Länderprofil Bhutan

Bhutan

43
Weltverfolgungsindex
2021
Flagge Bhutan
Hauptreligion
Buddhismus
Platz Vorjahr
45
Karte Bhutan
Christen
0,03
Bevölkerung
0.84
Religiös motivierter Nationalismus
Unterdrückung durch den Clan/Stamm
Privatleben: 13.100
Familienleben: 12.100
Gesellschaftliches Leben: 11.900
Leben im Staat: 12.700
Kirchliches Leben: 13.800
Auftreten von Gewalt: 0.000

Länderprofil Bhutan

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 43 / 64 Punkte (WVI 2020: Platz 45 / 61 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

Es wird von allen Bhutanern erwartet, dem Buddhismus zu folgen. Wer sich dem christlichen Glauben zuwendet, wird mit Misstrauen beobachtet; in den meisten Fällen wird versucht, die Person dazu zu bewegen, wieder ihrer alten Religion zu folgen. Religiöse Anführer, das soziale Umfeld und Familienangehörige wirken hier häufig zusammen. Abgesehen von Christen anderer religiöser Herkunft, kommen viele Christen aus der nepalesischen Minderheit. Es gibt keine Kirche, die offiziell vom Staat anerkannt ist. Das bedeutet, dass Christen sich eigentlich im Bereich der Illegalität bewegen, wenn sie sich zum Gottesdienst versammeln. Lokale Behörden weigern sich oft, Christen eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ auszustellen, die für Kreditanträge, die Registrierung von Eigentum, die Bewerbung um einen Arbeitsplatz und die Erneuerung von Personalausweisen benötigt wird.

 

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

64

43

2020

61

45

2019

64

33

2018

62

33

2017

61

30

Der Anstieg um 2,6 Punkte auf dem Weltverfolgungsindex 2021 (zurück auf das Niveau des Weltverfolgungsindex 2019) ist vor allem in einem Anstieg des Drucks in den Bereichen des Familienlebens und des Lebens im Staat begründet. Der Druck ist in allen Lebensbereichen nach wie vor sehr hoch, was insbesondere die anhaltenden Schwierigkeiten widerspiegelt, denen sich christliche Konvertiten aus dem Buddhismus oder ethnisch-animistischen Religionen gegenübersehen. Sie werden in der Gesellschaft nicht anerkannt und daher abgelehnt, oft von Mitbürgern gemieden, und von den Behörden werden ihnen offizielle Dokumente vorenthalten. Kinder von Christen werden oft in der Schule diskriminiert.

2. Trends und Entwicklungen

1) Die Regierung ist vorsichtig bei der Einführung größerer Freiheiten

Die bhutanische Regierung befürchtet, dass größere bürgerliche Freiheiten zu Veränderungen, Spaltungen und Unruhen innerhalb des Landes führen könnten. Aufgrund der geostrategischen Verwundbarkeit des Landes könnten solche Unruhen von ausländischen Kräften ausgenutzt werden. Solche Ängste können in einem sich verschlechternden wirtschaftlichen Umfeld schnell wachsen. Bisher hat die Erklärung der Regierung zur Registrierung religiöser Gruppen (die im September 2019 vor dem UN-Menschenrechtsrat abgegeben wurde) nicht zu einer Verringerung des Drucks auf die Christen vor Ort geführt.

2) Der Balanceakt zwischen Indien und China geht weiter

Bhutan ist ein winziges Land, das zwischen den beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt liegt: China und Indien. Während China in den letzten Jahren versucht hat, in Bhutan Fuß zu fassen, um seinen Einfluss zu vergrößern, hat Indien viel traditionellere Bindungen zu dem Land. Die Gratwanderung, ein gutes Verhältnis zu beiden Giganten zu pflegen und von ihrer Hilfe zu profitieren, ohne von ihnen verschluckt zu werden, geht weiter. Und Bhutan wird seine Anstrengungen erhöhen müssen, da das Land droht, nur ein Bauer auf dem Schachbrett zu werden, während China und Indien sich bekämpfen.

3) Es gibt Anzeichen dafür, dass der Buddhismus an Bedeutung verlieren könnte

Bhutans größte Angst ist wohl, dass es seine traditionell starke buddhistische Kultur an einen zunehmenden westlichen Einfluss verliert. Es gibt bereits einen bemerkenswerten Rückgang der Einschreibungen in klösterliche Einrichtungen, was darauf hinweisen könnte, dass der Buddhismus an Bedeutung verliert. Dies wäre eine ernsthafte Bedrohung für die Kultur und Tradition des Landes. Ein solcher Trend könnte sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Religionsfreiheit im Land haben und ist eng mit Trend 1 verbunden.

Auf der negativen Seite: Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte der Staat Maßnahmen ergreifen, um die Dominanz kultureller und traditioneller Normen wieder durchzusetzen und das buddhistische Erbe des Landes zu schützen. Eine solche Reaktion würde sich nachteilig auf alle Bemühungen der Christen im Lande auswirken, die eine offizielle Anerkennung anstreben.

