Länderprofil Mexiko

Mexiko

37
Weltverfolgungsindex
2021
Flagge Mexiko
Hauptreligion
Christentum
Platz Vorjahr
52
Karte Mexiko
Christen
128,23
Bevölkerung
133.87
Organisiertes Verbrechen und Korruption
Unterdrückung durch den Clan/Stamm
Säkulare Intoleranz
Privatleben: 10.300
Familienleben: 8.100
Gesellschaftliches Leben: 12.400
Leben im Staat: 10.700
Kirchliches Leben: 10.300
Auftreten von Gewalt: 12.600

Länderprofil Mexiko

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 37 / 64 Punkte (WVI 2020: Platz 52 / 60 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

Die zunehmende Präsenz krimineller Gruppen verschiedener Zugehörigkeiten und der Kampf um territoriale Kontrolle führen dazu, dass Christen und kirchliche Leiter, die in diesen Gebieten leben, ständig in der Gefahr stehen, ins Visier genommen zu werden – überall dort, wo sie als Bedrohung für kriminelle Operationen wahrgenommen werden und den Forderungen der Gruppen nicht gehorchen. In indigenen Gemeinschaften müssen diejenigen, die sich entschließen, die religiösen Überzeugungen oder synkretistischen Praktiken der Gemeinschaft (die gemeinhin mit dem Katholizismus in Verbindung gebracht werden) aufzugeben, mit Ablehnung und Strafen wie Geldstrafen, Inhaftierung und Zwangsumsiedlung rechnen. Auch sonst steigt die Intoleranz gegenüber dem christlichen Glauben, besonders wenn Christen ihre Überzeugungen zu Themen wie Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe, Elternrechte und Religionsfreiheit kundtun, die auf ihrem Glauben beruhen. Gleichstellungsgesetze, die von ideologischen Interessengruppen und den Regierungsbeamten, die sie unterstützen, vorangetrieben werden, bedeuten, dass jede Verbindung zwischen dem christlichen Glauben und der Politik unter strenger rechtlicher Überprüfung steht.

 

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

64

37

2020

60

52

2019

61

39

2018

59

39

2017

57

41

Mexikos Bewertung hat im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2020 um 4 Punkte zugenommen. Für diesen Anstieg ist in erster Linie das organisierte Verbrechen verantwortlich. Kriminelle Vereinigungen konnten von der soziopolitischen Instabilität infolge der Covid-19-Pandemie profitieren und ihre territoriale Dominanz verstärken. Das führte zu größerer Angreifbarkeit für und verstärkter Gewalt gegen Christen. Die Pandemie bestärkte zudem lokale Behörden in indigenen Gemeinschaften darin, strenger gegen Christen vorzugehen, die sich weigerten, traditionellen Bräuchen zu folgen. In anderen Teilen des Landes war die säkulare Intoleranz ein Faktor, da radikale Interessengruppen sich gegen Christen und kirchliche Aktivitäten stellten.

2. Trends und Entwicklungen

1) Das Ausmaß der illegalen Aktivitäten krimineller Gruppen nimmt weiter zu

Durch die Umstände der Covid-19-Pandemie konnten diese Gruppen die Gebiete, die sie kontrollieren, vergrößern. Besonders Christen, die sich aktiv gegen kriminelle Aktivitäten aussprechen, leiden unter Vergeltungsmaßnahmen wie Drohungen und Gewalt. Es wird zunehmend schwierig für kirchliche Gruppen, ihre humanitäre und geistliche Arbeit fortzuführen.

2) Die Zunahme der Macht indigener Anführer kommt christlichen Konvertiten nicht zugute

Die Autonomie dieser indigenen Gemeinschaften hat schon immer ernsthafte Probleme für Christen mit indigenem Hintergrund verursacht. Doch die gegenwärtige Pandemie hat die Situation weiter verschlechtert, da die Befugnisse der Anführer dieser Gemeinschaften in indigenen Gebieten noch einmal gestärkt wurden. Wer nicht am Ahnenkult der Gemeinschaft und den synkretistischen Praktiken (die teilweise mit dem Katholizismus verbunden sind) teilnimmt, sieht sich Widerstand, Ablehnung, Arrest und Zwangsumsiedlung ausgesetzt.

3) Der Einfluss radikaler säkularistischer Gruppen steigt

Über die vergangenen Jahre hat sich in der Gesellschaft eine Tendenz zur Säkularisierung gezeigt, die Christen verstärkt zur Selbstzensur führt. Unter den Antidiskriminierungsbestimmungen wurden Christen angezeigt, weil sie ihre Meinung ausgedrückt hatten, die auf ihrem Glauben beruht.

3. Religiöse Situation im Land

Christen machen 95,8 % der Bevölkerung des Landes aus. Geschätzte 3 % der Bevölkerung bezeichnen sich als agnostisch oder atheistisch. Das ist das Ergebnis starker säkularer Tendenzen, die durch die Politik der früheren Regierung gefördert wurden. Es gibt keine offizielle Religion in Mexiko und in staatlichen Schulen gibt es keinen Religionsunterricht. Der Staat ist strikt säkular und bis 1992 hatte die Regierung keinerlei Beziehungen zu einer Kirche und erkannte keine Kirche offiziell an. 1992 wurde die Verfassung durch die Regierung des damaligen Präsidenten Salinas geändert, um den verschiedenen Religionen, die in Mexiko existieren, Anerkennung zu verschaffen.

Heute haben mexikanische Bürger das Recht, jede Religion auszuüben. Die Regierung koordiniert religiöse Angelegenheiten über das Sekretariat für Regierungsführung (SEGOB), das (zusammen mit der Generaldirektion für religiöse Vereinigungen, DGAR) religiöse Toleranz fördert, Konfliktvermittlung betreibt und Fälle von religiöser Intoleranz untersucht. Laut dem Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums von 2019 hat jeder der 32 Staaten Mexikos Büros, die sich um religiöse Angelegenheiten kümmern. Laut dem Gesetz zur Regulierung religiöser Organisationen dürfen Kirchenvertreter nicht öffentlich ihre politische Meinung kundtun oder ein politisches Amt besetzen. Staatliche Behörden dürfen wiederum nicht in interne Angelegenheiten religiöser Gemeinschaften eingreifen.

Der Präsident nutzt regelmäßig religiöse Sprache und Symbole in seinen Ansprachen. Besonders im Kontext der Covid-19-Pandemie hat Präsident Andrés Manuel López Obrador (in der Öffentlichkeit bekannt als „AMLO“) darauf hingewiesen, welche Hilfe der Glaube in Zeiten einer solchen Krise sein kann. Kritiker sagen jedoch, dass diese religiösen Anspielungen in erster Linie eine Strategie sind, um eine Verbindung mit der christlichen Mehrheit in Mexiko zu schaffen und sich ihre Unterstützung zu sichern. Obwohl Präsident AMLO anfangs enge Beziehungen zu verschiedenen christlichen Gruppen wie etwa CONFRATERNICE, einem Zusammenschluss evangelischer Kirchen, unterhalten und sie für ihre Zusammenarbeit in sozialen Projekten mit der Regierung gelobt hat, hat er sich seitdem von bestimmten Aktionen und Aussagen von CONFRATERNICE distanziert, um die Trennung von Staat und Kirche „zu respektieren“. So bleibt die Position des Präsidenten zur Kirche trotz seiner Reden und des Gebrauchs religiöser Sprache unklar.

