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Nigeria: 74-jährige Christin zu Tode geprügelt

Frau eines Pastors im Norden des Landes der Blasphemie beschuldigt und gelyncht

(KELKHEIM, 10. Juni 2016) – Am 2. Juni 2016 wurde eine nigerianische Christin von einer aufgebrachten Menschenmenge auf dem Markt in Kano getötet, nachdem ein muslimischer Mann sie der Blasphemie bezichtigt hatte. Der Vorfall ist nur eine von vielen Gewalttaten, die den Norden des Landes immer wieder erschüttern.

Wegen Beleidigung des Propheten

Bridget Patience Agbahime wird als ruhige und ehrbare Frau beschrieben. Mit ihrem Ehemann, dem Pastor Mike Agbahime, lebte sie in Kano, der größten Stadt im hauptsächlich muslimisch geprägten Norden Nigerias. Auf dem Markt handelte sie mit Kunststoffwaren, so auch an diesem 2. Juni. Nach Angaben eines offiziellen Polizeisprechers kam es am Nachmittag zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen ihr und einigen anderen Händlern über religiöse Fragen. Dabei soll Bridget Agbahime den Propheten Mohammed beleidigt haben, woraufhin sich ein wütender Mob auf sie stürzte und so lange auf sie einschlug, bis sie starb. Wie Reverend Joseph Hayab, Sprecher der Christian Association of Nigeria (CAN), mitteilte, hätten einige Menschen verzweifelt versucht, das Leben der Frau zu retten, doch sie seien von den Angreifern überwältigt worden.

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Zweifelhafte Vorwürfe

Die Anschuldigungen gegen die Christin wurden von verschiedenen Seiten infrage gestellt. "Alles, was diese Frau getan hat, ist, dass sie einen jungen Mann, welcher direkt vor ihrer Verkaufsstelle seine rituellen Waschungen vollziehen wollte, zum Gehen aufforderte. Daraufhin begann dieser Mann laut zu schreien, dass sie den Propheten gelästert habe", berichtete ein Augenzeuge gegenüber World Watch Monitor. Ein Händler sagte aus, Bridget Agbahime sei stets sehr respektvoll mit anderen Menschen umgegangen, weshalb er sich nicht vorstellen könne, dass sie tatsächlich irgendetwas Beleidigendes geäußert habe. Reverend Hayab verwies auf Informationen, nach denen der Mann, der die Christin der Blasphemie anklagte, bereits vorher als Unruhestifter bekannt gewesen sei.

Präsident Buhari: "traurig und bedauerlich"

Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari bezeichnete die Ermordung von Bridget Agbahime als "traurig und bedauerlich", meinte aber gleichzeitig, man solle den Vorfall nicht auf religiöse oder ethnische Konflikte zurückführen. In Situationen, in denen Recht und Ordnung zusammenbrächen, werde nicht zwischen Religion und ethnischer Herkunft unterschieden.

Der Sprecher des Repräsentantenhauses, der Christ Yakubu Dogara, verurteilte die Tatsache, dass die Täter bisher nicht zur Rechenschaft gezogen wurden, und drängte auf eine gründliche Untersuchung. Wenn die herrschenden Gesetze so schmählich missachtet würden, riskiere man die Ausbreitung der Anarchie im Land. Inzwischen wurden zwei Verdächtige festgenommen.

Ähnlicher Vorfall nur wenige Tage früher

Erst drei Tage zuvor war der 24-jährige Methodus Chimaije Emmanuel am 30. Mai im Bundesstaat Niger von einem Mob umgebracht worden, weil er angeblich blasphemische Äußerungen über den Propheten Mohammed in sozialen Medien gepostet hatte. Daraufhin kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, in denen drei weitere Menschen ihr Leben verloren.

Auf dem Weltverfolgungsindex von Open Doors nimmt Nigeria derzeit Platz 12 unter den Ländern ein, in denen Christen am härtesten verfolgt werden. Im Februar 2016 veröffentlichte Open Doors gemeinsam mit der CAN einen Bericht über die Gewalt gegen Christen im Norden Nigerias seit dem Jahr 2000.

Quelle: World Watch Monitor, Open Doors

Bitte beten Sie für die Christen in Nigeria!

  • Bitten Sie Jesus um Trost und Kraft für Pastor Mike Agbahime, der seine Ehefrau auf so grausame Weise verloren hat.
  • Beten Sie um Schutz der Christen im Norden Nigerias, wo es immer wieder zu Angriffen von extremistischen Muslimen kommt.
  • Bitten Sie Gott um Mut und Entschlossenheit für die nigerianische Regierung und die Behörden, damit sie entschieden gegen die Gewalt vorgehen.

Hinweis: Beim Open Doors Tag in Mainz am 11. Juni wird neben Sprechern aus Nordkorea und Syrien auch Yakubu Maina aus dem Norden Nigerias berichten. Er ist Sprecher der Elternvereinigung der mehr als 200 am 14. April 2014 von Boko Haram entführten Mädchen aus Chibok.

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