„Gott wird mein Vater sein“

Die Geschichte von Wasihun aus Äthiopien, der seinen Vater verlor, weil dieser am Glauben an Jesus festhielt

 

Motuma Kemede, sein Sohn Wasihun und der Rest der Familie waren die einzigen Christen in ihrem Dorf im Westen Äthiopiens. Trotz ständiger Beleidigungen und Bedrohungen versuchte Motuma, den anderen Dorfbewohnern immer wieder zu erklären, warum er und seine Familie nicht an den animistischen Ritualen teilnahmen. Doch die Situation eskalierte.

Wasihun beim Besuch von Open Doors im August 2013

 

Die Nacht, die alles veränderte

„Es hat geregnet. Wir haben den ganzen Tag gearbeitet und sind erst spät nach Hause gekommen“, erinnert sich Wasihun, als wäre es erst gestern gewesen. „In dieser Nacht sind Männer gekommen und haben ihn umgebracht.“

Es war Mitternacht, die Familie schlief. Da warfen drei Angreifer etwas Schweres an das Fenster. Wasihuns Vater und seine Mutter Buze waren sofort wach und an der Tür. Buze wurde so hart geschlagen, dass sie hinfiel und benommen liegenblieb. Als ihr Mann ihr zur Hilfe eilte, gingen alle drei Angreifer auf ihn los: Einer stach ihn in die Seite, ein Anderer schlug ihn auf den Kopf, der Dritte verwundete seine Arme mit einem Speer. Schließlich schnitt einer von ihnen Motumas Kehle durch. Er blutete so heftig, dass er sofort zusammenbrach. Wasihuns Vater starb noch in der Tür.

„Als wir zur Tür kamen, lag er bereits im Sterben.
Wir sahen sein Blut. Ich war geschockt“,

erzählt Wasihun. Diese Nacht im August 2013 veränderte für ihn und die Familie alles.

Straßenszene in Äthiopien

 

Wasihun traf der Verlust am tiefsten

Kurze Zeit danach besuchte ein Team von Open Doors die Familie. Motumas schwangere Witwe Buze und ihre acht Kinder waren am Boden zerstört und tief traumatisiert. Doch am tiefsten hatte es den jungen Wasihun getroffen.

Sein Vater war Wasihuns Held gewesen. „Mein Vater hat mir Kleidung gekauft, mich mit zur Kirche genommen und mir erlaubt, dass ich ihm bei der Arbeit helfe. Ich habe ihn geliebt! Er hat mich geliebt! Er hat auf mich aufgepasst.“

Open Doors hat die Familie seit dem Tod von Motuma mit Lebensmitteln und den Schulgebühren der Kinder unterstützt. Buze wurde dabei geholfen, ein eigenes Einkommen aufzubauen. Sie nahm außerdem an einem Seminar zur Trauma-Seelsorge teil.

Wasihun (links) beim Sammeln von Feuerholz

 

Unterstützung durch weltweite Gemeinde und Open Doors

Mitarbeiter von Open Doors besuchen die Familie regelmäßig. Bei jedem Mal können sie mehr und mehr sehen, wie durch die Unterstützung der weltweiten Gemeinde neue Hoffnung im Leben der Familie wächst. Im Mai 2018 gab es erneut ein Wiedersehen.

Als sich das Team dem Haus nähert, sieht Wasihun es schon von weitem. Er und seine jüngeren Geschwister rennen auf die Mitarbeiter zu und schlingen ihre Arme um sie. „Es ist so gut, euch zu sehen!“, ruft Wasihun. Durch die Rufe ihrer Kinder weiß auch Buze, dass das Team angekommen ist. „Danke, dass ihr da seid“, begrüßt sie die Mitarbeiter.“

Der nun zwölfjährige Wasihun (ganz rechts) mit seiner Familie beim Besuch 2018

 

Inzwischen ist Wasihun zwölf Jahre alt und weiß nicht, ob er ein Kind oder ein Mann sein soll. Obwohl er gerne mit seinen kleinen Geschwistern spielt und deren Spiele eher ihrem Alter entsprechen als seinem, ist er ein verantwortungsbewusster Junge – nach der Schule hilft er seiner Mutter, indem er sich um die Tiere kümmert und das Heu einbringt.

„Ich war geschockt, als ich sehen musste, wie mein Vater getötet wurde. Aber Gott hat uns getröstet und uns gesagt, dass er der Vater für jeden von uns sein wird.“

Seine Mutter erklärt: „Nachdem Open Doors gehört hatte, was meinem Mann passiert war, gaben sie mir Geld, damit ich Essen für meine Familie kaufen konnte. Sie ermutigten mich, nicht aufzugeben und sagten mir, dass sie da sein würden, um mich zu unterstützen. Ich bin nicht mehr allein. Das gab mir neue Hoffnung.“

Wasihuns ältere Schwester Bachu

 

Und Bachu, die inzwischen eine junge Frau mit starkem Glauben geworden ist, fügt hinzu: „Der Herr segnet uns. Er hat uns noch besser versorgt, als es mein Vater konnte. Wir leben jetzt ein besseres Leben als je zuvor. Durch die Unterstützung hat sich unser Leben maßgeblich verändert.“

„Der Herr segnet uns …“

Zwei Tage nach dem Besuch bei Wasihun und seiner Familie, nahmen er und seine Schwester Bachu bei einer von Open Doors unterstützten Veranstaltung teil – dort werden Kinder und Jugendliche ermutigt, die wie sie von Verfolgung in Äthiopien betroffen sind.

 

Wasihun bei einer von Open Doors unterstützten Veranstaltung für Kinder

 

Bitte beten Sie weiterhin für Wasihun, seine Geschwister und seine Mutter! Die Familie braucht auch weiterhin unsere Unterstützung im kraftraubenden Alltag ohne den Vater. Mehr Gebetsanliegen für Kinder der verfolgten Kirche finden Sie auf der Themenseite Blickpunkt Kinder.

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