Beten

Von der Kraft des Gebets

Wie verfolgte Christen diese Kraft erlebt haben und wie wir für sie beten können

Verfolgte Christen stehen in einem harten geistlichen Kampf. Sie erfahren großen Druck von ihren Familien, ihrem sozialen Umfeld oder den Behörden. Sie werden verstoßen, bedroht, verhaftet, gefoltert – mit dem Ziel, dass sie aufhören, Jesus nachzufolgen und das Evangelium weiterzutragen.

Doch sie berichten auch immer wieder davon, dass in ihrem Leben göttliches Handeln und unsere Fürbitte wunderbar zusammengewirkt haben.

Gebet macht einen Unterschied – mehr, als wir uns vorstellen können

Gebet hat große Kraft! Für verfolgte Christen macht es einen entscheidenden Unterschied, wenn Christen zusammenstehen und sie durch Fürbitte unterstützen. In der verfolgten Gemeinde wird Gebet als entscheidend angesehen, um in härtester Verfolgung im Glauben standhaft zu bleiben. Denn genau das haben verfolgte Christen erlebt.  

So kämpfen sie „nicht gegen Wesen von Fleisch und Blut, sondern gegen die Mächte und Gewalten der Finsternis“ (Epheser 6,12). Sie kämpfen darum, nicht durch konstanten Druck zermürbt zu werden und Jesus zu verleugnen, sondern treu und mutig an ihm festzuhalten – sogar bis zum Tod. Sie kämpfen darum, sagen und leben zu können: „Man verflucht uns, aber wir segnen; man verfolgt uns, aber wir geben nicht auf. Auf Beleidigung reagieren wir mit freundlichen Worten“ (1. Korinther 4,12b–13a).

Wie können wir sie als unsere Glaubensgeschwister dabei unterstützen? Durch Gebet! Im zweiten Brief an die Korinther (1,8–9) schreibt Paulus, dass er sich in einer großen Notlage befand, damit er sein Vertrauen nur noch auf Gott und nicht sich selbst setzte. Nicht vergeblich, wie Vers 10 deutlich macht: „Er hat uns vor dem sicheren Tod gerettet und wird uns auch weiterhin retten.“ Dabei ermutigt Paulus die Christen jedoch, auch zukünftig durch Fürbitte an seiner Rettung aus großer Todesgefahr mitzuwirken, und weist damit auf die große Bedeutung des Gebets hin:

„Auch ihr könnt dabei mithelfen, indem ihr für uns betet. Wenn viele das tun, werden dann auch viele Gott für die Gnade danken, die er uns erfahren lässt.
2. Korinther 1, 11

Verfolgte Christen berichten immer wieder davon, dass Jesus ihre lebendige Hoffnung ist, gerade wenn sie große Not und Bedrängnis erleiden, und dass sie wie Paulus in ihrem eigenen Leben das wunderbare Zusammenwirken von Fürbitte und göttlichem Handeln erleben. So zum Beispiel Frederick aus Kenia: Er überlebte einen Angriff von Al Shabaab auf seine Universität in Garissa, bei dem 147 Menschen getötet wurden. Wie war es ihm möglich, mit den schrecklichen Bildern weiterzuleben, den Verlust seiner Freunde zu verarbeiten und sogar noch anderen Überlebenden seelsorgerlich zur Seite zu stehen? „Ohne eure Gebete wäre ich nie bis hierher gekommen“, sagt er. „Ohne die Gnade Gottes und ohne eure anhaltende Unterstützung wäre ich schon am Anfang zusammengebrochen.“

Die Kraft des Gebets in Verfolgung

Ein Mann im Anzug spricht in ein Mikrofon

Gott dringt bis in finstere Kerker

„Du musst sehen, dass der Tod der einzige Weg zu sein scheint, meine Qualen zu beenden“, schrieb Alexander Ogorodnikov 1986 an seine Mutter. „Ich habe bereits die schwere Sünde begangen, einen Selbstmordversuch zu unternehmen ... Also bitte ich dich noch einmal – appelliere an das Präsidium des Obersten Sowjets, mir etwas Gnade zu zeigen und meine Hinrichtung durch ein Erschießungs­kommando anzuordnen, um die Aussicht auf lebenslange, schmerzhaft langsame Folter zu beenden.“