Auf der positiven Seite: Wenn der Buddhismus in der bhutanischen Gesellschaft an Bedeutung verliert, könnte dies schließlich dazu führen, dass sowohl Staat als auch Gesellschaft eine tolerantere Haltung gegenüber anderen religiösen Gruppen im Land einnehmen.

In naher Zukunft scheint es jedoch unwahrscheinlich, dass die christliche Gemeinschaft in Bhutan den Schutz und die Freiheit erhält, die sie sich erhofft. Die Zukunft der christlichen Minderheit wird weiterhin davon abhängen, wie sich der religiöse Nationalismus entwickelt (die Haupttriebkraft der Verfolgung im Land). Auch die wirtschaftlichen Nöte, die die Menschen aufgrund der Covid-19-Pandemie erleben, könnten eine erneute Betonung der Religion, also des Buddhismus, bewirken.

3. Religiöse Situation im Land

Die meisten Christen haben einen nepalesischen Hintergrund, viele davon leben im Süden. Nach Schätzungen praktizieren 81,6 Prozent der Bevölkerung verschiedene Formen des Buddhismus. Der verbleibende Teil der Bevölkerung praktiziert hauptsächlich den Hinduismus (wiederum meist nepalesischer Herkunft), darunter viele Arbeitsmigranten aus Indien.

Bhutan war schon immer ein buddhistisches Königreich und ist einer der letzten Orte, an denen der Vajrayana-Buddhismus noch ausgeübt wird, obwohl die Beziehungen zum benachbarten Indien schon immer stark waren und es auch eine bedeutende hinduistische Minderheit im Land gibt. Gemäß der Verfassung ist der Buddhismus nicht nur das kulturelle, sondern sogar das spirituelle Erbe des Landes. Obwohl es normalerweise keinen offiziellen Druck gibt, an buddhistischen Festen teilzunehmen oder nach traditionellen Bräuchen zu leben, wird von den Bürgern erwartet, dass sie dies tun. Das bedeutet, dass allen Abweichlern mit Misstrauen begegnet wird, zum Beispiel Christen. (Es bedeutet nicht, dass sie aus ihren Häusern vertrieben werden oder den Zugang zu den Ressourcen der Gemeinschaft verlieren, aber sie werden zu sozial Ausgestoßenen). Da die Identität des Landes mit seinem kulturellen Erbe, dem Buddhismus, verbunden ist, veranlasst dies den Staat zu einer kompromisslosen Haltung gegenüber nichtbuddhistischen Elementen in der bhutanischen Gesellschaft und zu starken Bemühungen, die Dominanz des Buddhismus im Land durchzusetzen.

Die im Süden lebenden Christen sind hauptsächlich nepalesischer Abstammung. Viele von ihnen gehören zu denen, die im frühen 20. Jahrhundert nach Bhutan strömten. In den 1990er-Jahren flohen mehr als 100.000 Flüchtlinge aus Bhutan nach Nepal (die sogenannte „Südfrage“ bezüglich der Lhotshampa-Flüchtlinge). Es gibt Bemühungen, Rückführungsvereinbarungen zu treffen, aber inzwischen hat sich die Situation geändert. Nach Berichten sind bereits 90.000 Flüchtlinge in Drittländer, vor allem in die USA, gezogen, so dass Anfang 2019 „nur“ noch 8.500 Flüchtlinge in Nepal verblieben sind. All dies mag dazu beitragen, dass die Regierung zögert, Christen offiziell als Rechtspersönlichkeit in Bhutan anzuerkennen, trotz informeller Versprechen, die von Beamten gemacht wurden, ihren Status zu gegebener Zeit zu legalisieren. Bislang hat die Regierung christlichen Einrichtungen die Registrierung oder den rechtlichen Status verweigert, und Kirchen, die eine Registrierung beantragt haben, warten weiterhin auf die Genehmigung der Regierungskommission für religiöse Organisationen (CRO).

4. Triebkräfte der Verfolgung

Religiös motivierter Nationalismus

Die beständige Betonung des Buddhismus in der Form des Mahayana als geistliches Erbe des Landes macht der christlichen Minderheit das Leben schwer. Bhutan ist seit Jahrhunderten ein buddhistisches Königreich. Selbst nach der Einführung der konstitutionellen Monarchie im Jahr 2001 und der Einführung demokratischer Wahlen im Zuge der neuen Verfassung im Jahr 2008, wird dem Buddhismus weiterhin eine dominierende Rolle im Land eingeräumt. Gemäß Artikel 3(1) der Verfassung ist der Buddhismus „das spirituelle Erbe Bhutans“, das unter anderem „die Grundsätze und Werte des Friedens, der Gewaltlosigkeit, des Mitgefühls und der Toleranz“ fördert. Zusätzlich ist es „die Verantwortung aller religiösen Institutionen und Persönlichkeiten, das spirituelle Erbe des Landes zu fördern“.

