Länderprofil Afghanistan

Afghanistan

1
Weltverfolgungsindex
2022
Flagge Afghanistan
Hauptreligion
Islam
Offizielle Staatsform
Islamisches Emirat
Platz Vorjahr
2
Karte Afghanistan
Christen
einige Tausend
Bevölkerung
38.91
Islamische Unterdrückung
Unterdrückung durch den Clan/Stamm
Ethnisch-religiöse Feindseligkeit
Privatleben: 16.700
Familienleben: 16.700
Gesellschaftliches Leben: 16.700
Leben im Staat: 16.700
Kirchliches Leben: 16.700
Auftreten von Gewalt: 15.000

Länderprofil Afghanistan

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 1 / 98 Punkte (WVI 2021: Platz 2 / 94 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2020 – 30. September 2021

Überblick

Fast alle afghanischen Christen sind Konvertiten aus dem Islam und haben somit einen muslimischen Hintergrund. Sie können ihren Glauben nicht offen praktizieren. Sich vom Islam abzuwenden, wird als Schande angesehen und nach geltendem islamischen Recht mit dem Tod bestraft. Wenn der Glauben von christlichen Konvertiten entdeckt wird, müssen sie aus dem Land fliehen. Nach der Machtübernahme der Taliban am 15. August 2021 sind viele Christen untergetaucht. Dies war ein Wendepunkt, nicht nur für Frauen und ethnische Minderheiten, sondern auch für religiöse Minderheiten, einschließlich christlicher Konvertiten, die als Abtrünnige gelten. Die Familie, der Clan oder der Stamm müssen „ihre Ehre retten“, indem sie sich der Christen entledigen. Da die Macht der Taliban weiter wächst und sich auf immer mehr Distrikte ausdehnt, wird die Situation für christliche Konvertiten zunehmend schwieriger. Sobald die Taliban ihre Macht gefestigt haben, müssen sich christliche Konvertiten an die von den Taliban eingeführte rigide Gesellschaftsform anpassen und sich ihr fügen.

Länderprofil als PDF

Das folgende Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Dossier auf Englisch sowie das gekürzte Länderprofil auf Deutsch (beides als PDF) finden Sie hier zum Download.

Country Dossier als PDF

Länderprofil als PDF

1. Hintergrund

Afghanistan hat seit mehr als 40 Jahren keinen Frieden mehr erlebt. Dies hat die Infrastruktur, die Wirtschaft und das soziale Gefüge in Trümmer gelegt. Eine weit verbreitete islamische Radikalisierung, kriminelle Aktivitäten und Korruption sind die Folge. Die Taliban hatten bereits von 1996 bis 2001 die Macht über etwa drei Viertel des Landes. Seit dem 15. August 2021 haben sie nun wieder die Kontrolle über das Land übernommen. Die sogenannte „Übergangsregierung“ zeigt, dass sie weder an der Einbeziehung ethnischer oder religiöser Minderheiten interessiert ist noch an der Einbindung von Frauen. Viele Minister sind bekannte Gesichter aus der ersten Taliban-Herrschaft (und stehen auf internationalen Terrorlisten). Die meisten Nachrichten aus dem Land deuten darauf hin, dass die strenge Auslegung des Islam wieder eingeführt wird. Auf die neue Regierung warten noch nie dagewesenen Herausforderungen. Afghanistan ist schon jetzt extrem arm; 54,5 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. Die Instabilität hat dazu geführt, dass viele Landwirte in hohem Maße auf illegale Drogen wie Opium als Einkommensquelle angewiesen sind. Angesichts der katastrophalen gesundheitlichen Situation in der Corona-Pandemie und des Auslaufens der internationalen Unterstützung und Finanzierung wird das Ausmaß der Armut noch zunehmen. Das aufschlussreichste Beispiel für die Veränderungen in Afghanistan ist die Situation in Kabul. Als die Taliban 2001 die Stadt verließen, war sie mit 500.000 Einwohnern eine eher kleine Hauptstadt. Bevor die Gruppe 2021 erneut die Macht übernahm, war Kabul eine pulsierende Stadt mit mindestens fünf Millionen Einwohnern. Stark gestiegene Flüchtlingszahlen im Land selbst wie auch in den Nachbarländern werden die Situation im Land und möglicherweise auch in der Region weiter destabilisieren. Die Vereinten Nationen schätzen, dass im Winter 2021/2022 23 Millionen Menschen von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sein werden.

