Länderprofil Laos

Laos

22
Weltverfolgungsindex
2021
Flagge Laos
Hauptreligion
Buddhismus
Platz Vorjahr
20
ISO
LA
Karte Laos
Christen
0,20
Bevölkerung
7.17
Kommunistische Unterdrückung
Unterdrückung durch den Clan/Stamm
Privatleben: 12.100
Familienleben: 10.200
Gesellschaftliches Leben: 13.600
Leben im Staat: 13.500
Kirchliches Leben: 14.300
Auftreten von Gewalt: 6.900

Länderprofil Laos

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 22 / 71 Punkte (WVI 2020: Platz 20 / 72 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

Die kommunistischen Behörden überwachen streng alle religiösen Aktivitäten, auch die der registrierten Kirchen. Da alle Treffen den Behörden gemeldet werden müssen, sind Hauskirchen gezwungen, im Geheimen zu agieren, da sie als „illegale Versammlungen“ betrachtet werden. Sogar 75 Prozent der Kirchen der offiziell anerkannten „Lao Evangelical Church“ (LEC) haben keine dauerhaften Kirchengebäude und führen ihre Gottesdienste in Wohnungen durch. Christliche Konvertiten tragen die Hauptlast der Verletzungen von Menschenrechten. Man beschuldigt sie, sie würden sich von der (buddhistisch-animistischen) Gesellschaft isolieren. Lokale Behörden und ihre eigene Familie setzen sie deshalb unter Druck (hier ist ihre erweiterte Familie gemeint, da der laotische Haushalt meist aus drei Generationen unter einem Dach besteht). Beide, Familien und Behörden, hetzen die örtliche Gemeinschaft auf oder suchen dazu die Unterstützung örtlicher religiöser Leiter.

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

71

22

2020

72

20

2019

71

19

2018

67

20

2017

64

24

Der Rückgang um einen Punkt im Weltverfolgungsindex 2021 im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2020 ist auf eine etwas offenere Haltung der nationalen Regierung gegenüber Christen und Kirchen zurückzuführen. Dies hat dazu geführt, dass die Punktzahlen in den Bereichen Leben im Staat und kirchliches Leben gesunken sind. Der Druck, den die (zumeist lokalen) staatlichen Behörden auf Christen ausüben und der sehr hohe Druck auf Konvertiten vonseiten der Familie, Freunde, Nachbarn und lokalen Behörden ist in etwa auf dem Niveau des Vorjahres geblieben. Indem es hohen Druck auf Christen ausübt, folgt Laos dem Beispiel anderer Länder, die immer noch von kommunistischen Parteien regiert werden – besonders seinem großen Nachbarn China.

2. Trends und Entwicklungen

1) Covid-19 hat den Aufwärtstrend der Wirtschaft beschädigt

Jahrelang genoss Laos eine der höchsten wirtschaftlichen Wachstumsraten in Asien, obwohl man dies als „geliehenes Wachstum“ sehen kann, das von China und seinen großen Infrastrukturprojekten angetrieben wurde. Als Binnenland ist und bleibt Laos von seinen größeren Nachbarn Vietnam und China abhängig, da es für den Handel Zugang zum Meer benötigt. Der soziale Fortschritt hat nicht mit der wirtschaftlichen Entwicklung Schritt gehalten, aber in den letzten Jahren hat es trotz aller noch verbleibenden Herausforderungen einige Verbesserungen gegeben. All diese hoffnungsvollen Entwicklungen – einschließlich des erwarteten Abschieds aus dem Kreis der „am wenigsten entwickelten“ Länder (gemäß der Definition der Weltbank) bis 2024 – könnten jedoch durch die Folgen der Covid-19-Krise zunichte gemacht werden. Auch wenn Laos von der Pandemie selbst weniger betroffen zu sein scheint, wird der weltweite wirtschaftliche Abschwung das Land schwer treffen. Ländliche Gebiete und die Armen in der Gesellschaft werden die Folgen zuerst zu spüren bekommen.

2) Die Abhängigkeit von China hat ernste Folgen

Laos hat sich durch Kredite und in Anspruch genommene Hilfen stark von seinem großen Nachbarn China abhängig gemacht. Dies birgt nicht nur das Risiko, in eine Schuldenfalle zu geraten – ein Risiko, in dem sich andere Länder bereits befinden –, sondern hat auch viel unmittelbarere ökologische und soziale Folgen. Doch nicht nur China baut Dämme im Land, auch andere Länder sind beteiligt. Es gibt ausgedehnte Plantagen, die von ausländischen Unternehmen (viele davon chinesische) für den Export von Obst betrieben werden. Solche Projekte berücksichtigen in der Regel nicht die längerfristigen (ökologischen) Kosten.

