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Kenia: Christen nach brutalem Mordanschlag erschüttert

Al Shabaab stoppt Bus und tötet gezielt 11 Fahrgäste

(Open Doors, Kelkheim) – Am 6. Dezember wurden im Nordosten Kenias nahe der Grenze zu Somalia elf Menschen getötet. Sie waren mit einem Überlandbus von Nairobi unterwegs, als Kämpfer der islamistischen Gruppe Al Shabaab das Fahrzeug stoppten und die Gäste zum Aussteigen zwangen. Die Getöteten stammten nicht aus der Region und waren mutmaßlich Christen.

Archivbild: Besuch bei Witwen in Ostkenia deren Männer bei einem Al-Shabaab-Überfall ums Leben kamen
Archivbild: Besuch bei Witwen in Ostkenia, deren Männer bei einem Al-Shabaab-Überfall ums Leben kamen

Acht Sicherheitsbeamte, zwei Lehrer und ein Arzt unter den Opfern

„Die Mehrheit der Bevölkerung in dieser Region ist muslimisch. Die Nicht-Einheimischen kamen aus anderen Landesteilen und sind definitiv Christen gewesen“, sagte Pastor Nicholas Mutua, ein römisch-katholischer Priester aus dem ostkenianischen Garissa, bei einem Telefoninterview mit dem Informationsdienst World Watch Monitor.

Die Angreifer hatten zunächst alle Fahrgäste zum Verlassen des Busses gezwungen und sie nach ihrer Herkunft befragt. Daraufhin bildeten sie zwei Gruppen, die „Einheimischen“ und die „Nicht-Einheimischen“. Elf der 56 Personen gehörten der letztgenannten Gruppe an. Sie wurden gezwungen, sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen, und dann aus nächster Nähe erschossen. Die übrigen wurden angewiesen, wieder einzusteigen und die Fahrt fortzusetzen.

Unter den Getöteten waren acht kenianische Sicherheitsbeamte: Athanas Kiti, Enos Odhiambo, Kevin Mandela, Wisely Meli, Tikane Kasale und Francis Mbuvi. Emmanuel Barasa und Nathan Bett wurden Berichten zufolge vermisst und sind vermutlich tot. Ebenfalls getötet wurden Rodger Machuka, ein Mediziner, der Lehrer Leonard Mukanda und ein weiterer namentlich nicht bekannter Lehrer. Die beiden Lehrer waren evangelikale Christen, während der Arzt Mitglied einer Gemeinde der Africa Inland Church war. Al Shabaab, der in Somalia ansässige Ableger von Al Kaida in Ostafrika, übernahm die Verantwortung für den Anschlag und ließ verlautbaren, man habe kenianische „Sicherheitsbeamte und Regierungsangestellte“ getötet.

„Versuch, die Christen zurückzudrängen“

Pastor Mutua sieht in der Tat einen Versuch, die Spannungen zwischen Christen und Muslimen zu erhöhen. „Dies wird jedoch kaum gelingen, denn wir haben gute interreligiöse Beziehungen zu den Muslimen.“ Der leitende Mitarbeiter des regionalen Teams von Open Doors berichtet: „Der erste Anruf, den wir nach dem Angriff erhielten, kam von einem vertrauenswürdigen Partner in der Gegend, der klagte: ‚Sie haben uns wieder angegriffen, wie immer!‘ Die Christen rechnen mittlerweile mit solchen Angriffen, wenn die Ferienzeit beginnt, wie zu Weihnachten und zu Ostern. Auch wenn die Medien zögern, es ausdrücklich so zu nennen, kann man diesen Angriff durchaus als einen weiteren Versuch betrachten, die christliche Präsenz in diesem muslimisch dominierten Gebiet Kenias zurückzudrängen. … Angriffe wie dieser führen zu einer extremen Nervosität unter ihnen. Sie drängen auch die heimlichen Gläubigen [Christen muslimischer Herkunft] noch weiter in den Untergrund. Wir schätzen euer Gebet für die Christen in dieser Region sehr.“

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors steht Kenia aktuell an 40. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.

Quellen: World Watch Monitor, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen im Nordosten Kenias:

  • Beten Sie für die Familien der Getöteten um Gottes Trost und Zuversicht, gerade im Blick auf die geplanten Feiern zu Weihnachten.
  • Beten Sie für die in der Region lebenden Christen, dass Jesus sie von aller Angst befreit und sie bei allen Entscheidungen leitet.
  • Beten Sie für alle für die Region zuständigen Mitarbeiter der kenianischen Behörden, dass Jesus ihnen hilft, für Ordnung und Sicherheit zu sorgen.
  • Beten Sie für die Angreifer, dass Gottes Geist ihnen die Augen für die Wahrheit öffnet und sie von ihrem Hass befreit.

 

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