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Irak: „Wir wollen unsere Würde zurück!“

NACHRICHTEN FÜR DEN GEMEINDEBRIEF

(Open Doors) – Es liegt fast drei Jahre zurück, dass Lubna Yusef mit ihren Kindern aus ihrem Heimatort Karakosch vor dem IS fliehen musste. Sie hat weit mehr verloren als ihr Hab und Gut. Einer Delegation des Weltkirchenrates schilderte sie ihre Verzweiflung und Hoffnungen. „Ich hasse es zu reisen oder gar irgendwo einzuwandern. Falls ich jedoch heute die Möglichkeit hätte auszuwandern, so würde ich dies um meiner Kinder willen tun. Wenn wir hier im Irak Schutz hätten, wäre dies nicht nötig. Doch wie lange sollen wir hier in dieser Weise weiterleben? Ich bin zwar jung, doch mir kommt es vor, als wäre mein Leben bereits vorüber.“

Irak

Gehen oder bleiben? Und was erwartet die Rückkehrer?

„Unsere Geistlichen sagen uns, wir sollten bleiben. Dies sei doch unser Land und die Zivilisation, die wir mitaufgebaut haben. Aber warum müssen wir immer wieder bei null anfangen? Was, wenn meine Kinder und ich bleiben und es kommt noch etwas Schlimmeres als der IS? Und wenn ich in die USA oder nach Europa gehe, wird man dort meine Abschlüsse anerkennen? Natürlich nicht.“

Ungeachtet solcher Überlegungen hat Bashar Warda, Erzbischof von Erbil, die Rückkehr der aus der Ninive-Ebene vertriebenen Christen fest im Blick. Er kennt ihren Schmerz und betont, es brauche „Sicherheit und Hoffnung. Die Entweihung der Kirchen und blindwütige Zerstörung in den befreiten Dörfern zeugen von so viel Hass der Islamisten, der die Christen tief persönlich trifft.“ Es wurde mehr zerstört als nur Existenzgrundlagen. Wie viele Christen fühlen sich von ihren Nachbarn verraten, die ihnen Schutz verweigerten? Eine Rückkehr in ihre Dörfer ist für sie nur denkbar, wenn ihnen künftig Schutz geboten wird, aber auch finanzielle Unterstützung. Ihr Erspartes haben die Christen längst während der Flucht verbraucht. Bischof Warda drängt die internationale Gemeinschaft, deshalb einen „neuen Marshall-Plan“ aufzulegen, ähnlich wie beim Wiederaufbau Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Tat kann die Bundesregierung dazu beitragen, dass der Schutz der Christen im Irak und deren Einbeziehung beim Wiederaufbau seitens der irakischen Regierung garantiert wird.

Lubna Yusef trägt ihr Herz auf den Lippen: „Ihr müsst mir nichts kaufen. Worum ich bitte, ist Sicherheit! Damit ich nachts wieder schlafen kann. Wir wollen unsere Würde zurück!“ Open Doors ruft zum Gebet für die Christen im Irak auf.

Hinweis: Wir laden Sie herzlich ein zum Open Doors Tag 2017 unter dem Thema „Gottes verborgenes Wirken“ am 27. Mai in der Westfalenhalle Dortmund. Am 25. Mai findet am gleichen Ort der Open Doors Jugendtag statt. Hören Sie von Sprechern aus der verfolgten Kirche über Gottes kraftvolles Wirken inmitten von großem Leid, von Hoffnung und Glauben, von Trost und neuem Mut. Alle Information dazu finden Sie hier: https://www.opendoors.de/odtag

Nachricht bereitgestellt von Open Doors Deutschland

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