Folglich ist der Buddhismus offiziell nicht ausdrücklich als Staatsreligion definiert. Stattdessen definiert die Verfassung Bhutan als säkularen Staat und bejaht religiöse Toleranz. Dies sieht in der Realität jedoch oft anders aus. Der Buddhismus ist stark in den Alltag der Menschen eingeflochten und in politischen, gesellschaftlichen, kulturellen und sogar wirtschaftlichen Dynamiken des Landes deutlich sichtbar. Dies wird beispielsweise an den sogenannten „Dzongs“ deutlich. Diese sind administrative Zentren mit einer Abteilung für politische Verwaltung und einer weiteren für religiöse Autoritäten, zu der häufig auch buddhistische Tempel und Unterkünfte für Mönche gehören.

Und es sind nicht nur staatliche Behörden, die den Buddhismus betonen: Für christliche Konvertiten können Nachbarn, Freunde und die eigene Familie zu einer weiteren Quelle des Drucks werden. Bis heute wurde es keiner einzigen Kirche erlaubt, eine ortsgemeindliche Struktur aufzubauen. Alle christlichen Gemeinschaften müssen im Verborgenen arbeiten. Besonders in ländlichen Gegenden stellen sich buddhistische Mönche gegen die Anwesenheit von Christen, während die Behörden nichts unternehmen, um Christen zu schützen. Stattdessen stehen sie meist eher auf der Seite der Mönche.

Unterdrückung durch den Clan/Stamm

Auch Schamanen des traditionellen animistischen Bön-Glaubens üben Druck auf Christen aus. Obwohl die meisten Bürger nicht ausschließlich diesem Glauben anhängen, halten sie besonders in ländlichen Gebieten an bestimmten Riten und Traditionen fest. Dies bezieht sich beispielsweise auf Feste oder herausragende Ereignisse im Familienleben (etwa eine Geburt oder einen Todesfall). Christliche Konvertiten, die sich weigern, daran teilzunehmen, werden unter Druck gesetzt und ausgegrenzt. Auch die Vermischung von Stammesglauben und Buddhismus führt besonders in den zentralen und östlichen Teilen des Landes zur Verfolgung von Christen.

5. Verfolger

Ausgehend von religiös motiviertem Nationalismus

  • Die eigene (Groß-)Familie: Christen mit buddhistischem oder hinduistischem Hintergrund werden von Familienangehörigen bei weitem am stärksten verfolgt. Ein Glaubenswechsel ist inakzeptabel und bringt Schande über die Familie. Die Familie wird ihr Bestes tun, um den Konvertiten zu seinem ursprünglichen Glauben zurückzubringen. Wenn nichts mehr hilft, werden Konvertiten durch ihre Familien enteignet. Da das Leben in Bhutan immer noch sehr gemeinschaftlich ist und die Nähe und der Schutz der Familie wichtig ist, hat der Ausschluss von der Familie für Konvertiten sehr starke Auswirkungen.
  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Buddhistische und sogar hinduistische Anführer treten ebenfalls als Verfolger auf. Sie sehen sich in erster Linie als Bewahrer der buddhistischen Kultur und des buddhistischen Erbes Bhutans (oder der hinduistischen Minderheit). Sie üben starken Druck auf christliche Konvertiten aus, wieder zu ihrem alten Glauben zurückzukehren. Christen werden allgemein als „Neulinge“ und als Störung betrachtet.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Die Religion ist eng mit der ethnischen Identität verbunden, so dass der Glaubenswechsel eines Einzelnen die Gruppe schwächt. Deshalb stellen sich die Anführer ethnischer Gruppen gegen christliche Einflüsse und sprechen sich so stark wie möglich gegen sie aus.
  • Regierungsbeamte und politische Parteien: Regierungsbeamte werden alles tun, was sie für die Erhaltung des buddhistischen Erbes des Landes für notwendig erachten. Viele Beamte sind stark von Mönchen beeinflusst, und es ist üblich, dass Mönche für sie und in der Regierung arbeiten. In ländlichen Gegenden haben selbst pensionierte Regierungsbeamte einen großen Einfluss, den sie gegen Christen einsetzen können. Christen haben Schwierigkeiten, überhaupt Gehör zu finden, wenn sie Anträge an die Behörden stellen. Ebenso unterstützen alle politischen Parteien die Regierungspolitik zum Erhalt und Schutz des Buddhismus.
  • Gewöhnliche Bürger: Besonders in den ländlichen Gebieten ist die Gesellschaft eng miteinander verbunden und jede Abweichung wird als falsch und als störend für die Harmonie empfunden. Daher übt nicht nur die Familie Druck auf Christen buddhistischer Herkunft aus, sondern auch Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen.