Als die Covid-19-Pandemie Mexiko erreichte, ordneten die Behörden den sofortigen Stopp aller nicht systemrelevanten Aktivitäten auf nationaler Ebene an und hielten die Bürger zudem zu einem freiwilligen Lockdown zuhause an, sollten sie nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten. Davon waren auch religiöse Aktivitäten betroffen. Bis August 2020 wurde ein regionales Ampelsystem eingeführt, um Aktivitäten wiederaufzunehmen. So wurde es für religiöse Gruppen möglich, Aktivitäten in geschlossenen öffentlichen Räumen in eingeschränkter Weise wieder zu starten, je nach Staat, in dem sie sich befinden. Aktivitäten aus dem wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Bereich mussten weniger Einschränkungen hinnehmen.

Christliche Werte und Ansichten werden von LGBTI- und radikalen feministischen Gruppen verurteilt. Diese ideologischen Interessengruppen kritisieren bestimmte Ansichten, die auf dem christlichen Glauben basieren, und verlangen, dass kirchliche Leiter sich nicht zu gesellschaftlichen Themen wie Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe oder Sexualerziehung äußern. In einigen Fällen wurde sogar versucht, Politiker zu zensieren, die Ansichten äußerten, die auf ihrem christlichen Glauben basieren oder die in der Öffentlichkeit christliche Werte verteidigten. Aktionen von ideologischen Interessengruppen werden zunehmend aggressiv, wie sich an Vorfällen zeigt, bei denen Besitz von Christen mutwillig beschädigt wurde. Deshalb sahen sich christliche Leiter gezwungen, Klagen bei Behörden einzureichen. Christliche Leiter wurden auch dafür kritisiert, die Wiedereröffnung von Kirchen für Gottesdienste nach dem Covid-19-Lockdown zu unterstützen. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 hat Mexiko-Stadt einem Gesetz zugestimmt, das Aktivitäten kriminalisiert, die der freien Selbstbestimmung in Geschlechterfragen entgegenstehen. Das bedeutet, dass christliche Leiter oder christliche Gruppen rechtliche Konsequenzen befürchten müssen, wenn sie Menschen Unterstützung anbieten, die aus eigenem Antrieb mit homosexuellen Neigungen aus einer christlichen Perspektive umgehen wollen.

In einem Umfeld steigender Gewalt und Unsicherheit werden christliche Leiter regelmäßig von kriminellen Gruppen ins Visier genommen. Morde, Erpressungen, Todesdrohungen und Zerstörung von Eigentum sind alltäglich.

In indigenen Gemeinschaften sehen sich Christen mit Widerstand konfrontiert, wenn sie die religiösen Praktiken und Bräuche ihrer ethnischen Gruppe ablehnen. Infolgedessen sehen indigene Anführer den christlichen Glauben als Unsicherheitsfaktor. Da es sich bei diesen Anführern um diejenigen handelt, die in ihren Gebieten Recht sprechen, wird die Religionsfreiheit indigener Völker von den lokalen (staatlichen) Behörden nicht gebührend garantiert, wenn es sich um eine Religion handelt, die sich von der Religion der indigenen Gemeinschaft unterscheidet. Wenn in einer indigenen Gemeinschaft synkretistische religiöse Bräuche praktiziert werden, wenn römisch-katholische Riten mit angestammten und die Natur anbetenden Bräuchen verbunden werden, und wenn nun Christen indigener Herkunft sich weigern, an solchen Riten teilzunehmen, erfahren sie infolgedessen Feindseligkeit und Ablehnung.

4. Triebkräfte der Verfolgung

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Der Korruptionswahrnehmungsindex 2019 führt Mexiko auf Rang 130 von 180 mit einer Wertung von 29/100 (0 = sehr korrupt, 100 = sehr sauber). 2020 stellte eines der gewalttätigsten Jahre für Mexiko dar. In den ersten sechs Monaten wurden 20.494 Menschen getötet. Damit wurde die Zahl für 2019 bereits zur Jahreshälfte übertroffen. Angriffe von Drogenkartellen auf Strafverfolgungsbehörden sind gleichbleibend.

Der Plan der Regierung, militärische Kräfte zu nutzen, um die Gewalt einzudämmen, hat sich im Berichtszeitraum als ineffektiv erwiesen. Das große Ausmaß an Straffreiheit und Korruption hat dazu geführt, dass Kommentatoren Mexiko einen „Narco-Staat“ getauft haben. Viele kriminelle Gruppen sind nicht nur in den Gebieten aktiv, die sie kontrollieren, sondern haben auch Netzwerke in verschiedenen anderen Bundesstaaten aufgebaut und so eine aktive Präsenz im gesamten Land geschaffen. Die wichtigsten kriminellen Gruppen haben sich zudem diversifiziert, um ihren Handlungsspielraum zu erweitern. Diese Faktoren führen dazu, dass ein anhaltender Krieg zwischen verschiedenen Gruppen besteht, der eine Spirale der Gewalt verursacht. Einige Nachbarschaften haben Bürgerwehren gebildet, um die kriminellen Gruppen und korrupten Polizisten zu verjagen. Viele sehen diese jedoch selbst als kriminelle Gruppen an.

Während der Pandemie haben kriminelle Gruppen die entstandene Sicherheitslücke ausgenutzt, um ihre Kontrolle über den Drogenhandel zu stärken und gleichzeitig als „Wächter und Beschützer“ der Ärmsten aufzutreten, um sie gefügig zu machen, ihre Gebietskontrolle zu erweitern und ihre illegalen Aktivitäten zu legitimieren. Wie in anderen lateinamerikanischen Ländern, in denen kriminelle Gruppen aktiv sind, nutzen auch die Gruppen in Mexiko einfallsreiche Methoden, um ihre Geschäfte am Laufen zu halten. Dabei werden Gesichtsmasken, Avocados, Kinderspielzeug, Perücken und Tiere für die Verteilung der Drogen genutzt. Viele haben auch begonnen, Cyber-Technologien und Drohnen zur Überwachung zu nutzen.

