Persönliche Berichte

Algerien: Foudhil braucht unser Gebet

Wegen seines Glaubens erlebte er vielfach Verfolgung – jetzt droht ihm eine Haftstrafe

(Open Doors, Kelkheim) – Zahlreiche Kirchenschließungen haben der Gemeinde Jesu in Algerien hart zugesetzt. Dass sie trotzdem wächst, ist ein eindrückliches Zeugnis von der Entschlossenheit der Christen. Doch wie schmerzhaft die Konsequenzen für jeden einzelnen von ihnen sind, wird an Menschen wie Foudhil Bahloul deutlich. Er wurde am 1. Dezember zum wiederholten Mal von einem Gericht verurteilt und musste in den letzten Jahren viele harte Schläge ertragen. Er braucht unser Gebet!

Symbolbild: Die meisten algerischen Christen sind ehemalige Muslime denen die Bibel und die Gemeinschaft mit anderen Christen sehr viel bedeutet
Symbolbild: Die meisten algerischen Christen sind ehemalige Muslime, denen die Bibel und die Gemeinschaft mit anderen Christen sehr viel bedeutet

Die engsten Vertrauten werden zu Feinden

Foudhil Bahloul ist ehemaliger Muslim und Vater von zwei kleinen Töchtern. Vor einigen Jahren kam er mit dem Evangelium in Berührung und entschloss sich, Christ zu werden. Seine Entscheidung führte zu so großen Spannungen mit seiner Frau, dass sie im Jahr 2017 die Scheidung einreichte. Das zuständige Gericht sprach ihr wegen Foudhils Abkehr vom Islam das alleinige Sorgerecht für ihre beiden gemeinsamen Töchter zu. Auch die Familie seines Vaters war so empört über seinen Schritt, dass sie Foudhils Geschäft zerstörte und alle Verbindungen zu ihm abbrach. Dadurch wurde er arbeitslos, musste aber dennoch Unterhaltszahlungen für seine Kinder leisten.

Letztes Jahr reiste Foudhil in ein Nachbarland und konnte wegen unerwarteter Grenzschließungen aufgrund der Pandemie nicht wie geplant zurückkehren. Dadurch versäumte er eine Zahlungsfrist für den Unterhalt der Kinder, kam vor Gericht und wurde zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Richter war weder bereit, die Umstände des Versäumnisses zu berücksichtigen, noch die Tatsache anzuerkennen, dass Foudhil die Zahlung nach seiner Rückkehr nachgeholt hatte. Foudhils Berufungsantrag wurde abgewiesen.

Eine Flut von Klagen und Anschuldigungen

Am 17. April dieses Jahres wurde er erneut verhaftet und sein Haus durchsucht. Bei einer Anhörung am 30. Juni wurde er angeklagt, „Spenden gesammelt und Geschenke ohne Genehmigung der zuständigen Behörden angenommen“ zu haben. In derselben Verhandlung wurde ihm zur Last gelegt, Bibeln verteilt und christliche Broschüren zur Verteilung an Muslime gedruckt zu haben.

Im Juli befand ihn das Gericht der Anklagen für schuldig und warf ihm in der Urteilsbegründung „verdächtige evangelistische Aktivitäten“, „Vergiftung des Geistes der Jugend“ und „Verführung von Menschen zum Übertritt zum Christentum“ vor. Als Grundlage für das Urteil dient die Verordnung 06-03 zur Regelung der nicht-muslimischen Religionsausübung. Das Gericht verurteilte Foudhil zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten sowie einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 635 Euro. Auch gegen dieses Urteil hat Foudhil Widerspruch eingelegt, doch am 1. Dezember bestätigte das zuständige Berufungsgericht den Schuldspruch. Nun will er sich an die nächsthöhere Instanz wenden.

Bitte beten Sie für Foudhil Bahloul und die Christen in Algerien!

  • Beten Sie um Stärkung und Trost für Foudhil, so dass er immer wieder neuen Mut schöpft und inmitten der vielen Herausforderungen Gottes Frieden erlebt.
  • Beten Sie, dass Gott ihm angesichts der zahlreichen Anklagen Recht verschafft und ihn vor ungerechten Strafen bewahrt.
  • Beten Sie für seine familiäre Situation, dass Jesus das Herz seiner Frau verändert und er auch die Beziehung zu seinen Töchtern weiterführen kann.
  • Beten Sie für alle Christen in Algerien, die durch ihre Familie oder Behörden unter starken Druck gesetzt werden – dass Jesus sie durchträgt und sie Rückhalt in der Gemeinschaft mit anderen Christen finden.
  • Beten Sie, dass Gottes Geist unter den Verfolgern der Christen wirkt, gleichgültig was ihre Motive sind: dass sie Jesus erkennen und zu Gott umkehren.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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