Länderprofil Mexiko

Mexiko

39
Weltverfolgungsindex
2019
Flagge Mexiko
Hauptreligion
Christentum
Offizielle Staatsform
Föderale Republik
Platz Vorjahr
39
ISO
MX
Karte Mexiko
Christen
125,35
Bevölkerung
130.76
Organisiertes Verbrechen und Korruption
Ethnisch begründete Anfeindungen
Säkulare Intoleranz
Privatleben: 8.300
Familienleben: 7.500
Gesellschaftliches Leben: 12.200
Leben im Staat: 10.200
Kirchliches Leben: 9.700
Auftreten von Gewalt: 13.500

Länderprofil Mexiko

Berichtszeitraum: 1. November 2017 – 31. Oktober 2018

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 39 / 61 Punkte (WVI 2018: Platz 39 / 59 Punkte)

Welche Triebkräfte sind für die Verfolgung verantwortlich?

Organisiertes Verbrechen und Korruption: Viele Christen werden von kriminellen Gangs als Hindernis angesehen, besonders, wenn sie sich in der Jugendarbeit und/oder Drogenrehabilitation engagieren. Christen werden angegriffen, erpresst und sogar ermordet. Das passiert besonders dort, wo es geheime Absprachen zwischen Behörden und kriminellen Banden gibt.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Nach einem Zensus im Jahr 2015 gehören etwa 21,5 Prozent der mexikanischen Bevölkerung indigenen Volksgruppen an. In ihren Gemeinschaften herrschen traditionelle Gesetze und Gebräuche, in die sich der Staat nur minimal einmischt. Wer Jesus Christus nachfolgt (meist Protestanten) erleidet starken Druck und wird häufig gewalttätig angegriffen, wenn er sich von den religiösen Praktiken seiner Volksgruppe abwendet.

Säkulare Intoleranz: Gesetzgebungen zugunsten liberaler Ideologien werden immer weiter vorangebracht, besonders bei Themen wie ausführliche Sexualkunde, Abtreibung und gleichgeschlechtliche Ehe. Der von Christen geförderte Schutz von Leben und Familie steht regelmäßig in der Kritik. Zudem wurde einigen Kirchenleitern mit Sanktionen gedroht, sollten sie ihre politische Meinung öffentlich äußern.

Von wem geht die Verfolgung aus?

Die gewaltsame Verfolgung geht von kriminellen Gruppen aus, ist gegen Priester und Pastoren gerichtet und wird durch Korruption und mangelnde Strafverfolgung direkt oder indirekt gebilligt von den Behörden. Leiter und Mitglieder indigener Volksgemeinschaften (und deren eigenen Familien) greifen Menschen, die beschlossen haben, dem christlichen Glauben zu folgen, durch die Erhebung von Strafgebühren, Isolation, die Verweigerung der Grundversorgung und Gefängnis an. Außerdem wächst der Einfluss von säkularer Ideologie, weil ideologische Interessengruppen wie die LGBTI-Gemeinschaft und radikale Feministen-Gruppen Druck ausüben. Politische Parteien und internationale Organisationen treiben die säkulare Ideologie weiter voran, indem sie alle christlichen Werte aus der Öffentlichkeit ausmerzen wollen (besonders in Bezug auf das ungeborene Leben, Ehe und Elternrechte).

Wie äußert sich die Verfolgung?

