Länderprofil Mexiko

Mexiko

43
Weltverfolgungsindex
2022
Flagge Mexiko
Hauptreligion
Christlicher Glaube
Offizielle Staatsform
Föderale Präsidialrepublik
Platz Vorjahr
37
Karte Mexiko
Christen
129,63
Bevölkerung
135.38
Organisiertes Verbrechen und Korruption
Unterdrückung durch den Clan/Stamm
Säkulare Intoleranz
Privatleben: 10.300
Familienleben: 8.300
Gesellschaftliches Leben: 12.500
Leben im Staat: 10.800
Kirchliches Leben: 10.300
Auftreten von Gewalt: 12.600

Länderprofil Mexiko

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 43 / 65 Punkte (WVI 2021: Platz 37 / 64 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2020 – 30. September 2021

Überblick

Christen und kirchliche Leiter, die in bestimmten Gebieten leben, sind ständig der Gefahr ausgesetzt, ins Visier genommen zu werden. Die zunehmende Präsenz krimineller Gruppen und der Kampf um territoriale Kontrolle bedeuten, dass Christen überall dort gefährdet sind, wo sie als Bedrohung für kriminelle Handlungen wahrgenommen werden und den Forderungen der Gruppen nicht nachgeben. In indigenen Gemeinschaften müssen diejenigen, die sich entscheiden, die religiösen Überzeugungen der Gemeinschaft aufzugeben, mit Ablehnung und Strafen wie Geldstrafen, Inhaftierung und Zwangsumsiedlung rechnen. Die allgemeine gesellschaftliche Intoleranz gegenüber dem christlichen Glauben und seinen Überzeugungen nimmt weiter zu, insbesondere wenn Christen auf der Grundlage ihres Glaubens sozial konservative Ansichten vertreten.

Länderprofil als PDF

Das folgende Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Dossier auf Englisch sowie das gekürzte Länderprofil auf Deutsch (beides als PDF) finden Sie hier zum Download.

Country Dossier als PDF

Länderprofil als PDF

1. Hintergrund

Präsident Andrés Manuel López Obrador (in der Öffentlichkeit bekannt als „AMLO“) trat 2018 sein Amt an. Er wurde dafür kritisiert, dass er während der Covid-19-Pandemie der Wirtschaft Vorrang vor der Gesundheit einräumte, sowie für seine zunehmend autoritäre Regierung, zu der auch die Unterdrückung der Medien gehört. Human Rights Watch hat Verstöße durch das Militär angeprangert, wie etwa die Anwendung von Folter, um Geständnisse zu erlangen, gewaltsame Verschleppungen von Personen, außergerichtliche Tötungen und Angriffe auf Journalisten und Menschenrechtsverteidiger.

In Mexiko gibt es keine Staatsreligion und in den staatlichen Schulen wird kein Religionsunterricht erteilt. Laut dem Gesetz zur Regulierung religiöser Organisationen dürfen Kirchenvertreter nicht öffentlich ihre politische Meinung kundtun oder ein öffentliches Amt bekleiden. Staatliche Behörden dürfen wiederum nicht in interne Angelegenheiten religiöser Gemeinschaften eingreifen.

In einem Umfeld wachsender Gewalt und Unsicherheit werden christliche Leiter regelmäßig von kriminellen Gruppen ins Visier genommen. Morde, Erpressungen, Todesdrohungen und Zerstörung von Eigentum sind an der Tagesordnung. Seit 2015 ist in Mexiko jedes Jahr ein Anstieg der tödlichen Gewalt zu verzeichnen. Die Wahlen im Juni 2021 wurden zu den zweitgewalttätigsten in der Geschichte Mexikos. Die Intoleranz gegenüber Christen, die ihre auf ihrem Glauben beruhenden Ansichten verteidigen, hat zugenommen, was häufig auf ein falsches Verständnis der Trennung von Kirche und Staat zurückzuführen ist.

Eine Schätzung von 2015 ergab, dass 12 Millionen Menschen in indigenen Haushalten leben. In diesen Gemeinschaften sehen sich Christen mit Widerstand konfrontiert, wenn sie nicht den religiösen Praktiken und Bräuchen ihrer ethnischen Gruppe folgen. Da die Anführer ethnischer Gruppen diejenigen sind, die in ihren Gebieten Recht sprechen, wird die Religionsfreiheit der indigenen Bevölkerung von den lokalen (staatlichen) Behörden nicht garantiert.