Ausgehend von Unterdrückung durch den Clan/Stamm

  • Die eigene (Groß-)Familie: Die Verschmelzung ethnischer Überzeugungen mit dem Buddhismus kann zu weiterer Verfolgung führen. Christen, die sich sowohl dem buddhistischen Glauben als auch traditionellen Riten verweigern, geraten noch leichter in Schwierigkeiten. Dies gilt besonders für die Familie eines christlichen Konvertiten, die alles versuchen wird, um ihn zum Glauben der Familie zurückzubringen und, wenn dies nicht funktioniert, ihn vertreibt.
  • Anführer ethnischer Gruppen: Der Animismus ist besonders stark in den zentralen und östlichen Teilen des Landes vertreten und wie die Hauptreligion eng mit der Ethnie verbunden. Jemand, der aufhört, an animistischen Ritualen teilzunehmen (etwa ein neuer Christ), schließt sich nicht nur von der lokalen Gemeinschaft aus, sondern wird auch als potenzielle Gefahr für das ganze Dorf gesehen (weil die Geister verärgert werden).
  • Gewöhnliche Bürger: Nicht nur Familienmitglieder üben Druck auf christliche Konvertiten aus, um sie zum Widerruf ihres neuen Glaubens zu bewegen; dies geschieht auch durch Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

In Bhutan gibt es keine spezifischen geographischen Brennpunkte der Verfolgung.

7. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Die sehr wenigen ausländischen Christen können nur ein begrenztes Visum erhalten und können sich nicht den bestehenden Hauskirchen anschließen. Sie sind daher unfreiwillig isoliert und werden als eigene Kategorie im Weltverfolgungsindex bewertet.

Christen aus traditionellen Kirchen

Im 19. Jahrhundert existierte eine kleine Gemeinschaft der Römisch-Katholischen Kirche in Bhutan unter der indischen Diözese von Darjeeling, die es auch heute noch gibt. Diese Christen werden zu einem gewissen Grad toleriert, da sie eher unter sich bleiben. Doch auch sie haben keine offizielle Anerkennung und sind Diskriminierungen ausgesetzt, wie alle anderen christlichen Denominationen. Die Gemeinde ist klein und erhielt ihren ersten einheimischen Priester während des Berichtszeitraums des Weltverfolgungsindex 2021.

Christen anderer religiöser Herkunft

Christen mit buddhistischem, hinduistischem oder ethnischem Hintergrund erleben starken Druck vonseiten ihrer Familie, Freunde und Nachbarn, zu ihrem jeweiligen alten Glauben zurückzukehren. Sie sind nicht nur der gleichen Diskriminierung ausgesetzt wie alle Christen im Land, sondern müssen zudem mit dem konstanten Druck umgehen, der auf sie ausgeübt wird, damit sie zu dem Glauben ihrer Familie zurückkehren.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Zu dieser Gruppe gehören evangelikale Kirchen und Pfingstgemeinden. Es gibt Gemeinschaften wie Brüdergemeinden und „El Shaddai“. Sie sind jedoch nicht anerkannt und können daher von den Behörden unter Druck gesetzt werden. Dies kann sich in Überwachung, Durchsuchungen oder sogar Festnahmen und Inhaftierungen äußern.

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 13.1
Familienleben 12.1
Gesellschaftliches Leben 11.9
Leben im Staat 12.7
Kirchliches Leben 13.8
Auftreten von Gewalt 0

Grafik: Verfolgungsmuster Bhutan

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der Druck auf Christen in Bhutan befindet sich auf einem sehr hohen Niveau. Der durchschnittliche Wert stieg von 12,2 Punkten im Vorjahr auf 12,7 Punkte an.
  • Der Druck ist am stärksten in den Bereichen des kirchlichen Lebens und des Privatlebens, doch auch in den anderen drei Lebensbereichen ist er auf einem sehr hohen Niveau. Christliche Konvertiten bekommen den Druck besonders im Privat- und Familienleben zu spüren, während er sich in den Bereichen des Lebens im Staat und des kirchlichen Lebens auf alle Christen auswirkt. Das rührt daher, dass die christliche Minderheit weiterhin im alltäglichen Leben ausgegrenzt und nicht offiziell anerkannt wird.
  • Der Wert für Auftreten von Gewalt gegen Christen blieb im Weltverfolgungsindex 2021 bei 0 Punkten. Obwohl keine Berichte über Vorfälle an Beobachter außerhalb des Landes weitergeleitet wurden, sollte dies nicht mit der Aussage gleichgesetzt werden, dass es überhaupt keine Gewalt gegeben hat. Die Covid-19-Pandemie erhöhte die Schwierigkeiten, Berichte aus Bhutan zu erhalten.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden vier der jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

Wurde ein Wechsel der Religion (auch der Wechsel der Denomination innerhalb des Christentums) abgelehnt, verboten oder mit einer Strafe belegt?

Der Glaubenswechsel ist nach § 463 (A) des Strafgesetzbuches des Landes verboten, der besagt, dass ein Glaubenswechsel durch Nötigung oder andere Anreize eine strafbare Handlung darstellt. Bemerkenswerterweise sind die Begriffe „Nötigung“ und „andere Anreize“ nicht klar definiert; dies gibt den Behörden und ethnischen und religiösen Anführern ein Mittel, um Druck auf Konvertiten auszuüben. Für Konvertiten ist der Druck von Familie und Gemeinschaft deutlich stärker; der Glaubenswechsel ist verpönt und ein christlicher Konvertit kann an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden – oder sogar aus der Gemeinschaft heraus.