2. Gibt es regionale Unterschiede?

Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts ist es noch zu früh, um zu sagen, inwieweit die Taliban-Herrschaft in nennenswerter Weise angefochten werden wird. Eine erste Widerstandsbewegung im nördlichen Pandschschir-Tal brach schnell zusammen. Ein ernstzunehmender Gegner könnte die Gruppe „Islamischer Staat in der Provinz Khorasan“ (ISKP) sein, die Konvois der Taliban in Ostafghanistan angegriffen hat. Gleichzeitig können christliche Konvertiten nicht erwarten, von dieser Gruppe anders behandelt zu werden als von den Taliban; der Umgang könnte sogar noch unberechenbarer und gewalttätiger werden. In der Regel sind die soziale Kontrolle und Überwachung in ländlichen Gebieten strenger als das in den meisten Städten der Fall ist. Allerdings ist das ganze Land streng islamisch, sodass Christen in ernste Schwierigkeiten geraten, wo auch immer sie von ihren Familien oder den Behörden entdeckt werden.

3. Was sind die stärksten Triebkräfte der Verfolgung?

Islamische Unterdrückung

Islamisch-extremistische Gruppen wie die Taliban können auf eine lange Geschichte in Afghanistan zurückblicken. Sie verfolgen alle Abtrünnigen vom Islam, und haben, da die Taliban nun wieder die Regierung stellen, auch die Mittel, gezielt gegen solche Abtrünnigen vorzugehen. Minderheiten stehen zwischen den Frontlinien des Kampfes von Taliban und ISKP.

Unterdrückung durch den Clan oder Stamm

Eine Abkehr vom Islam wird als Bedrohung für die überwiegend islamische Identität des Landes empfunden. Der kollektivistische Charakter der afghanischen Familieneinheit lässt nur wenig Raum für Privatsphäre. Dadurch ist für Christen das Risiko, entdeckt zu werden, sehr hoch; sie stehen innerhalb der Clanstruktur und ihrem sozialen Umfeld unter heftigem Druck.

Ethnisch-religiöse Feindseligkeit

Die Fürsorge für ihre Familien, Dörfer und Stämme hat in der afghanischen Kultur einen sehr hohen Stellenwert. Wenn sich jemand von seinem Stamm abwendet wegen etwas, das als fremdartig gilt, wird hoher Druck ausgeübt, um zu erreichen, dass diese Person zu den traditionellen Normen zurückkehrt. Außerdem wird der christliche Glaube als westlich angesehen und als feindlich gegenüber der afghanischen Kultur und Gesellschaft sowie dem Islam.

Organisiertes Verbrechen und Korruption

80 Prozent des Bruttoinlandsprodukts stammen aus der Schattenwirtschaft. Korruption und Kriminalität sind allgegenwärtig. Eines der großen wirtschaftlichen Probleme Afghanistans besteht darin, dass der Anbau von Mohn zur Herstellung illegaler Drogen wie Opium viel lukrativer ist als der Anbau praktisch jeder anderen Kulturpflanze. Die Einkünfte aus dem Mohnanbau finanzieren bewaffnete Milizen und fördern die Korruption. Davon sind insbesondere Christen betroffen, da sie zumeist dem einkommensschwachen Teil der Bevölkerung angehören.

Eine vollständige Übersicht aller im Land wirksamen Triebkräfte finden Sie im ungekürzten, englischen Länderprofil.

4. Welche Christen sind von Verfolgung betroffen?

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Die Zahl der ausländischen Christen ist in Afghanistan sehr gering. Die meisten von ihnen haben das Land im Berichtszeitraum verlassen.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Christen muslimischer Herkunft unternehmen alles, um nicht von Familie, Freunden, Nachbarn oder der Gesellschaft als Christen erkannt zu werden. Werden sie dennoch entdeckt, steht ihr Leben in unmittelbarer Gefahr.

