Meldungen zu Bangladesch
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(Open Doors, Kelkheim) – Die Familie – ein Ort der Geborgenheit und des Rückhalts. Doch gerade hier erleben viele junge Christen in Bangladesch, die sich vom Glauben ihrer Eltern abgewandt haben, die stärkste Verfolgung. Der tragische Tod des 16-jährigen Chongya zeigt die ganze Dramatik dieser Situation, in der sich viele junge Menschen in Bangladesch befinden. Am 7. Februar nahm er sich aus Verzweiflung das Leben.
Chongya wuchs in einer buddhistischen Familie auf, die zu einer kleinen Stammesgruppe in Bangladesch gehört. Doch seine Großeltern und mehrere Onkel wandten sich dem Glauben an Jesus Christus zu. Im vergangenen Jahr folgten auch der 16-jährige Chongya und sein drei Jahre älterer Bruder Singya ihrem Beispiel. Als ihre Eltern von der Bekehrung ihrer Söhne erfuhren, versuchten sie, sie zur Rückkehr zum Buddhismus zu zwingen. Doch Chongya und Singya weigerten sich. Von diesem Tag an beschimpften ihre Eltern sie ständig und versuchten sie dazu zu bringen, buddhistische Rituale zu verrichten. Einmal brachte ihre Mutter ein buddhistisches Götzenbild mit und wollte sie zwingen, es anzubeten. Als alle Bemühungen ohne Erfolg blieben, warfen die Eltern beide jungen Männer aus dem Haus.
In dieser Situation bat Chongya seine Eltern um das Geld, das er für seine zukünftigen Bedürfnisse gespart hatte. Er hatte es seinen Eltern zur sicheren Verwahrung gegeben. Aber anstatt ihm sein Geld zu geben, schimpften seine Eltern mit Chongya und sagten viele verletzende und beleidigende Dinge zu ihm. Wenige Tage danach beging er Selbstmord.
Ein lokaler Partner von Open Doors erfuhr von dem Vorfall und fuhr in das Dorf, um die Trauerfeier durchzuführen. Er sagte: „Die Eltern hatten Angst, dass sie verhaftet werden könnten. Sie wollten die Trauerfeier schnell abschließen, deshalb wandten sie sich nicht dagegen, dass Chongya nach christlichen Riten beerdigt wird“. Am Rand der Trauerfeier sei es zum Streit zwischen den Eltern gekommen: „Der Ehemann gab der Frau die Schuld und sagte, dass sie ihretwegen einen Sohn verloren hätten“, so der Pastor. Chongyas älterer Bruder Singya wohnt jetzt bei seinen Großeltern. Er ist durch den tragischen Tod seines jüngeren Bruders traumatisiert.
Menschen, die sich von den traditionellen Glaubensüberzeugungen ihres Umfeldes abkehren, werden in Bangladesch häufig von ihren Familien, Freunden und der Gesellschaft verfolgt. Am härtesten trifft dies junge Menschen, die noch von ihren Eltern abhängig sind. Sie haben nicht die Mittel, ihre Heimat zu verlassen und ein neues Leben zu beginnen. Infolgedessen sind sie gezwungen, bei ihren Verfolgern zu bleiben und täglich psychischen Missbrauch zu erleiden. Deshalb liegt ein Schwerpunkt der Arbeit von Open Doors darauf, jungen Christen unter anderem durch Jüngerschaftsprogramme zur Seite zu stehen.
Länderprofil
Weltverfolgungsindex 2026: Platz 33. Im Länderprofil lesen Sie, warum und auf welche Weise Christen in Bangladesch verfolgt werden und wie sich das konkret in ihrem Leben äußert.
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