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Äthiopien: Mindestens 60 Christen in einer Woche getötet

Tödliche Gemengelage politischer und religiöser Spannungen

(Open Doors, Kelkheim) – Bei Angriffen in der äthiopischen Region Oromia wurden zwischen dem 20. und dem 24. Oktober mindestens 60 Christen getötet. Mehrere Häuser wurden in Brand gesetzt und Geschäfte zerstört, als bewaffnete Gruppen die dort ansässigen christlichen Gemeinschaften umzingelten und angriffen.

Eine Kirchturmspitze hinter einem Baum
61,2% der Äthiopier sind Christen, die meisten davon gehören der äthiopisch-orthodoxen Kirche an

Gegenseitige Schuldzuweisungen von Regierung und Rebellen

Nach Angaben der äthiopisch-orthodoxen Tewahedo-Kirche wurden am 20. Oktober im Distrikt Merti 14 Menschen und am 24. Oktober im Distrikt Shirka 46 weitere Menschen getötet. Alle Opfer seien Christen gewesen. Zudem seien mehr als 20 Häuser niedergebrannt und über 20 Menschen mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden. Das gab die Kirche in einer öffentlichen Erklärung vom 26. Oktober bekannt. Unter den Opfern befanden sich laut dem Nachrichtenportal „The Reporter“ Frauen, Kinder und ältere Menschen.

Die Regionalregierung von Oromia und eine Quelle aus dem Umfeld einer Rebellenallianz, die in der nördlichen Region Tigray gegen Regierungstruppen kämpft, wiesen sich gegenseitig die Schuld für die Angriffe zu. Nach Darstellung der Regionalregierung habe die Rebellenallianz die Angriffe verübt, um einen religiösen Konflikt zu schüren. Die mit der Rebellenallianz in Verbindung stehende Quelle gab unter Berufung auf Gespräche mit zwei Anwohnern an, die Regionalregierung von Oromia habe die Morde begangen.

Zahlreiche Angriffe auf Christen in den vergangenen Monaten

Laut „Africa Report“ kommt es in der Region Oromia bereits seit einiger Zeit immer wieder zu Gewalttaten gegen Christen. Im Jahr 2025 wurden 25 Menschen getötet, im März 2026 kamen weitere 21 Menschen ums Leben. Bei Gewalttaten vom 31. Mai bis in den Juni 2026 starben über 50 Menschen, und die 101 Jahre alte Teleta-St.-Gabriel-Kirche wurde zerstört.

Neben religiöser auch politische Motivation wahrscheinlich

Oromia ist Äthiopiens größte und bevölkerungsreichste Region und seit langem Schauplatz eines Aufstands unter Beteiligung der Oromo-Befreiungsarmee. In Oromia kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen muslimischen, protestantischen und orthodoxen Gemeinschaften.

Die Angriffe finden vor dem Hintergrund des umfassenderen Konflikts im Norden Äthiopiens statt, bei dem sich die Tigray People’s Liberation Front (TPLF) und die äthiopische Regierung derzeit bekämpfen. Die TPLF hat sich der aus sieben Gruppen bestehenden „Allianz für das Überleben“ angeschlossen, deren Ziel es ist, den aus dem Volk der Oromo stammenden Premierminister Abiy Ahmed zu stürzen.

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Äthiopien an 36. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Africa Report, Reuters, The Reporter, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Äthiopien

  • Beten Sie um Trost und umfassende Heilung für die Familien der Getöteten.
  • Beten Sie darum, dass die Christen angesichts der vielfältigen Spannungen als Friedensstifter auftreten und die Botschaft des Evangeliums ausleben.
  • Beten Sie für ein Ende der Gewalt, sowohl in Oromia als auch in der Region Tigray.
  • Beten Sie um Weisheit und Gottes Leitung für die Regierung von Premierminister Abiy Ahmed.

 

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