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Indien: 271 Christen unter falschen Vorwürfen angeklagt

Beschuldigte sollen Hindus mit Drogen zum Glaubenswechsel gebracht haben

(Open Doors, Kelkheim) – Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh sind 271 Christen mehrerer Verbrechen beschuldigt worden. Unter anderem sollen sie Lügen über den Hinduismus verbreitet und Hindus Drogen verabreicht haben, um sie dazu zu bringen, den christlichen Glauben anzunehmen.
 

Seminar für christliche Jugendliche in Indien
Bild: Seminar für christliche Jugendliche in Indien

Christen weisen Anschuldigungen zurück

Eigentlich waren die beschuldigten Christen im August bereits freigesprochen worden, doch Anfang September wurden neue Anklagen gegen sie erhoben. Von den 271 Christen wurden nur drei Namen genannt: Die Pastoren Durga Prasad Yadav, Kirit Rai und Jitendra Ram. Ein Anwalt der Kläger sagte, die Verdächtigen würden seit Jahren versuchen, Menschen zum Übertritt zum christlichen Glauben zu bringen. „Nach ihren Gebeten am Sonntag und Dienstag verbreiten sie falsche Informationen über den Hinduismus, damit Menschen das Christentum annehmen. Außerdem verteilen sie verbotene Medikamente und Drogen an Besucher, damit sie unter ihrem Einfluss Christen werden.“

Christliche Vertreter weisen diese Vorwürfe zurück. Sajan K. George, der Präsident des „Global Council of Indian Christians“ (GCIC), kommentierte, extremistische Hindus hätten „unbegründete Anschuldigungen gegen unschuldige Christen fabriziert“. Die Verfolgung von Christen in Indien habe zugenommen. Pastoren und christliche Gruppen würden von der Polizei und extremistischen Gruppen beobachtet. Ein lokaler Pastor sagte der katholischen Nachrichtenagentur UCAN, die Anschuldigungen seien „absolut falsch und haltlos“. Christen hätten in der Region seit 15 Jahren ohne Probleme Gottesdienste gefeiert – bis die hindu-nationalistische Partei BJP an die Macht gekommen war.

Gewalt gegen Christen nimmt zu

In Indien haben in den vergangenen Monaten und Jahren Übergriffe auf Kirchen und auch einzelne Christen durch Hindu-Nationalisten zugenommen. Extremistische Gruppen stören immer wieder Gottesdienste und werden dabei auch gewalttätig. Erst am 16. September hatte die Kommission für Religionsfreiheit der Evangelical Fellowship of India von einem weiteren Fall berichtet. Die Angriffe werden von der Polizei häufig nicht unterbunden – stattdessen werden Christen unter falschen Anschuldigungen angeklagt. Im Berichtszeitraum des Weltverfolgungsindex von Open Doors für 2018 (November 2016 – Oktober 2017) wurden mindestens 635 Christen festgenommen.

Auch ein aktueller Bericht der UN-Sonderberichterstatterin Tendayi Achiume bestätigt die Einschätzung, dass die Politik der herrschenden BJP zu der verschlechterten Lage von Christen beiträgt: Die Partei „wurde mit Vorfällen von Gewalt gegen Dalits und Mitglieder von muslimischen, Stammes- und christlichen Gemeinschaften in Verbindung gebracht“. Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors befindet sich Indien aktuell auf Rang 11 unter den Ländern, in denen Christen wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: Open Doors, World Watch Monitor, AsiaNews, UCANews

Bitte beten Sie für die Christen in Indien:

  • Beten Sie, dass den 271 angeklagten Christen Gerechtigkeit widerfährt.
  • Bitten Sie Gott um Schutz für Pastoren und Gemeinden.
  • Beten Sie, dass Jesus den Verfolgern begegnet, damit sie ihn erkennen.

 

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