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Eritrea: 141 Christen verhaftet

Lage der Christen trotz Ende der UN-Sanktionen weiterhin prekär

(Open Doors, Kelkheim) – Am 10. Mai verhafteten Sicherheitskräfte in der eritreischen Hauptstadt Asmara 141 Christen. Unter ihnen waren neben 104 Frauen und 23 Männern auch 14 Kinder und Jugendliche. Die Verhaftungswelle wirft ein Schlaglicht auf die tatsächliche Lage der Christen in dem Land am Horn von Afrika, für das die UNO Ende 2018 ihre Sanktionen aufgehoben hat.
 

Eritreische Christen treffen sich heimlich zum Beten
Bild: Eritreische Christen treffen sich heimlich zum Beten

Sorge um Haftbedingungen für Minderjährige und Ältere

Über die genauen Umstände der im Stadtteil Mai Temenai durchgeführten Verhaftungen liegen Open Doors keine Informationen vor. Soweit bekannt, sind gegen die Christen noch keine Anklagen erhoben worden. In Eritrea werden seit vielen Jahren Christen unter äußerst schlechten Bedingungen festgehalten, einige von ihnen in Schiffscontainern, die in der Sonne brütend heiß werden. Dies gibt insbesondere im Blick auf die verhafteten Kinder und Jugendlichen wie auch die älteren Christen Anlass zur Sorge.

Am 14. November 2018 hatte der UN-Sicherheitsrat einstimmig beschlossen, die Sanktionen gegen Eritrea nach neun Jahren aufzuheben. Ein Waffenembargo, das Einfrieren von Vermögenswerten und Reisebeschränkungen wurden 2009 verhängt, weil Eritrea beschuldigt wurde, die islamistische Al-Shabaab-Miliz im benachbarten Somalia zu unterstützen. Darüber hinaus gaben jedoch massive Defizite im Bereich der Menschenrechte und der Religionsfreiheit immer wieder Anlass zu Kritik am Regime des langjährigen Staatspräsidenten Isaias Afewerki.

Geistliche beklagen Einschränkungen der Glaubensfreiheit

Kurz vor Aufhebung der Sanktionen hatte deshalb Pater Mussie Zerai, ein katholischer Priester aus Asmara, in einem offenen Brief davor gewarnt, die Augen vor der Realität in seinem Land zu verschließen. Trotz Verbesserungen in den bilateralen Beziehungen zu anderen Ländern der Region würden religiöse Gruppierungen im Land weiterhin drangsaliert, betonte er. „Katholische und islamische Schulen wurden geschlossen, ebenso acht medizinische Zentren und katholische Krankenhäuser; unterdessen steht der 2004 abgesetzte Patriarch der orthodoxen Kirche, Abune Antonios, nach 14 Jahren noch immer unter Hausarrest“, schrieb Zerai.

Ähnlich hatte sich im April 2018 der amerikanische Geistliche Thomas Reese, Mitglied der US-Kommission für internationale Religionsfreiheit (USCIRF), geäußert. Eritrea sei „eines der schlimmsten Beispiele für die staatlich geförderte Unterdrückung der Religions- und Glaubensfreiheit in der Welt.“

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors rangiert Eritrea aktuell an 7. Stelle unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Eritrea:

  • Beten Sie, dass alle Inhaftierten in ihrer ungewissen Lage Gottes Trost und Frieden erfahren.
  • Beten Sie für ihre geistliche und körperliche Versorgung.
  • Beten Sie, dass die Christen im Glauben gestärkt werden, so dass Jesus sich durch sie verherrlicht.
  • Beten Sie, dass besonders die Jugendlichen und Kinder sowie die Alten bald wieder ihre Freiheit zurückbekommen.

 

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