In der gegenwärtigen Wirtschaftslage sieht Laos kaum eine andere Möglichkeit, als sich noch stärker auf China zu verlassen. Dies wiederum würde bedeuten, dass Fragen der Religionsfreiheit oder die Situation religiöser Minderheiten vermutlich noch weiter in den Hintergrund rücken werden. Sowohl die chinesische als auch die laotische Führung verfolgen eine Politik, bei der die kommunistische Ideologie zunehmende Betonung erlangt. Dies könnte dazu führen, dass die allmählich fortschreitende Öffnung der Regierung gestoppt würde. Ein Experte für das Land formulierte kürzlich: „Transparenz und Rechenschaftspflicht sind keine Worte, mit denen ich Laos beschreiben würde“ (ASEAN Today, 13. August 2020). Christen können dies auch im Alltag spüren, umso mehr, wenn der Einfluss Chinas wächst.

3. Religiöse Situation im Land

Nach Schätzungen der World Christian Database 2020 sind 53,2 Prozent der Bevölkerung Buddhisten, die hauptsächlich den Lehren des Theravada-Buddhismus folgen. 41,9 Prozent gehören ethnischen Religionen an (Chinesen nicht eingeschlossen), die eng mit ihrer ethnischen Herkunft oder ihrer Stammeszugehörigkeit verknüpft sind und den in Thailand praktizierten Religionen ähneln. Mehrere Volkstraditionen sind in den Buddhismus eingeflossen, so dass sich die oben genannten Zahlen stark überschneiden. Volkstraditionen beinhalten zum Beispiel die Verehrung von Flüssen, Bäumen oder Naturphänomenen und schließen den Ahnenkult ein.

Das Land befindet sich immer noch im festen Griff der Kommunistischen Partei. Daher betrachten die Behörden Religion als etwas Feindliches, das kontrolliert werden muss. Während der Buddhismus bis zu einem gewissen Grad als Teil des Erbes des Landes akzeptiert wird und die animistischen Religionen als unausrottbarer Aberglaube angesehen werden, gilt der christliche Glaube als fremd, mit westlichen Werten verbunden und wird insbesondere in den Dörfern als Feind des Kommunismus wahrgenommen. Gleichzeitig erkennt die Regierung das Christentum als eine der vier offiziellen Religionen in Laos an. Während auf nationaler Ebene eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen der Regierung und der registrierten Lao Evangelical Church (LEC) stattfindet, fehlt eine solche Anerkennung auf der lokalen Ebene noch immer, und noch mehr für Christen, die nicht unter dem Dach der LEC stehen. Der „International Religious Freedom Report 2019“ des US-Außenministeriums verlautet auf Seite 11: „Die LEC berichtete, dass sie etwa 600 Kirchen im ganzen Land betreibt und in vielen weiteren ‚inoffiziellen‘ Hauskirchen Gottesdienste durchführt. Sie führten die große Zahl von Hauskirchen auf die Schwierigkeiten bei der Erlangung von Baugenehmigungen bei den lokalen Behörden zurück.“

Laos ist eines der wenigen theravada-buddhistischen Länder der Welt und folgt der ältesten bestehenden buddhistischen Tradition. Aber wie passt dieses alte Glaubenssystem in die kommunistische Ideologie der nationalen Führung? Es besteht eine enge Verbindung zwischen der Gesellschaft und dem Einfluss des Buddhismus, der Tempel und Mönche. Buddhistische Tempel sind nicht nur religiöse Zentren; sie dienen auch als Treffpunkte des Gemeinschaftslebens, insbesondere in ländlichen Gegenden, und die meisten buddhistischen Männer verbringen einige Zeit ihres Lebens in einem Tempel – von einigen Tagen bis hin zu längeren Zeiträumen. Von den Männern wird erwartet, dass sie dieser Tradition folgen, und sie führt zu einer natürlichen Verbindung mit dem Buddhismus, den Klöstern und der Autorität der Mönche. Die religiösen Ziele einiger buddhistischer Mönche überschneiden sich mit den politischen Zielen der Kommunistischen Partei, nämlich die Kontrolle über das Land zu behalten. Das Hauptziel der Kommunisten ist die Erhaltung der Stabilität im Land und die Sicherheit der Regierung. Das vorrangige Ziel vieler buddhistischer Mönche ist es, ihre respektierte Rolle in der Gesellschaft beizubehalten und ihr Monopol in religiösen Angelegenheiten und ihren politischen Einfluss zu wahren. Dieser Wunsch nach Macht- und Positionserhalt stellt eine große Gemeinsamkeit der beiden Seiten dar.

4. Triebkräfte der Verfolgung

Kommunistische Unterdrückung, vermischt mit diktatorischer Paranoia

Laos ist eines der fünf letzten marxistisch-leninistischen Länder der Welt. Es hält auch standhaft an seiner kommunistischen Ideologie fest und widersetzt sich folglich jedem Einfluss, der als fremd oder westlich angesehen wird. Um die Kontrolle zu behalten, baut die kommunistische Regierung einen enormen Druck auf die Gesellschaft auf, einschließlich der kleinen christlichen Minderheit. Per definitionem hat sie eine negative Sicht auf Christen. Die laotische Regierung kontrolliert alle Informationsquellen, inklusive Zeitungen und Radio. Am stärksten ist der staatliche Druck vonseiten der jeweils Verantwortlichen auf Provinz- und Dorfebene zu spüren. Die Kommunistische Partei wird alles tun, was sie für notwendig erachtet, um an der Macht zu bleiben – eher noch als ein einzelne politische Führer. Christen müssen daher immer stillschweigend vereinbarte Regeln beachten, und es gibt Grenzen, die sie nicht überschreiten sollten, um negative Reaktionen der Behörden zu vermeiden. Lokale Beamte nutzen die oft feindselige Einstellung der Gesellschaft gegenüber Christen, um eine Überwachung zu rechtfertigen.