Mehr als sieben Jahre in sowjetischen Gefangenenlagern hatten Alexander gebrochen. Weil er sich für die Verbreitung des christlichen Glaubens eingesetzt hatte, wurde er verhaftet und war die meiste Zeit davon im Arbeitslager Perm 36 in Sibirien inhaftiert. Zwangsarbeit, Einzelhaft und andere Haftstrapazen zermürbten ihn. Isoliert von der Welt und seinen Mitgefangenen, in düsteren, eiskalten Zellen, seiner Bibel und Notizbücher beraubt, systematisch gedemütigt, bei schlechter Gesundheit, nachdem er fast sein Augenlicht und die meisten seiner Zähne verloren hatte, war das Schwerste für Alexander das Gefühl, vergessen zu sein. Doch er war nicht vergessen: Während Alexander seine dunkelsten Stunden erlebte, berief Jesus Menschen, für ihn zu beten, unter anderem durch eine Gebetskampagne von Open Doors.

Eines Nachts war er in eine eiskalte Einzelzelle gesperrt, in der er eigentlich hätte erfrieren müssen. In dieser Situation der Kälte, des Hungers und des nahenden Todes kamen Alexander Zweifel. Hatte Gott ihn verlassen, hatten seine christlichen Glaubensgeschwister und seine Familie ihn vergessen? Waren all die Jahre seines Leidens umsonst gewesen? Er betete. Zunächst im Stillen, dann fing er an, Gott laut anzurufen: „Hast du mich verlassen?“ Auf einmal spürte Alexander, wie ihn eine körperliche Wärme einhüllte. Nicht wie von einer Heizung, sondern wie wenn eine Mutter ihr frierendes Kind an sich zieht. 

„In diesen schrecklichen Momenten in den eisigen Zellen spürte ich körperlich die Wärme eurer Gebete“, schrieb er später. 

Alexander überlebte und wurde einige Monate nach dem verzweifelten Brief an seine Mutter freigelassen. „Gebet öffnet die Gefängnistüren“, sagte er rückblickend.

Eine Frau mit einer pinken Bluse lächelt in die Kamera

Singen – selbst in Gefangenschaft

Auch die Gospelsängerin Helen Berhane aus Eritrea kann bezeugen, wie ihr die Gebetsunterstützung anderer Christen half, in Gefangenschaft und Folter an Jesus festzuhalten. Weil sie von Jesus erzählt und christliche Musik veröffentlicht hatte, wurde sie 2003 verhaftet und war 32 Monate inhaftiert – teilweise in Schiffscontainern, in denen es tagsüber extrem heiß und nachts sehr kalt wird. „Nur weil viele Menschen gebetet haben, kann ich heute leben“, berichtete sie später. „Obwohl ich im Gefängnis nie etwas von diesen Gebeten erfahren habe, habe ich sie trotzdem gespürt. Das waren nicht bloß ein oder zwei Menschen, die für mich gebetet haben. Während der ganzen Qualen konnte ich nur deshalb singen. Ich habe sogar gelacht im Container. Manchmal haben sie mich gefragt: ‚Bist du verrückt? Du kannst im Container lachen?‘ Es war der Friede Gottes. Es ist schwer zu verstehen, aber wir haben den Frieden Gottes erlebt, trotz allem.“

„Nur weil viele Menschen gebetet haben, kann ich heute leben.“

Helen Berhane

Die Haftstrapazen sind für Shiden* mit seiner Freilassung nicht automatisch vergessen. Er, ebenfalls aus Eritrea, wurde mit Anfang 20 wegen Teilnahme an einem Gottesdienst einer nicht staatlich genehmigten Gemeinde verhaftet. Er verbrachte mehr als ein Jahrzehnt in verschiedenen Gefängnissen, bevor er 2017 schließlich ohne jede Erklärung freigelassen wurde. Seine Mutter berichtet, dass ihr Sohn völlig abgemagert nach Hause zurückgekehrt sei. „Er stotterte, wenn er sprach, und hatte immer wieder mit starken Depressionen zu kämpfen.“ Sein Bruder John* ergänzt: „Wir mussten ihn ständig beobachten, auch nachts, um sicherzustellen, dass er sich nichts antut.“ Viele Christen beteten für Shiden, nachdem Open Doors über ihn berichtet hatte. Mittlerweile geht es ihm besser: „In letzter Zeit ermutigt er mich oft, indem er mich an die Väter des Glaubens in Hebräer 11 erinnert. Er sagt: ‚Ich will dem Herrn dienen, bis ich sterbe; ich will auch ein Held des Glaubens sein‘“, berichtet John. „Die Gebete haben viel bewirkt.“

