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Keine Glaubensfreiheit für mehr als 200 Millionen Christen

Tag der Menschenrechte – ein Tag der Trauer und Hilflosigkeit

(Open Doors, Kelkheim) – Gezielte staatliche Unterdrückung, Überwachung und Verhaftungen, gewaltsame Übergriffe durch religiöse Gruppierungen bis hin zum Mord durch die eigene Familie: Das ist Realität für mehr als 200 Millionen Christen am Tag der Menschenrechte.

Christliche Konvertiten im Iran sitzen wegen ihres Glaubens für Jahre im Gefängnis. Durch immens hohe Kautionsforderungen verlieren sie ihre Existenz. In Eritrea wurden allein dieses Jahr etwa 200 Christen verhaftet und viele in Schiffscontainer gesperrt. In Zentralasien führen die Behörden regelmäßig Razzien in christlichen Gemeinden durch und überwachen die Gottesdienste. Sogar das Singen christlicher Lieder wird schwer bestraft. Pastor Bahrom aus Tadschikistan muss unter anderem deshalb drei Jahre ins Gefängnis. Er schreibt: „Ich wusste, dass es mich etwas kosten könnte, Jesus nachzufolgen, und so ist es jetzt gekommen. Ich danke euch, meine Brüder und Schwestern, die ihr für mich betet und mich unterstützt.“

Christen müssen sich heimlich zum Beten treffen, und wer vom Islam zum christlichen Glauben konvertiert, riskiert nicht nur den Verlust von Arbeitsplatz und Wohnung, sondern oft auch sein Leben. Für Christen und besonders für Konvertiten gibt es unter dem Islam keine Glaubensfreiheit.

Christen in Ägypten: „Wir haben keine Tränen mehr“

Fast auf den Tag genau vor einem Jahr – am 11. Dezember 2016 – fand ein Gottesdienst in der koptischen Kirche St. Peter und Paul in Kairo ein jähes Ende, als eine Bombe 27 Christen in den Tod riss, zumeist Frauen und Kinder. Viele wurden teils lebensgefährlich verletzt. Das Attentat geschah am Geburtstag des islamischen Propheten Mohammed. Bei der Trauerfeier am folgenden Tag sagte ein Teilnehmer: „Heute Nacht haben wir in unserer Kirche für die gebetet, die die Bombe in der Kirche versteckt haben. Wir Christen in Ägypten beten für unsere Verfolger, damit sie Jesus kennenlernen. Wir kennen unsere Verantwortung, das Licht Christi inmitten der Finsternis scheinen zu lassen.“

Dem Anschlag folgte eine Mordserie: Am koptischen Weihnachtsfest, dem 6. Januar 2017, wurden Gamal Sami (60) und seine Frau Nadia (48) in der Ortschaft Minufiyah erstochen und die Kehle aufgeschlitzt. Innerhalb von zwei Wochen wurde vier weiteren Kopten die Kehle durchtrennt, aus den Wohnungen wurde nichts gestohlen.

Auch der Palmsonntag, einer der freudigsten Feiertage für Ägyptens Christen, endete für mehr als 45 von ihnen tödlich. Sprengsätze richteten in den Kirchen von Tanta und Alexandria am 9. April ein Blutbad an. Eine IS-Gruppe bekannte sich zu der Mordserie und den Anschlägen und kündigte an, „das Land von den Ungläubigen reinigen und ihre Kirchen in die Luft sprengen“ zu wollen. Im November hat der IS diese Drohung erneuert. Ein Christ schrieb nach dem Palmsonntag: „Wir haben keine Tränen mehr.“

Angesichts zahlreicher weiterer physischer wie verbaler Übergriffe – oft auch seitens der Bevölkerung – sagte ein Priester aus Nazlet Hanna gegenüber Open Doors: „Es gibt ständig Hassreden und Fatwas, … es wurde dazu aufgerufen, das Blut von Kopten zu vergießen, … Christen werden als Ungläubige und Bürger zweiter Klasse betrachtet.“ Die Christen feiern Gottesdienste, doch Glaubensfreiheit gibt es nicht.

