexuelle Ausbeutung involviert sind. In Fällen, wo die christlichen Frauen in der Gemeinschaft bleiben können, müssen sie trotz ihres Glaubens an den Praktiken der Gemeinschaft teilnehmen. So wird in den indigenen Gemeinschaften der Embera in den Kommunen Pueblo Rico und Mistrató in Risaralda und der Kommune Trujillo im Valle del Cauca weibliche Genitalverstümmelung praktiziert.

In Gegenden unter Kontrolle krimineller Gruppen sind christliche Mädchen stärker von der Indoktrinierung von Kindern durch Guerillas betroffen als Jungen, da sie nicht nur die gewaltsamen Ideologien akzeptieren müssen, die ihrem Glauben widersprechen, sondern es auch sehr wahrscheinlich ist, dass sie Opfer von Vergewaltigung und sexueller Belästigung werden. Ein weiterer Aspekt sind von multilateralen Organisationen gesponserte Regierungsprogramme, die in den vernachlässigten Regionen des Landes durchgeführt werden. Häufig beinhalten sie die Verpflichtung, Methoden zur „Familienplanung“ zu nutzen, was auch Verhütungsmittel und Abtreibungen umfasst. Dabei werden den Frauen häufig nur diese „Optionen“ zum Schutz ihrer Gesundheit aufgezeigt und sie werden dadurch indirekt unter Druck setzt, ihre Glaubensüberzeugungen aufzugeben, da ihnen keine andere Option aufgezeigt wird.

Zuletzt ist es für christliche Frauen in einigen Berufen schwerer, eine Anstellung oder eine Beförderung zu bekommen, da bekannt ist, dass sie wahrscheinlich mehr Kinder haben werden und damit häufiger schwanger sein werden als nichtchristliche Frauen. Arbeitgeber sehen dies oft als eine Unannehmlichkeit, die sie nicht tragen wollen.

Männer

Es gibt kein Gesetz, die Verfolgung christliche Männer begünstigen würde. In den von kriminellen Gruppen oder Drogenkartellen kontrollierten Gebieten sind junge Männer jedoch der Indoktrinierung durch diese Gruppen ausgesetzt und stehen unter hohem Druck, ihnen beizutreten. Bedingt durch den ökonomischen und sozialen Kontext, geben einige der jungen Männer diesem Druck nach. Andere weigern sich jedoch, entweder wegen ihres Glaubens oder aus anderen Gründen. Sie werden häufig bedroht, verfolgt und zusammen mit ihren Familien entführt.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Gemäß der World Christian Database lebten 2018 verschiedene religiöse Minderheiten in Kolumbien, wie Muslime (0,051 %), Hindus (0,024 %), Bahai (0,16 %) und Juden (0,02 %). In einem Fall wurde von der Entlassung einer jüdischen Frau berichtet, weil sie nicht bereit war, sich in einer Live-TV-Show zu bekreuzigen.

9. Ausblick

Die politische Perspektive

Die Unsicherheit um den begonnenen Friedensprozess im Land könnte nicht nur dazu führen, dass ehemalige Mitglieder der FARC sich wieder zusammenschließen oder anderen Guerillagruppen beitreten. Sie kann auch den Fortschritt bei den Verhandlungen mit anderen wichtigen Guerillagruppen wie der ELN blockieren. Diese Unsicherheit wird einen negativen Effekt auf die Wirtschaft und die gesellschaftliche Situation haben und dazu beitragen, dass die Korruption unter den Behörden des Landes unvermindert weiterbesteht.

Der Ausblick für Christen

Mit Hinblick auf Organisiertes Verbrechen und Korruption: Der Staat muss effektive Maßnahmen einführen, um der wachsenden Gewalt in den Gegenden zu begegnen, wo die neuformierten Guerillagruppen und Netzwerke organisierter Kriminalität sowie des Drogenhandels agieren. Wenn dies nicht geschieht, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Gegenden zu einer Brutstätte von Verfolgung religiöser Gemeinschaften werden, besonders von Christen.

Mit Hinblick auf Ethnisch begründete Anfeindungen: Solange der Staat weiterhin die Misshandlung von Christen indigener Herkunft ignoriert und sogar verteidigt, wird sich die Verfolgung in diesem Bereich nicht verringern. Wenn der Staat nicht in der Lage ist, die Gewalt in diesen Gegenden unter Kontrolle zu bringen, laufen die meisten indigenen Gemeinschaften Gefahr, zusammen mit ihrer Kultur zu verschwinden.

Mit Hinblick auf Säkulare Intoleranz: Trotz des aktuell wachsenden Einflusses von Christen in politischen Angelegenheiten ist es sehr wahrscheinlich, dass die Intoleranz gegen den christlichen Glauben im Land zunehmen wird. Wie bereits in anderen Ländern der Region geschehen, werden christliche Gruppen als Mehrheitsbeschaffer in politischen Kampagnen benutzt, um nach der Wahl von dem neuen Machthaber ignoriert zu werden.

Schlussfolgerung

Die Sicherheitskrise wird mutmaßlich die Lebensbedingungen der meisten Christen in wachsendem Maß gefährden. Das gilt umso mehr, da die Regierung sie bislang nicht als besonders schutzbedürftige Gruppe anerkannt hat.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Kolumbien:

  • Beten Sie um Widerstandskraft für die Christen, die in indigenen Gemeinschaften leben und schwerer Verfolgung ausgesetzt sind. Beten Sie auch um Weisheit für die Kirchen, wie sie den Herausforderungen in der nationalen Politik begegnen können – vor dem Hintergrund der Unsicherheiten des Friedensprozesses und der politischen Spaltungen.
  • Größere Teile des Landes standen in der Vergangenheit unter der Kontrolle von kriminellen Organisationen, Drogenkartellen, Revolutionären und paramilitärischen Gruppen. Christen sind Anfeindungen oft schutzlos ausgesetzt. Beten Sie um Heilung und Frieden für das Land.
  • Beten Sie um Frieden und Hoffnung für die Christen, die durch kriminelle und Guerillagruppen bedroht werden. Beten Sie, dass sie in dieser Verfolgung stark bleiben.
  • Beten Sie um Gottes Trost für alle Christen, deren Familienmitglieder wegen ihres Glaubens ermordet wurden. Beten Sie, dass sie ihren Verfolgern vergeben können.

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