Weltanschauungen

Anhänger

%

Christen

129.627.000

95,7

Muslime

130.000

0,1

Hindus

12.200

0,0

Buddhisten

31.000

0,0

Anhänger ethnischer Religionen

1.407.000

1,0

Juden

40.000

0,0

Bahai

46.800

0,0

Atheisten

154.000

0,1

Agnostiker

3.898.000

2,9

Andere

38.400

0,0

2. Gibt es regionale Unterschiede?

Kriminelle Netzwerke haben sich im gesamten Staatsgebiet Mexikos ausgebreitet und sind nicht länger auf die sogenannten „Narco-Staaten“ beschränkt. Obwohl die Regierung dies bestreitet, wird geschätzt, dass kriminelle Netzwerke 30 bis 35 Prozent des mexikanischen Territoriums vollständig kontrollieren. Die Verfolgung von Christen in indigenen Gemeinschaften tritt insbesondere im südlichen Teil Mexikos auf, etwa in Chiapas, Guerrero, Hidalgo, Jalisco und Oaxaca. Eine allgemeine gesellschaftliche Intoleranz gegenüber dem christlichen Glauben, die die Wahrscheinlichkeit von Sachbeschädigung erhöht, findet sich vor allem in Colima, Jalisco, Guanajuato, Mexiko-Stadt, Mexiko-Staat und Veracruz.

3. Was sind die stärksten Triebkräfte der Verfolgung?

Organisiertes Verbrechen und Korruption

Die andauernden Kriege zwischen den zahlreichen kriminellen Gruppen führen zu einer Spirale der Gewalt. Einige Gemeinschaften haben Bürgerwehren (sogenannte „Selbstverteidigungsgruppen“) gebildet, um kriminelle Gruppen und korrupte Polizeibeamte fernzuhalten. Viele betrachten diese jedoch ebenfalls als kriminelle Gruppen. Christen werden als Bedrohung für die Interessen krimineller Gruppen angesehen, insbesondere wenn ihre Arbeit darauf abzielt, junge Menschen davon abzuhalten, sich den Reihen der Drogenhändler anzuschließen. Sie können schnell zur Zielscheibe von Überwachung, Morddrohungen, Entführungen und sogar Morden werden. Korrupte Beamte auf verschiedenen Ebenen lassen kriminelle Handlungen ungestraft zu. Im „Korruptionswahrnehmungsindex“ 2020 liegt Mexiko auf Platz 124 von 180 Ländern.

Unterdrückung durch den Clan oder Stamm

Der Staat interveniert unter indigenen Gemeinschaften nur minimal, da er ihr Recht auf Autonomie anerkennt. In solchen Gemeinschaften versuchen die Anführer ethnischer Gruppen einen Lebensstil durchzusetzen, der durch Ahnenkult oder synkretistische Praktiken geregelt ist. Wenn christliche Konvertiten sich nicht an solchen Bräuchen beteiligen, werden sie von der Gemeinschaft unter Druck gesetzt, indem sie zwangsumgesiedelt, mit Geldstrafen belegt, von grundlegenden gemeinschaftlich genutzten Ressourcen ausgeschlossen, inhaftiert oder geschlagen werden. Während der Covid-19-Pandemie konnten einige Konvertiten keine staatliche Hilfe erhalten, da sie nicht mehr als Angehörige der ethnischen Gruppe angesehen wurden.

Säkulare Intoleranz

Ideologische Interessengruppen, die von einigen Regierungsbehörden unterstützt werden, versuchen, eine säkularistische Agenda zu fördern. Diese zielt darauf ab, die Beteiligung von Christen am öffentlichen Leben einzuschränken, insbesondere wenn sie öffentliche Ämter bekleiden. Christen erleben eine zunehmende gesellschaftliche Intoleranz, wenn sie ihre Glaubensüberzeugungen zum Ausdruck bringen.

Eine vollständige Übersicht aller im Land wirksamen Triebkräfte finden Sie im ungekürzten, englischen Länderprofil.