Eine afrikanische Frau in traditionellen Kleidern blickt in die Kamera

Das Gebet einer Witwe

„Ich hatte jede Hoffnung verloren. Ich war von Angst und Bitterkeit erfüllt. Ich fühlte mich verlassen und abgelehnt“, erinnert sich Martina an die Zeit, nachdem ihr Ehemann, Pastor Joseph Kura, am 30. Juni 2016 auf grausame Weise ermordet worden war. Doch heute kann sie sagen: 

„Gott hat meinen Kummer weggenommen und mir wieder Lachen und Freude zurückgegeben.“ 

Die Familie ist ein Beispiel dafür, wie Jesus die Gebete von Christen wie Ihnen gebraucht, um verfolgte Christen in Trauer und Verzweiflung zu trösten und wiederaufzurichten.

Hanna*, eine Mitarbeiterin von Open Doors, berichtet: „Bei meinem ersten Besuch bei der Witwe und ihren sieben Kindern, nur wenige Tage nach Pastor Josephs Tod, saß Martina umringt von ihren Kindern auf dem Boden, die Augen rot und geschwollen vom Weinen. Ihre ganze Welt war aus den Fugen geraten.“ Christen in Deutschland und anderen Ländern folgten dem Aufruf von Open Doors, für Martina Kura und ihre Kinder zu beten. Und bei ihren nächsten Besuchen in der Ein-Zimmer-Hütte von Familie Kura brachte Hanna ermutigende Karten von Christen aus vielen Ländern mit, die Martina und ihren Kindern zeigten, dass sie nicht vergessen sind. Vier Jahre später ist Hanna mit dabei, als Martina ein Fest feiert, um das neue Haus, das die Familie mit Unterstützung von Open Doors bauen konnte, zu beziehen und es zugleich ihrem Herrn Jesus Christus zu weihen: „Dieses Haus hat Gott mir gegeben, damit ich andere Witwen ermutigen kann, an Gott festzuhalten und die Hoffnung nicht aufzugeben.“ Es ist ein fröhlicher Tag voller Lieder zur Ehre Gottes und Tränen der Dankbarkeit. „Ich kann bezeugen, dass Gott die Gebete seiner Kinder hört und sie zu seiner vollkommenen Zeit beantwortet“, sagt Hanna nach diesem bewegenden Besuch.

Ein Mann betet

Heilung von Trauma und Depression

Die Haftstrapazen sind mit der Freilassung nicht automatisch vergessen. Shiden*, ebenfalls aus Eritrea, wurde mit Anfang 20 wegen Teilnahme an einem Gottesdienst einer nicht staatlich genehmigten Gemeinde verhaftet. Er verbrachte mehr als ein Jahrzehnt in verschiedenen Gefängnissen, bevor er 2017 schließlich ohne jede Erklärung freigelassen wurde. Seine Mutter berichtet, dass ihr Sohn völlig abgemagert nach Hause zurückgekehrt sei. „Er stotterte, wenn er sprach, und hatte immer wieder mit starken Depressionen zu kämpfen.“ Sein Bruder John* ergänzt: „Wir mussten ihn ständig beobachten, auch nachts, um sicherzustellen, dass er sich nichts antut.“ Viele Christen beteten für Shiden, nachdem Open Doors über ihn berichtet hatte. Mittlerweile geht es ihm besser: 

„In letzter Zeit ermutigt er mich oft, indem er mich an die Väter des Glaubens in Hebräer 11 erinnert. Er sagt: ,Ich will dem Herrn dienen, bis ich sterbe; ich will auch ein Held des Glaubens sein‘“, berichtet John. „Die Gebete haben viel bewirkt.“

