Laden Sie als Gemeinde einen unserer Referenten ein und hören Sie bewegende Berichte und informative Vorträge über verfolgte Christen.
- Startseite
- Nachrichten
- Das Neueste von verfolgten Christen
- Nicaragua: Bischof seit zwei Monaten ohne Anklage in Haft
Nicaragua: Bischof seit zwei Monaten ohne Anklage in Haft
(Open Doors, Kelkheim) – Am 1. September 2026 kam es zu einer der jüngsten Festnahmen eines religiösen Leiters durch das nicaraguanische Regime. Bischof Carlos Javier Goff Amador, Leiter der Erneuerten Mährischen Evangelischen Kirche (IEMR), wurde in der Autonomen Region der nördlichen Karibikküste festgenommen. Er sitzt bis heute in Haft – ohne offizielle Anklage oder Begründung für seine Festnahme.
Familie ohne Kontakt
Einem Bericht zufolge, der sich auf mit dem Fall vertraute Quellen beruft, wurde der Bischof in die Haftanstalt El Chipote in der Hauptstadt Managua verlegt. Dort befindet er sich derzeit in Haft. Seine Familie gibt an, seit seiner Festnahme keinen Kontakt zu ihm herstellen zu können. Amador wurde in Honduras geboren, ist aber seit seiner Einbürgerung nicaraguanischer Staatsangehöriger.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels hatte die Regierung die Vorwürfe gegen den Bischof noch nicht offiziell bekannt gegeben. Inoffiziellen Berichten zufolge wird jedoch gegen ihn wegen mutmaßlicher Verbindungen zum organisierten Verbrechen und zur Geldwäsche ermittelt.
Fragwürdige Anschuldigungen gegen Geistliche
In den letzten Jahren wurden immer wieder christliche Leiter in Nicaragua mit schwerwiegenden Vorwürfen konfrontiert. Es kam zu zahlreichen Verhaftungen. Viele Pastoren und Priester wurden angeklagt und manche des Landes verwiesen. Die Anklagen werden vom Umfeld der Betroffenen wie auch von Beobachtern regelmäßig in Frage gestellt. Ein bekannter Fall ist der des im September 2022 verurteilten Pastors Vílchez López. Ihm wurden wegen einer angeblichen Sexualstraftat 23 Jahre Haft auferlegt – in einem Gerichtsverfahren, das von Organisationen für Religionsfreiheit kritisiert wurde.
Nach Angaben von „Christian Solidarity Worldwide“ wurde López am 15. Mai 2022 festgenommen, nachdem er von Polizeibeamten geschlagen worden war. Seine Verteidigung macht geltend, dass Beweise, die seine Unschuld belegten, während des Prozesses zurückgewiesen wurden, darunter auch Aufnahmen von Überwachungskameras. Zuvor hatte sich der Pastor öffentlich gegen die Gewalt an Demonstranten während der Proteste im April 2018 ausgesprochen.
Dokumentation der Vorfälle zunehmend schwieriger
Die meisten katholischen Geistlichen leben mittlerweile im Exil, was den pastoralen Dienst der katholischen Kirche in Nicaragua erheblich schwächt. Kirchliche Aktivitäten, darunter Gebete für den Frieden in Israel, für politische Gefangene und für Geistliche im Exil, werden streng überwacht und willkürlich verboten. Christliche Leiter sind Verleumdung, Strafverfolgung und Zwangsexil (einschließlich Aberkennung der Staatsbürgerschaft) ausgesetzt. Viele Kirchen äußern sich nicht mehr öffentlich, aus Angst vor gewalttätigen Repressalien, wie sie in der Vergangenheit zu beobachten waren. Die Dokumentation dieser Vorfälle ist zunehmend schwieriger geworden. Obwohl davon ausgegangen wird, dass das Ausmaß der Verfolgung insgesamt zunimmt, ist die Zahl der erfassten Vorfälle zurückgegangen.
„Dieser Rückgang deutet nicht unbedingt auf eine Abnahme der Verfolgung hin; vielmehr könnte er die wachsenden Schwierigkeiten bei der Identifizierung und Überprüfung von Vorfällen widerspiegeln“, erklärt Valeria Diaz*, Mitglied des Forschungsteams von Open Doors. „Angst vor Repressalien, Selbstzensur, die Normalisierung solcher Vorfälle und die Aushöhlung vertrauenswürdiger Netzwerke behindern die Dokumentationsbemühungen.“
Die örtliche Gemeinde ruft die weltweite Kirche dazu auf, für beide Pastoren zu beten und sich für Transparenz in der Justiz sowie für die Achtung ihrer Rechte einzusetzen.
Auf dem Weltverfolgungsindex 2026 steht Nicaragua an 32. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
*Name geändert
Quellen: CSW, Open Doors
Bitte beten Sie für die inhaftierten Geistlichen und die Christen in Nicaragua
- Beten Sie um die baldige Freilassung der inhaftierten Pastoren und um Gottes Frieden für ihre Familien.
- Beten Sie um Standhaftigkeit für alle Gemeinden und Pastoren, deren Dienst durch den staatlichen Druck beeinträchtigt ist.
- Beten Sie, dass Jesus in der schwierigen Situation seinen Geist neu über die Christen ausgießt und sie im Glauben gestärkt werden.
- Beten Sie für das Präsidentenpaar Daniel Ortega und Rosario Murillo, dass Jesus an ihren Herzen wirkt und sie zum Wohl ihres Volkes regieren.