Christen, welche die Behörden über illegale Operationen informieren, als Verteidiger von Menschenrechten auftreten oder sich daran beteiligen, von der Pandemie betroffenen Personen humanitäre Hilfe zukommen zu lassen, werden von den kriminellen Gruppen als Bedrohung ihrer Interessen gesehen. Dies gilt besonders für Programme von Kirchen, die dazu geschaffen wurden, junge Leute davon abzuhalten, selbst Drogendealer zu werden, sowie für christliche Leiter, die Projekte gestartet haben, um Einwanderer zu unterstützen. Sie können schnell zum Ziel von Überwachung, Todesdrohungen, Vergeltungsmaßnahmen, Entführungen und sogar Morden werden. Während der Pandemie wurden Kirchen zum Ziel von Einbrüchen und teilweise wurden dabei auch Mitarbeiter der Kirchen verletzt und/oder erpresst. Aufgrund solcher Einschüchterungen hörten viele Gemeindemitglieder auf, zur Kirche zu gehen, schon bevor Covid-19 in Mexiko auftrat.

Unterdrückung durch den Clan/Stamm

Vom Staat wird die Autonomie der indigenen Völker als Gruppenrecht anerkannt, weshalb die staatliche Intervention in diesen Gemeinschaften minimal ist. Innerhalb dieser Gemeinschaften versuchen Anführer ethnischer Gruppen einen Lebensstil durchzusetzen, der von ihrem Ahnenkult oder ihren synkretistischen Praktiken (die oft mit katholischen Riten verbunden sind) geregelt ist. Werden diese ethnischen Bräuche abgelehnt (etwa von protestantischen Christen), wird dies als ernsthafter Angriff auf die Lebensweise der indigenen Gemeinschaft empfunden. Besonders Christen, die aus indigenen Religionen stammen, sehen sich Druck ausgesetzt, ihren neugewonnenen christlichen Glauben aufzugeben, indem sie vertrieben werden, Strafen zahlen sollen, isoliert werden, ihnen die Nutzung von Gemeingütern (z. B. Brunnennutzung) verweigert wird, sie geschlagen oder inhaftiert werden und ihr Besitz zerstört wird.

Im Kontext der Pandemie hat sich diese Situation weiter verschlimmert, da Christen aus indigenen Völkern ohne Zugang zu Grundversorgungsleistungen (wie Wasser und Strom) riskieren, sich zu infizieren, da sie die grundlegenden hygienischen Maßnahmen nicht umsetzen können. Einige Christen aus indigenen Gemeinschaften erhielten keine staatlichen Hilfen, da sie nicht weiter als Mitglieder ihrer Gemeinschaften angesehen wurden und bei der Verteilung der Hilfe ausgeschlossen wurden. Einige wurden auch unter Druck gesetzt, an traditionellen Heilungsritualen teilzunehmen, die dem christlichen Glauben entgegenstehen. Teilweise wurden solche Christen indigener Herkunft für die Verbreitung des Virus verantwortlich gemacht, weil sie bei religiösen Veranstaltungen Kontakt mit Menschen außerhalb der Gemeinschaft hatten. Das Risiko für Vergeltungsmaßnahmen gegen Christen indigener Herkunft ist hoch und es gab aufgrund der Schließung der innerstaatlichen Grenzen während der Pandemie keine Möglichkeit für sie, zu entkommen. Sie wurden auch dazu gezwungen, traditionelle Medizin zu nutzen und ihre Toten nach indigenen Ritualen zu begraben.

Die staatliche Kommission für Menschenrechte hat Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass solche Christen indigener Herkunft körperlich unversehrt bleiben und sicher leben können. Nicht alle Fälle wurden jedoch zufriedenstellend weiterverfolgt. Obwohl in einigen Fällen Vereinbarungen getroffen wurden, um Menschen aus indigenen Gemeinschaften zu unterstützen, die aus religiösen Gründen vertrieben wurden, oder um Gespräche zwischen Anführern ethnischer Gruppen und Christen indigener Herkunft zu vermitteln, waren die Maßnahmen in vielen Fällen nicht ausreichend. Viel zu oft werden sie nur als kleine interne Konflikte über politische oder persönliche Differenzen gesehen und nicht als Verstoß gegen die Religionsfreiheit von Einzelpersonen.

Unterdrückung durch den Stamm ist oft mit konfessionellem Protektionismus verbunden, wenn die Anführer indigener Gemeinschaften versuchen, eine synkretistische Form des Katholizismus zu verteidigen und allen Mitgliedern ihrer Gemeinschaft aufzuzwingen.

Säkulare Intoleranz

Ideologische Interessengruppen und einige Regierungsbehörden wollen eine säkularistische Agenda verbreiten, welche die Teilhabe von Christen in der Öffentlichkeit einschränkt, besonders, wenn sie ein öffentliches Amt innehaben. Im aktuellen Berichtszeitraum war aggressive Intoleranz gegen Christen besonders dann zu beobachten, wenn christliche Werte zu Themen, die Ehe, Leben und Familie betreffen, geäußert wurden. Säkulare Gruppen, Mitglieder politischer Parteien, einige Bürger und einige Regierungsbehörden neigen dazu, das Engagement von Christen in der Politik als Hindernis für die Rechte von Frauen und Minderheiten zu sehen. Auf lokaler Ebene werden Christen, die sich für die oben genannten Themen aussprechen, regelmäßig als „homophob“ beschimpft und stehen in Gefahr, für angebliche Diskriminierung und Hassreden angeklagt zu werden.

Christen, die ihre Überzeugungen bei der Arbeit oder in der Schule verteidigen, werden oft verbal angegangen und diffamiert. Zudem ist es immer häufiger der Fall, dass kirchlicher Besitz von feministischen Gruppen als Zeichen ihrer Ablehnung der kirchlichen Haltung zu Abtreibung verwüstet wird. In solchen Fällen untersuchen die Behörden den Fall fast nie. Das liegt nicht nur an den Problemen, welche die Covid-19-Pandemie mit sich bringt, sondern auch daran, dass solche Angriffe auf Christen und Kirchen nicht als wirkliches Problem betrachtet werden. Zu einem gewissen Grad trägt diese Einstellung der Regierung zu einer Gleichgültigkeit in der Gesellschaft bei und normalisiert eine Situation, die die Kirche verwundbar werden lässt.

