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Irak: Heilung von verletzten Seelen

Christen bei der Bewältigung von Traumata helfen

(Open Doors) – Bleiben oder fliehen? Diese Frage stellen sich die noch verbliebenen Christen im Irak täglich. In den vergangenen Monaten haben Anschläge und Morde die christliche Gemeinschaft erneut in Angst versetzt. Seit dem Geiseldrama in einer Bagdader Kirche haben weitere irakische Familien ihre Häuser verlassen und sind in Nachbarländer oder in den Norden des Landes geflohen. Erklärtes Ziel von Extremisten ist es, alle Christen aus dem Irak zu vertreiben. Seit Jahrhunderten im Land präsent, droht die Gemeinde Jesu nun auszusterben.

Bilder im Kopf
Wer sich entschieden hat zu bleiben, braucht unsere Unterstützung. Terror und Gewalt haben tiefe Wunden in den Seelen hinterlassen. Open Doors bietet daher Traumaseminare und –beratung für irakische Christen an. Individuelle Beratung, Gruppentherapien, Mal-, Musik- und Theaterkurse sollen helfen, das Erlebte zu verarbeiten. Viele Teilnehmer leiden unter Depressionen, Angstzuständen und Panikattacken. Seit Jahren gehören Drohungen, Entführungen, Raub und Vergewaltigung zu ihrer Lebenswelt. Die Erinnerungen daran reißen sie nachts aus dem Schlaf.

Zeichnung eines Kindes, das an einem Open Doors-Traumaseminar teilgenommen hatZum Sterben zurückgelassen
Ein Traumaberater berichtete von einem Ehepaar: "Die Frau musste mit ansehen, wie ein Baby auf der Straße totgeprügelt wurde. Sie erlebte Stunden der Angst, als ihr Mann von Extremisten entführt wurde. Für eine lange Zeit blieb sie allein mit diesem Trauma und der Unsicherheit, ob ihr Mann überhaupt noch lebt. In einer Maltherapie hat sie ihre Erlebnisse in Bildern 'erzählt' und verarbeitet." Ihr Mann wurde von Extremisten entführt und schwer misshandelt. Mit Gewehrkolben schlugen sie ihm immer wieder auf den Kopf. Schließlich wollten sie ihn erschießen, doch der Abzug klemmte. Schwer verletzt ließen ihn die Männer zurück. Kaum in Worte fassen kann der Mann die Todesangst, die er durchlitten hat. (Foto: Zeichung eines Teilnehmers an einem Open Doors-Traumseminar)

Nach einem langen Prozess der Traumabewältigung haben die Beiden Heilung an ihren Seelen erfahren. Nicht nur das. Heute leiten sie selbst Hilfsprojekte für Christen und: Sie wollen in ihrer Heimat Irak bleiben.

Gebetsanliegen:

  • Danken Sie für die Möglichkeiten, durch Traumakurse und andere praktische Hilfe Christen im Irak wieder neuen Lebensmut zu geben.
  • Danken Sie für die vielen Teilnehmer an unseren Seminaren u.a. auch Pastoren und Gemeindemitarbeiter. Möge Gott ihnen Weisheit geben, das Gelernte in der Seelsorge in ihren Gemeinden hilfreich weiterzugeben.
  • Beten Sie für jene, die den Irak verlassen haben. Im Ausland oder im Norden des Landes müssen sie völlig neu anfangen. Oft konnten sie nur mit wenigen Habseligkeiten fliehen. Ihre Lebensumstände sind meist nicht einfach. Möge Gott sie ermutigen und stärken.

Übrigens: Hunderte Internet-Botschaften und auch handgeschriebene Briefe mit weihnachtlichen Motiven und von Kindern gemalte Bilder gingen bei uns ein. Wir hatten dazu aufgerufen, Christen in Bagdad Mut machende Botschaften zu schicken. Alle Einsendungen werden nun in Buchform in Gemeinden in Bagdad, an Pastoren und Familien verteilt.

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