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Ägypten: Privathaus wegen Gottesdienst verwüstet

Christen in ländlichen Gebieten stehen unter großem Druck

(Open Doors, Kelkheim) – Am 8. Juli stürmte in einem oberägyptischen Dorf eine aufgebrachte Menge die Wohnung eines Christen. Drinnen fand zu dem Zeitpunkt ein Gottesdienst statt. Die Angreifer verwüsteten die Wohnung und machten deutlich, dass sie in ihrem Dorf keine Kirche dulden werden. Der Vorfall ist nicht ungewöhnlich und verdeutlicht den Druck, unter dem Christen in Ägypten besonders im ländlichen Raum stehen.

Dörfliches Leben in Oberägypten
Dörfliches Leben in Oberägypten (Symbolbild)

Selbst Kinder unter den Angreifern

Einige Zeit nach dem Vorfall hatte Open Doors Gelegenheit, mit Nabil* zu sprechen. Er war gemeinsam mit seiner Frau und ihren drei Kindern unter den Teilnehmern des Gottesdienstes, als der Angriff der Dorfbewohner erfolgte. Der Familienvater schildert den Hergang wie folgt: „Wir wurden von einer großen Menge Angreifern aus dem Dorf überrascht – Männern, Frauen und sogar Kindern“, sagt Nabil. „Sie begannen, das Haus, in dem wir gerade Gottesdienst feierten, mit Ziegeln und Steinen zu bewerfen, schrien Beleidigungen und skandierten feindselige Parolen wie: ‚Wir wollen keine Kirche in unserem Dorf.‘“ Nabil beschreibt, wie die anwesenden Kinder vor Angst schrien. Der Raum sei dunkel gewesen. Er erinnert sich lebhaft an die Geräusche: den Klang zerbrechenden Glases und die Flut von Beleidigungen.

Die Fenster wurden von Ziegelsteinen durchschlagen, sodass der Boden von Scherben übersät war. Kurz darauf brachen die Angreifer die Eingangstür auf, verwüsteten die Wohnung, zerstörten Möbel und beschädigten anschließend weitere Wohnungen in dem Gebäude. Ob Menschen bei dem Angriff zu Schaden kamen, konnte nicht eindeutig verifiziert werden.

Der Bau von Kirchen wird verhindert

Insbesondere in ländlichen Gebieten Ägyptens erleben Christen immer wieder Verfolgung und Diskriminierung. Als Minderheit werden sie schikaniert, als Verräter bezeichnet und sind tätlichen Übergriffen ausgesetzt. Manchmal eskalieren alltägliche Diskriminierungen zu Gewalt und es kommt zu Ereignissen wie dem Angriff auf den Gottesdienst. Dass dieser in einem Privathaus stattfand, hat einen einfachen Grund: Den Christen des Dorfes wurde die Genehmigung zum Bau einer Kirche verweigert. „Uns wird unser grundlegendstes Recht vorenthalten: einen Ort zu haben, an dem wir unseren Glauben ausüben können“, erklärt Nabil.

Der Druck der islamischen Mehrheitsgesellschaft ist übermächtig, sodass die oftmals sehr kleine christliche Gemeinschaft in den Dörfern keine Chance hat, ihr Recht auf Glaubensfreiheit einzufordern und eigene Versammlungsräume einzurichten. Wenn sie sich im privaten Rahmen versammeln, sind sie ohne polizeilichen Schutz Angriffen hilflos ausgeliefert.

Christen von Behörden unter Druck gesetzt, Anzeigen zurückzuziehen

Nach dem Vorfall erstatteten die Angegriffenen Anzeige mit der Folge, dass die Polizei mehrere Angreifer festnahm – allerdings auch einige Gottesdienstteilnehmer. Die Christen wurden bedrängt, ihre Anzeigen zurückzuziehen, damit ihre Glaubensgeschwister wieder aus der Untersuchungshaft entlassen werden konnten.

Auch dieses Vorgehen ist gängige Praxis, sodass die Angreifer bei christenfeindlichen Vorfällen in aller Regel ungestraft davonkommen. Derartige Ungerechtigkeiten machen das Leben für Christen in diesen Dörfern sehr herausfordernd und führen immer wieder dazu, dass ganze Familien ihre Häuser aufgeben und ihre Dörfer verlassen.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Ägypten an 42. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

*Name geändert

Quellen: Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Ägypten

  • Beten Sie für Nabils Familie und die anderen betroffenen Christen, dass sie den Schock des Angriffs überwinden und Gottes Frieden erleben.
  • Beten Sie, dass Jesus die Christen im dörflichen Umfeld schützt und sie im Glauben stärkt, sodass sie ihm trotz aller Schikanen mutig nachfolgen.
  • Beten Sie für die Angreifer und Behörden, dass Gottes Geist unter ihnen wirkt und besonders die Behörden den Christen mit Gunst begegnen.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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