Unterdrückung durch den Clan/Stamm

Animistische und andere Stammesriten werden in den Stammesgebieten befolgt, besonders in den ländlichen Gebieten (die mindestens 60 Prozent des Landes ausmachen). Sich von diesen Riten abzuwenden, wird als Verrat betrachtet. Dorfälteste und Familienmitglieder in einigen Landesteilen sehen es als notwendig an, Christen des Dorfes zu verweisen, da sie fürchten, dass dieser fremde Glaube die Schutzgeister des Dorfes verärgern könnte.

Dies geschieht zum Beispiel, wenn Christen sich weigern, ihre Toten einzuäschern. Immer wieder zwingen lokale Beamte Christen dazu, ihrem Glauben abzuschwören. Dorfälteste drängen gelegentlich die lokalen Behörden dazu, Christen zu verhaften. Die Beamten dürften dabei weniger um die Aufrechterhaltung alter Normen und Regeln besorgt sein, als vielmehr darum, im Dorf den Frieden zu wahren.

5. Verfolger

Ausgehend von kommunistischer Unterdrückung und diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Rechte von Christen werden oft von den kommunistischen Regierungsbehörden verletzt – größtenteils auf der regionalen und lokalen Ebene – da der christliche Glaube als Störung des dörflichen Friedens angesehen wird.
  • Politische Parteien: Aus Sicht vieler Mitglieder der Kommunistischen Partei – wiederum vor allem auf lokaler Ebene – verstoßen Christen gegen die Doktrin, wonach Religion Opium fürs Volk ist, und sind mit dem Westen verbunden. Deshalb gehen sie gegen Christen vor.
  • Anführer ethnischer Gruppen und nichtchristliche religiöse Leiter: Zumindest auf dem Papier beachten diese Anführer und Leiter die kommunistische Doktrin. Wenn sie also Druck auf Christen ausüben, werden die Behörden sie wahrscheinlich nicht aufhalten, besonders dann nicht, wenn sie dadurch den Frieden im Dorf bewahren wollen. Gelegentlich haben sich buddhistische Mönche gegen Christen ausgesprochen, aber ihre Rolle ist bei weitem nicht so bedeutend wie die vieler Mönche in Myanmar oder Sri Lanka.

Ausgehend von Unterdrückung durch den Clan/Stamm

  • Die eigene (Groß-)Familie: Sehr häufig erleben christliche Konvertiten Verfolgung durch ihre eigene Familie. Die Entscheidung, nicht mehr den üblichen, animistischen Riten zu folgen, hat weitreichende Folgen. Sie führt für viele Konvertiten zur Verbannung aus der eng verbundenen Gemeinschaft, wie sie vor allem im überwiegend ländlichen Teil von Laos zu finden ist.
  • Anführer ethnischer Gruppen und nichtchristliche religiöse Leiter: Meist wird Verfolgung gegen Konvertiten von lokalen Anführern ethnischer Gruppen geschürt, zum Teil auch zusammen mit Dorfältesten. Christen gelten als Unruhestifter und Gefahr für den Dorffrieden und damit als Bedrohung für die ganze Gemeinschaft. Daher werden sie unter Druck gesetzt, ihren „fremden“ Glauben aufzugeben, und werden unter Umständen, falls diese Vorgehensweise keinen Erfolg bringt, aus dem Dorf ausgeschlossen. Dies geschieht zur Erhaltung der Stammeskultur und dient letztlich dem Erhalt der Autorität der Ältesten in ihrem Stamm.
  • Gewöhnliche Bürger: Der Entschluss eines Konvertiten, die Geister nicht mehr zu verehren, beeinflusst das ganze soziale Umfeld; man glaubt, die Geister könnten sich gegen die Dorfgemeinschaft wenden. Daher beobachten gewöhnliche Bürger, besonders in den ländlichen Gegenden, die Christen misstrauisch und vertreiben sie teilweise sogar aus ihren Dörfern.
  • Regierungsbeamte: Regierungsbeamte machen sich bei dem gemeinschaftlichen Vorgehen gegen Christen oft mitschuldig, indem sie dies verschweigen oder unterstützen, manchmal sogar entgegen den Befehlen von höherer Ebene.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Provinzen wie Luang Namtha, Phongsaly und Houphan im Norden (wo auch die Hmong-Minderheit konzentriert ist), Khammuane und Savannakhet im Süden sind traditionell schwierige Orte für Christen. Die örtlichen Behörden in diesen Gebieten scheinen immer noch sehr entschlossen zu sein, das christliche Zeugnis zum Schweigen zu bringen.

7. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Diese Gemeinden vermischen sich nicht mit den lokalen Gemeinden, außer in seltenen Fällen in den Städten. Zu ihnen gehören Gemeinschaften von Mitarbeitern im diplomatischen Dienst, die zum Beispiel Druck durch das Überwachungssystem der Polizei erleben.

Christen aus traditionellen Kirchen

Dabei handelt es sich um Gemeinschaften wie die Römisch-Katholische Kirche, die LEC und die Siebenten-Tags-Adventisten: Obwohl diese Kirchen offiziell von den Behörden anerkannt sind, werden sie überwacht und im Falle der LEC werden sie bei der Auswahl ihrer Leiter und beim Drucken christlicher Literatur eingeschränkt. Berichten zufolge hat die Regierung historische Kirchen gezwungen, nicht registrierte Gemeinden vor Ort zu überwachen, aber das Ausmaß dieser Überwachung ist unbekannt.

Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten)

Konvertiten stammen aus einem buddhistischen oder ethnisch-animistischen Hintergrund und sind am stärksten von Druck und Gewalt betroffen, sowohl vonseiten lokaler Behörden als auch durch Familie, Freunde und Nachbarn. Da jede Bekehrung ein Anzeichen dafür ist, dass der christliche Glaube wächst, geht die Regierung – wiederum stärker auf der lokalen Ebene – hart gegen die Christen vor, wenn über Bekehrungen berichtet wird.

Christen aus protestantischen Freikirchen

In Laos existieren baptistische, pfingstkirchliche, methodistische sowie andere evangelikale Gemeinden, außerdem Lutheraner, Assemblies of God und viele andere Denominationen. Da die Regierung keine „illegalen“ Versammlungen erlaubt, müssen die zuvor genannten Gruppen sich unter einer der drei von der Regierung anerkannten Kirchen registrieren. Gemeinden, die dies nicht tun, müssen sich heimlich treffen. Mitglieder dieser Gemeinden erleben Diskriminierungen auf den unterschiedlichsten Ebenen der Gesellschaft. Einige der oben genannten Konfessionen haben vergeblich versucht, sich registrieren zu lassen. Wie ein Länderexperte es ausdrückte: „Sie werden normalerweise nicht belästigt, es sei denn, sie beginnen, in neuen Gebieten zu wachsen.“

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 12.1
Familienleben 10.2
Gesellschaftliches Leben 13.6
Leben im Staat 13.5
Kirchliches Leben 14.3
Auftreten von Gewalt 6.9

Grafik: Verfolgungsmuster Laos

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen in allen Lebensbereichen ist mit 12,7 Punkten sehr hoch, das bedeutet einen Anstieg um 0,5 Punkte im Vergleich zum Weltverfolgungsindex 2020.
  • Der Druck ist in den Bereichen kirchliches Leben, gesellschaftliches Leben und Leben im Staat am stärksten (nämlich extrem hoch). Der Druck auf christliche Konvertiten ist besonders intensiv in den Bereichen Privatleben und Gesellschaftliches Leben während alle Christen hohem Druck in den Bereichen Leben im Staat und Kirchliches Leben ausgesetzt sind. Der Druck in den beiden letztgenannten Bereichen hat abgenommen, weil die Zentralregierung ein Schulungsprogramm zur Gewährleistung der Religions- und Glaubensfreiheit für die lokalen Behörden einführte. Obwohl noch weitere Folgen vor Ort abzuwarten sind, hat dieses Programm bereits einige positive Auswirkungen gehabt.
  • Die Punktzahl für das Auftreten von Gewalt stieg von 5,6 Punkten im Weltverfolgungsindex 2020 auf 6,9 Punkte im Weltverfolgungsindex 2021. Im Weltverfolgungsindex 2021 gab es mehr Berichte über Angriffe und Zerstörungen von Kirchen und Häusern von Christen.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden vier der jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

War es für Christen riskant, mit Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden, die nicht zum engsten Kreis gehören (erweiterte Familie, andere)?

Jede Diskussion über den Glauben kann als (Zwangs-)Bekehrungsversuch interpretiert werden, welche in Laos verboten ist. Vor allem in den Dörfern sind Christen daher sehr zurückhaltend, sich über ihren Glauben zu unterhalten – selbst mit ihren Familienangehörigen, sofern diese keine Christen sind. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 gab es Fälle, in denen Christen den Dorfbehörden gemeldet wurden, so dass die meisten von ihnen sehr vorsichtig sind, mit wem sie ihren Glauben teilen.

War es für Christen riskant, sich mit anderen Christen zu treffen?

Da alle Versammlungen von der Regierung als potenziell gefährlich angesehen werden, muss jedes Treffen von den lokalen Behörden genehmigt werde. Dadurch werden derartige Treffen in der Regel verhindert oder für illegal erklärt. Die meisten Dörfer werden durch einen Dorfvorsteher geleitet („pho ban“ oder „nai ban“). Ihm zur Seite stehen ein oder zwei von den Dorfbewohnern gewählte Assistenten, die alle Aktivitäten im Dorf überwachen und den Frieden bzw. die Kultur wahren sollen. Distrikt- und Provinzvorsteher nutzen manchmal ihre Position und bedrohen Christen mit dem Ausschluss aus dem Dorf wegen ihrer christlichen Aktivitäten wie Lobpreis, Gebet und Bibellesen. Da die Christen genau beobachtet werden, werden Begegnungen mit anderen immer notiert, und Besuche von Christen, die von außerhalb des Dorfes kommen, sind noch schwieriger. Viele Laoten glauben, dass sie von „phi“ (Geistern) beschützt werden. Die Angst davor, diese Geister zu beleidigen, führt dazu, dass sich Familienmitglieder gegen Christen wenden. Sie hindern oft Christen daran, sich mit anderen Christen zu treffen oder das Haus zu verlassen.