5. Verfolger

Ausgehend von organisiertem Verbrechen und Korruption

  • Kartelle oder Netzwerke des organisierten Verbrechens: In Mexiko gibt es eine Vielzahl an gewalttätigen kriminellen Organisationen. Solche Gangs greifen Kirchenleiter an, die sich gegen ihre illegalen Aktivitäten stellen oder Menschen beeinflussen, sich ihnen nicht anzuschließen. Sie bedrohen die persönliche Sicherheit von Gemeindeleitern und brechen in Kirchen ein und rauben sie aus. Indigene Gemeinschaften sind eines der am stärksten betroffenen Ziele, da ihre Gebiete üblicherweise der ideale Standort für den Drogenhandel sind.
  • Regierungsbeamte: Korrupte Beamte auf verschiedenen Ebenen lassen es zu, dass kriminelle Aktivitäten ohne Strafe vonstattengehen. Das ermutigt die Gruppen dazu, ihre Operationen auszuweiten und noch mehr Gewalt auszuüben. Christen, die den Behörden über die Aktivitäten krimineller Gruppen berichten oder Schutz suchen, werden teilweise unverzüglich Opfer von Vergeltungsmaßnahmen, was zeigt, dass Christen doppelt verletzlich sind.  Auch vor der Pandemie schützten die meisten Behörden Christen, Gemeindeleiter und Kirchengebäude nicht effizient genug, da viele Beamte sie nicht als besonders gefährdet durch das organisierte Verbrechen sehen.
  • Politische Parteien: Die Korruption unter Mitgliedern der politischen Klasse hilft der Vertuschung der Aktivitäten krimineller Gruppen. Ihre Entscheidungen begünstigen die Straffreiheit, die es Kartellen des organisierten Verbrechens ermöglicht, mit ihren illegalen Aktivitäten fortzufahren und Druck auf und Gewalt gegen Christen in den am meisten vernachlässigten Gegenden des Landes auszuüben. Zudem beginnt eine Praxis sich auszubreiten, die mit „Narco-Finanzierung“ beschrieben werden kann: Drogenkartelle finanzieren bestimmte politische Parteien und Kandidaten. Auch deswegen kann sich das organisierte Verbrechen ausbreiten.

Ausgehend von Unterdrückung durch den Clan/Stamm

  • Anführer ethnischer Gruppen: Anführer ethnischer Gruppen und religiöse Behörden indigener Völker stellen sich gegen jede religiöse Aktivität, die den religiösen Riten der Gemeinschaft entgegensteht. Diese sind teilweise eine Art des Katholizismus, der mit Ahnenkult vermischt ist. Der Glaubenswechsel zu und die Ausübung eines christlichen Glaubens, der von den anderen Stammesmitgliedern nicht akzeptiert wird, wird deswegen als Verrat angesehen und stellt eine Beleidigung der gesamten indigenen Kultur dar, gegen die hart vorgegangen werden muss. Während der Covid-19-Pandemie wurden Christen indigener Herkunft bestimmte Hilfen in der Gemeinschaft verweigert. Dafür waren Anführer der Gemeinschaften verantwortlich, die sie als Verräter ohne Rechte in der Gemeinschaft ansehen.
  • Die eigene (Groß-)Familie: Er wird erwartet, dass die Loyalität zur indigenen Gemeinschaft höher ist als die Loyalität zur Familie. Wer den christlichen Glauben annimmt und sich deshalb von den religiösen Praktiken der Gemeinschaft abwendet, läuft deshalb Gefahr, von der Großfamilie abgelehnt zu werden, entweder aus Angst oder aus Loyalität zur Gemeinschaft und Kultur des Stammes.
  • Gewöhnliche Bürger und Mobs: Mitglieder indigener Gemeinschaften melden christliche Aktivitäten und belästigen Christen indigener Herkunft, weil sie ihrer Gemeinschaft gegenüber loyal sind. Sie fühlen sich dazu verpflichtet, die Stabilität der Gemeinschaft zu bewahren, da dies für sie im besten Interesse des Stammes ist.
  • Regierungsbeamte: Regierungsbeamte auf kommunaler und staatlicher Ebene greifen gewöhnlich nicht ein, wenn Christen in autonomen indigenen Gemeinschaften misshandelt werden. Ihr Ziel ist es, die indigene Autonomie zu stärken, anstatt ihre Entwicklung innerhalb des Rahmens zu fördern, den internationale Abkommen fordern, zu denen Mexiko sich verpflichtet hat, insbesondere mit Blick auf die Religionsfreiheit. Wenn Beamte doch aktiv werden, sind die Maßnahmen, die sie ergreifen, meist ungenügend, um das Recht von Christen auf Religionsfreiheit zu schützen. Meist versuchen sie, die indigenen Behörden zu unterstützen, um zu signalisieren, dass sie die Rechte indigener Gruppen respektieren und politisches Mitgefühl zu erzeugen.

Ausgehend von Säkularer Intoleranz

  • Ideologische Interessengruppen: LGBTI-Gruppen, radikale feministische Gruppen und andere Interessengruppen versuchen, biblische Werte und Ansichten zu bestimmten Themen aus der öffentlichen Diskussion auszuschließen. Diese Gruppen belästigen Christen, kritisieren sie auf aggressive Weise und beschuldigen sie der Diskriminierung und Hassrede, wenn Christen öffentlich über christliche Ansichten zu Familie, Ehe und religiöser Freiheit sprechen. Sie versuchen, Gemeindeleiter und Eltern vor Gericht zu bringen, wenn sie Kindern und jungen Menschen biblische Werte über Sexualität vermitteln. Die Beschädigung von Kirchen ist ebenfalls zu einer gängigen Taktik für Interessengruppen geworden.
  • Regierungsbeamte: Einige Behörden auf kommunaler, staatlicher und Bundesebene arbeiten mit ideologischen Interessengruppen zusammen und versuchen, einen rechtlichen Rahmen zu schaffen, der Christen und christliche Organisationen einschränkt und zensiert. Damit soll die Trennung von Staat und Kirche gewährleistet werden. Petitionen von christlichen Gruppen, die die Religionsfreiheit schützen wollen, werden oftmals von Behörden ignoriert, wenn sie Verordnungen im Sinne von säkularistischen Gruppen erlassen.
  • Politische Parteien: Einige Angehörige politischer Parteien, inklusive der Regierungspartei MORENA, haben Initiativen unterstützt, die Christen in der Öffentlichkeit zensieren wollen. Das geschah gemeinsam mit ideologischen Interessengruppen und betraf Themen wie das ungeborene Leben, Familie, Ehe und sexuelle Ethik. Einige versuchten sogar, Christen innerhalb der eigenen Partei zu sanktionieren.
  • Gewöhnliche Bürger: Durch die verstärkt säkularisierte Gesellschaft in Mexiko gab es koordinierte Angriffe auf Christen in sozialen Medien und Beschädigungen von Kirchen, die zumeist von Hass auf die katholische Lehre motiviert waren. Bürger sehen Kirchen immer mehr als Hindernis zum Fortschritt in der Gesellschaft an und kommen zu dem Schluss, dass alles, was mit ihnen zu tun hat, keinen Respekt verdient.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Brennpunkte für organisiertes Verbrechen und Korruption

Kriminelle Netzwerke haben sich im gesamten Staatsgebiet Mexikos ausgebreitet und sind nicht länger auf die sogenannten „Narco-Staaten“ beschränkt. Die am weitest verbreiteten Organisationen sind das Jalisco Nueve Generación Cartel (CJNG), das in 27 von 32 Staaten operiert, und das Sinaloa / Pacifico Cartel, das in 21 Staaten arbeitet. Es gibt jedoch mindestens 17 andere kriminelle Gruppen mit großer Präsenz im Land. Dabei werden viele kleinere, neue Ableger unberücksichtigt gelassen. Sie alle treten als Verfolger auf, wenn sie die Kirche als Bedrohung ihrer Interessen wahrnehmen.

