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Kirche in Algerien wächst trotz Schließungen

(Open Doors, Kelkheim) – In Algerien haben fast alle Menschen, die sich dem christlichen Glauben zuwenden, einen muslimischen Hintergrund. Ihr Denken und Weltbild sind stark vom Islam geprägt, der vor mehr als 1.000 Jahren ins Land kam. Besonders für sie, aber auch für alle Christen, sind Gottesdienste und Hauskreistreffen wichtig, um im Glauben zu wachsen. Die behördlich verordneten Kirchenschließungen seit 2018 sind auch deshalb eine große Herausforderung für die Gemeinden.

 

Pastor Salah bei einem Treffen mit Christen in Algerien
Pastor Salah bei einem Treffen mit Christen in Algerien

„Jesus hat vorausgesagt, dass die Gemeinde verfolgt werden wird“

Pastor Salah leitet eine große Gemeinde in Tizi Ouzou. Wie 15 andere Kirchen wurde vor über zwei Jahren auch seine Kirche geschlossen und von den Behörden versiegelt. Die Regierung versucht, mit dieser Kampagne das Wachstum der Gemeinden zu bremsen. Vier weiteren Kirchen wurde die Schließung durch die Behörden angekündigt, die aber noch nicht vollzogen ist.

„Wir ermutigen die Christen, andere Kirchen in der Region zu besuchen, wenn ihre geschlossen ist, denn es ist wichtig, dass wir Gemeinschaft miteinander haben“, berichtet der Pastor. Auf die Kirchenschließungen sowie die Abriegelung wegen Covid-19 hat seine Gemeinde mit Online-Angeboten reagiert. „Unser Samstagsgottesdienst ist live im Internet zu sehen, am Dienstag sind wir mit einer Aufzeichnung online. Wir haben etwa 12.000 bis 14.000 Aufrufe pro Gottesdienst. Menschen kommen weiterhin zu Christus, das Wachstum hat sich aber verlangsamt.“

„Manche Pastoren hatten während der Pandemie Sorge, sie würden ihre Gemeinde verlieren. Aber viele bezeugten auch, dass es so war, als ob der Herr sagte: ‚Ich bin der Hirte, ich habe die Kontrolle.‘“ Die Kirchenschließungen haben laut Pastor Salah auch zu Fragen geführt. Einige Christen hatten gefragt: „Wenn Gott allmächtig ist, warum ist er dann nicht in der Lage, diese Situation zu lösen?“ Andere meinten, all dies würde geschehen, weil es Sünde in der Gemeinde gebe.

Der Pastor ist mit beidem nicht einverstanden. „Jesus hat vorausgesagt, dass die Gemeinde verfolgt werden wird. Schaut man sich die erste Gemeinde an, so kam gleich nach den Wundern und all den wunderbaren Geschehnissen eine Verfolgung auf. Das war ja kein Gericht Gottes gegen die Kirche. Ich versuche, den Christen klarzumachen, dass wir früher oder später Verfolgung erfahren werden. Dies wird an vielen Stellen im Evangelium gesagt.“

Trotz der Schließungen ist der Pastor zuversichtlich: „Die Regierung kann so nicht weitermachen. Eines Tages werden sie die Maßnahmen aufgeben. Aber wir als Kirche brauchen die Weisheit Gottes, wie wir unter den derzeitigen Umständen weitermachen können.“

Bitte beten Sie für die Christen im Land. Algerien belegt Rang 24 auf dem Weltverfolgungsindex.

Nachricht bereitgestellt von Open Doors Deutschland

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