4. Welche Christen sind von Verfolgung betroffen?

Christen aus traditionellen Kirchen

Diese Kategorie besteht aus der Römisch-Katholischen Kirche, die die größte Denomination darstellt, und kleineren orthodoxen, presbyterianischen und anglikanischen Gemeinschaften. Die katholischen Gemeinden sind besonders von den Aktivitäten krimineller Banden und der Korruption lokaler Behörden betroffen und leiden unter gesellschaftlicher Intoleranz. Diesen christlichen Gemeinschaften steht es nicht frei, ihren Glauben mit Mitgliedern indigener Gemeinschaften zu teilen, die einem Ahnenkult folgen, oder sie darin zu unterrichten.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Zu dieser Gruppe gehören Christen, die von traditionellen Kirchen zu anderen Denominationen übergetreten sind, oder Christen, die einen kriminellen (Banden-)Hintergrund haben, sowie Christen indigener Herkunft, die früher der Religion ihres Stammes angehörten. Indigene Konvertiten stehen oft unter erheblichem Druck, ihren neuen Glauben aufzugeben. Sie können mit Gewaltandrohungen, Verhaftung und sogar Ausschluss aus der Gemeinschaft bedroht sein.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Evangelikale Christen, Pfingstgemeinden und die Erneuerungsbewegung leiden unter Vergeltungsmaßnahmen von Mitgliedern indigener Gemeinschaften, die keine anderen religiösen Gruppen in ihrer Gemeinschaft akzeptieren wollen. Dies gilt insbesondere, wenn freikirchliche Christen sich in indigenen Gemeinschaften engagieren. In Gebieten, die vom organisierten Verbrechen kontrolliert werden, sind protestantische Freikirchen der Gefahr ausgesetzt, für die aktive Weitergabe des Evangeliums unter Druck gesetzt oder angegriffen zu werden. Sie werden kritisiert und bedroht, weil sie ihre religiösen Ansichten in der Öffentlichkeit vertreten.

5. Wie erfahren Christen Druck und Gewalt?

Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 10.3
Familienleben 8.3
Gesellschaftliches Leben 12.5
Leben im Staat 10.8
Kirchliches Leben 10.3
Auftreten von Gewalt 12.6

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Privatleben

Seit Beginn der Covid-19-Krise spielen Online-Plattformen eine wichtigere Rolle als je zuvor. Für kriminelle Gruppen wird es einfacher, Christen ins Visier zu nehmen, die Material veröffentlichten, das sich gegen Gewalt und illegale Aktivitäten ausspricht. Politiker können ins Visier genommen, kritisiert und manchmal aus ihren politischen Parteien ausgeschlossen werden, wenn sie ihre christlichen Überzeugungen in sozialen Medien veröffentlichen. In indigenen Gemeinschaften hat die Überwachung christlicher Konvertiten während der Pandemie stark zugenommen. Wurden christliche Symbole gefunden, war es wahrscheinlich, dass sie zerstört und die Christen, denen sie gehörten, bestraft wurden. Aus Loyalität zur Gemeinschaft verraten selbst unmittelbare Familienangehörige Konvertiten bei den indigenen Anführern.

Familienleben

Indigenen christlichen Kindern wurde mit der Trennung von ihren Eltern gedroht, nachdem ihre Eltern vom traditionellen Glauben der Gemeinschaft zum christlichen Glauben übergetreten waren. Auch das organisierte Verbrechen ist eine Ursache für die Trennung von Familien: Die Gefahr von Angriffen kann so groß sein, dass einige christliche Familienmitglieder gezwungen sind, sich einen anderen Ort zum Leben zu suchen, der sicherer ist. Durch die Reisebeschränkungen im Rahmen der Covid-19-Pandemie konnten diejenigen, die vom organisierten Verbrechen bedroht waren, nicht weit fliehen und mussten im Gebiet der kriminellen Gruppe bleiben, durch die sie bedroht waren. Die Rekrutierung von Kindern durch kriminelle Gruppen stieg sprunghaft an. Kinder wurden benutzt, um Drogen in Lebensmitteln und Medizin zu schmuggeln oder um die sogenannten Selbstverteidigungsgruppen zu verstärken.