Brennpunkte für Unterdrückung durch den Clan/Stamm

Die Verfolgung von Christen indigener Herkunft tritt insbesondere im südlichen Teil Mexikos auf, etwa in Chiapas, Guerrero, Hidalgo, Jalisco und Oaxaca.

Brennpunkte für säkulare Intoleranz

Das Ausmaß an Intoleranz gegenüber Christen, die eine biblische Sicht zu Abtreibung, Elternrechten und gleichgeschlechtlicher Ehe äußern, ist jedoch in Staaten wie Colima, Jalisco, Guanajuato, Mexico City, Mexico State und Veracruz besonders hoch. In diesen Staaten werden auch am häufigsten Kirchengebäude angegriffen.

7. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Ausländische Christen werden nicht in die Isolation gedrängt. Daher wird diese Kategorie nicht in die Analyse des Weltverfolgungsindex aufgenommen.

Christen aus traditionellen Kirchen

Diese Kategorie besteht aus der Römisch-Katholischen Kirche, die die größte Denomination darstellt, und kleineren orthodoxen, presbyterianischen und anglikanischen Gemeinschaften. Katholische Kirchen sind besonders von den Aktivitäten krimineller Gangs und der Korruption lokaler Behörden betroffen. Durch die Einschränkungen während der Covid-19-Pandemie haben sich die Schwierigkeiten für sie noch verstärkt. Besonders Protestanten in dieser Kategorie leiden unter der Unterdrückung durch den Stamm, wenn sie in indigenen Gemeinschaften leben. Kirchen dieser Kategorie haben in ganz Mexiko mit dem Wachstum säkularer Intoleranz zu kämpfen, besonders, wenn versucht wird, zu verhindern, dass ihre auf dem Glauben basierenden Meinungen in der Öffentlichkeit Gehör finden.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Diese Kategorie beinhaltet Christen, die zu einer anderen Denomination übergetreten sind; Christen, die einen kriminellen Hintergrund haben; und Christen indigener Herkunft, die früher der Religion ihres Stammes angehörten. Christen indigener Herkunft werden unter starken Druck gesetzt, ihren neuen Glauben aufzugeben, und sehen sich Gewaltandrohungen, Arrest und sogar dem Ausschluss aus ihrer Gemeinschaft ausgesetzt. Wie die anderen Kategorien sind christliche Konvertiten ebenfalls der wachsenden Ablehnung von christlichen Äußerungen in einer zunehmend säkularistischen Gesellschaft ausgesetzt, selbst wenn sie nicht wegen ihres Glaubenswechsels Feindseligkeit erfahren.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Evangelikale Christen, Pfingstgemeinden und Erneuerungsbewegungen (vor allem, wenn sie sich für die Religionsfreiheit und sonstige Rechte einzelner Stammesmitglieder einsetzen) leiden unter Vergeltungsmaßnahmen von Mitgliedern indigener Gemeinschaften, die keine anderen religiösen Gruppen in ihrer Gemeinschaft akzeptieren wollen. In Gebieten, die vom organisierten Verbrechen kontrolliert werden, sind sie der Gefahr ausgesetzt, angegriffen zu werden, wenn sie das Wort Gottes weitergeben. Diese Christen sind besonders vom fehlenden Respekt der mexikanischen Gesellschaft für religiöse Diversität betroffen, was zu einer noch größeren Verwundbarkeit führt. Sie sind zudem das Ziel ständiger Kritik vonseiten säkularistischer Bewegungen und werden antimoderner Lehren beschuldigt.

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 10.3
Familienleben 8.1
Gesellschaftliches Leben 12.4
Leben im Staat 10.7
Kirchliches Leben 10.3
Auftreten von Gewalt 12.6

Grafik: Verfolgungsmuster Mexiko

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Mexiko bleibt hoch und stieg von 9,6 Punkten im Weltverfolgungsindex 2020 auf 10,4 Punkte im Weltverfolgungsindex 2021. Das liegt vor allem an dem steigenden Druck, der von wachsender Kontrolle durch kriminelle Gruppen und indigene Stämme verursacht wird.
  • Alle Lebensbereiche erreichten mindestens eine Wertung von 8,2 Punkten und so hat der Druck in allen Bereichen ein hohes Maß. Am stärksten ist der Druck im Bereich des gesellschaftlichen Lebens (12,4 Punkte).
  • Der Wert für das Auftreten von Gewalt ist extrem hoch. Er hat sich von 11,5 Punkten im Weltverfolgungsindex 2020 auf 12,6 Punkte erhöht. Es gab mehr Vorfälle, bei denen Christen getötet wurden, Kirchen angegriffen wurden, Christen entführt wurden, sexuell belästigt wurden und Vorfälle, bei denen Christen aufgrund ihres Glaubens körperlich oder psychisch misshandelt wurden.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden vier der jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

War es für Christen riskant, ihren Glauben in schriftlicher Form persönlich zu bekunden (auch auf Blogs oder Facebook etc.)?

Obwohl in indigenen Gemeinschaften, vor allem im Süden des Landes, mündliche Zeugnisse für die Weitergabe des Glaubens unerlässlich sind, werden Christen indigener Herkunft, die versuchen, ihren Glauben auf schriftlichem Wege mit anderen Mitgliedern der Gemeinschaft zu teilen, bestraft. Während der Covid-19-Krise spielten Onlineplattformen eine wichtigere Rolle als je zuvor. Dadurch wurde es auch für kriminelle Gruppen einfacher, Christen ins Visier zu nehmen, die Material veröffentlichten, das sich gegen Gewalt und illegale Aktivitäten ausspricht. Wenn Christen soziale Medien nutzen, um ihre auf ihrem Glauben basierte Meinung zu Themen wie Leben, Familie und Ehe kundzutun, werden sie zum Ziel verbaler Angriffe von LGBTI- und feministischen Gruppen. Dies betrifft auch Christen, die Unterstützung für den Präsidenten und seine dem Schein nach enge Beziehung zu bestimmten christlichen Denominationen zeigen. Politiker können zudem schnell aus ihren Parteien ausgeschlossen werden, wenn sie ihre christlichen Überzeugungen in sozialen Medien ausdrücken.

War es für Christen riskant, mit Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden, die nicht zum engsten Kreis gehören (erweiterte Familie, andere)?

In einigen indigenen Gemeinschaften ist die Loyalität dem Stamm gegenüber wichtiger als die Loyalität der Familie gegenüber. Die Großfamilie wird gegen jedes Familienmitglied vorgehen, das nicht den angestammten oder synkretistischen Bräuchen folgt und es vor die Anführer der Gemeinschaft bringen, damit es bestraft wird. Verwandte, die Beziehungen zu kriminellen Gruppen unterhalten, können mit Gewalt reagieren, wenn jemand beginnt, Jesus nachzufolgen und sein kriminelles Leben hinter sich zu lassen.