Wurde ein Wechsel der Religion (auch der Wechsel der Denomination innerhalb des Christentums) abgelehnt, verboten oder mit einer Strafe belegt?

Konvertiten, die zumeist aus einem animistischen Hintergrund kommen, erfahren bei ihrer Bekehrung fast immer starken Widerstand von ihren Familien und ihrem Dorf. Sie werden verspottet, weil sie einem „fremden“ Glauben folgen und laufen Gefahr, enteignet und zum Verlassen ihres Dorfes aufgefordert zu werden. Widerstand kommt von der Familie und der Gemeinschaft, die oft Angst haben, dass ein neuer Christ die Geister erzürnt. Oftmals üben darüber hinaus lokale Behörden Druck aus, manchmal mit Unterstützung der Polizei, die sicherstellen wollen, dass der Frieden im Dorf erhalten bleibt. In einem Beispiel aus dem Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 kam eine ganze Familie zum Glauben an Jesus, nachdem ein Mann durch Gebet geheilt worden war. Der Dorfvorsteher missbilligte dies und begann, das Eigentum des Mannes zu beschlagnahmen und unterbrach die Wasser- und Stromversorgung der Familie. Dies löste bei dem Christen psychischen Problemen aus. Daraufhin wies der Dorfvorsteher die Familie des Mannes an, ihn in einen Käfig zu sperren, um zu verhindern, dass der Mann andere Menschen im Dorf gefährdete.

War es für Christen riskant, mit ihren engsten Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden?

Obwohl es von der einzelnen Familie und manchmal sogar von einzelnen Familienmitgliedern abhängt, stellt eine Hinwendung zum christlichen Glauben im Allgemeinen eine große Herausforderung für den traditionellen und animistischen Glauben dar. Darüber hinaus ist es auch eine Frage von Scham und Ehre, so dass Konvertiten, die offen über ihren Glauben sprechen, Gefahr laufen, unter Druck gesetzt zu werden, wieder zu konvertieren. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 wurden in einigen Fällen Konvertiten bedroht und, nachdem sie darauf bestanden, dem christlichen Glauben treu zu bleiben, aus ihren Häusern und sogar aus dem Dorf vertrieben.

Familienleben

Wurden christliche Kinder unter Druck gesetzt, auf irgendeiner Bildungsebene an antichristlichem oder an die Mehrheitsreligion propagierendem Unterricht teilzunehmen?

Buddhistische Lehren werden oftmals als Teil der laotischen Kultur betrachtet und sind daher Teil des Lehrplans in den Schulen. Von christlichen Studenten kann verlangt werden, dass sie an buddhistischen Tempelritualen teilnehmen oder in animistischen Praktiken unterrichtet werden. Kindern aus christlichen Familien wurde sogar wegen ihres Glaubens die Aufnahme in bestimmte Schulen verweigert. Einigen wurde vom Lernen abgeraten, da sie ohnehin keine Aussicht hätten, in Zukunft eine Arbeit zu finden, falls sie Christen blieben. Folglich wurde einigen von ihnen die Möglichkeit verwehrt, ein Gymnasium zu besuchen.

Wurden christliche Taufen behindert?

Taufen sind eines der sichtbarsten Zeichen einer lebendigen und wachsenden Kirche und müssen daher mit äußerster Vorsicht durchgeführt werden, besonders wenn sie in ländlichen Gebieten stattfinden. Selbst die LEC ist nicht in der Lage, frei Taufen im ganzen Land durchzuführen.

Wurden Beerdigungen von Christen behindert oder unter Zwang anhand nichtchristlicher Riten durchgeführt?

Bei den dörflichen Beerdigungen werden immer noch animistische Praktiken befolgt. Um nicht die Geister zu erzürnen und dadurch Krankheit und Unfälle über das Dorf zu bringen, müssen die Verstorbenen „auf die richtige Art“ beerdigt, nämlich eingeäschert werden. Dies schließt Christen mit ein. Zudem ist es für Christen buddhistischer Herkunft schwierig, buddhistische Praktiken bei den Beerdigungszeremonien zu umgehen. In einigen Fällen wurde Christen die Nutzung von Gemeinschaftsfriedhöfen für ihre Verstorbenen gänzlich verweigert. In einem Fall mussten die Christen eine zusätzliche Gebühr entrichten und erhielten schließlich Zugang. In anderen Fällen müssen die Christen einen Platz außerhalb der Dorfgrenzen finden.

