Länderprofil Oman

Oman

44
Weltverfolgungsindex
2019
Flagge OIman
Hauptreligion
Islam
Offizielle Staatsform
Sultanat
Platz Vorjahr
46
ISO
OM
Karte Oman
Christen
0,20
Bevölkerung
4.83
Islamische Unterdrückung
Ethnisch begründete Anfeindungen
Diktatorische paranoia
Privatleben: 12.900
Familienleben: 12.500
Gesellschaftliches Leben: 9.800
Leben im Staat: 9.600
Kirchliches Leben: 12.800
Auftreten von Gewalt: 1.700

Länderprofil Oman

Berichtszeitraum: 1. November 2017 – 31. Oktober 2018

Zusammenfassung

Position auf dem Weltverfolgungsindex

Platz 44 / 59 Punkte (WVI 2018: Platz 46 / 57 Punkte)

Welche Triebkräfte sind für die Verfolgung verantwortlich?

Islamische Unterdrückung: Der Islam ist die Staatsreligion und die Rechtsprechung basiert überwiegend auf dem islamischen Recht. Die Regierung beschränkt Gottesdienste auf Kirchen, die auf speziell vom Sultan für diesen Zweck gespendeten Land gebaut worden sind. Die öffentliche Verkündigung des Evangeliums ist verboten.

Ethnisch begründete Anfeindungen: Die Gesellschaft und die Familie meiden diejenigen, die den Islam verlassen. Stammestraditionen (z. B. die Familienehre) werden, vermischt mit islamischen Werten, Christen muslimischer Herkunft aufgezwungen. Die Identität der Familie und die Religion sind eng miteinander verbunden; den Islam zu verlassen, wird daher als Verrat an der Familie gesehen.

Diktatorische Paranoia: Der Oman ist eine absolutistische Monarchie, regiert durch Sultan Qabus. Das Regime beschränkt nahezu alle politischen und bürgerlichen Rechte und reagiert besonders harsch auf Kritik und Widerspruch. Es erwartet von seinen Bürgern Gehorsam und lässt keine Art von Opposition zu. Obwohl ausländische Christen relativ frei darin sind, ihren Glauben auszuüben, überwacht die Regierung all ihre Aktivitäten.

Von wem geht die Verfolgung aus?

Die omanische Gesellschaft ist konservativ und Stammesbeziehungen sind wichtig. Den Islam zu verlassen, wird daher als Verrat an Stamm und Familie gesehen und beide werden auf den Konvertiten Druck ausüben, zum Islam zurückzukehren. Die omanische Regierung fördert aktiv religiöse Toleranz. Dennoch ändert dies nicht die Tatsache, dass das öffentliche Recht auf der Scharia, dem islamischen Recht, basiert und Religionsfreiheit nur so weit gewährt, wie diese nicht die etablierten islamischen Bräuche, Vorschriften und die öffentliche Moral verletzt. Darüber hinaus überwacht die nichtdemokratische Regierung ihre Bevölkerung, besonders die Minderheiten, streng.

Wie äußert sich die Verfolgung?

Christen muslimischer Herkunft werden von Familie und Gesellschaft unter Druck gesetzt, ihren Glauben zu widerrufen. Sie können von zu Hause verbannt werden, ihren Job verlieren, Sorgerechtsprobleme bekommen und beim Erbe benachteiligt werden. Ausländische Gemeinden werden toleriert, aber ihre Einrichtungen sind zugangsbeschränkt und christliche Treffen werden überwacht, um jede politische Botschaft aufzunehmen und festzuhalten, ob Einheimische teilnehmen. Alle religiösen Organisationen müssen sich bei den Behörden anmelden.