Christen in hinduistischen, buddhistischen und kommunistischen Ländern

Das christliche Hilfswerk Open Doors dokumentiert seit Jahren die stetig zunehmende Verfolgung und Vertreibung von Christen in mehr als 60 Ländern. Neben Nordkorea, Somalia, Pakistan, Afghanistan, dem Irak, Eritrea und dem Iran ist auch in Indien, der angeblich „größten Demokratie der Welt“, eine gezielte Christenverfolgung zu beobachten. Die in der Vergangenheit auch von Premierminister Modi propagierte Hindutva-Ideologie („Indien den Hindus!“) führt dazu, dass Behörden oft wegsehen, wenn Hindunationalisten Christen drangsalieren, aus Dörfern vertreiben, Kirchen niederbrennen oder sogar Christen ermorden. Glaubensfreiheit gibt es dort nicht. Die 64 Millionen Christen blicken besorgt auf das Jahr 2021, in dem es – nach dem erklärten Ziel der aktuellen Regierung – in Indien nur noch Hindus geben soll.

Pastor Aadarsh aus Indien verkündete das Evangelium und ermutigte Jugendliche, sich nicht örtlichen Milizen anzuschließen. Etwa 25 wurden zu Nachfolgern von Jesus. Daraufhin überfielen 30 Männer sein Haus und töteten den Pastor. Mitarbeiter von Open Doors brachten seiner Frau Chandan Hilfe und fragten, ob sie angesichts der Bedrohung ihren Glauben aufgeben wolle. „Eher würde ich sterben“, war ihre Antwort.

In China macht Staatschef Xi Jinping mit seinem Konzept der „Sinisierung“ deutlich, dass Christen sich einem vorgegebenen Kulturverständnis und der Kommunistischen Partei unterordnen müssen. In Vietnam und weiteren Ländern ersticken Religionsgesetze die Glaubensfreiheit der Christen. Wer sich in Laos vom Buddhismus abwendet, wird schnell und deutlich erfahren, dass lokale buddhistische Führer ihr Land „rein“ halten wollen. Ein Menschenrecht auf Religionsfreiheit existiert hier nicht.

Christenverfolgung und der „freie Westen“

Millionen verfolgter Christen bitten seit Jahren Regierungen und Kirchen der christlich orientierten Länder um Hilfe. Sie sehen, wie der Westen Milliardengeschäfte mit ihren Regierungen macht, von denen sie aber unterdrückt und verfolgt werden. Gleichzeitig nimmt die Christenverfolgung zu. Der neue Weltverfolgungsindex von Open Doors, der am 10. Januar 2018 veröffentlicht wird, dokumentiert dazu die Situation von etwa 650 Millionen Christen in den 50 Ländern mit der stärksten Christenverfolgung. Sie richten sich am Leben und den Worten von Jesus aus: „Liebe deinen Nächsten.“ Darin brauchen sie dringend Unterstützung – am allermeisten unser Gebet.

Open Doors übergibt am 11. Dezember eine Petition mit etwa 760.000 Unterschriften an die UN in New York mit der Forderung, dass auch Christen in Syrien und dem Irak Schutz und gleiche Bürgerrechte erhalten. Wird die UN darauf reagieren?

 

Die folgenden Bilder können Sie sich zur weiteren Verwendung durch Anklicken des jeweiligen Vorschaubildes herunterladen:

Tag der Menschenrechte

Pfarrer Gabriel in seiner verwüsteten Kirche im irakischen Batnaya. Viele Gebäude sind völlig zerstört, die Kirche ist vergleichsweise wenig beschädigt.

 

Tag der Menschenrechte

Die Frau eines Pastors bei einer Pastorenkonferenz mit etwa 100 Teilnehmern in den Nuba Bergen des Sudan. Statt in einem Gebäude treffen sie sich unter Bäumen und zwischen Felsen, damit sie von oben nicht gesehen werden können, da die Regierung seit Jahren immer wieder Bomben auf die Dörfer der vornehmlich christlichen Bevölkerung in den Nuba Bergen abwerfen lässt.

 

 

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