Gesellschaftliches Leben

Christen werden sowohl in indigenen Gemeinschaften als auch in Gebieten, die vom organisierten Verbrechen beherrscht sind, genau überwacht. Innerhalb der indigenen Gemeinschaften sind Christen Schikanen, Geldstrafen, Drohungen und Zwangsumsiedlungen ausgesetzt. Kriminelle Gangs erpressen Schutzgeld von Gemeindeleitern und anderen Christen, damit kirchliche Aktivitäten ungestört durchgeführt werden können.

Leben im Staat

Artikel 24 der Verfassung sieht Religions- und Weltanschauungsfreiheit vor. Er schränkt aber auch die Weitergabe und Lehre des eigenen Glaubens ein und schließt es aus, dass religiöse (oder religiös motivierte) Forderungen im politischen Raum erhoben werden. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung wird durch Gesetze und Gerichte eingeschränkt. Angesichts des Ausmaßes der Korruption erlauben die staatlichen Behörden kriminellen Gruppen, Aktivitäten von zivilgesellschaftlichen Organisationen zu behindern, insbesondere derjenigen, die mit Jugendlichen in Programmen zur Drogen- und Kriminalitätsprävention oder mit Migranten arbeiten. Darüber hinaus können sich bei religiösen Konflikten, in die indigene Christen verwickelt sind, aufgrund der Gesetzgebung zur indigenen Autonomie in der Regel ethnische Bräuche behaupten.

Kirchliches Leben

In indigenen Gemeinschaften werden Christen indigener Herkunft, die als christliche Leiter betrachtet werden, zusammen mit ihren Familien besonders schikaniert. Diejenigen, die ihre Stimme gegen ihre Unterdrückung erheben, werden bedroht, zwangsvertrieben oder verhaftet. In Gebieten, in denen das organisierte Verbrechen dominiert, reagieren kriminelle Gruppen oft mit gewaltsamen Vergeltungen, wenn Christen sie anzeigen. Christliche Leiter und ihre Familien sind die häufigsten Opfer von Zwangssteuern, Bußgeldern oder Erpressung. Christliche Predigten und Lehren werden von Lobbygruppen, die religiöse Leiter als hasserfüllt, diskriminierend oder respektlos gegenüber dem Säkularismus abstempeln, genauestens beobachtet.

Beispiele für Auftreten von Gewalt

Der Druck des sozialen Umfelds auf Christen ist enorm.

  • Im Juli 2021 wurde ein katholischer Katechet in Simojovel de Allende durch einen Kopfschuss ermordet – eine Auswirkung des Drogenhandels und des organisierten Verbrechens in der Region.
  • Seit Januar 2021 wurden etwa 30 protestantische Christen aus fünf Familien, darunter ein Pastor, inhaftiert, weil sie sich nicht zum gleichen Glauben wie die ethnische Gruppe der Tzotzil bekennen. Sie wurden daraufhin aus der Gemeinschaft vertrieben. Nachdem der vertriebene Pastor seine kranke Mutter besuchte, wurden die fünf Häuser auf seinem Grundstück abgerissen und niedergebrannt. 
  • Im Juli 2021 wurden die Wände und Türen der Kathedrale der Stadt Xalapa zerstört, nachdem der lokale Kongress für die Legalisierung der Abtreibung auf Verlangen gestimmt hatte.

6. Entwicklung in den letzten 5 Jahren

Jahr

Platzierung

Punktzahl

2022

43

64,77

2021

37

64,42

2020

52

59,52

2019

39

61,47

2018

39

58,78

Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist auf die zunehmenden Vergeltungsmaßnahmen gegen indigene Christen zurückzuführen, wenn ihr Glaube von ihren Familien beziehungsweise den ethnischen Gruppen, denen sie angehören, nicht akzeptiert wird. Ebenso hat die gesellschaftliche Intoleranz gegenüber Äußerungen von Christen im öffentlichen Raum, die sich aus ihrem Glauben speisen, zugenommen. Kriminelle Gruppen nehmen Christen nach wie vor ins Visier und nutzen die politische und gesundheitliche Krise (Covid-19), um die Kontrolle über ihre Gebiete auszuweiten.