War es für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen?

Christen vermeiden es, christliche Symbole in der Öffentlichkeit zu zeigen. Selbst Kirchen zeigen keine christlichen Symbole in der Öffentlichkeit, da dies eine negative Reaktion von Nationalisten und extremistischen Buddhisten provozieren könnte. Christen zeigen nur selten christliche Symbole in ihren Häusern oder tragen sie, da dies das Risiko erhöht, identifiziert und überwacht zu werden.

War es für Christen riskant, mit Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden, die nicht zum engsten Kreis gehören (erweiterte Familie, andere)?

Der bereits erwähnte § 463 (A) des Strafgesetzbuches des Landes gilt auch für diese Situation. Da jeder Glaubenswechsel von der Familie, der Gemeinschaft, den religiösen Autoritäten und dem Staat strikt abgelehnt wird, kann schon das Verteilen eines einfachen Traktats (ohne ein Gespräch über den christlichen Glauben zu führen oder eine Person zu einer Gemeindeversammlung einzuladen) ein Grund für eine Verhaftung sein. Aufgrund des Anti-Konversions-Gesetzes neigen Christen dazu, über ihren Glauben nur innerhalb der Kirche oder zu Hause und nur mit Menschen, die sie gut kennen und denen sie vertrauen, zu sprechen. Wenn jemand den christlichen Glauben annimmt, versucht er normalerweise, dies in der Öffentlichkeit zu verbergen und sich diskret mit christlichen Freunden zu treffen, um Gemeinschaft zu haben und zu lernen.

War es für Christen riskant, sich mit anderen Christen zu treffen?

Es wurde berichtet, dass bekannt ist, dass Mitglieder des Geheimdienstes Christen überwachen und notieren, wer an den Treffen teilnimmt. Da der Druck jederzeit hoch ist und bekannte Christen überwacht werden, üben Christen ein gewisses Maß an Selbstbeschränkung aus. Wenn sie sich treffen, tun sie dies diskret und ohne christliche Symbole zu zeigen. Wenn sie dies täten, könnte das dazu führen, dass der Eigentümer des gemieteten Hauses den Mietvertrag kündigt.

Familienleben

Wurden christliche Taufen behindert?

Das Anti-Konversions-Gesetz kann so verstanden werden, dass die Taufe der ultimative Beweis für die „Beeinflussung“ ist. Taufen werden daher immer im Geheimen durchgeführt, fern von den Augen der Obrigkeit und der nichtchristlichen religiösen Leiter, nur mit einigen wenigen Zeugen und zumeist in der Nacht in abgelegenen Gebieten.

Wurden Beerdigungen von Christen behindert oder unter Zwang anhand nichtchristlicher Riten durchgeführt?

Christliche Beerdigungen sind sehr schwierig zu organisieren und oft unmöglich durchzuführen, da sie von nichtchristlichen Familienmitgliedern, Verwandten, der Gesellschaft und den Behörden behindert werden. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 wurde eine christliche Bestattung verboten und zwangsweise mit nichtchristlichen Ritualen durchgeführt. Selbst ein Begräbnis auf dem eigenen Land ist nicht möglich; es wird von den religiösen Leitern und dem sozialen Umfeld stark abgelehnt, und in vielen Fällen müssen die Verstorbenen an abgelegenen Orten fernab des Dorfes bestattet werden. Wenn sie es sich leisten können, begraben viele Christen ihre Verstorbenen im Nachbarland Indien. Und selbst wenn eine Beerdigung auf einem privaten Grundstück stattfinden dürfte, würde jede Krise oder jede Katastrophe, die über das Dorf kommt, dann den Christen angelastet werden.

Wurden christliche Kinder unter Druck gesetzt, auf irgendeiner Bildungsebene an antichristlichem oder an die Mehrheitsreligion propagierendem Unterricht teilzunehmen?

Kinder von Christen werden in der Schule von Lehrern und Schülern angefeindet und häufig gemobbt. Sie sind verpflichtet, über den Buddhismus zu lernen und ihn zu praktizieren, da er ein Pflichtfach in der Sekundarstufe ist. Sie werden sogar dazu gezwungen, unter strenger Aufsicht morgens und abends an den täglichen buddhistischen Gebeten und an bestimmten jährlichen Ritualen teilzunehmen. Oft wird ihnen Essen gegeben, das zuvor Götzenbildern geopfert wurde. Jede Schule und jede Universität in Bhutan hat einen buddhistischen Schrein, eine Gebetsmühle und einen Ort zum Gebet und Schulkinder können dazu gezwungen werden, den Schrein und alle seine Statuen zu säubern und sich vor ihnen zu verneigen. Viele Schulen haben buddhistische Lehren und spezielle Klassen zu diesem Thema während der Ferien oder in den Pausen eingeführt, um die Kinder für buddhistische Werte zu begeistern. Buddhistische Lamas besuchen alle Schulen und andere Bildungseinrichtungen regelmäßig und alle Schüler müssen anwesend sein. Sie sollen jedes Kind segnen, indem sie es am Kopf berühren, eine Zeremonie, der sich niemand entziehen kann.

