Länderprofil Komoren

Komoren

50
Weltverfolgungsindex
2021
Flagge Komoren
Hauptreligion
Islam
Platz Vorjahr
54
Karte Komoren
Christen
0,00
Bevölkerung
0.87
Islamische Unterdrückung
Diktatorische paranoia
Privatleben: 12.500
Familienleben: 11.100
Gesellschaftliches Leben: 11.400
Leben im Staat: 11.300
Kirchliches Leben: 14.200
Auftreten von Gewalt: 1.900

Länderprofil Komoren

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 50 / 62 Punkte (WVI 2020: Platz 54 / 57 Punkte)

Berichtszeitraum: 1. Oktober 2019 – 30. September 2020

Vollständiges Länderprofil

Dieses Länderprofil ist ein übersetzter Auszug aus dem Country Dossier von World Watch Research, der Forschungsabteilung von Open Doors. Das vollständige Country Dossier mit weiteren Hintergrundinformationen finden Sie hier.

Kurze Zusammenfassung

Von Christen im Land wird erwartet, dass sie Inhalte ihres Glaubens nicht in der Öffentlichkeit besprechen und diskutieren. Falls sie das doch tun, müssen sie mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. In einigen Teilen des Landes bedrohen extremistische Gruppen Christen mit Gewalt. Mit Ausnahme des Islam ist es für alle Religionen illegal, zu missionieren. Konvertiten zum christlichen Glauben können strafrechtlich verfolgt werden, und es sind jene mit muslimischem Hintergrund, die mit den größten Schwierigkeiten konfrontiert sind. Sie werden unter Druck gesetzt, ihren Glauben nicht zu praktizieren, so dass ihnen kaum eine andere Möglichkeit bleibt, als ihren Glauben im Verborgenen zu leben.

 

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1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Jahr

Punktzahl

Platzierung

2021

62

50

2020

57

54

2019

56

51

2018

56

51

2017

56

42

Nachdem die Komoren zuletzt nicht mehr auf dem Weltverfolgungsindex vertreten waren, zählen sie 2021 wieder zu den 50 Ländern, in denen Christen am härtesten verfolgt werden. Der Anstieg um fünf Punkte in der Wertung ist auf eine Erhöhung des Drucks seitens der Regierung und des sozialen Umfelds zurückzuführen. Die Regierung hat öffentlich bekanntgegeben, dass es für Komorer keine Religionsfreiheit gibt. Jeder Christ, der beim Predigen entdeckt wird, wird mit einer Geldstrafe belegt und muss mit einer Gefängnisstrafe rechnen, die bis zu einem Jahr dauern kann. Der Wert für das Auftreten von Gewalt ist ebenfalls um einen Punkt gestiegen. (Es sei daran erinnert, dass die Komoren in den frühen 1990er-Jahren bis 1998 zu den ersten zehn Ländern des Weltverfolgungsindex zählten und danach mehrere Jahre lang unter den ersten zwanzig Ländern rangierten.)

2. Trends und Entwicklungen

1) Das Land hat in den letzten Jahren friedliche und demokratische Wahlen abgehalten

Die Komoren sind eine kleine Inselgruppe mit einer turbulenten politischen Geschichte, die jedoch erhebliche Fortschritte in Bezug auf Stabilität und Demokratie gemacht hat. Der Präsident und seine Verbündeten hielten jedoch 2018 ein Referendum ab, das die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten und die Rotation der Präsidentschaft zwischen den drei Inseln abschaffte – nach den so beschlossenen Verfassungsänderungen ist eine Rotation nicht erforderlich und der amtierende Präsident kann für weitere Amtszeiten kandidieren. Die Folge: Regierungsfeindliche Gruppierungen entstanden; Menschen verloren ihr Leben. Zwar unterzeichnete die Regierung im Oktober 2018 ein Abkommen mit der Opposition, um weitere Zusammenstöße zu verhindern, doch diese Vereinbarung ist keine Garantie dafür, dass die Situation vollständig geklärt ist. Im Januar 2020 errang die Partei von Präsident Azali Assoumani einen überwältigenden Sieg bei der Parlamentswahl, einer Wahl, die von der Opposition boykottiert worden war.

2) Das Land ist abhängig von ausländischer Hilfe

Wirtschaftlich ist das Land arm und hauptsächlich von ausländischer Hilfe abhängig, vor allem von Hilfe aus dem Nahen Osten.