Insbesondere christliche Leiter und auch Kirchengebäude sind Zielscheibe für Angriffe, Drohungen und Erpressungen gewesen. Mittlerweise geschieht dies mit zunehmender Regelmäßigkeit nicht nur in den als sehr gewalttätig bekannten Staaten, sondern überall im Land. Es scheint jetzt eine hohe Präsenz von kriminellen Zellen in viel mehr Regionen zu geben als je zuvor. In Bezug auf säkulare Intoleranz sind Christen und jene, die zu ihren christlichen Überzeugungen stehen, Opfer von Schikane, Kritik und Spott geworden, besonders bei öffentlichen Debatten zum Thema Abtreibung, gleichgeschlechtliche Ehe und umfassende Sexualkunde. Es ist auch für christliche Familien in indigenen Kommunen nicht ungewöhnlich, für die Abkehr von Stammesgebräuchen bestraft zu werden; häufig werden sie dazu gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Im Oktober 2018 wurde Marcelino Carrillo, ein indigener Wixarika aus der nördlichen Region Jalisco, von wixarikanischen Behörden („Tupiles“) entführt und auf Grundlage ihrer „internen Gesetze“ für unbestimmte Zeit inhaftiert. Vor einem Jahr wurde Carrillo aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, weil er den christlichen Glauben angenommen hatte.
  • Im April 2018 beschlossen die katholischen Kirchenobersten der Staaten Mexiko, Hidalgo und Tlaxcala, ihre Gottesdienstzeiten aufgrund der zunehmenden Unsicherheit zu verschieben. Weitere Maßnahmen waren z. B. die Anweisung, dass Priester sich nicht mehr allein auf den Weg zur Verrichtung kirchlicher Pflichten machen und Kirchenmitglieder keine Wertsachen mehr mit sich in die Kirche bringen sollten.
  • Im April 2018 wurden drei römisch-katholische Priester getötet. Einer wurde in Cuernavaca verschleppt und starb während des Rettungsversuchs. Ein anderer wurde in seinem Gemeindebüro in Jalisco erschossen und ein Dritter wurde in einer Kirche in Mexiko-Stadt erstochen.
  • Im Februar 2018 deutete der Generalstaatsanwalt von Guerrero an, dass römisch-katholische Priester, die von kriminellen Banden getötet wurden, selbst in Verbrechen verstrickt seien. Der Bischof der Diözese von Chilpancingo-Chilapa hat diese Behauptung öffentlich zurückgewiesen. Daraufhin wurde er vom Innenminister angewiesen, sich zu dieser Sache nicht weiter öffentlich zu äußern, was dazu führte, dass der Ruf der ermordeten Priester nicht wiederhergestellt werden konnte.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit 61 Punkten steht Mexiko auf Platz 39 des Weltverfolgungsindex (WVI) 2019. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Wertung um zwei Punkte gestiegen, die Platzierung hat sich nicht geändert. Der Anstieg der Punktzahl liegt fast ausschließlich an der zunehmenden Wertung im Bereich „Auftreten von Gewalt“. Die Zeit im Vorfeld der Wahlen in der ersten Jahreshälfte 2018 führte zu einer Zunahme von Angriffen gegen Christen und besonders gegen Kirchen- und Gemeindeleiter. Es sind auch mehr gewaltsame Übergriffe gegen Christen aus indigenen Gemeinschaften gemeldet worden.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Das organisierte Verbrechen ist eines der größten Probleme Mexikos, weil die Regierung keine wirksamen Maßnahmen dagegen einsetzt. Außerdem gibt es aufgrund von Korruption auf allen Ebenen keine konsequente Strafverfolgung. Nicht nur in den sogenannten „Narcostaaten“ (Drogenstaaten) ballen sich die kriminellen Banden, solche Netzwerke etablieren sich in zahlreichen weiteren Staaten in ganz Mexiko. In manchen mexikanischen Städten haben sich in Kommunen Selbstverteidigungs-Gruppen gebildet, um kriminelle Banden und korrupte Polizisten fernzuhalten. Christen, die in Gebieten mit aktiver Bandenkriminalität leben, werden Opfer von Gewalt, da ihre Einstellung und ihr Dienst häufig als Bedrohung angesehen werden: Dazu kommt es, wenn sie sich weigern, an illegalen Aktivitäten teilzunehmen und wenn ihre Arbeit mit Jugendlichen versucht, Jugendlichen eine andere Perspektive als den Drogenhandel zu geben. Diese Christen werden überwacht, bedroht, erpresst, entführt und beraubt, ganz zu schweigen von der Anzahl an Christen, die im Berichtszeitraum des WVI 2019 ermordet wurden. All das hat zu immer mehr Angst in Kirchengemeinden geführt und ihre Freiheit stark eingeschränkt.

Auch in der Politik wird diese Verfolgungstriebkraft immer stärker sichtbar. Kriminelle Organisationen versuchten, den tödlichen und gewalttätigen Wahlkampf, einen der schlimmsten der letzten Jahre, entweder durch Einsatz von Gewalt zu beeinflussen oder indem sie unerwünschte, häufig christliche Kandidaten, unter Druck setzten, ihre politische Karriere zu beenden. So versuchten sie, das gegenwärtige Ausmaß an Korruption weiter aufrechtzuerhalten, um so ihre illegalen Geschäfte weiter zu betreiben und die Opposition (auch die Christen) weiterhin zu kontrollieren.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Nach einem Zensus im Jahr 2015 gehören etwa 21,5 Prozent der mexikanischen Bevölkerung indigenen Volksgruppen an. Sie leben hauptsächlich entlang der südlichen Landesgrenze (Oaxaca, Yucatan und Chiapas) sowie im mittleren Westen (Hidalgo, Guerrero, Puebla und Jalisco). Der Staat erkennt ihr Recht auf Selbstbestimmung und Autonomie an und lässt diese Gemeinschaften ihre indigenen, traditionellen Gesetze und Gebräuche praktizieren, die keine anderen religiösen Gebräuche, wie den christlichen Glauben erlauben. Der Stammesführer ist die wichtigste und häufig einzige Autorität, deshalb ist die Einmischung des Staates nur minimal. Einige Gemeinschaften haben sogar Abgeordnete, die nicht zu ihrer Volksgruppe gehören, nicht anerkannt und Kommunalwahlen durch blockierten Zutritt zu Wahlurnen oder Wahlzetteln behindert. In diesen Gemeinschaften versuchen Stammesführer häufig, einen Lebensstil zu erzwingen, der sich nach den Gebräuchen der Vorfahren richtet. Werden diese Stammesbräuche abgelehnt (z. B. von protestantischen Christen) wird dies als schwerer Angriff auf die indigene Weltsicht und ihr Wohlergehen betrachtet. So werden besonders Christen mit einem solchen religiösen Hintergrund durch Geldstrafen, Isolation, Verweigerung sozialer Grundversorgung, Gefängnis, Schläge, Zerstörung von ihrem Besitz und sogar Zwangsumsiedlung dazu gedrängt, ihren neu gefundenen christlichen Glauben zu widerrufen. In den meisten Fällen ist eine Intervention durch staatliche Behörden wirkungslos; die besprochenen Maßnahmen zur Lösung des Konflikts werden im Allgemeinen nicht von den Gemeinschaften umgesetzt und die Durchführung von den Behörden auch nicht überprüft.

