Informationen für den Gemeindebrief

Vietnam: Verhaftet wegen Verbreitung des Evangeliums

(Open Doors, Kelkheim) – Liem* und Hao* bringen Stammesangehörigen in Vietnam das Evangelium von Jesus Christus. Den Behörden ist dies ein Ärgernis und so wurden die beiden Christen im Mai wegen ihrer Missionstätigkeit verhaftet und schwer geschlagen.

Gefaltete Hände
Symbolbild

Wie in anderen kommunistischen Ländern werden Christen in Vietnam streng überwacht, zensiert und diskriminiert. Vor allem in abgelegenen Gebieten Zentral- und Nordvietnams sind Christen aufgrund ihres Glaubens intensivem Druck und Gewalt ausgesetzt. Christen mit buddhistischem oder animistischem Hintergrund sowie aus Freikirchen erleben Verfolgung und Diskriminierung am stärksten. Viele gehören ethnischen Minderheiten wie etwa den Hmong an.

Zwei Brüder lassen sich von behördlicher Verfolgung nicht einschüchtern

Die Brüder Liem und Hao vom Volk der Hmong verbreiten seit Jahren das Evangelium von Bezirk zu Bezirk. Sie haben bereits viele Gemeinden gegründet. Ihr Herzenswunsch ist, ihr eigenes Volk für Gottes Reich zu gewinnen. Verfolgung wegen ihres Glaubens nehmen sie dabei in Kauf. Jede Woche besuchen sie Dörfer, um das Verständnis der Menschen für Gottes Wort zu vertiefen.

So waren Liem und Hao im Mai dieses Jahres in einer Region, wo viele Menschen sich Jesus zugewandt hatten, und verkündeten Gottes Wort. „Während wir lehrten, kam die örtliche Polizei und verhaftete uns“, berichtet Liem. Auf der Polizeiwache wurden er und Hao verhört und blutig geschlagen. Das war aber noch nicht alles.

Als sie nach Hause gingen, wurden sie erneut verhaftet. „Wir mussten zwei Tage lang dableiben und man gab uns weder Essen noch Wasser. Wir wurden gezwungen, eine Erklärung zu unterschreiben, dass wir nicht mehr missionieren werden“, berichtet Hao. Liem fügt hinzu, dass die Behörden ihre Bibeln, Mobiltelefone und einen Laptop beschlagnahmten. Einen Beleg für die konfiszierten Gegenstände erhielten sie nicht, auch nicht als sie freigelassen wurden. Die Behörden begründeten dies damit, dass die beiden einen solchen Beleg an Kontakte im Ausland schicken oder sie anzeigen könnten.

Selbst nach Verlassen der Polizeiwache hörte die Schikane nicht auf: „Uns wurde mitgeteilt, dass wir überwacht werden und dass uns staatliche Leistungen wie Gesundheitsfürsorge, landwirtschaftliche Unterstützung sowie Schulgebühren für unsere Kinder gekürzt werden“, sagte Liem. Die komplette Unterstützung für bedürftige Familien wurde ihnen gestrichen.

Obwohl die örtlichen Behörden sie immer wieder unter Druck setzen, lassen sich die Brüder die Verkündigung nicht verbieten. Ihre Verhaftung sowie weitere Verfolgung haben jedoch einige Christen in der Region in Unruhe versetzt. Sie und alle Christen in Vietnam brauchen unsere Unterstützung im Gebet. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors belegt Vietnam Rang 19.

*Name geändert

 

 

 

Meldung als PDF