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Zentralasien: 'Entweder Jesus oder ich!'

(Open Doors) - Habib stammt aus einem Land Zentralasiens. Seinen richtigen Namen und Wohnort können wir nicht nennen. Zwar dürfen wir Habibs Geschichte weitergeben, doch würde seine wahre Identität bekannt, wären die Folgen für ihn fatal. In seiner Kultur steht die Familienehre über dem individuellen Wunsch etwa seinen Glauben selbst zu wählen. Als der junge Muslim sich entschied, künftig Jesus Christus nachzufolgen, hat er damit das Ansehen seiner Familie beschmutzt.

Lebenswende im doppelten Sinn

Open Doors-Mitarbeiter Daniel (Name geändert) traf Habib in einem Safe House in Zentralasien. Solche Zufluchtshäuser unterhält Open Doors in mehreren Ländern. Sie geben Christen, die vor Gewalt und Morddrohungen fliehen mussten, ein sicheres Zuhause. Als Habib dort ankam, war er gerade 23 Jahre alt geworden. Er sprach kaum Russisch, die Verkehrssprache in der Region, besonders unter alten Menschen. Als 17-Jähriger entschied er sich auf einem christlichen Jugendlager für ein Leben mit Jesus. Habib besuchte christliche Treffen und las daheim das Injil (arab. Neues Testament). Sein Vater war Leiter der Stadtbücherei. Anfangs regte er sich nur auf über den Glaubenswechsel seines Sohnes. Dann versprach er ihm Geschenke. Habib dürfe auch die Universität besuchen, wenn er zum Islam umkehre. Mitleiderregend appellierte der Vater an den Sohn. Ob der denn wirklich wolle, dass sein eigener Vater an einem Herzleiden sterbe. Und so weiter.

Vor die Entscheidung gestellt

Je länger sich der Sohn weigerte, zum Islam zurückzukehren, desto härter wurde die Verfolgung. Verwandte versuchten, ihn mit Schlägen auf den "rechten Weg" zurückzubringen. Einmal prügelten sie ihn sogar bis zur Bewusstlosigkeit. Sein Vater bäumte sich ein letztes Mal auf und stellte Habib vor die Wahl: "Du hast Schande über unsere Familie gebracht. Übst du diese Religion weiter aus, bist du nicht länger mein Sohn. Entweder Jesus oder ich!" Habib brach es das Herz. "Vater, ich liebe dich so sehr", weinte er, "ich wünschte, du würdest mich nicht zu einer Entscheidung zwingen, aber ich kann Jesus nicht verleugnen." Der Vater blieb hart und warf seinen Sohn aus dem Haus. Lediglich seine Bibel durfte er mitnehmen.

Image removed.Oase des Friedens

Von der eigenen Familie verstoßen zu sein, hinterließ bei dem jungen Mann tiefe seelische Spuren. Er vermisste seine Eltern und Geschwister sehr. So gut es ging, standen christliche Freunde ihm bei. Doch die ganze Stadt schien über ihn Bescheid zu wissen. Es wurde zunehmend schwieriger, dort zu bleiben, geschweige denn, eine Arbeit zu finden. Freunde bezahlten ihm eine Fahrkarte und schickten ihn in ein Zufluchtshaus von Open Doors. Für den jungen Mann brach nun eine Zeit der Heilung und der Zurüstung an. Er erhielt Kleidung und Schuhe und zog in ein eigenes Zimmer. Habib lernte schnell Russisch und ein Handwerk. Die meisten Bewohner dieses Safe House hatten Ähnliches erlebt. So betete einer für den anderen um Versöhnung mit ihren Familien. (Beispielbild: Berufsausbildung in einer Schreinerei für verfolgte Christen in einem Zufluchtshaus/Open Doors)

Nach Hause kommen

Ende August vergangenen Jahres nahm sein Vater Kontakt zu ihm auf. Er lud ihn nach Hause ein. Genau an seinem Geburtstag kehrte Habib in seine Heimat zurück. Alle waren überrascht, wie gut er aussah; so gesund und mit einer soliden Lebenseinstellung. Sie glaubten, er sei auch zum Islam zurückkehrt. Doch in diesem Punkt musste er sie enttäuschen. Und nach anfänglicher Freude begann der Druck von Neuem. Der junge Habib bleibt mit seinem unerschütterlichen Bekenntnis zu Jesus Christus eine Schande für seine Familie. Er ist zwar wieder zu Hause, aber der Weg vor ihm ist keiner einfacher. Mehr denn je braucht er Gottes Beistand und unser Gebet.

Gebetsanliegen:

  • Beten Sie für Habib, dass sich die Beziehung zu seiner Familie und besonders zu seinem Vater entspannt.
  • Beten Sie für Christen muslimischer Herkunft, die von ihren Eltern verstoßen wurden. Der Ausschluss aus dem Familienverband wiegt schwer, und die Glaubensgeschwister leiden sehr darunter.
  • Danken Sie dafür, dass wir gemeinsam mit Christen vor Ort Zufluchtshäuser in vielen Ländern mit Christenverfolgung aufbauen konnten. Sie geben Frauen und Männern die Chance auf ein sicheres Leben.

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