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Laos: Vom „Feind“ zum Freund

Mit Glauben und Liebe gegen den Druck des Kommunismus

(Open Doors, Kelkheim) – „Wisst ihr nicht, dass ihr die Religion Amerikas in euer Dorf bringt? Dafür werdet ihr für den Rest eures Lebens im Gefängnis bleiben.“ Mit dieser Drohung wollten die laotischen Behörden Pastor Anya* (42) und seinen Vater dazu bringen, ihrem Glauben an Jesus Christus abzusagen. In dem kommunistischen Land in Südostasien gilt der christliche Glaube als amerikanische Religion und somit als „Ideologie des Feindes“. Doch Anya hat einen Weg gefunden zu zeigen, dass er kein Feind, sondern vielmehr ein Freund seines Volkes ist.
 

Teilnehmer der Fortbildung zum Gesundheitshelfer
Teilnehmer der Fortbildung zum Gesundheitshelfer, an der auch Pastor Anya teilgenommen hat

Überwachung und Schikane

Als Anya im Jahr 2012 Jesus annahm, waren sein Vater und er noch die einzigen Christen in ihrem Dorf. Doch ihre Gemeinde wuchs schnell – und damit wuchs auch der Druck von außen. Soldaten wurden im Dorf stationiert, Regierungsspione infiltrierten die Gemeinde. Im Jahr 2015 wurden Anya und sein Vater verhaftet und kamen für dreizehn Monate ins Gefängnis, während gleichzeitig der Druck auf ihre Gemeinde zuhause verschärft wurde. „Die Christen in unserem Dorf wurden in Handschellen gelegt. In Gruppen, zu je 30, 20 oder 15 Personen, wurden sie fünf Tage lang in der sengenden Hitze gelassen“, erzählt Anya. Dann wurden Soldaten vor dem Haus jedes Christen postiert, die genau überwachten, dass in den Häusern kein einziges Wort über Gott gesagt wurde. „Nach einer Woche riefen die Soldaten die Gläubigen zusammen und sagten ihnen, dass sie mich und meinen Vater freilassen würden, wenn die Gemeinde ihrem Glauben absage“, berichtet Anya weiter. Doch die Gemeindemitglieder blieben standhaft. „Wir glauben an Gott – nicht wegen der Menschen, die ihr eingesperrt habt, sondern deshalb, weil er Gott ist“, sagten sie.

Gottes Beistand im Gefängnis

Auch Anya und sein Vater weigerten sich, ihren Glauben an Jesus für ihre Freilassung aus dem Gefängnis aufzugeben – und erlebten Gottes Beistand in dieser schweren Zeit. So bekamen sie beispielsweise drei Wochen lang kein Essen und doch verspürten sie die erste Woche überhaupt keinen Hunger. Sie bezeichnen es als Wunder, dass sie die Zeit im Gefängnis ohne Essen überlebt haben. Anya schaffte es außerdem sogar, durch seine Frau einen Brief aus dem Gefängnis hinaus zu schmuggeln und seine Gemeinde mit folgenden Worten zu ermutigen: „Macht euch keine Sorgen um mich und meinen Vater. Trotz unserer Lage hier haben wir Freude und preisen den Herrn.“

Im Dienst seines Volks

Heute besteht Anyas Gemeinde aus 580 Christen. Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis nahm der Gemeindeleiter an einer Fortbildung zum freiwilligen Gesundheitshelfer teil, die von lokalen Partnern von Open Doors angeboten wurde. Dadurch leistet er einen wichtigen Dienst in seinem Dorf, wo es wie in vielen anderen abgelegenen laotischen Bergdörfern sonst nur schwer Zugang zu medizinischer Versorgung gibt. Seit Anyas Fortbildung ist die Akzeptanz für seinen christlichen Glauben in seinem Dorf gestiegen. „Die Verfolgung ist nicht mehr so stark wie zuvor, weil ich jetzt einer der Gesundheitshelfer bin“, sagt Anya.

* Name geändert

Bitte beten Sie für die Christen in Laos:

  • Danken Sie Gott dafür, dass er Anya und seinem Vater im Gefängnis beigestanden hat.
  • Bitten Sie für die Christen aus Anyas Gemeinde um Mut, sich trotz aller Bedrängnis weiterhin freimütig zu versammeln und Gott anzubeten.
  • Beten Sie für alle laotischen Christen, die ihren Mitmenschen wie Anya als Gesundheitshelfer dienen. Bitten Sie Gott, dass er diese Christen gebraucht, um viele Menschen mit seiner Liebe zu erreichen.

 

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