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Indien: Aufklärung von Christenverfolgung behindert

Schwere Vorwürfe gegen Staatsorgane in Indien hat ein Volkstribunal erhoben, das die blutigen Übergriffe extremistischer Hindus auf Christen im indischen Bundesstaat Orissa vor zwei Jahren aufgearbeitet hat.

Die dreitägigen Anhörungen von Opfern gingen am 24. August in Neu Delhi zu Ende. Dabei sei "ein schockierendes Ausmaß behördlicher Parteilichkeit" zutage getreten, erklärte die vornehmlich aus Juristen bestehende Jury. Staatsorgane, darunter die Polizei, hätten sich nach den Gewalttaten an Verdunkelung beteiligt und Bemühungen, die Strafverfolgung zu blockieren, durch stillschweigende Duldung unterstützt. Bis auf eine Frau, die zur Kirche von Südindien gehört, waren alle Mitglieder der Jury Nichtchristen, berichtet die ökumenische Nachrichtenagentur ENI. Das Gremium regte eine Sonderuntersuchung durch die indische Bundesregierung an.

Flüchtlinge als Sklaven verkauft

Die Unruhen waren nach der Ermordung des extremistischen Hindu-Führers Swami Laxmanananda Saraswati am 23. August 2008 aufgeflammt. Maoisten bekannten sich zu dem Attentat, doch Hindu-Extremisten schoben es Christen in die Schuhe. Mehrere Wochen lang kam es zu pogromartigen Vergeltungsschlägen. Die Bilanz: über 100 Tote, hunderte Verletzte und 54.000 Flüchtlinge. 300 Kirchen und 5.400 Häuser im Distrikt Kandhamal wurden zerstört. Bei dem Volkstribunal wurde bekannt, dass die Regierung des Bundesstaates Orissa 42 Tote gemeldet habe. Dem Tribunal wurden jedoch per eidesstattlichen Erklärungen mehr als 90 Todesfälle zur Kenntnis gebracht. Unterdessen berichtet der Informationsdienst Compass Direct, dass mindestens 60 Personen, die vor den Unruhen geflüchtet waren, von Menschenhändlern als Sklaven verkauft worden seien.

Quelle: IDEA.de/Compass Direct

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