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Nigeria: Systematische Vertreibung der Christen

Fokus auf Boko Haram verstellt Blick für Verfolgung durch Stamm der Fulani

(Open Doors) – Im April jährt sich die Entführung der 276 zumeist christlichen Mädchen aus Chibok durch Boko Haram. Ihre Gefangenschaft dauert an. Die Tat rückte ein weiteres Mal Boko Haram ins Blickfeld der Medien, die inzwischen fast wöchentlich über blutige Angriffe und Bombenanschläge der Islamisten in den Dörfern und Städten im Norden Nigerias berichten. Dabei bleiben jedoch die Verfolgung und gezielte Vertreibung von Christen im Mittelgürtel Nigerias weitgehend unerwähnt.

Systematische Gebietsausweitung – Länderregierungen schauen zu

In dem jüngst veröffentlichten Bericht "Migration and Violent Conflict in Divided Societies: Non-Boko Haram Violence against Christians in the Middle Belt Region of Nigeria" beschreibt das Nigeria Conflict Security Analysis Network (NCSAN) die seit vielen Jahren andauernden Übergriffe der Viehhirten des Fulani Stammes gegen Christen. Die historischen Hintergründe sind komplex, die Vorgehensweise der zumeist streng-muslimischen Fulani allerdings ist einfach. Sie folgen dem islamischen ‘Dar-ul-Islam‘-Konzept, was darauf abzielt, Volksgruppen ins Haus des Islam zu zwingen. Dabei werden mit Waffengewalt Dörfer, Felder und Weidegründe erobert. Diese Auslegung des Islam erlaubt, "Ungläubige" – also Nicht-Muslime – mittels Brandschatzung, Vergewaltigung, Vertreibung und sogar Mord zu unterwerfen.

Die Fulani waren zunächst stärker im Norden Nigerias verbreitet. Aufgrund langer Dürren drangen sie bei ihrer Suche nach Weidegründen in die mehrheitlich von Christen bewohnten zentral gelegenen Landesteile vor und vertrieben diese gewaltsam. Die regierenden muslimischen Behörden verfolgten die Übergriffe gegen die Christen nicht, da auch sie eine Ausweitung des Islam anstreben. Fulani und Boko Haram unterstützen sich gegenseitig in ihrem mörderischen Treiben.

Beispiel aus dem südlichen Landesteil des Bundesstaates Kaduna

Verteilung von Hilfsgüters Der kommunale Leiter Enock Andong aus Fadan Attakar berichtet, dass die Fulani mit modernsten Waffen ausgestattet sind, die aus seiner Sicht Militärbeständen entstammen müssen. "Sie fallen in unsere Dörfer ein, ermorden unsere Leute, brennen unsere Häuser nieder und verschwinden wieder. Viele Christen leiden Hunger. Sie können ihre Felder nicht mehr bewirtschaften. Hunderte von Kindern können die Schule nicht besuchen, die Kirchen in den betroffenen Dörfern wurden dem Erdboden gleichgemacht." Ignatius Raymond von der Attakar Community Development Association (ACDA) bestätigt und ergänzt den Bericht: "Seit Beginn der Übergriffe 2011 wurden hier mindestens 480 Christen ermordet, viele davon Frauen und Kinder. Mehr als 3.000 Häuser wurden zerstört, die Menschen sind nun obdachlos. Wir bemühen uns, durch Gespräche mit Verantwortlichen der Gewalt ein Ende zu setzen."
Ob die Wahlen am 28. März eine große Veränderung im Land bringen? Die Christen hoffen auf unsere Gebetsunterstützung und ein Ende des Mordens. (Verteilung von Hilfsgütern an Opfer der Fulani Angreifer, Foto: Open Doors)

Danke, dass Sie sich an die Seite der Christen in Nigeria stellen

  • Danken Sie Gott für die bestehenden Kirchen und Gemeinden und beten Sie für die Leiter, dass sie stark bleiben im Glauben.
  • Beten Sie bitte für die vertriebenen Familien.
  • Beten Sie für die vielen entführten Mädchen und Jungen und Frauen.
  • Beten Sie für die bevorstehenden Wahlen und für eine handlungsfähige und gerechte Regierung, die sich zum Wohl des Landes und seiner gesamten Bevölkerung einsetzt.

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