Persönliche Berichte

Myanmar: Zwei Kirchen von Soldaten zerstört

Das brutale Vorgehen des Militärs trifft besonders Christen der Chin-Minderheit hart

(Open Doors, Kelkheim) – In Myanmar sind beim harten Vorgehen der Armee am Freitag auch zwei Kirchen zerstört worden. „Die Kämpfe in den christlichen Gebieten in der Gemeinde Falam im Bundesstaat Chin und im Bundesstaat Kachin sind heftig. Die Familien der Christen dort sind gezwungen, sich im Dschungel zu verstecken – die Städte haben sich völlig geleert“, schildert Lwin* die aktuelle Entwicklung in seiner Heimat; er ist einer der lokalen Partner von Open Doors.

Symbolbild: Geflohene Christen beim gemeinsamen Frühstück bestehend aus Reis Gemüse und Haferbrei
Symbolbild: Geflohene Christen beim gemeinsamen Frühstück, bestehend aus Reis, Gemüse und Haferbrei

Christen fliehen vor Gewaltandrohung, Häuser und Kirchen brennen

Tausende von Einheimischen aus dem mehrheitlich von Christen bewohnten Chin-Staat wurden aufgrund der zunehmenden Gewalt durch das Militär Myanmars vertrieben. Seit Anfang Oktober entsendet die Armee verstärkt Truppen in den bergigen Bundesstaat, um Widerstandskämpfer zurückzudrängen. Dies hatte auch einen Anstieg der Angriffe auf Kirchen zur Folge und zwingt viele Christen dazu, ihr bisheriges Leben aufzugeben und in den Dschungel zu flüchten.

Bei ihrem Vormarsch hat das Militär Kirchen geplündert, beschossen und besetzt, einen Pastor getötet und ganze Dörfer mit Angst gelähmt. „Die Situation ist schwer zu beschreiben“, sagt Lwin. „Wo immer das Militär hinkommt, brennen sie die Häuser nieder, töten die Schweine und besetzen Kirchen.“ Damit werden die Christen in ihren äußerlichen und innerlichen Existenzgrundlagen zutiefst erschüttert. Erst am vergangenen Freitag hatten Soldaten in der Stadt Thantlang mehr als 130 Häuser niedergebrannt, darunter zwei Kirchen (die Church On The Rock und die Presbyterian Church). Weil die Einwohner der Stadt aufgrund der Gewaltandrohung der Junta geflohen waren, war niemand mehr übrig, um das Feuer zu löschen.

Christen wünschen sich Gebet, „damit wir es schaffen, zu vergeben“

Die meisten Christen in Myanmar gehören Minderheiten wie den Chin an. Dazu zählt auch Zew That*, der vor der Gewalt fliehen musste. Er erklärt, warum die strategische Zerstörung von Eigentum das Minderheitenvolk der Chin besonders hart trifft: „Wir Chin haben eine völlig andere Philosophie als die Burmesen [die Mehrheit der Menschen in Myanmar gehört zu diesem Stamm]. Für sie sind Nahrung und Kleidung das Wichtigste, aber für uns Chin ist unser Haus die oberste Priorität. Wenn also das Haus zerstört wird, fällt es uns schwer zu vergeben. Aber wir wissen, dass die Bibel uns auffordert, unseren Feinden zu vergeben. Wir hoffen, dass andere Christen für uns beten, damit wir es schaffen, zu vergeben.“

Zew That berichtet von einem Erlebnis mit seiner 8-jährigen Tochter, das verdeutlicht, wie tief der Schmerz reicht. „Ich war schockiert, als sie betete: ‚Herr, töte die Generäle. Töte die Armee. Töte sie bitte.‘ Ich habe ihr gesagt, dass Gott will, dass wir unsere Feinde lieben, und dann hat sie ihr Gebet geändert. Sie sagte: ‚Herr, bitte beende die Diktatur.‘ All diese Gewalt ist nicht nur für uns hart, sondern vor allem für die Kinder.“

„Die Kirche hat so viel durchgemacht, und die Gläubigen sind traumatisiert“, fügt Daisy Htun*, eine weitere lokale Partnerin, hinzu. „Kirchengebäude und Kircheneigentum wurden angegriffen, verwüstet, ausgeraubt und sogar verbrannt. Als die Bombenanschläge begannen und die gewaltsame Niederschlagung folgte, hatten die Menschen keine andere Wahl als zu fliehen. Nach unseren Aufzeichnungen vor Ort wurden seit dem Putsch 30 Kirchen vom Militär angegriffen.“

Lwin macht sich besonders um Kinder und Jugendliche Sorgen, die zunächst aufgrund der Pandemie und nun wegen des Bürgerkriegs aus jeder Alltagsroutine herausgerissen wurden. Sein Gebet findet sich in den nachfolgenden Gebetsanliegen.

*Namen geändert

Bitte beten Sie für die Lage in Myanmar und die leidenden Christen!

  • Lwin: „Bitte beten Sie, dass wir den Kindern und Jugendlichen dienen können, damit sie Gott und sein Wort kennenlernen. Beten Sie, dass sie inmitten der Krise zu Normalität und Stabilität finden.“
  • Beten Sie, dass Gott dem Blutvergießen und der Zerstörung Einhalt gebietet.
  • Beten Sie für die Christen und andere Vertriebene, dass Jesus ihnen inneren Frieden schenkt und sie ihren Blick trotz ihrer Not auf ihn richten können.
  • Beten Sie für die leitenden Militärs, dass Gott ihre Herzen milde stimmt und ihnen einen Weg aus der Krise heraus zeigt.

Vielen Dank für Ihr Gebet

Unser Gebet macht einen Unterschied – wie viel es unseren verfolgten Geschwistern bedeutet, lesen Sie hier

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