Sind Kinder von Christen wegen des Glaubens ihrer Eltern schikaniert oder diskriminiert worden?

Kinder von Christen wollen dem Glauben ihrer Eltern oft nicht folgen, weil sie von Gleichaltrigen unter Druck gesetzt und von Lehrern diskriminiert werden. Aus Angst vor den Konsequenzen, die ihnen drohen, versuchen sie, Kompromisse zu finden. Kinder von Christen sind laut Berichten oft verwirrt und traumatisiert, weil die Werte, die zu Hause gelehrt werden, sich so sehr von denen unterscheiden, die in den Schulen und in der Gesellschaft vermittelt werden. Da Christen ihren Glauben nicht offen äußern können, glauben Kindern oft, dass es illegal oder moralisch falsch ist, Christ zu sein.

Gesellschaftliches Leben

Wurden Christen unter Druck gesetzt, an nichtchristlichen religiösen Zeremonien oder Gemeinschaftsveranstaltungen teilzunehmen?

Besonders in Dörfern wird von Christen erwartet, dass sie wie jeder andere zu buddhistischen Aktivitäten beitragen. Die Dorfbewohner machen den Christen das Leben oft sehr schwer: Wenn sie nicht an den Festen teilnehmen und zu ihnen beitragen, wird dies weitere Belästigungen durch die Gemeinschaft auslösen. Selbst in städtischen Gebieten werden Christen zu Spenden oder der Teilnahme aufgefordert, wenn das Umfeld Zeremonien durchführt. Der Buddhismus spielt eine integrale Rolle in der nationalen Identität und in jedem Aspekt des bhutanischen Lebens. Auch am Arbeitsplatz gibt es buddhistische Rituale und buddhistische Gebete, und es wird von jedem erwartet, dass er daran teilnimmt.

Wurden Christen von ihren lokalen Gemeinschaften oder von privaten Gruppen überwacht (dazu gehören auch Meldungen an die Polizei, Beschattung, das Abhören von Telefonleitungen, das Lesen/Zensieren von E-Mails usw.)?

Besonders Christen, die im christlichen Dienst aktiv sind, werden überwacht. Das kann sogar bedeuten, dass ihr Telefon angezapft wird und die Nutzung von sozialen Medien unter Beobachtung steht. Es gibt viele Vorfälle, in denen christliche Aktivitäten den Behörden der lokalen Gemeinschaft gemeldet werden. Es gibt Gerüchte, dass die Regierung Menschen in der Nachbarschaft rekrutiert und bezahlt, um Christen auszuspionieren. Bezirke, die im Verdacht stehen, eine wachsende Zahl von Christen zu haben, kamen Berichten zufolge im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 unter besondere Beobachtung.

Wurden Christen am Arbeitsplatz im öffentlichen oder privaten Bereich aus religiösen Gründen diskriminiert?

Die meisten Arbeitgeber sind gegen Christen voreingenommen und werden sie nicht einstellen beziehungsweise übergehen, wenn sie sich um eine Beförderung bewerben. Da viele Arbeitsplätze staatliche Lizenzen oder eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ (NOC) benötigen, verstecken Christen oft ihren Glauben, um ihre Bewerbung nicht zu gefährden. Christen werden auch von den Subventionsprogrammen der Regierung ausgeschlossen, wenn ihr Glaube bekannt ist. Es gibt auch Berichte von Christen, die entlassen wurden, weil sie am Arbeitsplatz Zeugnis über ihren Glauben abgelegt hatten oder einfach, weil ihr christlicher Glaube bekannt wurde.

Wurden Christen aus religiösen Gründen verhört oder gezwungen, sich bei der örtlichen Bürgerwehr/Polizei zu melden?

Besonders wenn Christen wegen des Anti-Konversions-Gesetzes bei den Behörden angezeigt werden, werden sie auf die Polizeiwache gerufen und verhört. Selbst wenn sie danach freigesprochen werden, werden sie von der Polizei und von misstrauischen Nachbarn genau beobachtet. Laut Gesetz müssen alle Versammlungen vorher bei den Behörden angemeldet werden, und es muss eine Genehmigung eingeholt werden, damit sie stattfinden können. Daher können alle Hauskirchentreffen als illegale Versammlungen betrachtet werden, und die Organisatoren wurden oft zu Gesprächen mit der Polizei und manchmal auch mit Geheimdienstbeamten, die Kirchen besuchten, vorgeladen.

Leben im Staat

Schränkt die Verfassung (oder vergleichbare nationale oder staatliche Gesetze) die Religionsfreiheit, basierend auf der Formulierung in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, ein?