Säkulare Intoleranz

Wo Kandidaten im Wahlkampf 2018 Themen wie Schutz des Lebens, Familie und Ehe ansprachen, wurden sie heftig kritisiert und als diskriminierend dargestellt. Ein weiterer Grund, Christen von der politischen Bühne fernzuhalten, ist das Ausmaß an Korruption, von dem viele öffentliche Vertreter profitieren. In anderen Worten: Christen gelten überall da als Bedrohung, wo Straflosigkeit und Korruption vorherrschen. Indem sie von politischen Ämtern ferngehalten wurden, konnte das korrupte System die illegalen wirtschaftlichen und politischen Interessen weiter wahren.

Einige Autoritäten des Landes haben im letzten Wahlprozess die Rolle, die christliche Gemeinschaften spielen, stärker anerkannt. Dies geschah jedoch meist nur, um Wählerstimmen zu gewinnen. Die neue Regierung von Manuel López Obrador plant bereits eine politische Agenda, die im Gegensatz zu christlichen Werten steht, besonders bei Themen wie Abtreibung und Sterbehilfe. Es ist die Reaktion auf den Druck, der von Interessenverbänden und internationalen Stellen ausgeht. Christen, die sich gegen diese Maßnahmen aussprechen, werden kritisiert, beleidigt und der Diskriminierung beschuldigt.

3. Verfolger

Ausgehend von Organisiertem Verbrechen und Gewalt

Einige der gewalttätigsten kriminellen Banden Mexikos sind das Sinaloa-Kartell, das Golfo-Kartell, das Juarez-Kartell, die Gruppe Los Zetas und die Michoacana-Familie. Auch andere kleinere Zellen erstarken landesweit, nicht nur in den traditionellen „Narcostaaten“ (Drogenstaaten). Kriminelle Banden üben Gewalt gegen Christen aus, wenn sich Kirchenleiter gegen sie aussprechen oder wenn sie die Menschen dazu ermutigen, sich nicht an illegalen Handlungen zu beteiligen. Manchmal werden gewöhnliche Bürger zur Zusammenarbeit gezwungen oder dazu, sich nicht zu den Angriffen auf Christen zu äußern. Diese Art der Verfolgung wird durch Beamte auf allen Ebenen ermöglicht, weil sie bestochen werden und keine Strafverfolgung aufnehmen. Wenn sich also Christen bei den Behörden über illegale Aktivitäten einer Gruppierung beschweren, werden sie oft Opfer von Vergeltungsmaßnahmen.

Ausgehend von Ethnisch begründeten Anfeindungen

Stammesführer und indigene religiöse Leiter lehnen jede Art von religiöser Manifestation ab, die von den Ahnenbräuchen der jeweiligen Gemeinschaft abweichen. Christlicher Gottesdienst wird daher als Verrat und Affront gegen die indigene Kultur und Identität erachtet. Aufgrund dieser Einstellung sprechen sich auch andere Stammes- und Familienmitglieder gegen die Ausübung des christlichen Glaubens aus: Sie sehen das als Teil ihrer Verpflichtung gegenüber ihrer ethnischen Gruppe an. Aufgrund des synkretistischen Wesens der indigenen Religionen fördern katholische Leiter manchmal ebenfalls den Druck auf Christen, die sich evangelikalen Gruppen angeschlossen haben, sollten diese an Feierlichkeiten der indigenen Gemeinschaft nicht teilnehmen. Regierungsbeamte auf örtlicher und auch staatlicher Ebene erlauben dieses Verhalten, weil sie das Konzept von „indigener Autonomie“ fehlinterpretieren und es nicht schaffen, das Recht auf Religionsfreiheit für Christen wirksam zu schützen. Über dieses Problem wird wenig berichtet, doch es ist ein großes Problem in Ejido von San Miguel Chiptic in Chiapas, San Sebastian Teponahuaxtlan, Bolaños y Mezquitic in Jalisco und San Jose Quianitas in Oaxaca.