Beispiele aus dem aktuellen Berichtszeitraum

  • Öffentliches Evangelisieren ist verboten; es kann nur im Privaten erfolgen. Nach einigen Berichten wurden im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex 2019 einige Christen muslimischer Herkunft und ausländische Christen, die in der Mission involviert waren, zu Befragungen vorgeladen.
  • Nichtmuslimische Gruppen müssen sich bei der Regierung registrieren, welche dann die Vermietung von Gebäuden an diese Gruppen genehmigt und überwacht.
  • Im Internationalen Bericht zur Religionsfreiheit für 2017 des US-Außenministeriums steht zum Oman: „Hassan al-Basham, der wegen seiner Kommentare in sozialen Medien 2016 zu drei Jahren Gefängnis wegen Blasphemie und Verletzung religiöser Werte verurteilt wurde, blieb weiterhin inhaftiert.“ Dies zeigt das politische Klima, in dem sich Christen im Oman bewegen müssen.

1. Position auf dem Weltverfolgungsindex

Mit einer Wertung von 59 Punkten belegt der Oman Platz 44 auf dem Weltverfolgungsindex 2019. Der Anstieg um 2 Punkte gegenüber dem Weltverfolgungsindex 2018 ist bedingt durch eine größere Anzahl an Berichten über Gewalt gegen Christen.

2. Triebkräfte der Verfolgung

Islamische Unterdrückung

Der Islam ist die Staatsreligion und die Rechtsprechung basiert überwiegend auf dem islamischen Recht. Der Lehrplan aller staatlichen Schulen beinhaltet den islamischen Religionsunterricht. Der Abfall vom Islam ist kein kriminelles Vergehen, wird aber vom Rechtssystem auch nicht berücksichtigt, da dieses alle Bürger als Muslime einstuft. Christen muslimischer Herkunft haben Probleme im Familienrecht, welches zum Beispiel dem Vater verbietet, das Sorgerecht für seine Kinder zu behalten, wenn er den Islam verlässt.

Ethnisch begründete Anfeindungen

Stammeswerte, in denen die Familienehre eine große Rolle spielt, sind mit islamischen Werten vermischt. Omani zu sein bedeutet Muslim zu sein. Es liegt Stolz darin, Omani zu sein, und oft ist die Feier der Tradition wichtiger als die Bedeutung hinter der Tradition. Mit der Tradition zu brechen oder die Gründe der Tradition zu hinterfragen, ist für die Bevölkerung undenkbar. Die Gesellschaft meidet diejenigen, die den Islam verlassen, auch wenn nicht zur Gewalt ermutigt wird.

Diktatorische Paranoia

Der Oman wurde bisher von einer Dynastie regiert, die den Willen der Bevölkerung nicht respektiert. Es gibt Unzufriedenheit unter den Omanis, die ihre Regierung generell als autoritär ansehen, auch wenn sie zustimmen, dass kürzlich erfolgte wirtschaftliche Reformen vorteilhaft waren. In ihrem Bericht von 2018 stufte die Menschenrechtsorganisation „Freedom House“ das Land als „nicht frei“ ein. Der Bericht gibt an: „Das Regime beschränkt nahezu alle politischen und bürgerlichen Rechte und reagiert besonders harsch auf Kritik und Widerspruch.“ Auch die Medien kämpfen mit Schikane und Einschüchterung.

3. Verfolger

Ausgehend von Islamischer Unterdrückung

Einheimische omanische Christen wurden von Regierungsbeamten verhört, die ihnen befahlen, Treffen einzustellen, und ihnen drohten, sie würden Jobs und Häuser verlieren. Viele haben Verfolgung von ihren Familien erlebt. Ausländische Christen wurden verhört und angewiesen, nicht über ihren Glauben zu sprechen, oder sie würden riskieren, ihre Visa zu verlieren. So ergänzen Regierung und Gesellschaft einander. Die Regierung beschränkt den christlichen Glauben von oben, entsprechend der Wünsche der Bürger nach einem islamischen Land. Auf der anderen Seite zwingt die Gesellschaft sowohl die einheimischen als auch die ausländischen Christen dazu, die islamischen Regeln zu befolgen, was vonseiten der Regierung keine gewalttätigen Aktionen gegen Christen notwendig macht. So kann sie ein freundliches Gesicht vor der Welt, besonders dem Westen, wahren.

