Persönliche Berichte

Afghanistan: Aufruf zum Gebet nach Rückkehr der Taliban

Neue Welle der Verfolgung befürchtet / Hoffen auf Gottes Eingreifen

Update 03.09.2021

Am 15. August übernahmen die Taliban unter den Augen der ganzen Welt die Macht in Kabul. Ihre überraschend schnelle Rückkehr an die Regierung hat zu großer Sorge um die Frauen und religiösen Minderheiten im Land geführt. Viele Beobachter zweifeln daran, dass die Taliban das Land anders regieren werden als während ihrer letzten Herrschaft, die vor 20 Jahren endete. Auch unter den wenigen Christen herrscht große Anspannung. Während die einen bewusst im Land bleiben wollen, suchen andere nach Möglichkeiten zur Flucht. Es darf allerdings nicht verkannt werden, dass der Verfolgungsdruck auf Christen in Afghanistan während der vergangenen 20 Jahre auf ein extremes Maß angewachsen ist – ungeachtet der Anwesenheit internationaler Truppen. Gleichzeitig hat die Zahl der Christen im Land zugenommen. Der Machtwechsel in Kabul könnte eine weitere Verschärfung ihrer Lage bedeuten. Derzeit bemühen sich die Taliban jedoch vorrangig darum, ihre eigenen Herrschaftsstrukturen im Land zu etablieren und international anerkannt zu werden.

 

Meldung 18.08.2021

(Open Doors, Kelkheim) – „Gott ist unsre Zuflucht und unsre Stärke, er hat sich als Hilfe in der Not bewährt. Deshalb fürchten wir uns nicht, auch wenn die Erde bebt und die Berge ins Meer stürzen, wenn die Ozeane wüten und schäumen und durch ihre Wucht die Berge erzittern!“ (Psalm 46,1-3).

Nach der Rückeroberung der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die islamistischen Taliban hat sich die Lage für die Christen im Land weiter verschärft. Die Ohnmacht der internationalen Gemeinschaft gegenüber der jüngsten Entwicklung hat einmal mehr verdeutlicht, wie dringend unsere Glaubensgeschwister und die vielen Notleidenden auf Gottes Eingreifen und unser Gebet angewiesen sind.

Viele junge Afghanen sehen für sich keine andere Zukunftsperspektive als sich den Islamisten anzuschließen (Symbolbild)
Viele junge Afghanen sehen für sich keine andere Zukunftsperspektive, als sich den Islamisten anzuschließen (Symbolbild)

Hunger, Covid und ein islamistisches Regime

Der Großteil der von Armut geprägten Bevölkerung – einschließlich der kleinen, geheimen christlichen Gemeinschaft im Land – ist durch den Krieg weiterhin von Nahrungsmitteln und der Grundversorgung abgeschnitten und kämpft ums Überleben. Viele der afghanischen Christen waren gezwungen, zu fliehen. Sie mussten alles, was sie besaßen, zurücklassen, um in einer bereits instabilen und gefährlichen Situation Sicherheit zu finden. Open Doors steht im Gebet an der Seite dieser kleinen Gemeinschaft von Gläubigen in Afghanistan.

Angesichts der anhaltenden Auswirkungen des Bürgerkriegs, der Ausbreitung des Extremismus, der Nahrungsmittelknappheit und der grassierenden Pandemie braucht Afghanistan das Gebet der weltweiten Kirche jetzt dringender denn je!

Bitte beten Sie für die Christen und die Notleidenden in Afghanistan!

  • Beten Sie für die afghanischen Christen, die ihren Glauben heimlich in ihren Häusern leben. Beten Sie, dass der Heilige Geist diese heimlichen Christen innerlich stärkt. Beten Sie, dass der Friede Gottes in ihren Herzen regiert.
  • Beten Sie um Schutz und Versorgung für die Christen. Beten Sie, dass sie im Schutz der Verborgenheit ihren Glauben leben und dennoch die Hoffnung des Evangeliums verbreiten können, wo Jesus Türen öffnet.
  • Beten Sie für die Frauen. Aufgrund der vergangenen Erfahrungen mit den Taliban und anderen Islamisten gibt es große Befürchtungen, dass es zu Gewalt – insbesondere gegen Frauen aus christlichen Familien und solche mit beruflicher Verantwortung – kommen könnte. Beten Sie auch für eine Beibehaltung von Bildungsmöglichkeiten für Frauen.
  • Beten Sie für alle Hungernden. Bitten Sie für Gottes übernatürliche Versorgung mit Nahrungsmitteln und anderen Bedarfsgütern, die aufgrund der Dürre und der allgemein schwierigen Versorgungslage fehlen.
  • Beten Sie für die Kranken. Viele Menschen in Afghanistan sind mit Covid-19 infiziert und sterben daran – vor allem durch die Ausbreitung der Delta-Variante und dem mangelnden Zugang zur Gesundheitsversorgung. Beten Sie für Heilung und Wiederherstellung durch den Herrn für alle Kranken.
  • Beten Sie für die Vertriebenen. Viele Familien befinden sich in Flüchtlingslagern, sind aus ihren Häusern geflohen oder denken über eine Flucht nach. Beten Sie, dass der Herr ihnen seinen Schutz, seine Weisheit, Zuflucht und Versorgung gewährt.
  • Beten Sie für die Taliban und die neue Regierung. Beten Sie, dass Gott die laufenden Gespräche und Vorbereitungen zur Regierungsbildung lenkt und dem Land eine Regierung schenkt, die den Menschen zum Segen wird. Beten Sie, dass Jesus sich den Mitgliedern der Taliban offenbart und sie durch ihn Frieden mit Gott finden.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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