Sind Kinder von Christen wegen des Glaubens ihrer Eltern schikaniert oder diskriminiert worden?

Manchmal werden christliche Kinder durch Druck zum Schulabbruch gezwungen. Wenn sie den Unterricht weiterhin besuchen, sind sie häufig dem Mobbing von Mitschülern ausgesetzt, weil man sie als anders wahrnimmt. Es gab auch Berichte über christliche Schüler, die bei der Verteilung von Schulmahlzeiten übersehen wurden, wobei Lehrer ihnen sagten, dass „ihr Jesus sich um sie kümmern sollte“. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 erhielten christliche Kinder zumindest in einer Schule Essen wie alle anderen auch.

Gesellschaftliches Leben

Wurden Christen von ihren lokalen Gemeinschaften oder von privaten Gruppen überwacht (dazu gehören auch Meldungen an die Polizei, Beschattung, das Abhören von Telefonleitungen, das Lesen/Zensieren von E-Mails usw.)?

Provinzen wie Luang Namtha, Phongsaly und Houphan im Norden und Savannakhet im Süden sind für Christen in der Vergangenheit schwierige Orte gewesen. Hier scheinen die lokalen Behörden (besonders Dorfälteste) fest entschlossen zu sein, das christliche Zeugnis zum Schweigen zu bringen, indem sie Christen belästigen, verhaften und aus ihren Häusern vertreiben. Der christliche Glaube wird als westlich angesehen, als eine Gefahr für die kommunistische Ideologie und den Staat. Lokale Gemeinschaften helfen häufig bei der Überwachung christlicher Aktivitäten. Viele Christen glauben, dass ihre Telefone abgehört werden, obwohl dies schwer zu beweisen ist. In einer Provinz jedoch bat die Polizei die Kirchenführer (die intensiver überwacht werden), Fotos, Telefonnummern und andere Angaben zu Pfarrern und Leitern zu machen, um die Überwachung zu erleichtern.

Wurden Christen am Arbeitsplatz im öffentlichen oder privaten Bereich aus religiösen Gründen diskriminiert?

In einigen Fällen wurde Christen auf Grund ihres Glaubens eine Arbeitsstelle verweigert, christliche Geschäftsleute erlebten Diskriminierung. Die Einstellung von Mitarbeitern geschieht normalerweise auf Empfehlungsbasis, und Laoten empfehlen für gewöhnlich jemand aus ihrer eigenen Familie. Auf diese Weise bleiben Christen von den meisten Arbeitsstellen ausgeschlossen. Falls sie doch eingestellt werden, halten sie ihren Glauben aus Angst vor Diskriminierung und Missbrauch meistens geheim. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 gab es Berichte über Konvertiten, die ihre vom Dorfoberhaupt zugeteilten Arbeitsplätze verloren, als ihre Konversion bekannt wurde. Ein laotischer Christ erklärte: „Wenn Sie für die Regierung arbeiten, werden alle Beamten an Ihrem Arbeitsplatz versuchen, Sie mit Argumenten oder Drohungen davon zu überzeugen, vom Christentum zum Buddhismus zu konvertieren“. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 gab es viele Fälle, in denen Christen, sobald sie entdeckt wurden, entweder entlassen wurden (in der Armee), die Chance auf eine Beförderung verpassten (wenn sie im Staatsdienst standen), ihnen mit dem Verlust der staatlichen Leistungen gedroht wurde oder ihnen und ihren Verwandten die Kündigung ihres Arbeitsvertrags drohte.

Wurden Christen aus religiösen Gründen daran gehindert, am öffentlichen Leben, Foren usw. teilzunehmen?

Christen zögern normalerweise, an kommunalen Einrichtungen und Dorfversammlungen teilzunehmen, da diese oft mit religiösen Elementen gespickt sind. Auf der anderen Seite werden Christen auch oft daran gehindert, an solchen Treffen teilzunehmen, da Dorfbewohner und lokale Behörden glauben, dass ihre bloße Anwesenheit die Geister verärgert und der Gemeinschaft Unglück bringt. Bei einem Vorfall wurde ein Christ, der gerade vorbeikam, von Dorfbewohnern festgehalten und beschuldigt, ein „amerikanischer Spion“ zu sein.

Wurden Christen aus religiösen Gründen mit Geldstrafen belegt (z. B. Dschizya-Steuer, Gemeindesteuer, Schutzgeld)?

Lokale Behörden verhängen Geldstrafen gegen Christen für illegale Treffen. In einigen Fällen wurden die Besitztümer von Christen (z. B. Autos und technische Ausrüstung) beschlagnahmt. Christen werden häufig Opfer von Erpressung. Pastoren sehen sich veranlasst, zu Weihnachten den Behörden ungefragt Geschenke zu geben, um sich bei ihnen einzuschmeicheln. Wenn ein Christ ein amtliches Dokument beantragt, muss er oft zusätzliche Zahlungen leisten. Derartige Zahlungen (oder Bestechungsgelder) sind zwar allgemein üblich, können für einen Christen aber leicht die zehnfache Höhe erreichen. Manchmal werden Christen auch gezwungen, die Polizei für ihre eigene Überwachung zu bezahlen und somit dafür, dass sie sich treffen und anbeten können.