Ausgehend von Ethnisch begründeten Anfeindungen

Für Omanis ist Omani zu sein die Nationalität, aber ihre wahre Identität liegt in ihrer Stammeszugehörigkeit. Da die Gesellschaft in lokalen Gemeinschaften organisiert ist, bringt ein christlicher Konvertit große Schande auf seinen ganzen Stamm. Die Stammesführer und Vorsteher der Familie tragen dann die Last, die Ehre des Stammes wiederherzustellen. Dies kann nur erfolgen, wenn die betroffene Person zum Islam zurückkehrt, die Gemeinschaft verlässt oder stirbt. Die Verfolgung erfolgt meist durch beständigen Druck, zum Islam zurückzukehren, oder durch den vollständigen Ausschluss des Einzelnen durch die Gemeinschaft.

Ausgehend von Diktatorischer Paranoia

Obwohl der Sultan wegen des Fortschritts und des Wohlstands, die sein Land unter seiner Herrschaft erlangt hat, sehr beliebt ist, ist er gleichzeitig ein Diktator. Viele Christen fürchten die Überwachung ihrer Telefone und ihrer Aktivitäten in den sozialen Medien, doch wird die Technik hauptsächlich gegen Omanis eingesetzt und benutzt, um jedes Anzeichen von Widerspruch und Kritik an der Regierung zu unterbinden.

4. Hintergrund

Am Zusammenfluss des Persischen Golfs und des Arabischen Meers gelegen, war der Oman im Mittelalter ein einflussreiches Sultanat. Arabisch ist die offizielle Sprache und mehr als die Hälfte der omanischen Bevölkerung sind Araber. Im Jahr 1971 trat Oman der Arabischen Liga und den Vereinten Nationen bei. Der Oman hat generell gute Beziehungen zu seinen Nachbarländern. Dem derzeitigen Sultan wird zugerechnet, einige demokratische Reformen eingeführt zu haben. Trotz aller Modernisierung und des Verbots der Sklaverei vor vielen Jahren sind bestimmte Einstellungen zur Sklaverei immer noch vorhanden und die strikte Kontrolle des Sultans über das Land ist immer noch präsent. Die politische Opposition ist schwach. Zugleich hat der Oman eine freie und konkurrenzfähige Wirtschaft. Der Reichtum aus Öl und Gas hat eine massive soziale Veränderung seit 1970 herbeigeführt. Der Bildungsstand hat sich deutlich verbessert. Schulbildung für Frauen hat den Analphabetismus dramatisch reduziert. Die jüngeren Generationen sind an neuen Ideen interessiert – sichtbar auch an der Kleidung der jungen Leute. Mehr noch: Es findet eine kulturelle Verschiebung von einem ländlichen, nomadischen Lebensstil hin zu einem eher urbanen Lebensstil statt.

5. Betroffene Christen

Ausländische Christen und Arbeitsmigranten

Es gibt eine gewisse Anzahl von ausländischen Gemeinschaften im Oman, größtenteils in den städtischen Gebieten von Muskat, Suhar und Salalah. Dies umfasst römisch-katholische, orthodoxe und evangelische Gemeinschaften. Es gibt mehr als 60 verschiedene christliche Gruppen, Gemeinden und Versammlungen, die in der Hauptstadt Muskat aktiv sind. Alle religiösen Organisationen müssen sich bei den Behörden anmelden und christliche Treffen werden überwacht. Es ist ausländischen Christen erlaubt, diskret in Privathäusern und auf Geschäftsgeländen Gottesdienste zu feiern. Ihre Einrichtungen sind zugangsbeschränkt, damit Einheimische nicht verärgert werden.

Christen muslimischer Herkunft

Christliche Konvertiten riskieren Verfolgung durch Familie und Gesellschaft, zumeist in Form von Druck, ihren Glauben zu widerrufen und dem Vorenthalten von Gemeinschaft. Sie können ihre Familie verlieren, da das Gesetz Vätern, die den Islam verlassen, verbietet, das Sorgerecht für ihre Kinder zu behalten.

6. Betroffene Lebensbereiche und Auftreten von Gewalt

Privatleben 12.9
Familienleben 12.5
Gesellschaftliches Leben 9.8
Leben im Staat 9.6
Kirchliches Leben 12.8
Auftreten von Gewalt 1.7

Grafik: Verfolgungsmuster Oman

Die Summe der Wertungen aller sechs Bereiche (die maximale Punktzahl beträgt jeweils 16,7) ergibt die Gesamtpunktzahl und somit die WVI-Platzierung. Das Verfolgungsmuster zeigt das Ausmaß von Druck und Gewalt, welche durch das Zusammenwirken der Triebkräfte hervorgerufen werden.

