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Pakistan: Unruhen nach Haftentlassung von Christen

Christen vom Vorwurf der Blasphemie entlastet

(Open Doors) - Nachdem am 29. April zwei Christen aus dem Gefängnis entlassen wurden, kam es im pakistanischen Gujranwala (Provinz Punjab) zu heftigen Ausschreitungen gegen Christen. Den Männern wurde Blasphemie vorgeworfen. Mushtaq Gill und sein Sohn Farrukh Mushtaq sollen einen Drohbrief verfasst haben, an den angebrannte Seiten aus dem Koran angeheftet waren. Eine Handschriftenprobe widerlegte den Vorwurf. Die beiden Männer wurden nach ihrer Freilassung von Familienangehörigen an einen geheimen Ort gebracht. Das Hilfswerk Open Doors, das sich in mehr als 50 Ländern für verfolgte Christen einsetzt, ruft zum Gebet für die Christen in Gujranwala auf. Viele Familien sind aus der Gegend geflohen. Immer wieder werden Christen willkürlich wegen der Beleidigung des Islam oder des Propheten Mohammed angeklagt. Auf dem Weltverfolgungsindex steht Pakistan auf Platz 11 der Liste von Ländern, in denen Christen am stärkten verfolgt werden.

Polizei greift ein
Pakistan: beschädigte Fenster einer Schule in Gujranwala/Life Ministries PakistanAls am 30. April die Nachricht von der Freilassung der Männer in Umlauf gekommen war, zogen Hunderte von Muslimen auf die Straßen der Stadt. Weiteren Zündstoff lieferte die Anschuldigung eines Muslims, auf dem Friedhof im Viertel Aziz-Colony von Gujranwala seien Seiten aus dem Koran verbrannt worden. Diese Nachricht wurde über die Lautsprecher einer Moschee auf die Straße gerufen. Mit Schlägern und Schlagstöcken bewaffnete Extremisten schleuderten daraufhin Steine gegen die Häuser von Christen. Auch eine Schule und eine presbyterianische Kirche wurden angegriffen. Mindestens 18 Personen, darunter 15 Demonstranten und drei Polizisten, wurden bei Zusammenstößen mit der Polizei verletzt. Die Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Schlagstöcke ein, um den Mob auseinanderzutreiben. Die Demonstranten wandten sich auch gegen staatliche Gebäude, blockierten die Hauptstraße mit brennenden Autoreifen und versuchten, die Büros der Regionalpolizei anzugreifen. Rund 150 Demonstranten wurden festgenommen. Gegen sie wurde Anklage erhoben unter anderem wegen Angriff auf das Eigentum von Christen. (Foto: beschädigte Fenster der christlichen Schule/Quelle: Life Ministries Pakistan)

Viele Familien geflohen
Aufgrund der gewalttätigen Ausschreitungen sind viele christliche Familien zu Verwandten außerhalb der Unruheregion geflohen. Sie befürchten, dass sich die Ereignisse von August 2009 wiederholten könnten. Damals wurden in Gojra (ebenfalls Provinz Punjab) nach einem Blasphemiegerücht mindestens sieben Christen lebendig verbrannt. "Etwa 3 000 christliche Familien leben in der Gegend", so Timothy Nasir, Leiter des Theologischen Seminars in Gujranwala. "Über 125 Jahre lang lebten wir friedlich mit Muslimen zusammen. Es scheint, als wollten diese Menschen einfach nur Blut sehen. Kein normaler Mensch würde auch nur daran denken, den Koran zu entheiligen oder den Propheten des Islam zu lästern. Er würde damit sein eigenes Todesurteil unterzeichnen."

Gebetsanliegen:

  • Danken Sie dafür, dass die Polizei zum Schutz der Christen eingegriffen hat. Das ist bisher die Ausnahme.
  • Beten Sie um Schutz für Mushtaq Gill und seinen Sohn Farrukh Mushtaq. Sie mussten untertauchen.
  • Beten Sie für ein friedliches Zusammenleben zwischen Christen und Muslimen in Gujranwala.
  • Beten Sie um Weisheit für christliche Leiter, die mit führenden Muslimen und der Bezirksverwaltung in Kontakt stehen.
QuelleCompass Direct

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