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Guinea

Guinea: Gewalt gegen Christen inmitten politischer Unruhen

Christen im Land stehen seit Jahren unter Druck

(Open Doors, Kelkheim) – Im westafrikanischen Guinea ist es in den letzten Tagen zu großen Spannungen im Umfeld einer von Präsident Alpha Condé angeordneten umstrittenen Abstimmung gekommen. Dabei wurden auch mehrere Kirchen zerstört und zwei Kirchenmitarbeiter getötet. Ein lokaler Kontaktmann von Open Doors entging derweil um Haaresbreite einer Verletzung durch einen Querschläger.

Symbolbild: Zerstörte Kirchen in Guinea
Symbolbild: Zerstörte Kirchen in Guinea

Vier Kirchen niedergebrannt, Hintergründe noch unklar

Für den vergangenen Sonntag waren alle Guineer zu einer doppelten Abstimmung aufgerufen: Neben Parlamentswahlen wurde ein Referendum über eine Verfassungsänderung durchgeführt, die Condé ermöglichen könnte, über die zwei zulässigen Amtszeiten hinaus an der Macht zu bleiben.

Die umstrittene Abstimmung wurde überschattet von gewaltsamen Ausschreitungen, bei denen zehn Menschen ums Leben kamen. Gleichzeitig wurden jedoch auch vier Kirchen in der Stadt Nzérékoré niedergebrannt. Dabei handelt es sich um die folgenden Kirchen: die Bethel-Kirche, eine evangelische Kirche, die Foursquare-Kirche und die „Ambassade-de-Christ“-Kirche.

Ein für die Region zuständiger Mitarbeiter von Open Doors berichtet: „Wir sind noch nicht sicher, ob die Übergriffe auf die politischen Unruhen, Stammeskonflikte oder religiöse Motive zurückzuführen sind. Unsere Nachforschungen sind in vollem Gang. Aber die Situation ist sehr instabil, und Christen im Allgemeinen und unsere Partner brauchen Gebet.“ Einer dieser Partner namens Edmund* berichtet, dass er inmitten der Unruhen nur knapp einem Querschläger entging. Das Projektil drang tief ins Holz des Stuhls ein, auf dem Edmund wenige Minuten zuvor noch gesessen hatte. Edmund dankt Gott für seine Bewahrung.

Getötet, als er um Verschonung seiner Kirche bat

Weniger glimpflich ging die Situation für Jean Lamah, Diakon der Baptistengemeinde „Oeuvre & Mission“, aus. Eine Gruppe muslimischer Jugendlicher tötete ihn, als er aus seinem Haus kam, um sie zu bitten, die Kirche nicht zu zerstören. Auch Jeannot Vert verlor sein Leben bei einem gewaltsamen Angriff. Er führte die Aufsicht bei einem Bauprojekt direkt neben einer Kirche, deren Pastor zum Zeitpunkt des Übergriffs abwesend war. Bevor er umgebracht wurde, hatte er vergeblich versucht, den Angreifern zu entkommen. Auch sein Haus wurde niedergebrannt.

Christen erleben im mehrheitlich islamischen Guinea seit Jahren Schwierigkeiten wegen ihres Glaubens. Insbesondere Konvertiten aus dem Islam werden unter Druck gesetzt, zu ihrem alten Glauben zurückzukehren. Für einige Kirchen ist es sehr schwer, eine rechtliche Anerkennung oder eine behördliche Registrierung zu erhalten, weil die örtlichen Verwaltungsbehörden nur widerwillig mit Christen zusammenarbeiten.

Guinea zählt nicht zu den 50 Ländern des Weltverfolgungsindex 2020, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden. Es gehört jedoch zum erweiterten Kreis der „Länder unter Beobachtung“.

Quelle: Open Doors

*Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Guinea:

  • Danken Sie für die knappe Bewahrung von Edmund.
  • Beten Sie für die Angehörigen der getöteten Christen und der anderen Opfer der Ausschreitungen im Land.
  • Beten Sie, dass der öffentliche Friede in Guinea wiederhergestellt wird und die Christen samt ihren Kirchen geschützt werden.
  • Beten Sie besonders für die Christen muslimischer Herkunft und solche, die sich von ihrer Stammesreligion abgekehrt haben, dass sie dem Druck ihres Umfeldes standhalten und im Glauben an Jesus wachsen.

 

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