Das Verfolgungsmuster zeigt:

  • Der durchschnittliche Druck auf Christen ist sehr hoch und stieg von 11,2 Punkten im WVI 2018 auf 11,5 Punkte im WVI 2019.
  • Obwohl alle Lebensbereiche ein hohes oder sehr hohes Maß an Druck aufweisen, ist die Verfolgung in den Bereichen „Privatleben“, „Familienleben“ und „Kirchliches Leben“ am höchsten. Dies spiegelt auf der einen Seite die schwierige Situation der Christen muslimischer Herkunft wider, die einem sehr hohen Druck durch ihre eigene (Groß-)Familie ausgesetzt sind; auf der anderen Seite ist das kirchliche Leben sowohl für christliche Konvertiten als auch für ausländische Christen schwierig, da die Verkündigung des Evangeliums und die Integration von Christen muslimischer Herkunft sozial inakzeptabel sind.
  • Der Wert für das Auftreten von Gewalt bleibt niedrig, trotz eines Anstiegs von 1,1 Punkten im Vorjahr auf 1,7 Punkte im aktuellen Berichtszeitraum. Dieser Anstieg ist größtenteils durch die Bewertung der Situation von Hausmädchen in omanischen Haushalten bedingt. Berichten zufolge führt ihr Glaube zu einer höheren Verwundbarkeit für (sexuellen) Missbrauch.

Privatleben

Der Oman ist eines der wenigen Länder, in denen der Islam die Staatsreligion ist, aber der Glaubenswechsel weg vom Islam kein Verbrechen ist, solange er nicht öffentlich vollzogen wird. Dennoch hat dieser Konsequenzen, besonders bei Familienangelegenheiten. Vor allem Christen muslimischer Herkunft erleben Verfolgung in ihrem Privatleben. Dem vom US-Außenministerium 2017 herausgegebenen „International Religious Freedom Report“ zufolge „wurde der Wechsel weg vom Islam von der muslimischen Gesellschaft als extrem negativ gesehen“, was erklärt, warum christliche Konvertiten von der Familie verstoßen werden. Vor dem Hintergrund der Stammeskultur bedeutet das den Verlust aller sozialen Sicherheiten, die normalerweise durch die Familie gewährt werden.

Familienleben

Rechtlich werden christliche Konvertiten weiterhin als Muslime betrachtet. Sie können nur nach islamischem Ritus heiraten. Eine christliche Hochzeit oder Beerdigung zu feiern, ist schwierig. Ein Experte für das Land ergänzt: „Ein christlicher Ehemann mit muslimischem Hintergrund wird das Sorgerecht bei der Scheidung verlieren. Das sagt das Familienrecht eindeutig.“ (Dies wäre bei einer christlichen Ehefrau muslimischer Herkunft nicht anders, aber Frauen haben allgemein kein Sorgerecht.) Zudem werden Ehepartner unter Druck gesetzt, sich von ihrem christlichen Ehepartner zu trennen, während die Familie den Konvertiten enterben wird.

Gesellschaftliches Leben

In ihrem sozialen Umfeld, besonders in Schulen, müssen vor allem Christen muslimischer Herkunft Vorkehrungen treffen, um Diskriminierungen und Schikane zu vermeiden. Ein Experte für das Land hält fest: „Der Lehrplan öffentlicher Schulen beinhaltet islamische Lehren. Es ist Pflicht für muslimische Schüler, den Islamunterricht zu besuchen. Christen und andere Nichtmuslime müssen diesen Unterricht nicht besuchen. Allerdings müssen Christen muslimischer Herkunft, die ihren christlichen Glauben nicht offenbaren wollen, zu ihrer eigenen Sicherheit weiter am Islamunterricht teilnehmen. Darüber hinaus gibt es keinen gleichwertigen christlichen Religionsunterricht im Lehrplan für christliche Schüler.“

Christen werden generell nicht nur durch die Regierung, sondern auch durch die Gesellschaft überwacht. Christliche Symbole wie ein Kreuz zu tragen, kann zu Fragen führen. Auch in diesem Bereich erleben christliche Konvertiten den stärksten Druck, da sie generell durch die Gesellschaft ausgegrenzt werden, wenn ihr Glaube bekannt wird. Ein Christ muslimischer Herkunft kann beispielsweise sehr leicht seine Arbeitsstelle verlieren.