Beharrlich beten

Nicht immer können wir eine schnelle Antwort auf unsere Gebete sehen – im Fall von Shiden dauerte es Jahre, bis eine sichtbare Veränderung eintrat. Bruder Andrew, der Gründer von Open Doors, berichtet in seinem Buch „Der Auftrag“ von einem Treffen mit dem litauischen Evangelisten Joseph Bondarenko kurz nach dem Fall der Sowjetunion. Bruder Andrew war begeistert von den Entwicklungen, seit Open Doors sieben Jahre zuvor eine Gebetskampagne für die Sowjetunion gestartet hatte, doch Josef meinte: „Andrew, hört bitte nicht auf zu beten. Wir beten schon siebzig Jahre lang.“ Jahrzehntelang hatten Christen für eine Öffnung des „Eisernen Vorhangs“ gebetet, und viele erlebten die Erhörung ihrer Gebete nicht mehr. „Du wirst wahrscheinlich nie die Antwort auf dein Gebet sehen, aber das ist nicht das Thema“, meint Bruder Andrew. „Bete, solange Gott dich dazu drängt, solange er dir eine Last aufs Herz legt.“


*Name geändert

Epheser 3,20

„Gott aber kann viel mehr tun, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur vorstellen können. So groß ist seine Kraft, die in uns wirkt.“

Konkret für verfolgte Christen beten

„Bitte betet nicht für uns. Bitte betet mit uns“, antwortete ein ägyptischer Pastor, als er gefragt wurde, wie andere Christen für Ägypten beten könnten. 

„Wenn ihr für uns betet, dann werdet ihr beten, dass wir bewahrt werden. Ihr werdet beten, dass die Verfolgung aufhört. Dafür beten wir nicht.“ Was meinte er damit? Wie können wir dann für verfolgte Christen beten?

Pastor Samuel Lamb aus China war wegen seines Glaubens an Jesus über 20 Jahre lang im Gefängnis. Während seines 16. Haftjahres wurde er von den Wärtern aufgefordert, Jesus zu kritisieren. Dann, so suggerierten sie, würde er eventuell früher freigelassen. „Ich zitterte: die Freiheit so nahe – die Versuchung so echt“, schreibt Pastor Samuel. Doch er erinnerte sich an 1. Petrus 5,8–9, wo es heißt, dass wir dem Teufel durch Glauben widerstehen sollen. „O Herr, erhalte meinen Glauben, schrie ich. […] Gott sei Dank, er erhörte mein Gebet. In diesen 20 Jahren im Gefängnis habe ich meinen Herrn nie verleugnet.“

In Lukas 22,32a sagt Jesus zu Petrus: 

„Doch ich habe für dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre.“ 

Das Gebet Jesu für Petrus’ Glauben war ein sehr wichtiges Gebet – und es ist heutzutage noch ebenso wichtig, wie das Beispiel von Pastor Samuel zeigt. Machen wir es zu unserem Gebet für unsere verfolgten Geschwister und beten wir, dass Jesus ihren Glauben erhält!

„Liebe Freunde, ihr sollt wissen, dass alles, was hier mit mir geschehen ist, letztlich zur Verbreitung der Botschaft Gottes beigetragen hat“, schreibt Paulus im Brief an die Philipper (1,12). Er beschreibt hier, dass seine Gefangenschaft nicht etwa dazu führt, dass er und andere Christen eingeschüchtert sind und aufhören, Jesus zu verkündigen. Im Gegenteil: Christus, der Anlass für Paulus’ Haft, ist unter seinen Bewachern bekannt geworden, und viele andere Christen wurden ermutigt, selbst furchtlos das Evangelium zu verkündigen (V.13–14). Was gibt Paulus in seiner Lage Mut und Zuversicht? Die Fürbitte anderer Christen sowie die „Hilfe des Heiligen Geistes“ (V. 19).

Verfolgung kann die Ausbreitung des Evangeliums nicht aufhalten, wenn Christen den Mut haben, trotz Verfolgung Jesus zu bezeugen! 

Um diesen Mut ging es dem ägyptischen Pastor, als er darum bat, mit den Christen seines Landes zu beten. „Wir beten für Ägypten und dass die Christen den Mut haben, das Evangelium weiterzugeben“, sagte er. „Wir beten, dass Millionen von Muslimen zum Glauben an Christus kommen. Wir beten, dass wir, wenn die Verfolgung unvermeidlich kommt, weil so viele Muslime zu Christus finden, inmitten der Verfolgung Christus treu bleiben, auch wenn es unser Leben kosten sollte.“

Was ist, wenn Gott nicht zu hören scheint?