3) Gesellschaft und Kultur sind islamisch und konservativ

Die Gesellschaft ist konservativ; den Islam zu verlassen, ist sehr riskant. Die Regierung schränkt zudem die Aktivitäten von Christen und christlichen Nichtregierungsorganisationen stark ein.

3. Religiöse Situation im Land

Die Komoren sind ein mehrheitlich muslimisches, überwiegend sunnitisches Land. Laut der „World Christian Database“ (WCD) sind nur etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung Christen. Die Regierung selbst befolgt die islamischen religiösen Feiertage, wie die Geburt des islamischen Propheten Mohammed, das Fest des Fastenbrechens, das Opferfest und das islamische Neujahr. Diese sind nationale Feiertage auf den Komoren. Obwohl der Islamunterricht an den staatlichen Schulen nicht verpflichtend ist, wird er dort in der ersten Sekundarstufe mit dem Arabischunterricht kombiniert. Aufgrund der schlechten Qualität des staatlichen Bildungssystems und der Tatsache, dass Privatschulen oft unerschwinglich sind, füllen oft islamische Medressen die Bildungslücke. In der Tat besuchen fast alle Kinder zwischen vier und sieben Jahren islamische Schulen, wo sie lernen, den Koran zu lesen und zu rezitieren.

Die Regierung begünstigt den Islam; in der Zivilgesellschaft, im Bildungswesen und in der Staatsführung ist der konservative Islam stark vertreten. Dies spiegelt sich in der Haltung der Komoren gegenüber Nichtregierungsorganisationen wider: Christliche Nichtregierungsorganisationen erfahren einen gewissen Grad an Diskriminierung. Trotz der Demokratisierung der Gesellschaft auf den Komoren scheint es, dass islamische Bewegungen in der Region stärker werden, wie zum Beispiel auf Madagaskar, Mauritius und den Malediven, wo der Islam neu auflebt. Dabei muss man bedenken, dass westliche Länder auf dem Archipel weit weniger aktiv sind als muslimisch geprägte Länder.

Christen muslimischer Herkunft werden in der Gesellschaft stark diskriminiert und sehen sich gezwungen, ihre Kinder in Medressen zu schicken, damit sie den Koran lernen.

4. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Islamische Unterdrückung ist auf den Komoren nicht neu. Ihr jüngstes Erstarken begann mit der Einführung eines Rechtssystems, das Religionsbelange staatlich regelte. Im Jahr 2009 wurde ein Referendum abgehalten, das es der Regierung der Komoren ermöglichte, die Verfassung zu ändern. So wurde der Islam zur Staatsreligion erklärt. Diese Verfassungsänderung schränkt die Existenz anderer Religionen stark ein. Zeitgleich mit der Verfassungsänderung ist in der Bevölkerung zu beobachten, dass die Unterstützung für islamisch-extremistische Positionen zugenommen hat, besonders auf den Inseln Anjouan und Mohéli. Die wachsende Sympathie für den extremistischen Islam in der breiten Bevölkerung, bei Regierungsbeamten, religiösen Leitern und besonders unter muslimischen Jugendlichen löst Besorgnis bei der christlichen Minderheit aus.

Diktatorische Paranoia

Diese Triebkraft der Verfolgung tritt im Land nun als eigenständige Kraft in Erscheinung – zuvor war diese Triebkraft zwar präsent, allerdings nur vermischt mit islamischer Unterdrückung. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 ist diese Triebkraft jedoch zunehmend sichtbar geworden, nämlich in der Art und Weise, wie die Regierung ihre Macht durch die Förderung des sunnitischen Islam auf Kosten aller anderen Religionen zu festigen versucht. Die Regierung hat die Aktivitäten von Christen und christlichen Nichtregierungsorganisationen stark eingeschränkt.