Leben im Staat

Der Druck in diesem Bereich hat meist einen massiven Einfluss darauf, wie sich die Triebkräfte der Verfolgung im jeweiligen Land ausbilden. Der Islam ist die Staatsreligion des Oman und die Rechtsprechung basiert überwiegend auf dem islamischen Recht. Dies bedeutet, dass Christen unter diesen Regeln und Gesetzen leben müssen, die im Einklang mit dem Islam erlassen wurden. Dennoch schreibt ein Experte für das Land: „In den letzten Jahren haben omanische Behörden lokalen Christen zu verstehen gegeben, dass sie glauben können, was sie wollen, solange sie sich nicht an ungenehmigten Versammlungsorten treffen oder ihren christlichen Glauben in irgendeiner Weise publik machen.“ Dies zeigt, dass die Regierung nicht aktiv wird, solange ein Konvertit kein öffentliches Ärgernis verursacht.

Kirchliches Leben

Es gibt viele offiziell anerkannte Gemeinden und Kirchen im Oman. Dennoch ist es schwer, ein Kirchengebäude anzumelden und zu bauen. Zudem muss die Regierung der Vermietung von Gebäuden an religiöse Gruppen zustimmen. Das Gesetz verbietet allen religiösen Gruppen öffentliche Missionierung, allerdings toleriert die Regierung private Evangelisation innerhalb der rechtlich registrierten Gebäude. Diese Toleranz gegenüber der privaten Evangelisation ist charakteristisch für den Oman, da dies in den Nachbarländern unmöglich und sogar gefährlich ist. Auf diesem Weg will die Regierung ihr Land als islamisch gegenüber seinen Nachbarn darstellen, während sie gleichzeitig tolerant gegenüber den Minderheiten ist.

Auftreten von Gewalt

Der Anstieg der Wertung für das Auftreten von Gewalt ist größtenteils in der Bewertung der Situation (weiblicher) Hausangestellter begründet. Im offiziellen „kafala“-Bürgschaftssystem sind Haushaltsangestellte eng an ihre Arbeitgeber gebunden, die ihre Pässe an sich nehmen und sie zwingen können, massive Überstunden zu machen. Dies sorgt für eine Verwundbarkeit der Hausangestellten, wie Amnesty International in seinem Jahresbericht 2017/18 berichtet. Beispiele dazu im Abschnitt „Zusammenfassung“.

7. Verfolgungssituation für Frauen und Männer

Frauen

Generell sind Frauen im Oman in einer verwundbaren Position. Die Gesellschaft ist sehr konservativ und das Leben von Frauen und Mädchen wird von ihrem Vater, Ehemann oder Vormund kontrolliert. Innerhalb der omanisch-muslimischen Kultur werden Frauen als weniger wertvoll als Männer betrachtet, sogar in Gerichtsverhandlungen. Meistens bleiben Frauen zuhause bei ihren Kindern. Dies schafft eine Denkweise, in der Frauen in vielerlei Hinsicht als weniger fähig betrachtet werden. Das hat auch einen Einfluss auf ihren Glauben, da von Frauen nicht erwartet wird, eine religiöse Meinung zu haben. Diese Umgebung macht es besonders für Frauen schwierig, den Islam für den christlichen Glauben zu verlassen. Normalerweise erleben Frauen und Mädchen den Druck vonseiten der Familie am stärksten, gefolgt von jüngeren und älteren Männern, was die unterschiedlichen Status- und Freiheitsebenen innerhalb der Kultur widerspiegelt. Zusammen mit der sozialen Kontrolle innerhalb dieses Systems ist zu sehen, wie viele Barrieren Frauen davon abhalten, ihren Glauben zu wechseln und sich mit Christen zu treffen.