Leben im Staat

Schränkt die Verfassung (oder vergleichbare nationale oder staatliche Gesetze) die Religionsfreiheit, basierend auf der Formulierung in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, ein?

Artikel 9 der geänderten Verfassung von 2003 betont die Pflicht des Staates, alle Religionen zu respektieren und zu schützen, insbesondere Buddhisten und Mönche, während Artikel 43 besagt, dass laotische Bürger das Recht und die Freiheit haben, an eine Religion ihrer Wahl zu glauben oder auch nicht. Dennoch wurden seit der Veröffentlichung des Dekrets 92 im Jahr 2002 diese Zugeständnisse zur Religionsausübung missbraucht, um die tatsächliche Ausübung von Religionsfreiheit zu erschweren. Das Dekret verlangt eine vorherige Zustimmung der Regierung zu jeder Form religiöser Aktivität. Ohne diese Zustimmung gilt jegliche Aktivität als illegal. Der Übertritt zu einem neuen Glauben, christliche Verkündigung und kirchliche Aktivitäten erfordern alle die Zustimmung der Regierung. Basierend auf den Erfahrungen von christlichen Leitern erteilt die Regierung diese Zustimmung äußerst selten. Das Dekret 92 wurde im August 2016 durch das Dekret 315 ersetzt, welches der Regierung die finale Entscheidungsgewalt bezüglich der Zulässigkeit von religiösen Aktivitäten gibt. Als positive Entwicklung ist jedoch zu verzeichnen, dass das Innen- und Außenministerium begonnen haben, sich intensiv um die Aufklärung der Beamten auf Provinz- und Kommunalebene über die Verpflichtung von Laos zur Einhaltung von Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu bemühen. Sobald diese Bemühungen Früchte tragen, dürfte die Situation sich in diesem Bereich verbessern.

Wurden Christen daran gehindert, ihre Ansichten oder Meinungen in der Öffentlichkeit zu äußern?

Die offene Äußerung religiöser oder anderer Ansichten, die vom Denken der Regierung abweichen, hat einen hohen Preis. Die sozialen Medien lassen zwar mehr Raum, um Gedanken auszudrücken, werden jedoch streng überwacht. Ein Länderexperte kommentierte: „In der laotischen Kultur äußern die meisten Menschen ihre Ansichten oder Meinungen nicht in der Öffentlichkeit. Die meisten Erklärungen sind indirekt und kommen über eine dritte Partei. Christen folgen auch den kulturellen Normen und zensieren oft selbst ihre Ansichten zur Politik und zu Fragen, die die Regierung betreffen.“

Sind christliche Organisationen der Zivilgesellschaft oder politische Parteien aufgrund ihrer christlichen Überzeugung in ihrer Arbeit behindert oder verboten worden?

Es gibt in Laos keine unabhängige Zivilgesellschaft. Nichtregierungsorganisationen (NGOs) müssen bei der Regierung registriert sein und können sich nicht offen zu ihrer religiösen Basis und ihrem Glauben bekennen. Der Assoziationserlass, der im Januar 2018 in Kraft trat, schaffte die Freiheit der NGOs grundlegend ab, ihre Aktivitäten zu entwickeln und umzusetzen. Sie verlangte auch, dass alle Vereinigungen (einschließlich religiöser Konfessionen oder Gruppen) gesetzlich registriert und von der Regierung reguliert werden, einschließlich der Berichterstattung über und der Genehmigung der Regierung von Finanzierungsquellen. Der Erlass gab der Regierung die Befugnis, Mitglieder oder Personen, die nicht eingetragenen Vereinigungen angehören, strafrechtlich zu verfolgen. Die Aktivitäten von NGOs müssen vorab von den Regierungsministerien genehmigt werden und sind auf bestimmte Bereiche der Sozialarbeit beschränkt. Artikel 31 des Erlasses legt die Verbote von Vereinigungen fest; diese Verbote umfassen Aktivitäten, die lokale und ethnische Traditionen bedrohen (die leicht gegen Christen und kirchliche Arbeit in Stammesgemeinschaften missbraucht werden können). Die Regierung verbietet alle politischen Parteien mit Ausnahme der Kommunistischen Partei.

Haben sich Beamte auf irgendeiner Ebene geweigert, den Glaubenswechsel einer Person in den Systemen der Regierungsverwaltung, in Ausweisen usw. offiziell anzuerkennen?

Es wird von vielen Fällen berichtet, in denen Konvertiten mit den Behörden in Schwierigkeiten geraten, wenn sie versuchen, Familienbücher, Ausweisdokumente oder irgendeine Art von Genehmigung zu erhalten, wenn sie mit der Polizei zu tun haben, wenn sie sich für die Schule anmelden usw.

Kirchliches Leben

Wurden kirchliche Aktivitäten überwacht, behindert, gestört oder blockiert?