7. Sind Frauen und Männer unterschiedlich von Verfolgung betroffen?

Frauen: Die anhaltende organisierte Gewalt stellt vor viele Herausforderungen, darunter Femizide, zunehmende häusliche Gewalt und Menschenhandel. Kriminelle haben die Covid-19-Pandemie ausgenutzt, um ihre Aktivitäten zunehmend ungestraft auszuweiten. Mädchen können unter dem Deckmantel der Mitgift verschleppt werden und sind ein leichtes Ziel für Entführungen und sexuelle Sklaverei durch bewaffnete Gruppen. Christliche Mädchen werden aufgrund ihrer vermeintlichen Gefügigkeit zur Zielscheibe und sind gezwungen, Beziehungen zu Mitgliedern krimineller Gruppen zu unterhalten. In indigenen Gemeinschaften sind Zwangsheirat und körperliche und verbale Misshandlung von christlichen Konvertiten üblich, und Christen wird der Zugang zur Gesundheitsversorgung erschwert.

Männer: Vor dem Hintergrund anhaltender Gewalt und des organisierten Verbrechens sind junge Männer und Jungen gefährdet, getötet zu werden – in Gebieten, die von kriminellen Gruppen kontrolliert werden, besteht die Gefahr der Indoktrinierung und Zwangsrekrutierung; und wer Widerstand leistet, wird bedroht, entführt oder getötet. Männer sind als Familienvorstände und Kirchenleiter starkem Druck und Gewalt ausgesetzt, da christliche Leiter am häufigsten Opfer von Geldstrafen und Erpressung werden. Sie werden ins Visier genommen wegen ihrer gemeinnützigen Arbeit und weil sie sich gegen illegale Aktivitäten aussprechen. Christliche Konvertiten mit indigenem Hintergrund sind Schlägen, Schikanen und Ablehnung durch die Gemeinschaft ausgesetzt.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Auch von Antisemitismus wird in Mexiko berichtet. Im Internationalen Bericht zur Religionsfreiheit 2020 heißt es: „Vertreter der jüdischen Gemeinde haben antisemitische Nachrichten, Symbole und Sprache im Internet von Januar bis zum 17. September [2020] bewertet und festgestellt, dass 69 Prozent der antisemitischen Inhalte auf Twitter, 18 Prozent auf Nachrichtenquellen, 8 Prozent auf Online-Foren und 4,5 Prozent auf Blogs entfielen.“ Antisemitische Tweets bezogen sich in der Regel auf den Holocaust und Hitler, verwendeten eine abwertende Sprache und stellten das Existenzrecht Israels in Frage.

Im September 2020 entschuldigte sich Volkswagen, nachdem ein Kunde ein Foto von einem Bild an der Wand eines Ausstellungsraums eines VW-Händlers im Stadtbezirk Coyoacán twitterte. Dieses Bild zeigte eine Szene aus dem Zweiten Weltkrieg, in der Adolf Hitler eine Rede bei einer Nazikundgebung hielt, zusammen mit einem großen Hakenkreuz. Der Tweet ging schnell viral. In einem Brief an Steffen Reiche, den Leiter der Volkswagen-Niederlassung in Mexiko, forderte das Simon-Wiesenthal-Zentrum das Unternehmen auf, die Beziehungen zu dem Autohaus zu beenden, in dem die Nazi-Symbole zu sehen waren. „Wir erwarten von Ihnen, dass Sie die Verantwortlichen sofort identifizieren und öffentlich bekannt geben, welche Maßnahmen Sie ergreifen werden. Um Ihren Kunden die klare Botschaft zu übermitteln, dass Sie aus Ihrer Geschichte gelernt haben, wäre die passendste Maßnahme, dem Händler die Lizenz vollständig zu entziehen“, heißt es in dem Schreiben.

9. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Mexiko:

  • Beten Sie für Christen, die angesichts der organisierten Gewaltverbrechen in ihren Gemeinden vor schwierigen Entscheidungen stehen. Bitten Sie Gott, ihnen Weisheit und Mut zu schenken, diese Probleme mit Christus im Herzen anzugehen.
  • Für Ermutigung für diejenigen, die in indigenen Gemeinschaften zum Glauben kommen und daraufhin geächtet werden. Beten Sie, dass sie einen positiven Einfluss auf ihre Gemeinschaft haben und sich ihre Verfolgung zum Guten wendet.
  • Beten Sie für Aufgeschlossenheit bei dem mexikanischen Volk, wenn christliche Personen in der Öffentlichkeit über soziale Probleme sprechen. Beten sie, dass die Menschen zuhören und sich Gott nähern.