Da die religiöse Intoleranz im Land steigt, können Verwandte, die christlichen Werten ablehnend gegenüberstehen oder einer anderen christlichen Denomination angehören, versuchen, Familienmitglieder davon abzubringen, über ihren Glauben zu reden, teilweise sogar mit Gewalt.

War es für Christen riskant, sich mit anderen Christen zu treffen?

Gibt es in indigenen Gemeinschaften Gruppen von Christen, die nicht den religiösen Praktiken der Gemeinschaft folgen, versuchen sie, sich im Geheimen oder außerhalb des Dorfes zu treffen. Ihre Treffen werden als Evangelisation angesehen und können zu Verhaftungen oder Vertreibung führen, wenn sie entdeckt werden. Diese Gefahr hat sich während der Pandemie noch verstärkt, als die indigenen Behörden die Kontrolle in ihren Gemeinschaften verstärkten. Die Maßnahmen des Lockdowns verstärkten zudem die Macht krimineller Gruppen, das soziale Leben in den Gebieten unter ihrer Kontrolle zu regulieren. Sie beobachten mit Misstrauen jedes nichtreligiöse Treffen von christlichen Aktivisten, da dies ihre Macht in Frage stellen könnte.

War es gefährlich, privat christliche Materialien zu besitzen oder aufzubewahren?

Die verstärkte Kontrolle, die durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus entstand, erhöhte den Druck auf Christen indigener Herkunft in indigenen Gemeinschaften. Wurden christliche Symbole gefunden, wurden diese häufig zerstört und die Christen, denen sie gehörten, bestraft. Aufgrund der Loyalität zu ihrer Gemeinschaft verraten selbst enge Familienmitglieder ihre Angehörigen an die Anführer der Gemeinschaft.

Familienleben

Wurden christliche Kinder unter Druck gesetzt, auf irgendeiner Bildungsebene an antichristlichem oder an die Mehrheitsreligion propagierendem Unterricht teilzunehmen?

In indigenen Gemeinschaften zielt die Bildung darauf ab, die kulturelle Identität der ethnischen Gruppe zu bewahren und deshalb sind ethnische und andere nichtchristliche Rituale verpflichtender Teil des Lehrplans auch für Kinder christlicher Familien.

Haben christliche Ehepartner und/oder Kinder von Christen bedingt durch Verfolgung über einen längeren Zeitraum Trennung erlitten?

Wenn Christen indigener Herkunft aus ihrer Gemeinschaft ausgeschlossen oder inhaftiert werden, werden sie automatisch von ihrer Familie, ihrem Ehepartner und ihren Kindern getrennt. Es gibt auch Fälle, in denen Kinder von ihren Familien getrennt werden, damit sie nicht als Christen aufgezogen werden. Auch das organisierte Verbrechen sorgt für die Trennung von Familien. Wenn die Gefahr durch Angriffe solcher Gruppen sehr hoch ist, sind manche Familienmitglieder christlicher Familien gezwungen, sich einen anderen Ort zum Leben zu suchen, der sicher ist, und müssen dabei teilweise ihre Familien zurücklassen. Die Reisebeschränkungen im Zuge der Covid-19-Pandemie verhinderten, dass Christen ins Ausland vertrieben wurden. Das bedeutet, dass Christen, die durch das organisierte Verbrechen bedroht waren, nicht weit fliehen konnten.

Wurden Eltern daran gehindert, ihre Kinder nach ihrem christlichen Glauben zu erziehen?

In indigenen Gemeinschaften ist es Eltern verboten, ihren christlichen Glauben an ihre Kinder weiterzugeben, da dies angeblich der indigenen Identität des Kindes schaden und die spirituelle Balance der Gemeinschaft beeinträchtigen würde. Anführer ethnischer Gruppen üben Druck auf Christen indigener Herkunft aus, damit sie einwilligen. Während der Zeit des Lockdowns ist die Anzahl von Kindern, die von kriminellen Gruppen rekrutiert wurden, sprunghaft angestiegen. Sie wurden benutzt, um Drogen in Lebensmitteln und Medizin zu schmuggeln und in bewaffneten Einheiten zu kämpfen. Wenn kriminelle Gruppen christliche Kinder und junge Erwachsene für ihre illegalen Aktivitäten rekrutieren, werden ihre Eltern eingeschüchtert, sollten sie es wagen, sich dem entgegenzustellen. Sie haben keine Möglichkeit, das Geschehen aufzuhalten.

Sind Kinder von Christen wegen des Glaubens ihrer Eltern schikaniert oder diskriminiert worden?

In indigenen Gemeinschaften werden Kinder von Christen indigener Herkunft unter Druck gesetzt, ihren Glauben aufzugeben. Manchmal werden sie dazu gezwungen, ihre christliche Familie zu verlassen und mit Verwandten zu leben, die den religiösen Ritualen der Gemeinschaft anhängen. Diese Kinder können auch von gemeinschaftlichen Aktivitäten und Dienstleistungen ausgeschlossen werden, damit so die christlichen Eltern bestraft werden. Kriminelle Gruppen belästigen die Kinder von Christen, um sie zu rekrutieren oder ihre Eltern unter Druck zu setzen, ihre christlichen Aktivitäten in der Gegend zu stoppen.

In Schulen sind Kinder aus christlichen Familien Feindseligkeit und Mobbing ausgesetzt. Dies hat sich durch die verstärkte Nutzung von sozialen Medien während der Lockdown-Maßnahmen online fortgesetzt und betrifft Kinder dann, wenn sie ihren christlichen Glauben ansprechen.

Gesellschaftliches Leben

Wurden Christen von ihren lokalen Gemeinschaften oder von privaten Gruppen überwacht (dazu gehören auch Meldungen an die Polizei, Beschattung, das Abhören von Telefonleitungen, das Lesen/Zensieren von E-Mails usw.)?

Christen indigener Herkunft werden in ihren Gemeinschaften ständig beobachtet, um sicherzustellen, dass sie ihren christlichen Glauben nicht mit anderen teilen. In Gebieten, die vom organisierten Verbrechen beherrscht werden, werden Christen als diejenigen gesehen, die die Macht der Gangs hinterfragen und werden von selbigen eng überwacht, um herauszufinden, ob sie die Behörden oder Medien über kriminelle Operationen informieren. Dies gilt besonders für ehemalige Gangmitglieder, die Christen geworden sind. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 verstärkte sich die Überwachung während der Lockdown-Maßnahmen. Dort, wo Regierungsbehörden fehlten, waren Christen noch viel stärker der Überwachung durch Anführer ethnischer Gruppen und krimineller Gruppen ausgesetzt.

Wurden Christen im Alltag aus religiösen Gründen belästigt, bedroht oder behindert (z. B. weil sie sich nicht an durch die Mehrheitsreligion oder die Tradition vorgeschriebene Kleiderordnungen usw. halten)?