Die Misshandlung von Arbeitsmigranten, einschließlich deren sexueller Missbrauch, bleibt ein wichtiges Thema. Obwohl dies nicht in erster Linie ein religiöses Problem ist, gibt es Anzeichen, dass nichtmuslimische Arbeitsmigranten, von denen fast alle weiblich sind, in größerer Gefahr stehen, Opfer eines solchen Missbrauchs zu werden als Muslime.

Männer

Männliche Christen aus dem Ausland erleben Druck wegen ihres Glaubens höchstwahrscheinlich im Bereich ihrer Arbeit. Für männliche Konvertiten ist der Einfluss ihres neuen Glaubens viel weitreichender. Höchstwahrscheinlich werden sie von ihren Familien verstoßen, was eine größere soziale Ausgrenzung nach sich zieht: 1.) Ihre Familien unterstützen sie nicht mehr; 2.) Sie verlieren den Zugang zu alltäglichen Notwendigkeiten, die sie von der Familie erhalten haben; 3.) Eine Arbeit in der omanischen, auf Netzwerken basierenden Kultur zu finden, wird schwieriger; und 4.) Keine Familie wird ihrer Tochter erlauben, einen Mann zu heiraten, der seine Familie nicht respektiert.

Wenn ein Christ muslimischer Herkunft zum Zeitpunkt seines Glaubensübertritts Familie und Arbeit hat, riskiert er, alles zu verlieren. Wenn ein Mann den Islam verlässt, verliert er per Gesetz automatisch das Sorgerecht für seine Kinder, seine Frau kann sich von ihm scheiden lassen und er kann leicht seine Arbeit verlieren, was schwere Folgen für alle seine Familienmitglieder hat, da Männer traditionell die Versorger in ihren Familien sind.

8. Verfolgung anderer religiöser Gruppen

Hindus, Buddhisten und nichtibaditische Muslime sind relativ frei darin, ihren Glauben zu praktizieren. Der „International Religious Freedom Report“ des US-Außenministeriums für 2017 hält für den Oman fest, dass „Nichtmuslime, die in Privathäusern anbeteten, weiterhin angaben, dass Christen, Buddhisten, Hindus und andere religiöse Gruppen keine Eingriffe durch die Regierung erlebten, trotz weiterhin bestehender rechtlicher Verbote von Gottesdiensten außerhalb von der Regierung anerkannter Räumlichkeiten. Nichtmuslimische Minderheiten berichten weiterhin von übervollen Versammlungsorten. Beengter Platz sorgte auch in einigen Privathäusern, die für nichtislamische Gottesdienste genutzt wurden, für Platzprobleme.“

9. Ausblick

Der politische Ausblick

Die Zukunft der Christen im Oman wird von sozialen, politischen und regionalen Faktoren bestimmt. Betrachtet man die Situation vieler Länder im Nahen Osten und am Golf, ist es schwer, sich positive Entwicklungen vorzustellen. Der Oman ist hierbei keine Ausnahme. Sollte es zu sozialen Unruhen kommen, die das Regime schwächen, könnte dies in der Tat zu einer weiteren Islamisierung der politischen Institutionen des Landes und zu einer strikteren Anwendung der Scharia führen. Der Sultan gilt als die treibende Kraft hinter der Sicherheit und Stabilität des Landes; er altert jedoch zusehends und Berichten zufolge wird seine Gesundheit schlechter. Wenn sein Einfluss sinkt, könnte das Land in die Hände extremistischer Muslime fallen. Des Weiteren scheint es zwar, als ob ein Waffenstillstand zwischen den Parteien im Nachbarland Jemen erreicht werden konnte, doch das Land bleibt weiterhin instabil und sowohl Flüchtlinge als auch militante Islamisten könnten versuchen, in den Oman zu gelangen, wenn sich die Situation nicht verbessert. Dies würde dem Ansehen Omans als neutraler Zufluchtsort schaden. Hinzu kommt, dass, obwohl der Oman sich bisher in der Katar-Krise auf keine Seite geschlagen hat, er von Saudi-Arabien dazu gezwungen werden könnte, was wiederum Einfluss auf die Politik der Regierung und die Wirtschaft haben könnte.