Die Verfassung schützt den Mahayana-Buddhismus als „spirituelles Erbe“ der Nation. So wird der Buddhismus als Staatsreligion behandelt und alle religiösen Institutionen haben die Pflicht, dieses spirituelle Erbe Bhutans zu fördern. Am 24. Mai 2011 verabschiedete die Regierung einen Gesetzesnachtrag und fügte eine Anti-Konversions-Klausel ins Strafgesetzbuch ein, um Artikel 7(4) der Verfassung des Königreichs Bhutan zu erfüllen. Dieser besagt, dass „ein bhutanischer Staatsbürger das Recht auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit“ haben soll. „Niemand soll durch Nötigung oder Anreize dazu gezwungen werden, einem anderen Glauben anzugehören.“ Abschnitt 463 (A) des Strafgesetzbuches (Zusatz) von Bhutan 2011 besagt: „Ein Angeklagter ist schuldig des Vergehens, andere zu einem anderen Glauben bewegt zu haben, wenn er sich dabei der Nötigung oder einer anderen Art der Beeinflussung bedient hat, um die Bekehrung zu einem anderen Glauben zu erreichen.“ Abschnitt 463 (B) fügt hinzu: „Das Vergehen, andere zu einem anderen Glauben zu zwingen, wird als Ordnungswidrigkeit behandelt.“ Das kann in Bhutan mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden.

Wurden Christen durch das Gesetz oder in der Praxis gezwungen, gegen ihr Gewissen zu handeln, z. B. beim Militärdienst oder in bestimmten Berufen?

Da der Buddhismus in jedem Aspekt des gesellschaftlichen Lebens so tief verwurzelt ist, ist es für Christen praktisch unmöglich, in Bhutan zu leben, ohne gegen ihren Glauben und ihr Gewissen zu handeln, sei es in der Schule, an ihrem Arbeitsplatz oder in der Gesellschaft. Alles ist verwoben mit buddhistischen Ritualen, Gebeten und Zeremonien.

Sind christliche Organisationen der Zivilgesellschaft oder politische Parteien aufgrund ihrer christlichen Überzeugung in ihrer Arbeit behindert oder verboten worden?

Die „Kommission für religiöse Angelegenheiten“ (CRO), die staatliche Behörde, die für die Registrierung religiöser Organisationen zuständig ist, erkennt nichtbuddhistische Organisationen nicht ohne weiteres an. Bislang wurden keine christlichen zivilgesellschaftlichen Organisationen oder politischen Parteien zugelassen. Nicht nur die Regierung, sondern auch die Gesellschaft im Allgemeinen würde jeden Versuch, sie zu etablieren, blockieren.

Sind Christen, Kirchen oder christliche Organisationen daran gehindert worden, religiöse Symbole öffentlich zu zeigen?

Eine Kirche zu sein, bedeutet in Bhutan fast ausschließlich, eine Hauskirche zu sein. Als solche können sie keine christlichen Symbole aufstellen, die in der Öffentlichkeit gesehen werden können. Wie bereits erwähnt, treffen sich Christen in den meisten Fällen in gemieteten Häusern, was ein zusätzlicher Grund dafür ist, dass keine religiösen Symbole aufgestellt werden können. Zudem ist zu bedenken, dass Bhutan in seinem Baurecht Standards für den architektonischen Stil festgelegt hat, um Tradition und Tourismus zu schützen.

Kirchliches Leben

War es für Kirchen schwierig, von behördlichen Stellen eine Registrierung oder einen offiziellen Status zu erhalten?

Das Thema Registrierung bleibt für die Kirchen in Bhutan das größte Problem. Ohne offizielle Registrierung sind christliche Gemeinden faktisch illegal. Zwar erklärt die Landesregierung, dass Christen sich treffen dürfen, ihre Versammlungen werden jedoch zum Teil von Dorfbewohnern gestört und ihre Legalität wird auf Dorf- oder Bezirksebene infrage gestellt. Christen, die sich in religiösen Angelegenheiten mit den Behörden in Verbindung setzen, werden regelmäßig diskriminiert. Christliche Gemeinschaften, die sich bei der CRO registrieren lassen wollen, bekommen einfach keine Antwort. Bis heute wird keine christliche Gemeinschaft im Land offiziell anerkannt. Die Regierung erklärte im September 2019 (im Rahmen der Universal Periodic Review des Landes beim UN-Menschenrechtsrat), dass „religiöse Gruppen die Freiheit haben, ohne Registrierung zu praktizieren“. Diese Aussage hat sich jedoch nicht in mehr Freiheit für Christen oder andere Minderheiten niedergeschlagen.

Wurden Kirchen daran gehindert, Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten) offen zu integrieren?

Die Familie und die Verwandten von christlichen Konvertiten sowie die örtliche Gemeinde und das Gesetz (hier gilt der oft zitierte Abschnitt 463(A) des Strafgesetzbuches) machen es Konvertiten schwer, in eine Gemeinde integriert zu werden. Dies kann nicht offen geschehen.

Wurden die Kirchen daran gehindert, christliches Material aus dem Ausland zu importieren?

