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Mexiko: Alltag hinter Stacheldraht

Dorfgemeinschaft setzt evangelische Christen unter Druck

(Open Doors, Kelkheim) – „Ich kann weiterkämpfen, aber mein Vater ist alt und er ist müde.“ Uriel Hernández lebt mit seiner Frau und seinem 60-jährigen Vater in Coamontax, einer Kleinstadt in dem mexikanischen Bundesstaat Hidalgo. Als Angehörige der kleinen evangelischen Minderheit werden sie von ihrem katholisch geprägten Umfeld misstrauisch beäugt und erleben immer wieder Diskriminierung. Im November 2018 eskalierte die Situation.
 

Ein Dorf in Mexiko
Symbolbild: ein Dorf in Mexiko

Gegen die Diskriminierung zur Wehr gesetzt

Damals hatte sich Uriels Vater trotz mehrfacher Aufforderung geweigert, die örtliche katholische Kirche zu säubern und seinen finanziellen Beitrag für die traditionellen religiösen Feste zu leisten. Einige Männer ließen ihn daraufhin zusammen mit einem anderen Mitchristen ins Gefängnis zu werfen. Kurz nach seiner Entlassung wurde der Vater aus demselben Grund ein zweites Mal inhaftiert. Im Gespräch mit Open Doors gab Uriel an, die lokalen Anführer seien am meisten darüber aufgebracht gewesen, dass er, Uriel, sie gegenüber den Behörden wegen ihres diskriminierenden Verhaltens gegenüber christlichen Minderheiten angezeigt habe.

„Zahlt euren Beitrag oder verlasst die Stadt“

Der schlimmste Vorfall der vergangenen konfliktreichen Monate ereignete sich Anfang Februar. Eine Gruppe von Menschen kam, mit Stöcken bewaffnet, zu Uriels Haus, um es mit Stacheldraht einzuzäunen. Anschließend warnten sie die dort lebenden Christen eindringlich: „Zahlt innerhalb der nächsten zehn Tage euren fälligen Beitrag oder verlasst die Stadt!“ Uriel kommentiert das neue Wohngefühl leicht resigniert: „Inzwischen haben wir uns daran gewöhnt, in unserem Haus hinter Stacheldraht zu leben.“ Dessen ungeachtet hat er sich auf der Suche nach behördlicher Hilfe an nationale und regionale staatliche Stellen gewandt, bisher aber keine Unterstützung erhalten. Die zögerliche Haltung der Behörden führt zu einem regelrechten Vakuum, das die Angehörigen der christlichen Minderheit anfällig macht für Missbrauch und Belästigung durch Menschen aus ihrem unmittelbaren Umfeld.

Bitte beten Sie für die Christen in Mexiko:

  • Danken Sie für die kleine Schar evangelischer Christen, die alles daransetzt, Jesus mit ihrem ganzen Leben treu zu sein.
  • Beten Sie für Uriel und seine Frau, besonders aber auch für seinen Vater, dass Gott selbst für sie streitet und ihnen neue Kraft schenkt.
  • Beten Sie, dass die Situation in Coamontax sich entspannt und ein friedliches Zusammenleben möglich wird.

 

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