Ausgehend von Säkularer Intoleranz

Regierungsbeamte aller Ebenen (und einige Mitglieder von politischen Parteien, die eine sehr fundamentalistische Einstellung zum Thema Trennung von Kirche und Staat haben) bestehen darauf, dass sich Christen nicht an öffentlichen Debatten zu beteiligen haben. Im jüngsten Wahlkampf gab es Behauptungen wie die, dass „christliche Kirchen zu einem Sprungbrett für potenziell kriminelle Politiker oder Komplizen dieser Politiker geworden sind“. Neben dieser Verleumdung kommt es ständig zu Spott und Schikane gegen Christen, sobald sie ihre auf ihrem Glauben basierte Weltanschauung zu Themen wie Leben, Ehe und Familie äußern. In Bezug auf die Redefreiheit könnte behauptet werden, dass LGBTI-Gruppen „mehr Rechte“ haben als christliche Gruppen, da sie ihre Meinung veröffentlichen können, ohne dass ihnen Hassrede oder Diskriminierung vorgeworfen werden. Außerdem haben ideologische Interessengruppen, Bürger und einige internationale Organisationen gefordert, dass Gesetze, die das Recht auf Arbeitsverweigerung aus Gewissensgründen schützen, abgeschafft werden (z. B. die Möglichkeit für Krankenhausangestellte, die Mitarbeit bei Schwangerschaftsabbrüchen zu verweigern). Weitere Triebkräfte von säkularer Intoleranz sind kriminelle Banden, intolerante Bürger und Mitglieder von Interessenverbänden, die Kirchengebäude und -grundstücke verwüsten und entweihen.

4. Hintergrund

Die jüngste mexikanische Geschichte zeigt eine schwächelnde Demokratie, den Verlust der Legitimität ihrer Regierungsbehörden und -institutionen, eine zunehmende Unsicherheit infolge der organisierten Kriminalität, eine versagende Wirtschaft und (für viele) einen mangelnden Zugang zu sozialen Diensten. In dieser Situation sticht die bloße Entschlossenheit der Kirchen hervor, sich körperlich und geistlich um die Bedürftigsten zu kümmern.

Bei den Wahlen 2018 entschieden sich die Bürger für einen Präsidenten, der nicht aus dem traditionellen politischen Parteiensystem kommt. Für Christen bietet diese neue Regierung die Gelegenheit, bei der weiteren Entwicklung des Landes mitzuhelfen, indem die Menschenrechte hochgehalten werden – trotz aller Probleme durch Gewalt, der Intoleranz, der Christen durch Interessenverbände und kriminelle Banden noch immer ausgesetzt sind, und der unklaren ideologischen Ausrichtung des neuen Präsidenten, die entweder den Weg der Christen für aktives Mitgestalten vereinfachen kann – oder aber die Kirchen komplett ausschließt. Dazu kommt die Aufgabe der Kirchen inmitten der zentralamerikanischen Flüchtlingskrise: Die mexikanische Bischofskonferenz hat mehr als einmal auf ein humanitäres Eingreifen des Staates und der Bundesregierung gepocht. Sie hat jegliche Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung gegen die Migrantenkarawanen verurteilt, die sich auf dem Weg zu US-Grenze befinden.

Schließlich gibt es neben den sozialen und politischen Dimensionen noch ein weiteres Problem auf der wirtschaftlichen Ebene. Faktoren wie wachsende Unsicherheit, eine aggressivere Einreisekontrolle und die Unsicherheit in den Verhandlungen des nordamerikanischen Freihandelsabkommens (NAFTA) haben private Investitionen negativ beeinflusst und somit das Wirtschaftswachstum von Mexiko beeinträchtigt.

5. Betroffene Kategorien von Christen

Christen aus traditionellen Kirchen

Diese Kategorie besteht aus der Römisch-Katholischen Kirche (die weiterhin die größte Konfession ausmacht) und kleinen orthodoxen, presbyterianischen und anglikanischen Gemeinden. Sie sind insbesondere betroffen durch die Aktivitäten krimineller Banden, korrupter Ortsbehörden und durch die Intoleranz von Gesellschaft und Regierung im Umgang mit dem öffentlichen Ausdruck des christlichen Glaubens. Christen dieser Kategorie leiden oft unter Verfolgung aufgrund von ethnisch begründeten Anfeindungen, wenn sie in indigenen Ortsgemeinschaften leben.