5. Verfolger

Ausgehend von islamischer Unterdrückung

  • Nichtchristliche religiöse Leiter: Muslimische Anführer und Leiter stehen an der Spitze der islamischen Unterdrückung. Sie verbreiten in Moscheen und Medressen oft christenfeindliche Lehrmeinungen. Dazu zählt eine ultrakonservative Gruppe von extremistischen Gelehrten, vor Ort als „Dschaulas“ bekannt, von denen viele in Pakistan ausgebildet wurden. Sie treiben das Land zu einer strengeren Auslegung der Scharia und richten sich gegen Christen.
  • Gewöhnliche Bürger: Ähnlich wie in anderen mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern ist es für die meisten Komorer undenkbar, den Islam zu verlassen. Vor allem die Dschaulas belästigen, schikanieren und ächten alle Christen, denen sie begegnen. Besonders schwerwiegend ist dies bei Christen mit muslimischem Hintergrund.
  • Die eigene (Groß-)Familie: Mitglieder der eigenen Familie und des sozialen Umfelds diskriminieren und schikanieren jeden, der im Verdacht steht, dem Islam den Rücken gekehrt und sich dem christlichen Glauben zugewandt zu haben. Sie verweigern Christen im Allgemeinen auch Räumlichkeiten für ihre Gottesdienste.
  • Regierungsbeamte: Die Behörden verpflichten Eltern, ihre Kinder in Medressen zu schicken. Sie verbieten Christen auch, sich an öffentlichen Debatten zu religiösen Angelegenheiten zu beteiligen und außerhalb von Kirchen in der Öffentlichkeit zu predigen.

Ausgehend von diktatorischer Paranoia

  • Regierungsbeamte: Die Regierung der Komoren hat ihre Absichten offenbart, als sie offiziell erklärte, dass die Religionsfreiheit nicht für Konvertiten und Christen gilt. Wie bereits gesagt, verbieten Regierungsbeamte, dass Christen sich an öffentlichen Debatten zu religiösen Angelegenheiten beteiligen und außerhalb von Kirchen in der Öffentlichkeit predigen.

6. Regionale Brennpunkte der Verfolgung

Jegliche Formen christlicher Gemeinschaft und alle Gemeinden erfahren Verfolgung. Das Ausmaß der Verfolgung, das Christen mit muslimischem Hintergrund erfahren, ist weitaus gravierender als das Ausmaß, dem andere christliche Gruppen ausgesetzt sind, unabhängig davon, wo sie geografisch verortet sind.

7. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Die Christen dieser Gruppe leiden unter vielen Einschränkungen: So dürfen sie keine christlichen Konvertiten aufnehmen, die sich vom Islam abgewandt haben; sie dürfen außerhalb ihrer Kirchen nicht öffentlich predigen und wenn sie es doch tun, werden sie abgeschoben. Die ausländischen Gemeinden werden hauptsächlich von extremistischen Muslimen und nichtchristlichen religiösen Leitern bedrängt und in geringerem Ausmaß auch von Anführern politischer Parteien und deren Anhängern. Aber weil die derzeitige Regierung die Stabilität des Landes erhöht und die Beziehungen zu westlichen Ländern fördert, glauben viele, dass sich die Situation für ausländische Christen deutlich verbessern könnte.

Christen aus traditionellen Kirchen

Auf den Komoren gibt es keine Christen traditioneller Kirchen, es sei denn als Teil der obengenannten Gruppe von ausländischen Christen.

Christen anderer religiöser Herkunft

Christen mit muslimischem Hintergrund sind zu Hause der Verfolgung durch Mitglieder ihrer Familien und ihres sozialen Umfelds ausgesetzt. Diese Konvertiten erleben immer wieder Verfolgung durch Regierungsbeamte, nichtchristliche religiöse Leiter, Anführer politischer Parteien und deren Anhänger sowie durch islamisch-extremistische Gruppen wie die Dschaulas. Wenn ihr Glaubenswechsel bekannt wird, werden sie gemieden und vollständig vom Kontakt zu ihren Familien und Freunden abgeschnitten.

Christen aus protestantischen Freikirchen

Christen dieser Kategorie sind dafür bekannt, dass sie das Evangelium weitergeben, was auf den Komoren nicht in der Öffentlichkeit geschehen darf. Das Strafgesetzbuch besagt: „Wer eine andere Religion als den Islam bekannt macht, verbreitet und Muslimen lehrt, wird mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu einem Jahr und einer Geldstrafe zwischen 50.000 und 500.000 Komoren-Franc bestraft.“ Christen aus baptistischen, evangelikalen und pfingstkirchlichen Gemeinden sind daher der Verfolgung durch die Regierung und durch extremistische Muslime ausgesetzt.

8. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 12.5
Familienleben 11.1
Gesellschaftliches Leben 11.4
Leben im Staat 11.3
Kirchliches Leben 14.2
Auftreten von Gewalt 1.9

Grafik: Verfolgungsmuster Komoren

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die Platzierung auf dem Weltverfolgungsindex. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen auf den Komoren hat mit 12,1 Punkten ein sehr hohes Ausmaß.
  • Am stärksten ist der Druck im Bereich des kirchlichen Lebens, wo er mit 14,2 Punkten extremes Ausmaß hat, gefolgt vom Privatleben und dem gesellschaftlichen Leben mit 12,5 beziehungsweise 11,4 Punkten. Sowohl das Leben im Staat als auch das Familienleben erhielten Wertungen über elf Punkte.
  • Der Wert für Gewalt bleibt mit 1,9 Punkten niedrig, ist aber im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt gestiegen.

Zu jedem untersuchten Lebensbereich sind im Folgenden die jeweils am höchsten bewerteten Fragen des Fragebogens, der zur Erstellung des Weltverfolgungsindex ausgefüllt wird, sowie Erkenntnisse aus deren Beantwortung angeführt. Den vollständigen Fragebogen finden Sie unter: www.opendoors.de/methodik

Privatleben

War es für Christen riskant, christliche Bilder oder Symbole zu zeigen?

Ein Experte für das Land berichtet: „Symbole wie das Kreuz würden in der Öffentlichkeit Aufmerksamkeit erregen, da es in den Moscheen als Symbol für Ungläubige (Christen) gebrandmarkt wurde. Christen muslimischer Herkunft, die christliche Symbole tragen, wird befohlen, den Gegenstand zu entfernen oder sie werden in der Öffentlichkeit zurechtgewiesen.“ Christliche Konvertiten werden gemieden und auch gewaltsam angegriffen.

Wurde ein Wechsel der Religion (auch der Wechsel der Denomination innerhalb des Christentums) abgelehnt, verboten oder mit einer Strafe belegt?

Die Regierung wendet Gesetze, die sich gegen Nichtsunniten im Land richten, sehr streng an.

  • Es ist illegal, einen nichtsunnitischen Glauben zu verbreiten; das Gesetz sieht die Ausweisung derjenigen Ausländer vor, die solche Missionstätigkeit verfolgen.
  • Das Gesetz verbietet die Durchführung nichtsunnitischer religiöser Rituale an öffentlichen Orten mit der Begründung, durch sie würde „der Zusammenhalt der Gesellschaft angegriffen und die nationale Einheit gefährdet“.

Außerdem brechen Familien, die den Verdacht haben, dass ein Familienmitglied sich dem christlichen Glauben zugewandt hat, jeglichen Kontakt zu dieser Person komplett ab.

War es für Christen riskant, mit Familienmitgliedern über ihren Glauben zu reden, die nicht zum engsten Kreis gehören (erweiterte Familie, andere)?

Dies ist äußerst riskant. Das Gesetz bestraft jeden, der eine andere Religion als den Islam bekannt macht, verbreitet und Muslimen lehrt. Sie werden zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu einem Jahr und einer Geldstrafe von 50.000 bis 500.000 Komoren-Franc (umgerechnet etwa 110 bis 1.010 Euro) verurteilt.

Familienleben

Wurden christliche Kinder unter Druck gesetzt, auf irgendeiner Bildungsebene an antichristlichem oder die Mehrheitsreligion propagierenden Unterricht teilzunehmen?

Das Studium der islamischen Schriften ist in öffentlichen Schulen verpflichtend, auch für Kinder von Nichtmuslimen. Die Behörden verpflichteten die Eltern, auch christliche Eltern, ihre Kinder in Medressen zu schicken.

Wurden Eltern daran gehindert, ihre Kinder nach ihrem christlichen Glauben zu erziehen?

Christliche Eltern werden daran gehindert, ihre Kinder gemäß ihres christlichen Glaubens aufzuziehen. Von Christen muslimischer Herkunft wird erwartet, dass sie ihre Kinder in islamische Koranschulen schicken, wo den Schülern das Lesen des Koran und islamische Prinzipien beigebracht werden.

Gesellschaftliches Leben

Wurden Christen im Alltag aus religiösen Gründen belästigt, bedroht oder behindert (z. B. weil sie sich nicht an durch die Mehrheitsreligion oder die Tradition vorgeschriebene Kleiderordnungen usw. halten)?