Ein Mann sitzt in einem Interview und gestikuliert

Ein Gespräch mit Markus Rode

„Beziehung hat etwas mit Liebe und Vertrauen zu tun. Vertrauen hat etwas mit Erwarten zu tun – Erwarten, dass Gott hört und handelt. Gott steht zu seinem Wort. Gebet ist ein Vertrauensbeweis.“

Die Intensität der Christenverfolgung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Angesichts dieser Tatsache mag die Frage aufkommen, ob das Gebet für verfolgte Christen überhaupt etwas ausrichtet. Markus Rode ist als Leiter von Open Doors Deutschland häufig mit dieser und anderen Fragen konfrontiert und hat mit Mitarbeitern darüber gesprochen, wie er damit umgeht.
 

Hört Gott jedes unserer Gebete?

Ja! Gott ist ein liebender Gott und Liebe ist eine Beziehungssache. Weil Gott uns aus Liebe geschaffen hat, ist er daran interessiert, was wir zu sagen haben. Wenn ein liebender Gott ein Ziel mit dieser Welt hat, dann muss es für ihn das Größte sein, wenn seine Geschöpfe sich ihm zuwenden und von ihm erwarten, dass sie wie Kinder kommen dürfen. Gott wird hören und er wird handeln. Vielleicht nicht immer so, wie wir gebetet haben, aber immer in unserem Sinne. Wir Menschen wollen Sicherheit. Das ist unser Problem. Wir wollen wissen: Wie kann ich sicher sein? Jesus möchte Vertrauen. Vertrauen bedeutet, dass ich Dinge noch nicht sehe, aber Gott vertraue, dass er das Richtige damit macht. Beziehung hat etwas mit Liebe und Vertrauen zu tun. Vertrauen hat etwas mit Erwarten zu tun – Erwarten, dass Gott hört und handelt. Gott steht zu seinem Wort. Gebet ist ein Vertrauensbeweis.
 

Warum nimmt aber das Maß der Christenverfolgung von Jahr zu Jahr zu? Bewirkt unser Gebet etwa nicht, dass Verfolgung aufhört?

Wenn man möchte, dass Verfolgung aufhört, muss man aufhören, Jesus zu bekennen. In Johannes 15,20 sagt Jesus: „Deshalb werden sie euch verfolgen, wie sie mich verfolgt haben.“ Das bedeutet, dass wir biblisch gesprochen nicht von dieser Welt sind. Sonst würde die Welt uns als ihre Kinder lieben. Das ist die Jesus-DNA: Wenn wir Jesus bekennen, werden wir verfolgt werden. Wenn Christen nicht mehr Salz und Licht sind, dann haben sie ihre Jesus-DNA verloren. Dann gibt es aber auch keine Hoffnung mehr an den hoffnungslosesten Plätzen dieser Welt.

Kann man dann überhaupt für verfolgte Christen beten, wenn Verfolgung normal ist?

Es ist entscheidend, dass wir verfolgte Christen in der Verfolgung nicht allein lassen. Wir als Christen sind dazu aufgerufen, unsere verfolgten Geschwister zu unterstützen. Und ihre erste Bitte an uns lautet: „Bitte betet für uns.“ Wir sollen nicht beten, dass die Verfolgung aufhört, sondern dass die Christen im Glauben an Jesus standhaft bleiben und den hoffnungslosen Menschen in ihrer Umgebung das Evangelium weitergeben können.

Wir denken vielleicht, was wir tun, ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber Jesus kann aus unserem Wenigen viel machen. Wir sollten erwarten, dass Jesus unseren gemeinsamen Einsatz multipliziert und weit mehr an uns und unseren verfolgten Geschwistern tun kann, als wir jemals von ihm erbitten oder uns auch nur ausdenken können. So mächtig ist die Kraft, mit der er durch uns wirkt (Epheser 3,20). Das Schönste, was wir immer wieder von verfolgten Christen hören, ist: „Danke, dass ihr für uns gebetet habt!“ Sie spüren unsere Gebete und berichten, wie Jesus darauf geantwortet hat. Das ist für mich eine große Motivation, noch mehr zu beten.

Die Kraft des Gebets

Hier findest du gesammelt Erfahrungsberichte zur Kraft des Gebets und wie verfolgte Christen und Mitarbeiter unseres Dienstes sie in ihrem Leben erfahren haben.

Tägliche Gebetsanliegen

Jeden Tag stellen wir ein Gebetsanliegen aus der verfolgten Kirche online zur Verfügung. Hier finden Sie die Anliegen von heute und des letzten Monats im Überblick.