Christen mit anderem (religiösen) Hintergrund

Zu dieser Kategorie gehören Christen, die ehemals einer traditionellen Kirche angehörten und zu einer anderen Denomination gewechselt sind, Christen mit kriminellem Hintergrund und Christen, die die religiösen Praktiken ihrer indigenen Volksgemeinschaft abgelegt haben. In diesen Fällen werden sie dazu genötigt, ihren neuen Glauben und ihre neue Lebensart abzulegen. Dieser Druck wird durch Androhung von Gewalt, Vertreibung und sogar Mord ausgeübt, sollte den Forderungen der Anführer der ethnischen Gruppe oder der Mafia-Anführer nicht nachgekommen werden.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Zu dieser Kategorie zählen Baptisten, Evangelikale, Pfingstgemeinden und die katholische Erneuerungsbewegung. Sie leiden insbesondere unter dem fehlenden Respekt der Gesellschaft für religiöse Vielfalt, weshalb besonders die neueren christlichen Gemeinschaften angegriffen werden. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sich diese Gemeinden in Gegenden engagieren, die vom organisierten Verbrechen betroffen sind oder wenn sie sich in Stammesgebieten engagieren, die die Gegenwart anderer religiöser Denominationen ablehnen.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 8.3
Familienleben 7.5
Gesellschaftliches Leben 12.2
Leben im Staat 10.2
Kirchliches Leben 9.7
Auftreten von Gewalt 13.5

Grafik: Verfolgungsmuster Mexiko

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Erläuterung zum Verfolgungsmuster:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in Mexiko bleibt unverändert auf einem hohen Level und hat sich im Berichtszeitraum des WVI 2019 nur sehr geringfügig vermindert, von 9,7 Punkten (WVI 2018) auf 9,6 Punkte.
  • Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Druck in den Bereichen „Familienleben“ und „Leben im Staat“ verringert. Im Bereich „Gesellschaftliches Leben“ bleibt er jedoch unverändert sehr hoch; in den Bereichen „Leben im Staat“ und „Kirchliches Leben“ hoch.
  • Die Punktzahl für das „Auftreten von Gewalt“ ist mit 13,5 extrem hoch. 2018 waren es noch 10,4 Punkte. Dieser Anstieg liegt vor allem an der Tatsache, dass sich die Anzahl von Morden an Christen (insbesondere Kirchenleitern) nahezu verdoppelt hat.

Privatleben

Christen (insbesondere christliche Konvertiten), die in indigenen Volksgemeinschaften leben, müssen ihren Glauben im Geheimen ausüben. Der christliche Glaube wird als Verrat angesehen; Versammlungen, der Besitz von christlicher Literatur und sogar der Gebrauch von religiösen Symbolen wird als Missachtung angesehen. Christen werden häufig mit verbaler und körperlicher Gewalt bestraft, isoliert, eingesperrt, gefoltert oder vertrieben.

Christen, die in von kriminellen Banden kontrollierten Gebieten leben, leiden unter dem Druck und den Drohungen, die von der Drogenmafia und den Kartellen ausgehen, für die die Nachfolge des christlichen Glaubens ein Behinderung ihrer Interessen dargestellt. Zusätzlich können Christen in städtischen Gebieten nicht ihre christlich geprägte Meinung äußern, ohne damit den Vorwurf zu riskieren, Hassreden zu verbreiten. Daher zensieren sie sich selbst und sehen sich nicht in der Lage, ihre Ansichten selbst in privatesten Kreisen auszusprechen.

Familienleben

Christliche Konvertiten aus indigenen Volksgemeinschaften können ihren Glauben nicht ungehindert leben, da sie von ihren eigenen Verwandten verfolgt werden. Christliche Familien können ihr Familienleben nicht auf christliche Weise führen. Im Allgemeinen lehnen indigene Leiter den christlichen Glauben ab und deshalb sind christliche Praktiken wie Taufen, Hochzeiten, Bestattungen und andere verboten. Die meisten Christen – insbesondere christliche Konvertiten – müssen ihre Dörfer verlassen, um christliche Zeremonien durchzuführen. Christlichen Eltern ist es verboten, ihren christlichen Glauben an ihre Kinder weiterzugeben, da dies der „indigenen Identität“ des Kindes schaden würde. Eltern, die sich nicht daran halten, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit von ihren Kindern getrennt.

Auch das organisierte Verbrechen ist eine Ursache für die Trennung von Familien. Dies geschieht, wenn die Gefahr eines Angriffs durch kriminelle Gruppen hoch ist und einige Mitglieder einer christlichen Familie gezwungen sind, anderswo nach einem sicheren Wohnort zu suchen, oder, wenn kriminelle Gruppen Kinder und Jugendliche für Verbrechen rekrutieren und sie somit von ihren Eltern und Familien trennen.

In den städtischen Gebieten unterstützt der Staat den Sexualkundeunterricht in der Schule in einer Weise, die im Widerspruch zu christlichen Werten steht, obwohl er von christlichen Eltern abgelehnt wird. Letztere konnten sich jedoch Gehör gegen eine Politik verschaffen, die das Recht der Eltern auf Bildung ihrer Kinder nach ihren eigenen Überzeugungen und Überzeugungen behindert.

