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China: Hauskirchenpastor und -mitarbeiter vor Prozess

Mutmaßlich strategisches Vorgehen der Behörden gegen die Kirche

(Open Doors, Kelkheim) – Ein Pastor und mehrere Mitarbeiter einer großen Hauskirche in Nordchina wurden vor Kurzem festgenommen und inhaftiert. Der Zugriff erfolgte, während sie eine kirchliche Veranstaltung vorbereiteten. Obwohl in China gemäß der Verfassung Religionsfreiheit herrscht, entschied ein Gericht, den Fall strafrechtlich zu verfolgen. Damit droht den Inhaftierten ein offizieller Prozess mit harten Konsequenzen. Der Vorgang veranschaulicht das planvolle Vorgehen der Regierung gegen alles kirchliche Leben außerhalb staatlich kontrollierter Gemeinden.

Einige Menschen haben sichum einen runden Tisch versammelt und beten
Als Reaktion auf den wachsenden Druck der Regierung finden viele Gemeindetreffen im privaten Rahmen statt (Szene nachgestellt)

Kontaktsperre für Inhaftierte

Zur Hauskirche des betroffenen Pastors und seiner Mitarbeiter gehören etwas mehr als 1.000 Mitglieder. Die Gemeinde hat sich bereits auf die immer engeren behördlichen Kontrollen religiöser Versammlungen eingestellt und trifft sich deshalb seit einiger Zeit in kleineren Gruppen. So finden im Rahmen des Sonntagsgottesdienstes parallel mehrere Treffen mit rund 100 Teilnehmern an verschiedenen Orten statt; darüber hinaus gibt es kleinere Treffen mit etwa zehn Personen.

Die zunächst gegen die Mitarbeiter verhängte Verwaltungshaft dauert in der Regel nicht länger als 15 Tage und ist üblicherweise für geringfügige Verstöße vorgesehen, die nicht als Straftaten gelten – anders als beispielsweise Betrug oder Raub. Die vom Gericht verfügte Umwandlung in eine strafrechtliche Haft ist eine Maßnahme, die im Rahmen strafrechtlicher Ermittlungen angewendet wird und zu einer formellen Anklage und einem Gerichtsverfahren führen kann. Die Christen werden nun in einer Haftanstalt festgehalten und warten auf ihren Prozess. Derzeit sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und können nicht mit ihren Familienangehörigen oder Gemeindemitgliedern kommunizieren.

Experte vermutet: Aktion lange vorbereitet

Joel* ist ein lokaler Partner von Open Doors, der in dieser Region tätig ist. Er erklärt zu dem Fall: „Der Pastor und seine Mitarbeiter wurden nicht einfach deshalb festgenommen, weil sie gerade eine christliche Veranstaltung vorbereiteten. Die Behörden hatten ihre Gemeinde bereits zuvor überwacht, und diese Aktion scheint anhand einer vorab festgelegten Liste von Personen durchgeführt worden zu sein, die festgenommen werden sollten. Diese Hausgemeinde besteht schon seit vielen Jahren und ist aufgrund ihrer großen Mitgliederzahl zunehmend zum Ziel von Überwachung und Unterdrückung geworden.“

Joel fügte hinzu: „Wir befürchten, dass die Behörden die Kollekten der Gemeinde als Grundlage für eine Anklage wegen Betrugs gegen den festgenommenen Pastor und seine Mitarbeiter nutzen könnten. In den letzten Jahren gab es in Hausgemeinden in China ähnliche Fälle, in denen Pastoren und Mitarbeiter von Hausgemeinden aufgrund der Kollekten der Gemeinde wegen Betrugs verurteilt wurden. Bitte betet für diese Situation.“

Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht China an 17. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors

 

*Name geändert

Bitte beten Sie für die Inhaftierten und andere Christen in China

  • Beten Sie, dass Jesus den Inhaftierten und ihren Familien inneren Frieden schenkt und sie im Glauben stärkt.
  • Beten Sie für alle zuständigen Richter und Beamten, dass Gott ihr Herz berührt und den weiteren Verlauf des Verfahrens zugunsten der inhaftierten Christen lenkt.
  • Beten Sie für alle Leiter der Untergrundkirche, dass Jesus sie schützt und ihnen Weisheit für den Umgang mit den Behörden schenkt.
  • Beten Sie, dass Jesus seine Gemeinde in China mit allem Nötigen ausrüstet, damit viele Menschen durch sie Gott begegnen.

 

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