5. Wie erfahren Christen Druck und Gewalt?

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 16.7
Familienleben 16.7
Gesellschaftliches Leben 16.7
Leben im Staat 16.7
Kirchliches Leben 16.7
Auftreten von Gewalt 15

 

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Privatleben

Der Übertritt zum christlichen Glauben ist streng verboten und wird hart bestraft. Die eng verwobene Stammesgesellschaft bringt eine hohe sozialen Kontrolle mich sich. Als Folge davon ist die Privatsphäre schwer zu wahren und Konvertiten sind stark gefährdet, entdeckt zu werden. Einer über den Nachrichten-Kanal „Gandhara“ veröffentlichten Reportage zufolge führten die Taliban bereits vor dem August 2021 in den von ihnen kontrollierten Gebieten Handykontrollen durch, um ihre strikten Regeln durchzusetzen. Nach der Machtübernahme der Taliban entledigten sich viele christliche Konvertiten ihrer Handys und weiterer digitaler Geräte und zogen in andere Gebiete, um sich zu verstecken.

Familienleben

Aufgrund des kollektivistischen Charakters des afghanischen Gesellschaftssystems müssen Christen äußerste Vorsicht walten lassen, wenn sie ihren Glauben praktizieren. Allein der Verdacht, sich vom Islam abgewandt zu haben, kann ernste Folgen wie Verhaftung und Zerstörung der Wohnung haben; Ehepartner werden massiv dazu gedrängt, sich von einem christlichen Partner oder einer christlichen Partnerin scheiden zu lassen oder, weil Scheidung unüblich ist, die Ehe zu annullieren. Da die Taliban-Regierung verlangt, dass Kinder als Muslime erzogen werden, droht christlichen Ehepartnern der Verlust des Sorgerechts für ihre Kinder. Daher müssen sich christliche Konvertiten in allen Bereichen ihres Lebens so verhalten, als seien sie noch Muslime.

Gesellschaftliches Leben

Mit der Machtübernahme durch die Taliban hat sich der Druck im Bereich des gesellschaftlichen Leben exponentiell erhöht. Der Afghanistan-Experte von Open Doors sagt, dass es für christliche Konvertiten keine andere Möglichkeit gibt, als sich „äußerlich wie ein Muslim zu verhalten“. Das gilt beispielweise in Bezug auf Moscheebesuche, die Kleiderordnung oder – bei Männern – das Tragen eines Bartes. Wenn eine Christin sich entscheidet, keine Kopfbedeckung zu tragen, erregt sie unerwünschte Aufmerksamkeit. Die örtliche Gemeinschaft wird sie zum Tragen einer solchen drängen. Schüler, die Christen sind, müssen dem allgemeinen Lehrplan folgen, in dem ein großer Schwerpunkt auf den Islam gelegt wird. Christliche Mädchen sind von der Bildung ausgeschlossen, ebenso wie Mädchen und Frauen im Allgemeinen (obwohl diese Regelung noch nicht einheitlich umgesetzt wird). Da viele christliche Konvertiten derzeit auf der Flucht sind oder versuchen, in einen anderen Teil des Landes umzusiedeln, gehen ihre Kinder häufig gar nicht zur Schule. Es ist sicherer für sie, das Land oder die Region zu verlassen, da sie mit großer Wahrscheinlichkeit bedrängt werden, wieder zu ihrem ursprünglichen Glauben zurückzukehren. Wer sich dennoch entscheidet, zu bleiben, wird in ernste Schwierigkeiten geraten, Not erleiden oder getötet werden.

Leben im Staat

Die von den Taliban nun außer Kraft gesetzte Verfassung garantierte vormals, dass Angehörige anderer Religionen ihren Glauben frei ausüben können. Artikel 3 der Verfassung legte jedoch gleichzeitig fest, dass kein Gesetz den Lehren und Grundlagen des Islam widersprechen darf. Dies führte zu Einschränkungen in vielen Lebensbereichen. Obwohl die Wortwahl einen großen Spielraum ließ und oft unklar blieb, was unangemessen oder „dem Islam widersprechend“ war, galt eine Konversion als Gotteslästerung. Weder Christen noch Angehörige anderer religiöser Minderheiten – selbst muslimischer – waren deshalb frei in ihrer Religionsausübung. Jetzt herrscht in Afghanistan wieder die Scharia, und es ist noch nicht klar, ob die Taliban eine neue Verfassung einführen wollen. Alle Reisen von Personen, die im Verdacht stehen, Christ zu sein, werden überwacht und verhindert, wenn vermutet wird, dass diese Reisen aus religiösen Gründen geschehen. Die Taliban sind für ihre notorisch strengen und häufigen Durchsuchungen bekannt, früher an Kontrollpunkten, heute bei Razzien.