Alle kirchlichen Aktivitäten werden überwacht. Die Geheimpolizei besucht Gottesdienste, hält Besucherzahlen fest, verfasst Notizen zu den Predigten und protokolliert alle Vorgänge. Selbst Polizeibeamte in Uniform überwachen Kirchen hin und wieder ganz offen. Gottesdienste in staatlich anerkannten Kirchen werden nur selten behindert, unterbrochen oder blockiert. Die Regierung ist gegenüber religiösen Praktiken in städtischen Gebieten etwas toleranter als in ländliche. Hier greifen örtliche Beamte und die Polizei oft streng durch und verletzen das Recht auf Gottesdienst an einer Reihe von Orten; durch die enge Überwachung wissen die Behörden von allen Gruppen, die sich zum Gottesdienst treffen. In einem Beispiel aus dem Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 besuchten sieben Polizeibeamte den Gottesdienst einer LEC-Mitgliedskirche. Einer der Offiziere kannte sogar einige der Lieder, die während des Gottesdienstes gesungen wurden. Die Offiziere machten Fotos und Videos vom Gottesdienst. Danach beschlagnahmten sie die Bibeln, Liederbücher und eine SD-Karte aus dem Mobiltelefon eines Christen. Sie verhörten auch die anwesenden Christen und stellten Fragen darüber, wie viel einem Pastor bezahlt wird und wie viel Geld jeden Sonntag in der Kollekte ist.

Wurden Kirchen daran gehindert, Christen anderer religiöser Herkunft (Konvertiten) offen zu integrieren?

Von der Hinwendung zum christlichen Glauben wird auf vielerlei Arten dringend abgeraten. Neue Christen, die entschlossen an ihrem Glauben festhalten, schaffen es in der Regel irgendwann eine Kirche zu besuchen. Gleichzeitig, gibt es Berichte wonach die Polizei und das Innenministerium manche Gemeinden nachdrücklich daran erinnert haben, in benachbarten Dörfern keine Evangelisation durchzuführen. In einigen Orten, vor allem in den nördlichen Provinzen, zwingen die Bezirksbehörden die Kirchen fast wöchentlich, die Namen der Gottesdienstbesucher zu nennen.

Wurde veröffentlichtes Predigt- und/oder Lehrmaterial überwacht?

Jegliche christliche Predigt und Lehre wird genau überwacht. Alle verwendeten Materialien müssen den örtlichen Behörden zur Überprüfung gemeldet werden. Prediger und Lehrer müssen offiziell als solche anerkannt sein und einen von der LEC ausgestellten Ausweis bei sich tragen.

Wurden die Kirchen daran gehindert, christliches Material aus dem Ausland zu importieren?

Die Kirchen dürfen keine christlichen Materialien aus dem Ausland einführen. Die Regierung muss alle christlichen Bücher und andere Materialien, die im Land verwendet und verkauft werden sollen, genehmigen.

Auftreten von Gewalt

Für den Berichtszeitraum zum Weltverfolgungsindex 2021 gilt Folgendes:

  • Angriffe auf Christen: Es gab mehrere Fälle, in denen Konvertiten aus ihren Gemeinschaften vertrieben wurden.
  • Verhaftungen von Christen: Mindestens 17 Christen wurden im März, Juli und September 2020 verhaftet. Es gab auch Berichte über die Festnahme weiterer Hmong-Christen.
  • Angriffe auf Kirchen: Es wurde berichtet, dass mindestens acht Kirchengebäude in den Provinzen Salavan, Sekong und Luang Namtha angegriffen und teilweise zerstört wurden. Aus Sicherheitsgründen kann keine weitere Auskunft dazu gegeben werden.
  • Angriffe auf Häuser und Geschäfte von Christen: In einigen Fällen wurden Christen ihre Felder weggenommen, wodurch sie und ihre Familien faktisch von jeder Unterhaltsquelle abgeschnitten wurden. In einem Fall wurde das Reislager eines Christen absichtlich in Brand gesteckt.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Das von der laotischen Regierung ratifizierte Dekret 315 (siehe Leben im Staat), hat für viele religiöse Gruppen wie Buddhisten oder Animisten Konsequenzen. Buddhisten haben teilweise Schwierigkeiten bei der Registrierung von Mönchen, besonders wenn sie sich außerhalb der regulären Lehre des Buddhismus bewegen. Unter den ethnischen Gemeinschaften sind es die Hmong (welche entweder Christen oder Animisten sind), die von der Regierung am stärksten unter Druck gesetzt werden. Muslime, Hindus und Bahai stellen winzig kleine Minderheiten in dem Land dar. Es waren keine Berichte zur Verfolgung dieser Religionen verfügbar.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie für Laos:

  • Danken Sie für das Wachstum der Gemeinden in Laos; Beten Sie, dass Gott weiterhin seine Leute gebraucht, um mehr Menschen die Liebe Jesu nahezubringen.
  • Beten Sie, dass Christen, die unter Druck stehen, ihren Glauben zu widerrufen, die Kraft haben, standhaft zu bleiben.
  • Beten Sie für Familien und Gemeinden, die ohne Ehemann bzw. Leiter zurückbleiben; beten Sie um Versorgung ins all ihren Bedürfnissen, und dass diese Situation anderen Personen die Chance bietet, zu wachsen und aufzublühen.