In indigenen Gemeinschaften werden christliche Konvertiten beständig bedroht, ihre christlichen Aktivitäten zu stoppen. Andauernde Belästigung kann zur Vertreibung von Christen und ihren Familien führen. In Gegenden, die von Kriminellen kontrolliert werden, werden Christen zum Ziel, wenn sie illegalen Aktivitäten im Weg stehen. Während der Covid-19-Pandemie verteilten viele kriminelle Gruppen finanzielle Hilfe und Notversorgung an die Ärmsten in den von ihnen kontrollierten Gebieten und Christen wurden bedroht, wenn sie sich weigerten, die Hilfe anzunehmen. Mit der verstärkten Polarisierung gegen Christen in der Gesellschaft sehen sich viele Christen Spott und Feindseligkeit gegenüber, wenn sie religiöse Symbole oder Kleidung tragen (wie etwa Kreuze oder Rosenkränze).

Wurden Christen aus religiösen Gründen mit Geldstrafen belegt (z. B. Dschizya-Steuer, Gemeindesteuer, Schutzgeld)?

Anführer ethnischer Gruppen erlegen Christen, die sich weigern, an den religiösen Praktiken ihrer Gemeinschaft teilzunehmen, Strafen auf oder verbieten ihnen, in ihre Häuser zurückzukehren, wenn sie vertrieben wurden. Diese Strafen können auch mehrfach über die gleiche Person oder Familie verhängt werden und sie übersteigen oft den Betrag, den ein Christen indigener Herkunft zahlen könnte. Kriminelle Gangs erpressen Schutzgeld von Kirchenleitern und anderen Christen, damit sie ihre christlichen Aktivitäten ohne Störung durchführen können. Während des Berichtszeitraums des Weltverfolgungsindex 2021 wurden diese Erpressungen immer häufiger, da einige Gegenden nun fast komplett von kriminellen Gruppen kontrolliert werden.

Wurden Christen aus religiösen Gründen verhört oder gezwungen, sich bei der örtlichen Bürgerwehr/Polizei zu melden?

Anführer ethnischer Gruppen nutzen die autonome Rechtsprechung der Gemeinschaft und Kontrollmechanismen, um den Überblick über christliche Aktivitäten in ihrer Gemeinschaft zu behalten. In anderen Gebieten verpflichten Drogenkartelle Christen dazu, sich regelmäßig bei ihnen zu melden, um herauszufinden, ob kirchliche Aktivitäten eine Gefahr für ihre Operationen darstellen. Sie sind auch an den Aktivitäten der Kirchen interessiert, um zu sehen, ob sie Kapital aus ihnen schlagen können. Während der Pandemie schüchterten kriminelle Gruppen Menschen ein, um Informationen über Spenden und andere Güter zu bekommen, die Kirchen oder christliche Gruppen erhalten hatten.

Leben im Staat

Schränkt die Verfassung (oder vergleichbare nationale oder staatliche Gesetze) die Religionsfreiheit, basierend auf der Formulierung in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, ein?

Artikel 24 der Verfassung folgt mehr oder weniger den Bestimmungen von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, in dem die Religionsfreiheit verankert ist.  Beschränkungen der Norm und die unverhältnismäßige Regulierung der Weitergabe des Glaubens haben allerdings dazu geführt, dass immer wieder in die Religionsfreiheit eingegriffen wird. Davon sind besonders Geistliche betroffen.

Wurden Christen daran gehindert, ihre Ansichten oder Meinungen in der Öffentlichkeit zu äußern?

Innerhalb indigener Gemeinschaften wird die Auffassung vertreten, dass christliche Konvertiten mit ihrem Glaubenswechsel oder ihrer Weigerung, der traditionellen Religion zu folgen, das Recht verloren haben, sich an die Gemeinschaft zu wenden oder sich vor ihr zu äußern, auch wenn es dabei nicht um kirchliche Angelegenheiten geht. Christen, die kriminelle Aktivitäten in der Öffentlichkeit anprangern, werden häufig Opfer von Drohungen oder Angriffen. Fast jede Äußerung des christlichen Glaubens von Kirchenleitern in öffentlichen Debatten wird als Angriff auf die säkularen Prinzipien des Staates gesehen. Christliche Leiter und Christen in öffentlichen Ämtern, die ihre auf dem Glauben basierende Meinung zu Themen wie Familie und Ehe in der Öffentlichkeit äußern, sehen sich Feindseligkeit ausgesetzt.

Sind christliche Organisationen der Zivilgesellschaft oder politische Parteien aufgrund ihrer christlichen Überzeugung in ihrer Arbeit behindert oder verboten worden?

Christliche Parteien sind in Mexiko verboten. Wegen der allgegenwärtigen Korruption lassen die staatlichen Behörden zu, dass kriminelle Gruppen die Aktivitäten zivilgesellschaftlicher Organisationen behindern, insbesondere derjenigen, die mit Jugendlichen in Drogen- und Kriminalitätspräventionsprogrammen oder mit Migranten arbeiten. Christliche Wohltätigkeitsorganisationen werden zudem ständig von Aktivisten unter die Lupe genommen und riskieren Klagen, wenn ihre Projekte, Stellungnahmen und Veröffentlichungen der vorherrschenden Meinung zu Gender-Fragen entgegenstehen.

Wurden Personen, die Christen Schaden zugefügt haben, bewusst von der Strafverfolgung ausgenommen?

Da der Staat den indigenen Gemeinschaften Autonomie und Selbstbestimmung verliehen hat, regeln die indigenen Volksgruppen ihr Zusammenleben eigenverantwortlich. So erlauben Anführer ethnischer Gruppen als die wichtigste Autorität in indigenen Gemeinschaften, dass Druck und sogar Gewalt gegen Christen indigener Herkunft ausgeübt werden. Werden die staatlichen Behörden über solche Vorfälle unterrichtet, wird der Konflikt zumeist als privater oder kultureller Streit abgetan und nicht als Einschränkung der Religionsfreiheit behandelt. In anderen Zusammenhängen ziehen sich Ermittlungen in Kriminalfällen, in denen Christen Opfer sind oder christliches Eigentum beschädigt wurde, oftmals lange hin. Das liegt an der weitverbreiteten Korruption und den Verbindungen zwischen den Behörden und kriminellen Netzwerken. Wurden christliche Leiter in der Öffentlichkeit diskriminiert oder beleidigt, hat die Justiz nichts unternommen, selbst wenn die Würde und der Ruf der Christen beschädigt wurden.

Kirchliches Leben

Sind Pastoren, christliche Leiter oder deren Familienmitglieder wegen ihres Glaubens in besonderem Maß zum Ziel von Schikanen geworden?