Gesellschaftliches Leben

In den indigenen Gemeinschaften sind es vor allem christliche Konvertiten, die überwacht werden und deren tägliche Aktivitäten behindert werden, da die Ausübung ihres Glaubens nicht erlaubt ist. Sie können die gemeinschaftlich genutzten Ressourcen wie Wasserversorgung, Strom, Gesundheitsversorgung usw. nicht nutzen. Auch wenn Christen sich weigern, an den religiösen Riten der Gemeinschaft teilzunehmen, werden sie oft mit Geldstrafen belegt, ihnen wird die Bestellung des Ackerbodens verboten, ihnen werden Arbeitsplätze verweigert und Boykotte und Kreditbeschränkungen auferlegt. Selbst ihre Kinder werden manchmal aus der örtlichen Schule ausgeschlossen.

In Gebieten, die vom organisierten Verbrechen beherrscht werden, gelten Christen als diejenigen, die die „Autorität“ der Banden hinterfragen. Kriminelle Gruppen zwingen Christen dazu, Komplizen zu werden, zu schweigen oder „Steuern“ zu zahlen, um in Frieden zu leben und kirchliche Aktivitäten frei ausüben zu können. Wer sich diesen Gruppen widersetzt, leidet unter Belästigungen, Drohungen sowie verbaler und physischer Gewalt. Auch dank der Korruption von Regierungsbeamten haben solche Christen größere Schwierigkeiten, eine Geschäftserlaubnis zu erhalten. Boykotte sind ebenfalls üblich. Wie man an den Hunderten von Morden an Politikern in der letzten Wahlkampfperiode erkennen kann, wollen kriminelle Gruppen bestimmten, wer regiert. Somit sind die lokalen Gemeinschaften von ihren politischen Allianzen und Protegés geprägt.

Christen stehen zudem unter Druck, ihren Glauben in der Öffentlichkeit zu verbergen, um nicht der Intoleranz und Hassrede beschuldigt zu werden, insbesondere in der Diskussionen über Abtreibung, Familie, Ehe und Religionsfreiheit. Einige LGBTI- und radikale feministische Gruppen haben systematisch versucht, die christliche Beteiligung in verschiedenen Foren zu diskreditieren.

Leben im Staat

Der Staat garantiert den indigenen Gemeinschaften Autonomie. Diese lässt den indigenen Anführern freie Hand, um die Menschenrechte von Christen zu verletzen und Mitglieder von religiösen Minderheiten zu schikanieren. Stammesführer können Beschränkungen, Sanktionen oder Geldbußen verhängen, ganz zu schweigen von dem Mangel an gerechtem Zugang zur Justiz, zu einem ordentlichen Verfahren und zur Gleichheit vor dem Gesetz. Andererseits wird die religiöse Motivation hinter dem Konflikt häufig nicht berücksichtigt, wenn ein Verfahren gegen Christen an die staatlichen Behörden weitergereicht wird, welches dann als reiner kultureller Konflikt innerhalb der ethnischen Gruppe betrachtet wird.

Christen, die in Gebieten leben, die von kriminellen Gruppen kontrolliert werden, sind häufig gezwungen, illegale Aktivitäten zu finanzieren, an ihnen teilzunehmen oder davon abzusehen, sie den Behörden zu melden. Im Allgemeinen werden Christen, die sich gegen kriminelle Aktivitäten in der Öffentlichkeit aussprechen, Opfer von Drohungen, Angriffen und sogar Mord – oft im Einverständnis mit Regierungsbeamten. Der Staat hat sich außerdem geweigert, christlichen Leitern zu antworten, die in Frage stellten, auf welche Art und Weise Verbrechen an Christen untersucht werden.

Christliche Leiter werden daran gehindert, eine politische Karriere zu verfolgen. Angesichts der Präsenz religiöser Intoleranz gilt jede Art von religiöser Äußerung von politischen Anführern oder Regierungsvertretern als Angriff auf die weltlichen Prinzipien des Staates.

Kirchliches Leben

Kirchengemeinden leiden vor allem unter der zunehmenden Gewalt durch kriminelle Gruppen. Generell wollen kriminelle Gruppen beweisen, dass sie die Kontrolle über ganze Kommunen haben, nicht nur in der wirtschaftlichen oder sozialen Dimension, sondern auch im politischen Bereich. Gewalttaten gegen Kirchen und kirchliche Leiter (z. B. Morde, Entführungen, Erpressungen, Drohungen, Ausgangssperren usw.) haben die normalen Aktivitäten der Kirchengemeinden behindert und insbesondere die Arbeit unter Jugendlichen bedroht. Einige Gemeindeleiter haben Sicherheitsstrategien entwickelt und einen direkten Dialog mit den Anführern krimineller Gruppen begonnen.

Wo Gemeinden innerhalb indigener Gemeinschaften erlaubt sind, sind Christen gezwungen, ihre Aktivitäten so weit zu beschränken, dass sie verborgen bleiben. In einigen Gemeinschaften ist es verboten, Kirchengebäude zu bauen, zu predigen und den christlichen Glauben zu lehren.