Kirchliches Leben

In Afghanistan gibt es keine öffentlich zugängliche Kirche. Die einzige genutzte Kapelle befindet sich im Keller der italienischen Botschaft in Kabul. Sie ist nur für die kleine Zahl ausländischer Christen in Kabul vorgesehen, die noch in der Stadt arbeiten. Christliche Gruppen (wie klein sie auch sein mögen) müssen bei der Wahl ihrer Treffpunkte extrem vorsichtig sein. Alle christlichen Gemeinschaften arbeiten im Untergrund und ihre Treffen finden ausschließlich im Geheimen statt. Kirchliche Feiern und Gottesdienste erscheinen äußerlich bloß wie ein Treffen von Menschen, die sich zu einem gemeinsamen Essen versammeln. Alle christlichen Materialien werden versteckt, da sie vor neugierigen Blicken verborgen werden müssen. Würden sie entdeckt, wären ihre Besitzer zur Flucht gezwungen oder müssten ernsthafte Strafen und Gewalt durch das örtliche „Dschirga“-Gericht fürchten. Es gibt keine Möglichkeit, Bibeln und andere christliche Materialien zu verteilen oder zu verkaufen. Selbst eine elektronische Weitergabe kann lebensbedrohliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn sie zurückverfolgt wird. Offene Jugendarbeit ist nicht möglich, da verschiedene Gruppen Jugendliche für den Krieg gegen andere Taliban-Gruppen oder den ISKP zu rekrutieren versuchen. In diesem Wettstreit um die Jugendlichen wird jeder, der offen mit jungen Menschen arbeitet, als Konkurrent wahrgenommen.

Beispiele für Auftreten von Gewalt

Es wurden keine Morde an internationalen christlichen humanitären Helfern gemeldet. Die meisten von ihnen haben das Land aus Sicherheitsgründen bereits verlassen oder sind gerade dabei, dies gemeinsam mit internationalen Truppen und Botschaftsmitarbeitern zu tun. Nach der Machtübernahme durch die Taliban im August 2021 und Berichten über Hausdurchsuchungen sind viele christliche Konvertiten untergetaucht oder haben versucht, ins Ausland zu fliehen, beispielsweise nach Pakistan und Iran. Andere wurden von den Taliban gefangen genommen. Weitere Einzelheiten können aus Sicherheitsgründen nicht aufgeführt werden.

6. Entwicklung in den letzten 5 Jahren

Jahr

Platzierung

Punktzahl

2022

1

98,33

2021

2

93,52

2020

2

93,33

2019

2

93,89

2018

2

93,33

Christen in Afghanistan erleiden ein ebenso extremes Maß an Verfolgung wie Christen in Nordkorea, wenngleich die Verfolgung jeweils auf andere Art und Weise und durch andere Akteure ausgeübt wird. Nach der Regierungsübernahme der Taliban haben viele Christen um ihrer Sicherheit willen versucht, das Land zu verlassen oder innerhalb des Landes umzuziehen. Infolgedessen mussten viele der Hausgemeinden ihre Treffen einstellen. Die Christen mussten alles zurücklassen, was sie besaßen.  Aufgrund dieser Faktoren erhöht sich der Wert für Gewalt auf 15 Punkte. Diese hohe Wertung bedeutet jedoch nicht, dass alle Christen in Afghanistan aus dem Land fliehen, und sie bedeutet auch nicht, dass ein kirchliches Leben unmöglich ist. Es ist jedoch durchaus möglich, dass sich die Verfolgung in Zukunft weiter verschlimmern wird.