Der Ausblick für Christen

Mit Hinblick auf Islamische Unterdrückung: Obwohl die Gefahr einer zukünftigen Islamisierung besteht, gibt es den positiven Trend im Land, dass die Regierung versucht, eine Kultur der religiösen Harmonie zu schaffen. Das „Al Amana Centre“, eine evangelische Initiative mit Unterstützung durch die Regierung, arbeitet an einem Dialog und dem Verständnis zwischen Muslimen und Christen unter dem Motto: „Kein Frieden zwischen den Nationen ohne Frieden zwischen den Religionen“ und „Kein Friede zwischen den Religionen ohne Dialog zwischen den Religionen“. Nichtsdestotrotz bleibt der Glaubenswechsel ein sehr sensibles und kontroverses Thema und Gemeinden bleiben weiterhin in ihren Aktivitäten eingeschränkt, besonders in Bezug auf Evangelisation.

Mit Hinblick auf Ethnisch begründete Anfeindungen: Obwohl Urbanisierung und Modernisierung die kommenden Generationen beeinflussen, werden Familie und Stamm sehr wahrscheinlich weiterhin eine wichtige Rolle in der Gesellschaft spielen. Solange die religiöse und die Stammesidentität miteinander verwoben bleiben, wird der Glaubenswechsel hin zum christlichen Glauben als Verrat an der Familie betrachtet werden, was diese Entscheidung schwierig macht.

Mit Hinblick auf Diktatorische Paranoia: Sollte der Sultan an der Macht bleiben, werden ausländische Christen die relative Freiheit behalten, ihren Glauben zu leben. Die Regierung wird auch weiterhin Christen daraufhin überwachen, ob sie verbotenen Aktivitäten nachgehen, die zu öffentlichen Unruhen führen könnten (Mission). Sie zeigt aber keine Anzeichen, Christen aggressiv zu verfolgen. Dies kann sich jedoch ändern, sollte der Sultan sterben oder abdanken.

Schlussfolgerung

Wenn der Sultan stirbt, könnte sich die Übergangsphase als eine Zeit der Unsicherheit und des Konflikts erweisen. Dies gilt auch für den Bürgerkrieg im Jemen: Wenn ihm nicht Einhalt geboten wird, könnte er einen Einfluss auf den Oman haben, indem militante Islamisten und Flüchtlinge die Grenze vom Jemen her überqueren. Obwohl der Oman nicht direkt in die Katar-Krise involviert ist, könnte er betroffen sein, wenn sich die regionalen Spannungen unvermindert fortsetzen oder sogar verschlimmern, da diese bereits die Zusammenarbeit der Golfstaaten im Golf-Kooperationsrat beeinflussen. Derzeit bleibt der Oman ein friedliches Land, aber seine Zukunft ist unsicher und einige Entwicklungen könnten einen negativen Effekt auf die christliche Minderheit haben.  

10. Gebetsanliegen

  • Bitte beten Sie für den Oman:
    • Bitte beten Sie, dass Menschen im Oman das Evangelium annehmen und sich Christus anvertrauen. Beten Sie für Glaube, Hingabe und Durchhaltevermögen bei den Christen, die den Omanis vom Evangelium erzählen. Oft sehen sie lange Zeit keine Resultate in ihrer Arbeit.
    • Danken Sie dem Herrn für Christen, die selbst unter schwierigen Umständen den Menschen im Land dienen und das Evangelium weitergeben wollen. Ihnen fehlt oft die Gemeinschaft mit anderen Christen, sie fühlen sich einsam und manchmal sogar vom „freien“ Teil des Leibes Christi vergessen. Beten Sie dafür, dass der Herr sie ermutigt.
    • Danken Sie dem Herrn für die Omanis, die Jesus als den Sohn Gottes und ihren König angenommen haben. Beten Sie für Mut, ihr neues Leben in ihm zu teilen und beten Sie auch für den Schutz dieser neuen Christen und für die, von denen sie das Evangelium erhalten haben.
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