Persönliche Berichte

Kuba: 17-jährigem Christen drohen bis zu 7 Jahre Haft

Minderjähriger Pastorensohn im Visier der Behörden

(Open Doors, Kelkheim) – Der 17-jährige Jonathan Muir wird nach drei Monaten Haft weiter unter erheblichen Druck gesetzt. Zusätzlich zu dem behördlich verhängten Hausarrest drohen dem jungen Christen bis zu sieben Jahre Haft. Das harte Vorgehen der Behörden gegen den bei seiner Inhaftierung 16-jährigen Jonathan wirft angesichts der Anschuldigungen Fragen auf. Er und seine Eltern brauchen unser Gebet.

Jonathan mit seinen Eltern
Jonathan mit seinen Eltern kurz nach seiner Haftentlassung im Juni 2026

Harte Haftbedingungen

Jonathan Muir, Sohn des Pastors Elier Muir Ávila und seiner Frau Minervina Burgos, war im März zusammen mit seinem Vater von der Polizei vorgeladen worden. Während sein Vater nach dem Verhör freikam, wurde Jonathan anschließend in Haft genommen. Ihm wird vorgeworfen, Anfang März an Protesten gegen Stromausfälle und Lebensmittelknappheit in der Stadt Morón teilgenommen zu haben. Während seiner Haft war er laut seiner Familie Misshandlungen ausgesetzt, litt an Unterernährung und mangelnder medizinischer Versorgung für seine chronische Hauterkrankung. Am 24. Juni wurde er unter Auflagen freigelassen.

Am 19. Oktober veröffentlichte das Nachrichtenportal „Defensa Cuba Decide“ via Facebook einen neuen Gerichtsbeschluss. Darin wird Jonathan verboten, sein Zuhause ohne richterliche Genehmigung zu verlassen – außer zum Schulbesuch, zur Arbeit oder zur Inanspruchnahme medizinischer Versorgung. In dem Beschluss wurde gewarnt, dass ein Verstoß gegen diese Auflagen zu „strengeren Maßnahmen“ führen könnte. In dem neuen Beschluss wird ihm „Aufruhr“ vorgeworfen, worauf eine Freiheitsstrafe von bis zu sieben Jahren steht.

Eltern und Gemeindemitglieder von der Polizei schikaniert

Jonathans Familie befürchtet, dass ein derartig hartes Urteil für die Behörden eine realistische Option ist. „Sie haben nicht erst wieder begonnen, ihn ins Visier zu nehmen; sie haben nie damit aufgehört“, erklärte eine der Familie nahestehende Kontaktperson gegenüber Open Doors. Sie vermutet, dass Jonathans zwischenzeitliche Freilassung in erster Linie darauf abzielte, die öffentliche Aufmerksamkeit von seinem Fall abzulenken. Ein Verhandlungstermin wurde noch nicht festgelegt.

Zudem gibt es Bedenken aufgrund zunehmender Schikanen gegen seine Familie und seine Gemeinde. „Die politische Polizei hat den Gemeindemitgliedern Angst eingejagt, in der Hoffnung, dass sie sich von den Pastoren abwenden“, berichtete eine der Gemeinde nahestehende Person gegenüber Open Doors. In der Vergangenheit waren die Pastoren zudem in ihrer Nachbarschaft und in ihren Häusern Einschüchterungsversuchen ausgesetzt.

Aufruf zum Gebet für Jonathan

Sofía Díaz* ist eine mit dem Fall gut vertraute Mitarbeiterin von Open Doors. Sie betont die möglichen Folgen für Jonathan und ruft dazu auf, für ihn und seine Familie zu beten: „Diese neuen Maßnahmen beeinträchtigen weiterhin Jonathans körperliches und seelisches Wohlbefinden, seine allgemeine Entwicklung und sein geistliches Leben. Wir laden Kirchen auf der ganzen Welt ein, gemeinsam mit uns für ihn und seine Eltern zu beten, die wegen ihres Glaubens seit Jahren Feindseligkeiten, Druck und Drohungen ausgesetzt sind. Möge Gott sie stärken und ihnen helfen, in diesen schwierigen Umständen standhaft zu bleiben.“

* Name geändert

Bitte beten Sie für Jonathan, seine Familie und die Christen in Kuba

  • Beten Sie um Gesundheit und innere Stärke für Jonathan, damit ihm die monatelangen Strapazen keinen dauerhaften Schaden zufügen.
  • Beten Sie um immer neuen Mut für seine Eltern und seine Gemeinde, dass sie weiterhin kompromisslos Jesus nachfolgen und an Jonathans Seite bleiben.
  • Beten Sie für einen baldigen Freispruch für Jonathan.
  • Beten Sie für alle beteiligten Richter und Behördenmitarbeiter, dass sie sich ihrer Verantwortung vor Gott bewusst werden und dementsprechend handeln.

 

Vielen Dank für Ihr Gebet

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