Bibeln und anderes christliches Material können nicht in Bhutan produziert werden. Der Import ist nicht erlaubt, außer er geschieht in kleinen Mengen und nur für den privaten Gebrauch.

War es für Kirchen oder christliche Organisationen riskant, sich verbal gegen Anstifter von Verfolgung zur Wehr zu setzen?

Die bhutanischen Bürger und die Regierung sehen es als ihre Pflicht an, die buddhistische Geschichte und Identität des Landes zu schützen. Aus ihrer Sicht lehnen Christen diese Identität bewusst ab. Daher wird es nicht akzeptiert, wenn sie sich gegen Verfolgung wehren. Der Hauptvorwurf gegen Christen ist, dass sie ihre Seelen für ausländische Dollars verkaufen. Jede Verbindung mit ausländischen oder internationalen Kirchen ist daher höchst gefährlich, da sie dazu benutzt werden kann, Christen fälschlicherweise zu beschuldigen.

Auftreten von Gewalt

Es wurden keine gewalttätigen Vorfälle registriert. Die Verfolgung war in Bhutan nie besonders gewalttätig, da die Behörden lieber andere, weniger sichtbare Mittel einsetzen. Darüber hinaus hat die Covid-19-Pandemie dazu geführt, dass es viel schwieriger war, Berichte aus dem Land zu erhalten.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Im Bericht zur internationalen Religionsfreiheit des US-Außenministeriums für 2019 steht:

„Kirchen, die eine Registrierung beantragt hatten, warteten weiterhin auf die Genehmigung der Regierungskommission für religiöse Organisationen (CRO). Infolgedessen gab es nur zwei registrierte nichtbuddhistische religiöse Gruppen im Land, während die Zahl der registrierten buddhistischen Gruppen von 110 auf 125 anstieg. Hinduistische Leiter nannten die fortgesetzte Unterstützung für den Bau von Hindu-Tempeln, darunter ein großes Projekt in der Hauptstadt.“

Die Lhotshampas, die in Bhutan leben, aber nepalesischer Abstammung sind, sind eine mehrheitlich hinduistische Gruppe, die vorwiegend im südlichen Tiefland des Landes ansässig ist. Sie machen schätzungsweise 33 Prozent der Bevölkerung Bhutans aus. Sie wurden in den letzten Jahrzehnten Opfer von schwerer Diskriminierung und Verfolgung von staatlicher Seite, und zwar nicht nur in Bhutan.

Ein Länderexperte erklärt: „Die nepalesische Regierung verabschiedete Staatsbürgerschaftsgesetze, die eine rechtliche Grundlage dafür schufen, viele Lhotshampa zu ‚Nicht-Staatsbürgern‘ zu erklären. Darüber hinaus litten die in Nepal verbliebenen Lhotshampa weiterhin unter routinemäßiger Diskriminierung, willkürlicher Inhaftierung und eingeschränktem Zugang zu Bildung und Beschäftigung. Die nepalesische Regierung betrachtet bhutanische Flüchtlinge in den Städten als illegale Bewohner, die mit Geldstrafen oder Inhaftierung als ‚Overstayer‘ belegt werden“. Zahlreiche andere ethnische Gruppen sind in Bhutan in viel kleinerem Umfang ebenfalls vertreten, darunter Adivasi, Birmi, Brokpa, Doya, Lepcha, Tibeter und Toktop. Als Ergebnis der „Eine Nation, ein Volk“-Politik, die allen Mitgliedern der bhutanischen Bevölkerung die Traditionen der dominanten buddhistischen Drukpa-Elite aufzwang, wurden vielen dieser Minderheiten die Bürgerrechte entzogen, so dass sie keinen Zugang zu Bildung, Arbeit, Gesundheitsversorgung oder Wohnraum hatten. Diese Politik betraf auch ihre Rechte als religiöse Minderheiten.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Bhutan:

  • Die Kirche in Bhutan ist gespalten. Um Gläubige zu einen und zur Einheit in Christus zu ermutigen, organisiert Open Doors Leitertreffen, bei denen Gemeindeleiter zusammenkommen können, um Gottesdienst zu feiern, Gemeinschaft zu haben und zu diskutieren. Beten Sie um Einheit, Frieden und Verständnis unter den Christen in Bhutan.
  • Religiöse Führer haben große Anstrengungen unternommen, um den Buddhismus zu fördern und den buddhistischen Glauben in Bhutan unter jungen Menschen zu vertiefen. Beten Sie für die Christen in Bhutan, dass sie angesichts des starken Einflusses des Buddhismus im Land in ihrem Glauben treu bleiben.
  • Beten Sie bitte für die Kirchen in Zentral- und Südbhutan. Die meisten werden ständig von den Behörden überwacht, was Gottesdienste und Zusammenkünfte von Gemeinschaften behindert oder sogar verhindert. Bitten Sie Gott, den Gläubigen Weisheit zu schenken, damit sie wissen, wie sie auf diese Situation reagieren sollen, und dass er die Herzen der Behörden erweicht, damit sie den Christen erlauben, ungehindert ihren Glauben auszuüben.