Alle Christen sind in dieser Hinsicht mit Verfolgung konfrontiert, allerdings ist sie für Christen muslimischer Herkunft intensiver – vor allem diese Konvertiten werden ausgegrenzt, schikaniert und bedroht. Sie werden oft als Ausgestoßene gesehen, die keinen Respekt und Schutz verdienen.

Wurden Christen von ihren lokalen Gemeinschaften oder von privaten Gruppen überwacht (dazu gehören auch Meldungen an die Polizei, Beschattung, das Abhören von Telefonleitungen, das Lesen/Zensieren von E-Mails usw.)?

Die offene Ausübung des christlichen Glaubens ist verboten und die Gesellschaft hat ein wachsames Auge auf alle nichtmuslimischen Gruppen.

Wurden Christen wegen ihres Glaubens daran gehindert, öffentliche Ressourcen zu nutzen (z. B. sauberes Trinkwasser)?

Das soziale Umfeld ist konservativ geprägt und toleriert nur den sunnitischen Islam. Christen müssen damit rechnen, dass ihnen der Zugang zu den Ressourcen der Gemeinschaft verwehrt wird – das ist für sie Teil des normalen Lebens.

Wurden Christen von ihrem Umfeld unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen?

Es ist nicht unüblich, dass Konvertiten gezwungen werden, ihren neuen christlichen Glauben zu widerrufen. Deshalb verstecken sie ihren Glaubenswechsel, wenn es irgend möglich ist.

Leben im Staat

Schränkt die Verfassung (oder vergleichbare nationale oder staatliche Gesetze) die Religionsfreiheit, basierend auf der Formulierung in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, ein?

Die Komoren machen Rückschritte in Bezug auf Religionsfreiheit. Die Regierung fordert die Bürger öffentlich auf, alle religiösen Formen außerhalb des sunnitischen Islam abzulehnen. Christen haben Schwierigkeiten, Orte für ihre Gottesdienste zu finden, da die Regierung ihnen nur erlaubt, an zwei bestimmten Orten im ganzen Land zu beten. Das nationale politische Umfeld ist so angelegt, dass Religionsfreiheit nicht gewährleistet ist. Für die Punktebewertung im Leben im Staat werden die folgenden Aspekte berücksichtigt:

  • Die Verfassung legt fest, dass der Islam die Staatsreligion ist, und sie definiert, dass die nationale Identität auf einer einzigen Religion basiert – dem sunnitischen Islam.
  • Die Verfassung legt außerdem fest, dass die Prinzipien und Regeln zur Ordnung der Glaubensausübung und des gesellschaftlichen Lebens auf dem sunnitischen Islam nach der schafiitischen Rechtsschule basieren.
  • Ein Komorer wird als sunnitischer Muslim betrachtet; für das Christsein ist kein Platz. Der komorische Innenminister sagte US-Beamten laut des Berichts zur internationalen Religionsfreiheit 2019, dass „Religionsfreiheit für Komorer nicht existiert“, obwohl die Verfassung die Religionsfreiheit vorsieht.

Haben sich Beamte auf irgendeiner Ebene geweigert, den Glaubenswechsel einer Person in den Systemen der Regierungsverwaltung, in Ausweisen usw. offiziell anzuerkennen?

Auch wenn der Glaubenswechsel kein Verbrechen ist, macht er das Leben eines Konvertiten schwierig. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2021 gab es Berichte, dass örtliche Gemeinschaften Personen stillschweigend mieden, die im Verdacht standen, den Islam verlassen und sich dem christlichen Glauben zugewandt zu haben oder vom sunnitischen zum schiitischen Islam konvertiert zu sein.

Wurden Christen daran gehindert, ihre Ansichten oder Meinungen in der Öffentlichkeit zu äußern?

Alles, was Christen über ihren Glauben sagen, kann als „Versuch, das Christentum zu verbreiten“ ausgelegt werden. Das kann zu einer Geldstrafe oder sogar zu einer Gefängnisstrafe führen.

Sind Christen, Kirchen oder christliche Organisationen daran gehindert worden, religiöse Symbole öffentlich zu zeigen?