Während des Wahlkampfes wurden Predigten und christliche Aktivitäten in der Öffentlichkeit von ideologischen Interessengruppen und den Behörden überwacht, die versuchen, Gemeindeleiter der Einmischung in die Politik zu beschuldigen. Präsidentschaftskandidaten wurden dafür kritisiert, dass sie an Foren teilnahmen, die von der mexikanischen Bischofskonferenz organisiert wurden, was als Verletzung des säkularen Staates angesehen wurde. Darüber hinaus gab und gibt es häufig Schikanen, bei denen bestimmte Verantwortliche der Gesellschaft versuchen, christliche Leiter zu diffamieren, indem sie ihnen Pädophilie, Geldwäsche, Korruption und Verbindungen zum Drogenhandel vorwerfen.

Auftreten von Gewalt

Die Gewalt in Mexiko nimmt zu und Christen sind ein häufiges Ziel von Angriffen. Sie sind viel einfacher vom Rest der Bevölkerung zu unterscheiden – zum Beispiel ist bekannt, in welcher Kirche sie sich regelmäßig treffen. Das Risiko eines Angriffs ist für Pastoren und Priester größer. Mexiko hat in Lateinamerika den schlechtesten Ruf für die Ermordung römisch-katholischer Priester durch kriminelle Gruppen. Es gab auch gewalttätige Vorfälle gegen Christen im Süden des Landes (Chiapas), die den religiösen Praktiken der indigenen Gemeinschaften nicht folgten. Diese Christen wurden von den Stammesführern unter hohen Druck gesetzt, ihren Glauben aufzugeben, und in einigen Fällen wurden sie ohne Grund inhaftiert und psychisch misshandelt.

Beispiele finden sich im Abschnitt „Zusammenfassung“.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Es gibt kein besonderes nationales Gesetz, das Frauen und Mädchen in besondere Gefahr bringt. In der Praxis stehen christliche Frauen jedoch vor verschiedenen Herausforderungen in ihren Familien und Gemeinschaften. In indigenen Gemeinschaften ist Zwangsverheiratung nach wie vor eine kulturelle Tradition, trotz der Bemühungen der Regierung, sie zu beenden. Christliche Frauen werden dazu gezwungen, nichtchristliche indigene Männer zu heiraten, weil die Stammesführung dies als eine Möglichkeit betrachtet, ihren Glauben zu brechen und sie zu zwingen, ihn aufzugeben. Verbaler und körperlicher Missbrauch (einschließlich sexueller Gewalt) wird eingesetzt, um sie dazu zu bringen, der Stammesreligion zu folgen.

In den von Drogenhändlern kontrollierten Gebieten sind Frauen dem Missbrauch durch Mitglieder des organisierten Verbrechens ausgesetzt. Frauen, die den christlichen Glauben annehmen und solche Gruppen verlassen, können erleben, dass ihre Familien zur Strafe mit Vergewaltigung, Morddrohungen und ständiger Überwachung konfrontiert sind.

In diesem Zusammenhang tragen christliche Frauen, die vergewaltigt und dadurch schwanger werden, ihre Kinder in der Regel aus. Sie laufen jedoch Gefahr, getötet zu werden, weil es Fälle gibt, in denen diese Gruppen die Frauen im letzten Monat der Schwangerschaft töten und ihre Babys wegnehmen, um diese im Organhandel oder an illegale Adoptionsagenturen zu verkaufen.

Männer

Es gibt kein Gesetz, durch das christliche Männer stärker verfolgt werden. In den von kriminellen Banden oder Drogenkartellen kontrollierten Gebieten sind junge Männer jedoch einer Indoktrination und Zwangsrekrutierung ausgesetzt. In einigen Fällen akzeptieren junge Männer dies aufgrund des wirtschaftlichen und sozialen Hintergrundes als ihr unentrinnbares Schicksal. Diejenigen, die sich weigern, der Gruppe beizutreten (aus christlichen oder anderen Gründen), werden (zusammen mit ihren Familien) verfolgt und bedroht und manchmal entführt und getötet.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Laut Daten der „World Christian Database“ für 2018 gehören Muslime, Hindus, Bahai und Juden zu den religiösen Minderheiten im Mexiko. Des Weiteren gibt es Zeugen Jehovas. Laut dem „International Freedom Report“ für 2017 ging es bei Beschwerden über religiöse Diskriminierung um islamische religiöse Kleidung, anti-muslimische Kommentare und die Weigerung einiger Krankenhäuser, Zeugen Jehovas zu behandeln, weil diese keine Bluttransfusionen zulassen. Was das antisemitische Verhalten betrifft, so handelt die Regierung, um Hassreden und Vorfälle von Diskriminierung anzugehen.

Im Juni 2018 wurde berichtet, dass den Zeugen Jehovas nicht mehr erlaubt sei, Haus-zu-Haus-Missionierungen durchzuführen, da viele Bürger Angst hatten, von Menschen ausgeraubt zu werden, die zu ihren Häusern kamen.

