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Irak: „Hier ist kein Platz für Christen“

Morde an Christen in Bagdad erschüttern die christliche Gemeinschaft

(Open Doors, Kelkheim) – „Wir gelten als Lämmer, die jederzeit getötet werden können.“ Mit diesen Worten bringt Biyos Qasha, Priester der Maryos-Kirche in Bagdad, die aktuelle Gefühlslage vieler dort lebender Christen auf den Punkt. Nach der Ermordung von drei Christen in der irakischen Hauptstadt am 8. März warnt er vor Bemühungen, die christliche Bevölkerung aus ihren Häusern und dem Land zu vertreiben. Er sieht die Morde als Botschaft: „Hier ist kein Platz für Christen“. Dennoch geht der Wiederaufbau in der Ninive-Ebene weiter.
 

Bagdad
Bild: Bagdad

Christen weiterhin unterdrückt und diskriminiert

Dr. Hisham Shafiq al-Maskuni, 61, arbeitete als Radiologe an demselben Krankenhaus wie seine Frau, die Gynäkologin Dr. Shaza Malik Dinno. Am 8. März drangen vier Unbekannte in ihr Privathaus ein und erstachen neben dem Ehepaar auch Dr. Dinnos Mutter, Khairiyah Dawood Abada. Die Angreifer entwendeten Geld sowie einige Gegenstände.

Ein Sprecher des Innenministeriums gab am 10. März die Verhaftung der Täter bekannt. Obwohl ihre Motive bislang unklar sind, hat die Tat unter der christlichen Gemeinschaft neue Ängste ausgelöst. Erst wenige Wochen zuvor war in Bagdad ein junger Christ namens Samer Salah Addin vor seinem Haus erschossen worden.

Im Gespräch mit dem christlichen Informationsdienst World Watch Monitor sagte eine lokale Kontaktperson: „Das Hauptproblem ist, dass die Regierung die Sicherheit ihrer Bürger nicht gewährleisten kann, unabhängig von deren Glauben. Solche Vorfälle treffen die christliche Gemeinschaft natürlich psychologisch viel härter, weil sie es in den Kontext der allgemein herrschenden Unterdrückung und Diskriminierung einordnen, der sie ausgesetzt sind.“

Wiederaufbau in der Ninive-Ebene

Unterdessen kehren in der Ninive-Ebene weiterhin Christen in ihre Dörfer zurück, aus denen sie zwischenzeitlich vor dem IS geflohen waren. Auch hier ist die Frage nach der Sicherheit ein ständiger Begleiter. Doch die sichtbaren Fortschritte bei der Renovierung der Häuser, bei den Projekten (wie hier) und die Vorbereitungen auf das Osterfest erfüllen die Christen mit neuer Hoffnung.

Bitte beten Sie für die Christen im Irak:

  • Beten Sie für die Christen in Bagdad, dass sie den Schock überwinden und in ihrem Vertrauen auf Jesus gestärkt werden.
  • Beten Sie für die Pastoren und Priester, dass sie ihren Gemeinden als Vorbilder und weise Hirten gut dienen können.
  • Beten Sie für den laufenden Wiederaufbau und für alle Christen, die in ihre Heimat zurückkehren möchten – dass Gott die Anstrengungen segnet und allen Beteiligten seine Perspektive zeigt.
  • Beten Sie für die Regierung in Bagdad, dass sie die Christen berücksichtigt und für Sicherheit sorgt.

 

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