7. Sind Frauen und Männer unterschiedlich von Verfolgung betroffen?

Frauen: International wird befürchtet, dass mit der Machtübernahme durch die Taliban die erzielten Fortschritte im Bereich Frauenrechte und Schutz von Frauen zunichte gemacht werden; und tatsächlich verschlechtert sich die Lage unter der Kontrolle der Taliban rapide. Zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Berichts war es Mädchen verboten, in die Schule zurückzukehren, und es gibt viele Berichte über Frauen, die unter Druck gesetzt werden, sich „korrekt“ zu kleiden und zu Hause zu bleiben. Die schwache gesellschaftliche Stellung von Frauen begünstigt auch die Verfolgung von Christinnen. Christliche Konvertitinnen stehen in der Gefahr, geschieden oder unter Hausarrest gestellt zu werden. Sie werden unter Umständen in die Sklaverei oder Prostitution verkauft, schwer geschlagen, zur Heirat mit einem Muslim gezwungen (mit dem Ziel, sie zur Rückkehr zum Islam zu zwingen) und sexuell missbraucht. Aufgrund der Stigmatisierung und des unzureichenden gesetzlichen Schutzes ist es unwahrscheinlich, dass ein solcher Missbrauch angezeigt und strafrechtlich verfolgt wird.

Männer: Christliche Männer erfahren vonseiten ihrer Familien massiven Druck und Gewalt, wenn ihr Glaube entdeckt wird. Die Taliban setzen Männer unter Druck; sie müssen beweisen, dass sie gute muslimische Familienoberhäupter sind, indem sie fünfmal am Tag beten, die Moschee besuchen, fasten und einen „ordentlichen“ Bart tragen. Christliche Männer werden wegen ihres Glaubens verspottet, inhaftiert, gefoltert, sexuell missbraucht und oftmals sogar getötet. Männer und Jungen geraten auch ins Visier von Milizen, die versuchen, sie zu zwingen, sich ihren Kämpfern anzuschließen. Männliche Konvertiten müssen oft alternative Einkommensquellen finden, um als Christen nicht erkannt zu werden, weil sie an religiösen Praktiken am Arbeitsplatz nicht teilnehmen. Werden sie jedoch entdeckt, werden sie von den Arbeitsbehörden hart diskriminiert, sodass sie und ihre Angehörigen leicht in finanzielle Schwierigkeiten geraten können.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen in Afghanistan berichtet, dass „nach Angaben von religiösen Minderheitsführern aufgrund der geringen Größe ihrer Gemeinden nur wenige Gebetsstätten für Sikhs und Hindus weiterhin geöffnet sind“ und weiter: „Aufgrundvon gewalttätigen Angriffen auf ihre Gemeinschaften, gesellschaftlicher Diskriminierung und mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten wandern immer mehr von ihnen aus.“ Hindu- und Sikh-Gruppen berichteten außerdem davon, dass Anwohner von Krematorien sie weiterhin darin behinderten, die sterblichen Überreste ihrer Toten gemäß ihren Bräuchen einzuäschern. Obwohl die Hindu- und Sikh-Gemeinschaften um Unterstützung der örtlichen Behörden für die Sicherheit während ihrer Einäscherungszeremonien baten und diese auch erhielten, sahen sie sich weiterhin mit Protesten und Gewaltandrohungen konfrontiert. Folglich war es ihnen nicht möglich, diese für sie heiligen Bräuche durchzuführen.“ Die Frau, die als letzte Jüdin in Afghanistan bekannt war, verließ das Land im September 2021 aufgrund der sich verschlechternden Sicherheitslage in Richtung Israel.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Afghanistan:

  • Beten Sie für verborgene Christen in Afghanistan um Schutz vor Entdeckung und Gewalt durch die Taliban.
  • Beten Sie, dass die Anführer der Taliban Menschenleben achten und bewahren. Beten Sie, dass Gott sie zu sich zieht, sie den Hass loslassen und Jesus begegnen.
  • Beten Sie für die Christen, die innerhalb des Landes oder ins Ausland geflohen sind, um Schutz, Versorgung und Gottes Leitung. Bitten Sie Jesus Christus, dass er die Partner von Open Doors, die afghanische Flüchtlinge unterstützen, für ihren Dienst mit Kraft, Weisheit und Liebe erfüllt.

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