9. Ausblick

Politischer Ausblick

Die neue Regierung sieht sich mit Problemen wie einer schwachen Wirtschaft, einer steigenden Staatsverschuldung, geringen Investitionen in die öffentliche Infrastruktur sowie dem gesamten Thema Migration und einem hohen Maß an Gewalt und Unsicherheit konfrontiert. Es scheint, dass dieses Szenario kurzfristig anhalten wird, zumal unsicher ist, welche Maßnahmen die neue Regierung ergreifen wird und ob diese Erfolg haben. Selbst der Föderalismus im Land ist in Gefahr.

Der Ausblick für Christen

Mit Hinblick auf Organisiertes Verbrechen und Korruption: Aufgrund von Korruptionsskandalen und Absprachen mit kriminellen Gruppen besteht ein hohes Maß an Misstrauen der Bürger in politische, gesetzgebende und rechtliche Angelegenheiten. Wenn trotz der neuen Regierung die politische Instabilität anhält, wird dies kriminelle Aktivitäten begünstigen, und Christen werden weiterhin ins Visier genommen. Ein wichtiges Thema wird sein, die Strafverfolgung wieder zu stärken, damit keiner mehr Angst davor haben muss, kriminelle Aktivitäten anzuzeigen und Urteile zu erwirken. Es wird auch wichtig sein, darauf zu achten, wie sich die Migrationspolitik der US-Regierung entwickelt. Die Abschiebung mexikanischer Christen, die aufgrund von Drohungen krimineller Organisationen aus dem Land flohen, dürfte für sie ein erhöhtes Risiko bedeuten.

Mit Hinblick auf Ethnisch begründete Anfeindungen: Die Grenzen der indigenen Autonomie in Mexiko sind nicht vollständig klar, insbesondere in Bezug auf den Schutz der individuellen Rechte. So werden Sanktionen oder Angriffe auf christliche Konvertiten innerhalb indigener Gemeinschaften erst dann aufhören, wenn die Behörden ihre Pflicht verstehen, Einzelpersonen im Fall von Menschenrechtsverletzungen zu schützen. Das mangelnde Verständnis über die volle Bedeutung der Religionsfreiheit als Menschenrecht ist nicht nur Sache der mexikanischen Behörden, sondern auch der internationalen Menschenrechtsinstitutionen (z. B. UNO und OAS), die die Situation für Einzelpersonen und Familien innerhalb indigener Gemeinschaften nicht vollständig berücksichtigen.

Mit Hinblick auf Säkulare Intoleranz: Der neu gewählte Präsident versucht, Minister zu ernennen, die für ihre Unterstützung der öffentlichen Politik in Bezug auf Abtreibung, Sterbehilfe und Einschränkungen des Rechts der Eltern, ihre Kinder ihrem Glauben entsprechend zu erziehen, bekannt sind. Diese Maßnahmen widersprechen zum einen seinem Wahlkampf, in dem er sich als Christ ausgegeben hat, und zum anderen den Idealen der konservativen Parteimitglieder seines Wahlbündnisses. Darüber hinaus ist der Mangel an Klarheit über die zukünftige Ausrichtung seiner Regierung eine Quelle der Sorge und Unsicherheit für Christen und andere.

Schlussfolgerung

Es ist nicht sicher, wie der neue Präsident tatsächlich regieren wird. Einige Beobachter glauben, dass dies die Rückkehr des rechten Flügels nach Lateinamerika darstellen könnte. Aber auch wenn die sozialistische Ader des Präsidenten vorherrscht, könnten Christen in Zukunft ebenfalls in großer Gefahr sein. Von besonderer Bedeutung wird sein, wie die neue Regierung mit Korruption umgeht, denn sie trifft Christen in vielen Bereichen besonders und bestimmt, inwieweit sie ihren Glauben ohne Angst und Gefahr leben können.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Mexiko:

  • Beten Sie für den Schutz der Christen unter der indigenen Bevölkerung und in ländlichen Gegenden, wo sie mit Vertreibung, Gewalt und Erpressung konfrontiert sind.
  • Beten Sie für die Herzen derjenigen, die zu den Drogenkartellen gehören. Sie entführen, terrorisieren und töten Christen sogar, weil sie ihrer illegalen Arbeit im Weg stehen. Beten Sie, dass sie Jesus kennenlernen und dass sie positive Veränderungen in Mexiko fördern.
  • Beten Sie für Christen, die Verfolgung in Form von Verweigerung des Zugangs zu grundlegenden sozialen Diensten und Ressourcen erfahren. Einige von ihnen erleiden Inhaftierung und Vertreibung. Beten Sie um Gottes Versorgung und Gnade. Beten Sie speziell für die Regierung in Chiapas, Hidalgo und Oaxaca.
  • Mexiko ist eines der gewalttätigsten Länder der Welt. Beten Sie um körperlichen Schutz für verfolgte Christen in Mexiko.

 

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