Christen mit muslimischem Hintergrund ist es unmöglich, religiöse Symbole offen zu zeigen; für ausländische Christen ist dies nur an zwei bestimmten Orten im ganzen Land möglich – in einer Kirche in der Hauptstadt Moroni und in einer Kirche der zweitgrößten Stadt Mutsamudu.

Kirchliches Leben

Wurden kirchliche Aktivitäten überwacht, behindert, gestört oder blockiert?

Die kirchlichen Aktivitäten, die es nur in Moroni und Mutsamudu gibt, blieben unter Beobachtung, um sicherzustellen, dass sich ihnen kein komorischer Staatsangehöriger anschließt, und um zu gewährleisten, dass die Christen dort nicht versuchen, die lokale Bevölkerung der beiden Städte mit dem Evangelium zu erreichen.

War es für Kirchen schwierig, von behördlichen Stellen eine Registrierung oder einen offiziellen Status zu erhalten?

Die komorische Regierung erlaubt den bestehenden Kirchen ausländischer Christen nicht, neue Standorte zu eröffnen (da dies ein Beweis für eine wachsende Mitgliederzahl wäre). Und so wurde seit Jahrzehnten keine neue Kirche im Land gebaut oder registriert. Gleichzeitig können Christen muslimischer Herkunft keine Kirche gründen, um anerkannt oder registriert zu werden; nach den islamischen Gesetzen des Landes wäre dies ein strafbares Vergehen.

Wurden Kirchen daran gehindert, christliche Aktivitäten außerhalb der Kirchengebäude zu organisieren?

Die Kirchen auf den Komoren wurden daran gehindert, christliche Aktivitäten außerhalb von Kirchengebäuden zu organisieren, da dies als Missionierung angesehen wird, ein Tatbestand, der nach dem Strafgesetzbuch verboten ist und mit einer Gefängnisstrafe oder Geldstrafe geahndet wird. Von dieser Verordnung wurde jedoch noch nicht häufig Gebrauch gemacht, da die meisten christlichen Gruppen darauf verzichten, Aktivitäten außerhalb der beiden offiziellen Kirchengebäude zu organisieren, wohl wissend, dass diese Aktivitäten zu einer Inhaftierung führen können.

Wurde die Arbeit mit Jugendlichen gezielt eingeschränkt?

Die Jugend wird von der breiten Gesellschaft genau beobachtet und über die Medressen und das Bildungssystem streng in den Wegen des Islam unterwiesen. Das macht es besonders schwer, sie mit dem Evangelium zu erreichen. Auch für zivilgesellschaftliche oder kirchliche Gruppen ist es riskant, mit der Jugend in Kontakt zu treten, da dies als Missionierung interpretiert werden kann.

Auftreten von Gewalt

Aus Sicherheitsgründen können keine Details zu gewalttätigen Übergriffen genannt werden.

9. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Die Komoren sind ein mehrheitlich sunnitisch-muslimisches Land. Schiitische Muslime, die in Iran studiert haben, offenbaren ihre religiösen Überzeugungen nicht, da sie den Druck der sunnitischen Mehrheit fürchten. Das Gesetz erlaubt nur sunnitischen religiösen Gruppen, Gebetsstätten zu errichten, Geistliche auszubilden und sich zu friedlichen religiösen Aktivitäten zu versammeln. In diesem Zusammenhang sind alle anderen religiösen Gruppen mit Verfolgung konfrontiert.

10. Gebetsanliegen

Bitte beten Sie die Komoren:

  • Beten Sie für die Christen auf den Komoren, dass sie in ihrer Arbeit treu und fruchtbar sind und dabei Kolosser 3,23-24 im Auge behalten.
  • Beten Sie für die Christen auf den Komoren, dass sie freudig und untadelig leben, so dass andere sie nach ihrem Leben fragen und dadurch eine Tür für das Evangelium geöffnet wird.
  • Beten Sie für die Christen, die den Islam verlassen haben, um Jesus zu folgen. Bitten Sie Gott, ihnen Weisheit, Mut und Unterstützung zu geben, damit sie wissen, dass sie niemals allein sind.
  • Beten Sie, dass der Herr die Programme von Open Doors benutzt, um den Christen auf den Komoren Unterstützung und Hoffnung zu bringen. Beten Sie, dass diese Christen ein Zeugnis für die Gnade des Herrn sind und viele ermutigen, voll Vertrauen zu ihm zu kommen.