In indigenen Gemeinschaften wurden diejenigen Christen indigener Herkunft, die als Leiter betrachtet werden, zusammen mit ihren Familien besonders angegriffen. In Gebieten, die von kriminellen Gruppen kontrolliert werden, sind christliche Leiter und ihre Familienmitglieder die häufigsten Opfer von Strafen und Erpressung. Christen wurden bedroht und ermordet, besonders, wenn sie Leiterschaft im sozialen Bereich übernommen haben, Menschenrechte verteidigt haben oder in indigenen Gemeinschaften oder Anti-Korruptions-Programmen aktiv waren. Einschüchterungsversuche und Belästigungen treffen sowohl protestantische als auch katholische Gemeindeleiter und Nonnen. Trotz des Lockdowns zwangen einige kriminelle Gruppen Priester dazu, Gottesdienste abzuhalten. Zudem sehen sich christliche Leiter Belästigung und der Anschuldigung von Diskriminierung und Hassrede ausgesetzt, wenn sie ihre Meinung zu Themen wie Leben, Familie und Ehe äußern, die auf ihrem Glauben beruht.

War es für Kirchen oder christliche Organisationen riskant, sich verbal gegen Anstifter von Verfolgung zur Wehr zu setzen?

In indigenen Gemeinschaften sehen sich Christen indigener Herkunft, die ihre Stimme gegen ihre Unterdrückung erheben, unter anderem Drohungen, Zwangsvertreibung und Inhaftierung ausgesetzt. Die Möglichkeit, Vorfälle anzuzeigen, ist sehr eingeschränkt. Dort, wo es möglich ist, tun die Regierungsbehörden religiöse Verfolgung als persönliche oder politische Konflikte ab. In Gebieten, in denen das organisierte Verbrechen dominiert, reagieren kriminelle Gruppen oft mit gewaltsamen Repressalien, wenn Christen sie anzeigen. Wenn Christen sich anderswo in der Gesellschaft bei den Behörden über die Verleumdungen beschweren, denen sie von bestimmten Gruppen ausgesetzt sind, richten die Behörden ihre Aufmerksamkeit in der Regel auf die Gewährleistung der Meinungsfreiheit der Täter und nicht auf die Tatsache, dass die Religionsfreiheit für die Betroffenen eingeschränkt wird. Auch das Eigentum von Christen wird zeitweise von Anhängern ideologischer Interessengruppen angegriffen.

Wurden die Kirchen daran gehindert, christliche Aktivitäten in ihrem Gotteshaus zu organisieren?

Christen indigener Herkunft können in ihren Gemeinschaften keine Gottesdienste abhalten; das ist verboten. Entdecken die Mitglieder der Gemeinschaft oder die Behörden die Aktivitäten der Hauskirche, werden die Christen bestraft und teilweise sogar inhaftiert.

Aufgrund der Unsicherheit in Gegenden, die von kriminellen Gruppen kontrolliert werden, sind Kirchen oft dazu gezwungen, ihre Gottesdienste mehrfach zu verlegen. Selbst während des Lockdowns wurden Kirchen weiterhin regelmäßig Opfer von Drohungen und Einbrüchen. Ideologische Interessengruppen haben ebenfalls von Zeit zu Zeit Gottesdienste unterbrochen, Gemeindemitglieder angegriffen und beleidigende Parolen gerufen.

Wurde veröffentlichtes Predigt- und/oder Lehrmaterial überwacht?

In indigenen Gemeinschaften sind jegliche Predigten oder Lehren verboten, die den traditionellen oder synkretistischen Praktiken der ethnischen Gruppe widersprechen. Während der Einschränkungen in der Covid-19-Krise wurde die Überwachung von Christen indigener Herkunft einfacher und strenger. Andernorts bedrohten kriminelle Gruppen Gemeindeleiter, wenn sie in ihren Predigten Korruption, Gewalt und Verbrechen anprangerten. Während des Lockdowns, in dem viele Kirchen ihre Gottesdienste online abhielten, wurden solche Drohungen gegen Prediger ausgesprochen, um sie davon abzuhalten, kriminelle Aktivitäten oder die Tatsache, dass Kriminelle häufig straffrei davonkommen, öffentlich zu machen. Gemeindeleiter erfahren zudem viele Einschränkungen in der politischen Debatte. Stellungnahmen und Kommentare von Amtsträgern werden ständig überprüft, ob sie den Nichtdiskriminierungsbestimmungen entsprechen.

Auftreten von Gewalt

Das Ausmaß der Gewalt gegen Christen aufgrund ihres Glaubens ist trotz des Lockdowns und der Reisebeschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie extrem hoch. Kriminelle Gruppen und indigene Völker gehören hier zu den stärksten Verfolgern. Sie sind dafür verantwortlich, dass Christen getötet, inhaftiert, entführt oder sexuell belästigt wurden, körperliche Misshandlung erlitten, Todesdrohungen bekamen, innerhalb des Landes zwangsvertrieben wurden und vieles mehr.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Der Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums für 2019 schreibt:

  • „Alexandra Haas Pacuic, Präsidentin des CONAPRED (Nationaler Rat zur Verhütung von Diskriminierung), räumte ein, dass religiöse Minderheiten im Land mit Vorbehalten und Barrieren zu kämpfen haben, auch auf institutioneller Ebene.
  • Vertreter der jüdischen Gemeinde gaben an, dass sie von Januar bis Juni [2019] eine Bewertung der antisemitischen Online-Botschaften, -Symbole und -Sprache durchgeführt und dabei festgestellt haben, dass diese zu 87,1 % auf Twitter, zu 8,5 % in Nachrichtenquellen, zu 3,5 % in Online-Foren und zu 0,9 % in Blogs auftraten. Die Vertreter sagten, dass die Anzahl solcher Angriffe ungefähr auf dem Niveau von 2018 lag. Antisemitische Tweets bezogen sich in der Regel auf den Holocaust und auf Hitler, in Verbindung mit abwertenden Formulierungen.“

Laut dem Guardian überfielen und töteten Anfang November 2019 im Norden Mexikos bewaffnete Männer drei Frauen und sechs Kinder, die zu der bekannten mormonischen LeBarón-Familie gehörten, während diese auf einer Straße unterwegs waren, die die Staaten Chihuahua und Sonora verbindet. Sowohl die mexikanischen Behörden als auch Verwandte der Getöteten gaben jedoch an, zu glauben, dass die Angreifer den Konvoi mit drei Fahrzeugen mit Mitgliedern einer rivalisierenden Bande verwechselten.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Mexiko:

  • Christliche Leiter riskieren sehr viel, um ihren Kirchengemeinden an Orten zu dienen, wo sie zur Zielscheibe des organisierten Verbrechens werden. Beten Sie um Bewahrung vor Gewalt, Mut und Weisheit für sie und ihre Familien und Gemeinden.
  • Beten Sie für indigene Christen, die sich aus dem Glaubenssystem ihres Dorfes heraus zum christlichen Glauben bekehren. Beten Sie, dass die örtlichen Leiter nicht mit Verfolgung reagieren, sondern sich für das Evangelium öffnen und dass die Christen ein Licht der Hoffnung Christi sind.
  • Beten Sie für Christen, die darum ringen, ihren Platz in der mexikanischen Gesellschaft zu finden. Bitten Sie Gott, ihnen Barmherzigkeit und Mut zu schenken, während sie für ihren Glauben ihr Leben und ihren Lebensunterhalt riskieren.