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Irak: Bombenanschlag auf Kirche im Kirkuk

13 Menschen verletzt - Zahlreiche Häuser beschädigt - Christen im Irak sind anhaltend gefährdet

(Open Doors) – Der Autobombenanschlag vom 2. August auf eine Kirche in Kirkuk im Norden des Irak zeigt erneut, wie anhaltend gefährdet die christliche Minderheit in dem Land ist, alarmiert das Hilfswerk für verfolgte Christen Open Doors. Befürchtet wird, dass nach diesem Gewaltakt weitere Christen in Richtung Nachbarstaaten und in die autonomen Kurdengebiete auswandern werden. In Kirkuk leben derzeit noch etwa 10.000 Christen.

Strategie der Nadelstiche

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors gehört der Irak mit Platz 8 zu den zehn Ländern, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Gab es im Jahr 2003 noch eine halbe Million Christen im ganzen Land sind es heute schätzungsweise weniger als 300.000. Sie sind der Verfolgung krimineller Banden und radikaler Islamisten ausgesetzt, die offensichtlich den Irak von "Ungläubigen reinigen" wollen. "Tag für Tag sind Christen Morddrohungen und Entführungen ausgesetzt. Immer wieder kommt es auch zu gezielten Tötungen. Mit dieser Strategie der Nadelstiche sollen sie geschwächt, eingeschüchtert und schließlich zum Verlassen ihrer Heimat gezwungen werden. Dabei sind Christen seit Jahrhunderten im Land präsent", sagt Dr. Daniel Ottenberg, Leiter des Referats Menschenrechte bei Open Doors Deutschland. Das überkonfessionelle christliche Hilfswerk unterstützt irakische Gemeinden mit unterschiedlichen Projekten und weltweiten Gebetsaufrufen. "Wir dürfen die Christen in diesem Alltag aus Terror und Gewalt nicht alleine lassen. In diesem Klima der Angst dürfen sie nicht auch noch das Gefühl haben, von der weltweiten Gemeinde Jesu vergessen zu sein. Daher rufen wir neben dem Gebet Menschen in Deutschland und weltweit auf, ihre Stimme zu erheben, um die verbliebenen Christen zu ermutigen und sich für ihre Zukunft in dem urchristlichen Land einzusetzen." Daher bittet Open Doors auch um Unterschriften im Rahmen einer Petition an die irakische Regierung, mit dem Appell, die christliche Minderheit im Irak zu schützen.

"Wir haben jede Minute damit gerechnet"

Am 2. August explodierte vor der syrisch-katholischen "Kirche zur Heiligen Familie" in Kirkuk eine Autobombe. Mindestens 13 Menschen wurden verletzt; zahlreiche umliegende Häuser und Wohnungen beschädigt. Die Kirche liegt in einem der ältesten Viertel im Zentrum der Stadt. Dort lebten Muslime und Christen bislang friedlich zusammen. Ein Pastor aus Kirkuk, der anonym bleiben möchte, sagte dem Informationsdienst Compass Direct: "Wir haben jede Minute damit gerechnet, dass so etwas hier geschieht." Der Druck auf die Christen im Irak solle seiner Ansicht nach dazu führen, alle Christen in die autonomen kurdischen Gebiete zu vertreiben. Noch ist unklar, wer hinter dem Anschlag steckt. Bislang hat sich noch niemand dazu bekannt. Zwei weitere Autobomben konnten entschärft werden. Ein Sprengsatz war vor einer assyrischen Kirche nahe einer Schule platziert. Ein weiterer war in einem Auto vor einer protestantischen Kirche versteckt. Erst Ende Oktober vergangenen Jahres kam es in Bagdad in einer syrisch-katholischen Kirche zu einem blutigen Geiseldrama bei dem mehr als 50 Menschen starben. Auf islamistischen Internetseiten war ein Bekennerschreiben der Al Kaida nahen Gruppe "Islamischer Staat" aufgetaucht.

Gebetsanliegen:

  • Beten Sie für eine rasche Genesung der durch den Anschlag verletzten Menschen. Fast alle sind inzwischen aus dem Krankenhaus wieder entlassen worden.
  • Beten Sie um Schutz der irakischen Christen. Nach diesem Gewaltakt wollen weitere Familien die Gegend verlassen. Kirchenleiter hoffen, dass sie trotzallem bleiben. Doch dafür brauchen sie eine Perspektive für die Zukunft. Ansonsten wird es bald keine christliche Gemeinde mehr im Irak geben.
  • Beten Sie für die Regierung im Irak, die die Christen nur unzureichend schützt. Mit ihrer Abwanderung verliert das Land fähige Bürger, die beim Aufbau und der Entwicklung des Irak helfen.

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